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Jetzt wird es konkreter - wir wollen adoptieren...

29. Juli 2013 um 16:49

Vor 2 oder 3 Jahren hatte ich schon einmal einen Beitrag zum Thema Adoption geschrieben, nun soll es endlich konkret werden. Leider lässt uns das Jugendamt mit dem ersten Termin lange zappeln und ich wollte die Zeit nutzen schon mal einige Fragen zu stellen bzw. eure Erfahrungen mit Inlandsadoptionen zu erfragen.

Mittlerweile habe ich einige Bücher verschlungen und bin mir mit meinem Mann einig, dass wir ein Kind von max. 1 Jahr haben wollen - am liebsten auch weiß (nicht aus rassistischen Gründen, sondern weil man eben nicht gleich sehen soll, dass wir nicht die Eltern sind und ich auch gelesen habe, dass die Kinder dann später noch größere Identitätskrisen haben als schon durch ihre Adoption generell) und ohne Behinderung (weil wir uns das einfach nicht zutrauen) - also im Prinzip das was fast jede Familie möchte. Wie gut stehen da die Chancen? Kann man mit diesen Einschränkungen sofort die Mitarbeiter vom Jugendamt konfrontieren?

Wir sind beide noch sehr jung (26) und hoffen, dass dadurch die Chancen steigen, ist das so?

Die größte Sorge die wir haben ist das Materielle. Nicht, dass wir das Kind nicht versorgen könnten, doch haben wir jetzt nicht das Megageld. Es steht ja keine Einkommensgrenze da, aber wurde schon einmal jemand deswegen abgelehnt? Wir haben zusammen 2300 Netto, wobei ja, da ich 1-2 Jahre zu Hause bleiben möchte (wird ja auch empfohlen), 1000 wegfallen. Allerdings bekommt man ja auch ganz normal Kindergeld und Elterngeld und wir würden ohne Stütze auskommen.

Unsere Wohnung ist auch nicht sehr groß - eine 3-Raum-Wohnung mit Mini-Kinderzimmer, reicht das aus?
Ich meine für uns 2 ist das vollkommen ausreichend und wenn wir dann zu dritt sind wollen wir eh umziehen und für den Anfang (also ein Baby - was wir ja wollen) würde das, unserer Meinung nach, vollkommen ausreichen. Ich finde es ja viel wichtiger, dass wir uns wirklich um das Kleine kümmern wollen und ihm oder ihr eine stabile Familie geben können.

Einen Grundstock an Gespartem können wir auch aufweisen, um eben die Grundausstattung zu besorgen. Muss man das eigentlich alles schon vorher besorgen oder reicht das, wenn es wirklich so weit ist?

Wenn wir dann vom Jugendamt bestätigt werden, wie lange sind dann die Wartezeiten wirklich bis das Kind kommt?
Und dann konkret wenn das Kind da ist, wie funktioniert das mit dem Arbeitgeber? Wie schnell leben sich die Kinder ein? Was habt ihr da für Erfahrungen?

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2. August 2013 um 21:59


Wir haben seit 3 Jahren eine Adoptivtochter, gewartet haben wir 13 Monate (nach Ende der Gespräche)
Wir wohnen in NRW, , bei uns in der Stadt bleibt man keine bestimmte Zeit auf der Warteliste. Derweil stehen wir für ein weiteres Kind wieder auf der Warteliste.

Wir hatten als wir den Anruf bekommen haben, kein einziges Teil für ein Baby zu Hause. Unsere Tochter war ein Tag alt.
Wir haben dann alles innerhalb eines Nachmittages gekauft.
Also das ist nicht wirklich das Problem.
Ich hätte es gar nicht ausgehalten, wenn wir hier in der Wartezeit Babysachen , egal was, zu Hause gehabt hätte.

Wir haben am Morgen unseren Anruf bekommen, sind dann zum Jugendamt gefahren und mit unserer Sachbearbeiterin ins Krankenhaus. Da haben wir dann unsere Tochter das erste Mal gesehen und uns verliebt.
Dann sollten wir uns am Nachmittag nochmals beim JA melden, ob wir sie zu uns nehmen wollen. Man hat a die Möglichkeit "nein" zusagen. Haben uns dann am Nachmittag beim JA gemeldet und gesagt, dass wir sie haben möchten.
Haben dann am nächsten Tag bei mir auf der Arbeit angerufen, da wir im Urlaub waren, war das zeitlich möglich. Ansonsten hätte ich mich an dem Tag des Anrufes auf der Arbeit melden müssen. Man bekommt vom Jugendamt ein Schreiben , dass man dort abgeben muss. Steht drauf dass man ein Adoptivpflegekind aufgenomme hat ab dem... (Datum)

Und dann ist man SOFORT in Elternzeit.

Da unsere ja gerade mal ein Tag alt war, gab es jetzt nicht wirklich eine Eingewöhnung. Man braucht nur selber Zeit sich in deine Rolle als Mama bzw Papa einzufinden.

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9. August 2013 um 7:42

Morgen,
...wir hatten uns auch zu einer Adoption entschieden und auch das Erstgespräch hinter uns gebracht. Aus dem Netz wusste ich das solche Gespräche immer eher Negativ verlaufen, da die Berater einen eher schlechte chancen zurechnen. Unsere Beraterin ritt sehr auf zwei Punkte rum, wir haben fast ausschliesslich darüber 45 Minuten Diskutiert. Zu einem das die nicht wollen das wir uns als Eltern sehen, soll bedeuten sie will nicht das ich dann sage das ich die Mama wäre, den die Mama wäre nur die Frau die das Kind ausgetragen hätte, ich wäre nur Ersatz. Die Begründung läg in der verkraftung des Kindes zur Adoption. dabei wusste sie das wir nur ein ganz junges evtl. wenn möglich einen Säugling haben möchten. Für mich undenkbar dann nicht zu sagen ich wäre seine oder ihre Mama. Der zweite Punkt war das sie UNBEDINGT wollte das wir uns in die Mütter hineinversetzen können die ihre Kinder abgeben, wie grausam das doch wäre, und sie wollte wissen wie dankbar wir dann wären. Mein Mann und ich waren wirklich fassungslos wie so ein Gespräch ablaufen kann, das hatte ja nichts mehr mit prüfen zu tun ob man geeignet wäre, das war wirklich Menschenunwürdig. Und vorallem die Armen Kinder die von denen vermittelt werden.

Naja sie wollte uns eine Woche bedenkzeit einräumen.
Da wir auf keine anderen JA oder Berater in unserem Bezirk zurückgreifen können, steht alles noch in der Schwebe.
Eine Kind ja... aber nicht um jeden Preis.

In unserem Bezirk sind alleine 10 Inlandsadoptions Paare für Säuglinge und Kinder bis 2 Jahren. Adoptiert werden pro Jahr 1-2 Kinder. Durchschnittlich wartet man bei uns bis zu 5 Jahren. Den Schein bekommt man so fern die Symphatie stimmt sagte uns die Beraterin innerhalb eines halben Jahres.

Also, wenn Du immer gut ja und amen sagst zu allem hast Du besser und schnellere Chancen ein Kind zu bekommen.
Wir werden höchstwahrscheinlich absagen da ich es unmenschlich empfinde Adoptierte Kinder als zweite wahl anzusehen, das sagte unsere beraterin nämlich auch noch. Leibliche Kinder sind erste wahl, adoptierte zweite wahl ob wir damit umgehen könnten... sorry aber da musste ich erstmal schlucken.

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10. August 2013 um 13:25

Hallo an euch,
ich bin wir ihr in der gleichen Situation.Mein Mann (32 J.) und ich (26 J.) stehen seit letztem Herbst mit dem JA unserer Stadt in Kontakt.
Ich muss sagen, dass ich vor dem ersten Gespräch sehr großen Bammel hatte, aber das hat sich schnell zerschlagen. Unsere Ansprechpartnerin ist sehr nett und die Gespräche mit ihr verlaufen immer sehr entspannt.

Sie war von Anfang sehr ehrlich und meinte, das sie nicht sagen kann, wir lange unsere Wartezeit sein wird. Mal hat sie 2 Kinder im Jahr, welche Adoptiert werden können, dann hat sie auch mal 2 Jahre lang keines.
Aber ihr Signal an uns war, das sie uns durchaus gerne ein Kind vermitteln würde. Auch, wenn wir derzeit noch nicht komplett mit dem Verfahren durch sind.

Parallel dazu hat sie uns darauf hingewiesen, das es auch kirchliche Träger gibt, welche Kinder vermitteln. Und da wir beide Mitglied der Kirche sind, haben wir uns auch an eine katholischen Träger gewandt. Mit diesem stehen wir seit Anfang des Jahres in Kontakt.

Ich weiß nicht, ob unser Alter ein Vorteil ist, aber wir können auf jeden Fall länger warten. Ich hab in einem Seminar zum Thema Pflegekinder einige Ehepaare kennengelernt, die waren gut 10 Jhre älter wie wir. Und auch wenn es diese "Altersgrenze" angeblich nicht mehr geben soll, so glaube ich, schwinden die Chancen eher wenn man auf die 40 zugeht.

Was die Vorbereitungen angeht, macht das jede anders. Wie der Zufal es will, hat der Bruder meines Mannes auch adoptiert, einmal Inland und einmal Ausland. Und sie hatten zwar ein Zimmer, welches schon ausgeräumt war. Aber Möbel und den Rest haben sie wirklich erst in den 3 Tagen gekauft, die sie zwischen der Nachricht und dem Abholen des Kindes aus dem KH hatten.
Was ich persönlich zb. nicht könnte. So auf die schnelle irgendwas kaufen, damit ich was dastehen habe.
Ich zb habe kürzlich eine Wickelkommode gekauft, welche jetzt als normale Kommode dient, und wo man dann den Wickelaufsatz draufschraubt. Finde ich auch für später viel praktischer, dann kommt sie vielleicht ins Kinderzimmer oder so. Und von meiner Schwester habe ich mir ein paar Babysachen ausgeliehen. Einfach, das man etwas für den Anfang da habe.Was uns Adoptiveltern von den anderen unterscheidet ist, das wir nicht einen Zeitpunkt haben, nach welchen wir uns richten lönnen. Das kann jetzt noch 3 Jahre dauern oder morgen schon vorbei sein. Und deshalb bereite ich mich zb eben schon vor. Aber manche können diese Kindersachen auch nicht tagtäglich sehen und würde verrückt werden. Ich glaube, dass muss wohl jeder für sich selber entscheiden.

Wir haben auch nur eine 2 Zimmer Wohnung.(welche aber mit 80m sehr groß ist) und somit muss das Kind ins Schlafzimmer. Mehr braucht es meiner Meinung nach am Anfang nicht und wir haben in den Gesprächen auch signalisiert, dass wir in eine größere Wohung umziehen werden, wenn es erforderlich wird.

Bei unserem ersten Gespräch haben wir damals Fragebögen mitbekommen, welche wir dann ausfüllen mussten. Dazu haben wir noch jeder eine Lebenslauf geschrieben, über Kindheit, Schule, Beziehungen, warum man Adoptieren will. Naja und dann mussten wir noch ein polizeil. Führungszeugniss beantragen, ein ärztl. Attest, eine Abstammungsurkunde (braucht man für die Hochzeit ja auch). Hausbesuche hatten wir auch. Und wieviel Gespräche jetzt noch kommen, kann ich noch gar nicht genau sagen. Und dann bekommt man eigentlich den Status "geprüfte Adoptionsbewerber" und dann heißt es warten.

so, dass solls erstmal von mir gewesen sein. Finde es toll, das man hier andere trifft, denen es ähnlich geht.

Liebe Grüße und einen schönen Samstag





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10. August 2013 um 20:41
In Antwort auf ria177

Hallo an euch,
ich bin wir ihr in der gleichen Situation.Mein Mann (32 J.) und ich (26 J.) stehen seit letztem Herbst mit dem JA unserer Stadt in Kontakt.
Ich muss sagen, dass ich vor dem ersten Gespräch sehr großen Bammel hatte, aber das hat sich schnell zerschlagen. Unsere Ansprechpartnerin ist sehr nett und die Gespräche mit ihr verlaufen immer sehr entspannt.

Sie war von Anfang sehr ehrlich und meinte, das sie nicht sagen kann, wir lange unsere Wartezeit sein wird. Mal hat sie 2 Kinder im Jahr, welche Adoptiert werden können, dann hat sie auch mal 2 Jahre lang keines.
Aber ihr Signal an uns war, das sie uns durchaus gerne ein Kind vermitteln würde. Auch, wenn wir derzeit noch nicht komplett mit dem Verfahren durch sind.

Parallel dazu hat sie uns darauf hingewiesen, das es auch kirchliche Träger gibt, welche Kinder vermitteln. Und da wir beide Mitglied der Kirche sind, haben wir uns auch an eine katholischen Träger gewandt. Mit diesem stehen wir seit Anfang des Jahres in Kontakt.

Ich weiß nicht, ob unser Alter ein Vorteil ist, aber wir können auf jeden Fall länger warten. Ich hab in einem Seminar zum Thema Pflegekinder einige Ehepaare kennengelernt, die waren gut 10 Jhre älter wie wir. Und auch wenn es diese "Altersgrenze" angeblich nicht mehr geben soll, so glaube ich, schwinden die Chancen eher wenn man auf die 40 zugeht.

Was die Vorbereitungen angeht, macht das jede anders. Wie der Zufal es will, hat der Bruder meines Mannes auch adoptiert, einmal Inland und einmal Ausland. Und sie hatten zwar ein Zimmer, welches schon ausgeräumt war. Aber Möbel und den Rest haben sie wirklich erst in den 3 Tagen gekauft, die sie zwischen der Nachricht und dem Abholen des Kindes aus dem KH hatten.
Was ich persönlich zb. nicht könnte. So auf die schnelle irgendwas kaufen, damit ich was dastehen habe.
Ich zb habe kürzlich eine Wickelkommode gekauft, welche jetzt als normale Kommode dient, und wo man dann den Wickelaufsatz draufschraubt. Finde ich auch für später viel praktischer, dann kommt sie vielleicht ins Kinderzimmer oder so. Und von meiner Schwester habe ich mir ein paar Babysachen ausgeliehen. Einfach, das man etwas für den Anfang da habe.Was uns Adoptiveltern von den anderen unterscheidet ist, das wir nicht einen Zeitpunkt haben, nach welchen wir uns richten lönnen. Das kann jetzt noch 3 Jahre dauern oder morgen schon vorbei sein. Und deshalb bereite ich mich zb eben schon vor. Aber manche können diese Kindersachen auch nicht tagtäglich sehen und würde verrückt werden. Ich glaube, dass muss wohl jeder für sich selber entscheiden.

Wir haben auch nur eine 2 Zimmer Wohnung.(welche aber mit 80m sehr groß ist) und somit muss das Kind ins Schlafzimmer. Mehr braucht es meiner Meinung nach am Anfang nicht und wir haben in den Gesprächen auch signalisiert, dass wir in eine größere Wohung umziehen werden, wenn es erforderlich wird.

Bei unserem ersten Gespräch haben wir damals Fragebögen mitbekommen, welche wir dann ausfüllen mussten. Dazu haben wir noch jeder eine Lebenslauf geschrieben, über Kindheit, Schule, Beziehungen, warum man Adoptieren will. Naja und dann mussten wir noch ein polizeil. Führungszeugniss beantragen, ein ärztl. Attest, eine Abstammungsurkunde (braucht man für die Hochzeit ja auch). Hausbesuche hatten wir auch. Und wieviel Gespräche jetzt noch kommen, kann ich noch gar nicht genau sagen. Und dann bekommt man eigentlich den Status "geprüfte Adoptionsbewerber" und dann heißt es warten.

so, dass solls erstmal von mir gewesen sein. Finde es toll, das man hier andere trifft, denen es ähnlich geht.

Liebe Grüße und einen schönen Samstag





Antwort
hallo ria177 könnte ich mich mal mit dir irgendwo unter 4 augen schreiben habe mal eine frage lg

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11. August 2013 um 17:24

Warten...
Vielen Dank für eure zahlreichen Antworten. Einige Tipps konnten wir daraus mitnehmen und nun heißt es warten, bis wir den ersten Termin bekommen (seit 3 Wochen nun stehen wir auf der Liste für das Erstgespräch) und hoffen, dass wir nicht so negative Erfahrungen machen wie einige von euch.
Hoffentlich hat die Bearbeiterin Sympathie für uns und wir für sie... ich halte euch auf dem Laufenden, sobald sich etwas tut!

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