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Ist das wirklich so unnormal? Frage an Langzeitstillende...

8. Juli 2010 um 20:08

Hallo zusammen,

muss mich mal ein bisschen ausheulen bei euch...

Vorgestern bekam ich am späten Abend ganz extreme Magenkrämpfe, die so schlimm waren, dass ich nicht mehr laufen oder sprechen konnte und die einfach nicht besser wurden. Ich bekam kaum noch Luft und irgendwann haben wir den Notarzt gerufen... Der wollte mich gleich ins KKH fahren lassen, weil es "ganz sicher" ein Magengeschwür ist, der noch in der Nacht durchbrechen könnte, usw.

Naja, ich hab das abgelehnt, wegen meinem Kleinen.
Er ist zwar "schon" 14 Monate alt, aber er schläft noch lange nicht durch, wird ca. 3mal pro Nacht wach und dann kurz gestillt, dann schläft er nach 5-10 Minuten weiter. (Haben es schon mal ohne Stillen versucht, da ist er 1-2 Stunden lang nicht eingeschlafen, sondern hat nur geweint.) Es geht mir jetzt auch gar nicht darum, warum und wieso er so "schlecht" schläft - hier hab ich ja öfter gelesen, dass sowas gar nicht ungewöhnlich ist und wir kommen damit gut klar...

Was mich aber wurmt, dass der Notarzt mir dann gesagt hat, mein Mann wird den Kleinen wohl ein paar Tage allein versorgen können und als ich gemeint hab, dass das schlecht geht, weil er noch gestillt wird (halt nachts und tagsüber 1-2mal), meinte er, dass er in dem Alter wohl auch ohne auskommen muss. Ansonsten, hätte ich ihn schon total verwöhnt!

Meine Frage an diejenigen, die ein Kleinkind noch stillen: Meint ihr, dass eure Kleinen einfach so, von heut auf morgen "ohne" auskommen könnten? Ich bin einfach sauer, dass ein Notarzt meint, mir sagen zu wollen, wie ich mein Kind zu erziehen hab???

Es ist klar, hätte ich diese Krämpfe nochmal so schlimm gehabt oder hätten sie gar nicht aufgehört, dann wäre ich ins KKH gefahren, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass das für den Kleinen schon ein Schock gewesen wär, wenn ich plötzlich einfach weg bin und er aufs Stillen verzichten muss. (Und ich war am nächsten Morgen natürlich beim Hausarzt, der auch meinte, dass KKH übertrieben wär und ich hatte heute sogar eine Magenspiegelung, die ergab, dass ich KEINEN Magengeschwür hab.)

Es würde mich echt interessieren, ob ihr das Ganze lockerer sehen würdet? Übertreibe ich echt?
(Bitte keine Antworten von denen, die nicht oder nur kurz gestillt haben, weil sie es nicht nachvollziehen können, was es bedeutet, lange zu stillen.)

LG
Judit

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8. Juli 2010 um 20:25

Du übertreibst auf gar keinen fall!
hatte schonmal einen ähnlichen fall, musste da auch ins kh, bin aber am gleichen abend wieder nach hause.

ich kann dich gut verstehen.

lg
steffi+maus (10 monate)


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8. Juli 2010 um 20:26

Hey
zum einen: gute besserung für dich, auch wenn es kein magengeschwür war

zur frage:

grundsätzlich ist es sicher nicht sache des notarztes, dir in deine erziehung reinzureden und mediziner hören in ihrer ausbildung meist nur sehr, sehr wenig übers stillen (und dann auch eher über brustentzündung etc.)...vermutlich kommt es in seinem weltbild einfach nicht vor und hat ihn dann auch noch in seiner arbeit "behindert"...deswegen solltest du da nicht so viel drauf geben

mein kleiner ist im februar 2 jahre alt geworden und wir stillen noch morgens zum aufstehen...da würde er ziemlich sicher auch nur sehr ungern drauf verzichten wollen, wenn ich da bin

aber --- als er 14 monate alt war, bin ich für 3 tage weggefahren...ich wollte das sehr gerne, weil ich damals eine sehr stessige zeit hatte (kind, haushalt, studium und ein sehr anspruchsvolles praktikum mit langen fahrzeiten, dazu mein nebenjob) und auch mal raus musste...in der zeit hat mein mann ihn alleine versorgt, obwohl wir morgens und abends (zum einschlafen) noch gestillt hatten...und siehe da, es war überhaupt kein problem er hat 2 mal ne flasche genommen als "ersatz" und ansonsten mehr andere sachen gegessen...ich hatte eine milchpumpe mit um etwas abzupumpen, brauchte sie aber so gut wie nicht (ein saugendes kind ist halt was anderes )...

sobald ich wieder da war, wollte er auch wieder gestillt werden...

es ist also nicht so, dass es ein 100- prozentiger schock sein muss...für unseren kleinen war klar, dass papa keine milch geben kann...nur ne flasche (die er sonst auch nie genommen hat)...
aber das kommt vielleicht auch ein bissel auf das kind an...

unabhängig davon ist ein kind sicher nicht verwöhnt, wenn es gestillt wird und eine enge beziehung zu seinen eltern hat

lg

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8. Juli 2010 um 20:49

Schließe mich Pubertine an
Hey,

ich wollte auch nur mal in die Runde werfen, dass dein Kind schon weiß, dass es vom Vater die Brust nicht bekommen kann.
Etwas anderes wäre es mMn, wenn du zb aufgrund von Medikamenten nicht stillen dürftest, von jetzt auf gleich.

Aber ich finde natürlich auch, dass stillen mit 14 Monaten das normalste der Welt ist. Andere 14monatige trinken ja auch ihr Fläschchen, da heißt es auch nicht, sie wären verwöhnt.

Ich musste nach einem Jahr aus beruflichen Gründen abstillen. Immer wenn ich mal darüber sprach, wie traurig ich doch darüber bin, bekam ich zur Antwort "naja, du hast doch nun lang genug gestillt, ihr hättet doch eh bald aufgehört...." . Kann ich nicht nachvollziehen, es hat uns beiden echt noch gut gefallen, ich glaube wird würden es immernoch machen.

Naja, älteres medizinisches Personal ist mir schon öfter sehr belehrend gegenübergetreten. Vielleicht haben die das noch so drin, weil ihnen vor einigen Jahren noch viele Kompetenzen in Erziehungsfragen zugesprochen wurden. Mir hat auch mal eine Krankenschwester im KH gesagt, ich hätte meinen Sohn ja schon tüchtig verwöhnt, wenn ich nichtmal ne halbe Stunde mittag essen gehen könnte und ihn allein im Gitterbettchen im fremden Umfeld zurücklassen könnte.

Ich wünsch dir gute Besserung, vergiss den Arzt und seine "professionellen" Ratschläge. Ein Arzt hat im Sinne des Patienten zu handeln und nicht so, wie es für ihn am bequemsten ist! Und dazu gehört eben auch, sich auf spezielle Situationen einzustellen und Lösungen zu finden.

Beste Grüße

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8. Juli 2010 um 20:54

Hallo
Ich habe meine Tochter 28 Moante gestillt und mit 14 MOnaten hat sich auch noch sehr oft, vor allem nachts die Brust gebraucht. Ich hätte den Notarzt zusammengestaucht, entweder wir beide gehen mit ins KH oder keiner. Wenns irgendwie geht hätte ich weitergestillt. Natürlich kann es Situationen geben, wo man keine Wahl hat, aber es wäre schon ein ganz schöner Stress für das Kind, aber gehen würde es.
Ich musste mit 28 Monaten von heute auf Morgen abstillen, da ich wieder schwanger war (10. SSW) und nen ganz fiesen Infekt hatte. Ich konnte den ganzen Tag nichts Essen und kaum was Trinken. Ich lag nur im Bett und dachte ich sterbe. Wenn ich dafür nicht hätte aufstehen müssen wäre ich freiwillig ins KH gegangen (ich hasse KH). Ohne SS hätte ich wahrscheinlich trortzdem weiter gestillt, aber so war einfach nicht genug Energie da für SS und Stillen, und das Baby ging in dem Fall vor. Ich habe zu dem Zeitpunkt noch 2 bis 3 mal gestillt, gerade ein paar Tage vorher wieder häufiger, da die Kleine krank war. Sie hat das abrupte Abstillen zum Glück sehr gut verkraftet, hat aber vielleicht auch schon verstanden, dass es Mama wirklich schlecht ging, sie hat mich ja gesehen. Und mit 28 Monaten versteht ein Kind ja auch viel mehr als mit 14 Monaten.

LG
Morgaine

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8. Juli 2010 um 20:58


Hallo ihr,

danke schon mal für eure Antworten... Also ist meine Meinung doch nicht sooooo abwegig...

@soulmate:
Mein Kleiner schläft fast immer mit dem Papa ein, natürlich ohne Brust. Aber wenn er in der Nacht aufwacht, dann schläft er anders nicht ein. Und ich fänd es schlimm, wenn er am Abend ganz normal ins Bett geht und in der Nacht bin ich einfach nicht da und am nächsten Morgen auch nicht...

@steffi:
Naja, bei mir wäre es halt auf jeden Fall die Nacht gewesen und laut Notarzt wäre ich "bestimmt am WE wieder zu Hause" (das war am Dienstag)...

@pubertine:
Danke für die Genesungswünsche...
Weißt du, wenn mein Kleiner nur tagsüber gestillt werden würde, okay, aber er braucht es halt nachts. Und in den 14 Monaten war IMMER ich nachts für ihn da, nicht mein Mann. Ab und zu haben wir es versucht, dass er hingeht, eben auch um ihn nicht ständig nuckeln zu lassen, aber jedes Mal nach 1-2 Stunden abgebrochen, weil er da einfach nicht einschlafen konnte!
Und bei dir war es ja so, dass du dem Kind sicher vorher erzählt hast, dass du wegfährst. Bei mir wär ich einfach plötzlich WEG gewesen...

@Janine:
Klar, das weiß der Zwerg schon, dass Papa keine Brust geben kann. Aber wie ich oben geschrieben hab: ICH war nachts immer für ihn da, deswegen wär er sicher irritiert gewesen. Vor allem, wenn ich ohne Vorankündigung einfach "verschwunden" bin...
Und noch dazu kommt die Tatsache, dass er gerade zahnt (mindestens 4 Zähne auf einmal) und da besonders oft an die Brust will...

LG
Judit

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8. Juli 2010 um 21:01

@morgaine
Dir auch vielen Dank für die Antwort!

Klar würde es irgendwie gehen, aber nicht ohne sehr viel Weinen! Und da er grad zahnt (2 Backen- und 2 Eckzähne auf einmal), ist es natürlich noch schlimmer, da braucht er die Brust noch...

Mich ärgert am meisten, dass er mir einfach so sagt, wenn es nicht ohne mich geht, dann haben wir das Kind verzogen. Mein Mann soll ihn einfach zu sich ins Bett holen, dann würde das Kind schon problemlos schlafen. Er hätte ja selber drei Kinder, und es ging immer...

LG
Judit

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8. Juli 2010 um 21:03

@Katja
Hallo!

Klar muss ich auch an mich denken. Und wenn es wirklich nicht anders gegangen wäre, wäre ich ja mitgefahren.
Aber er kann mir doch nicht so etwas sagen, das geht ihn gar nichts an! Und ich weiß, dass es für meinen Kleinen ein Schock gewesen wäre. Und da bei mir die Schwangerschaft schon schwierig war, die Geburt eine mittlere Katastrophe, hoffe ich mal darauf, dass das Abstillen mal zur Abwechslung "schön" verläuft, nicht so abrupt...

LG
Judit

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9. Juli 2010 um 20:34

Danke
... für die Antworten. Dachte schon, dass ich mit meiner Meinung nicht allein bin... Ich war aber da soooo fertig, mir ging's total schlecht, so dass ich keine Kraft hatte, mit dem Arzt zu diskutieren...
Aber WENN ich wirklich ins KKH müsste, hätte ich es mir so vorstellen können, dass der Kleine über Nacht bei mir bleibt und tagsüber von meinem Mann betreut wird. (Denn im KKH würde ich tagsüber mit ihm ausflippen, weil er da ständig turnen wollen würde...)

Zum Glück ist das jetzt nicht nötig, aber es tut gut zu hören, dass es andere auch ähnlich sehen wie ich...

Liebe Grüße
Judit

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