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Kann das alles nicht verarbeiten

26. Januar 2013 um 11:27

Hallo,

ich bin neu hier und suche Hilfe.

Ich habe folgendes Problem. Bei meiner ersten Schwangerschaft war ich mit eineiigen Zwillingen schwanger. Ich wollte die beiden gerne natürlich auf die Welt bringen aber mir wurde von den Ärzten gesagt das ich damit meine Kinder gefährden würde . Ich hatte mich unter anderen Zwillingsmüttern umgehört und die, die es versucht hatten, hatten auch eine komplikationslose Geburt also bin ich dabei geblieben. An dem Tag wo ich eingeleitet werden sollte wurde ein Ultraschall gemacht und mir wurde gesagt das ein Kind falsch rum liegen würde und dass deswegen jetzt ein Kaiserschnitt gemacht wird. Natürlich wurde auch wieder gesagt wie viel besser das jetzt wäre. Ich war so überrollt das ich weinend zugestimmt habe aus Angst meinen Kindern zu schaden. Mein Mann hat kein Wort gesagt und einfach alles geschehen lassen. Der Kaiserschnitt ist dann noch am selben Tag gemacht worden. Es war für mich wirklich schlimm. Nicht nur das mir als ich nackt auf der Bare saß gesagt wurde das heute ein paar Studenten zugucken würden da ja eineiige Zwillinge nicht so häufig wären. Als meine Erlaubnis wurde dann gesehen das ich stumm geknickt habe während die mich angeglotzt haben. Leider hat die Ärztin ihren Lehrauftrag auch sehr ernst genommen und schön ausführlich erzählt was sie gerade macht. Das hat wirklich super zu meiner Entspannung beigetragen. Ich selber kann mich an alles Folgende nur noch wenig erinnern aber mein Mann hat erzählt das ich durchgehen über 200 Puls hatte und nur noch am zittern und weinen war. Meine Kinder wurden dann weg getragen und ich wurde mit irgendwas beruhigt so das ich weg war. Ich bin dann zwei Stunden später zu mir gekommen und musste bestimmt 6 mal brechen. Vor mir lagen meine Kinder. Angezogen, Sauber und mit Schnullern im Mund. Ich war völlig fertig. Ich konnte kein Gefühl für sie aufbauen. Ich wollte das sie weg sind und habe mir immer unterbewusst auf den Bauch gefasst. Dann kamen die Schmerzen. Ich brauchte 5 Tage um auf zu stehen. Leider hatte ich starke Einblutungen weil die Gebärmutter nicht richtig vernäht war. Außerdem hatte ich zwei Liter Blut verloren und mein Kreislauf war hinüber. Ich musste die Kinder jeden Abend abgeben. Keiner hat versucht mir die Kinder anzulegen man hat nur die Milchpumpe neben mein Bett gestellt und was nicht gereicht hat zugefüttert. Morgens wenn mein Mann kam hat er die Kinder zu mir geholt und ich habe mich so hilflos gefühlt. Alles was ich mir gewünscht habe hat nicht geklappt. Keine Normale Geburt, kein Stillen und dann auch noch so ein fremdes Gefühl zwischen mir und den Kindern. Als ich nach zwei Wochen nach hause durfte wurde es etwas besser aber es hat bestimmt 3 Monate gedauert bis ich meine Kinder lieben konnte. Ach ja als ich etwas später in meinen Mutterpass geschaut habe wurde dort rein geschrieben das ein Kaiserschnitt auf meinen Wunsch gemacht wurde und beide Kinder in Schädellage lagen.

Als ich dann das zweite Mal schwanger wurde hatte ich von Anfang an so eine Angst das mir so was noch mal passiert das ich die Schwangerschaft beim besten Willen nicht genießen konnte. Ich habe mit meinem Mann darüber gesprochen wie ich mir das vorstelle und das er mir dieses mal beistehen muss wenn man mich wieder zwingen möchte einen Kaiserschnitt zu machen. Er hat mir versprochen alles zu tun um mich zu unterstützen. Leider habe ich eine Schwangerschaftsdiabetes bekommen(bin nicht übergewichtig) und das Baby wurde immer größer. In der 34.Woche wurde mir dann gesagt das das Baby zu groß für eine Normale Geburt sei. Ich habe mich informiert und eine Hausgeburtshebamme hinzu gezogen. Die war der Meinung ich sollte erst mal abwarten und den Kopf vermessen lassen. Nachdem ich ihr die Maße gegeben hatte wollte sie es mit mir wagen. Geplant war das ich solange zu hause bleibe bis auch für die Ärzte ein Kaiserschnitt nicht mehr nötig erscheint und ich dann ins Krankenhaus fahren. Ich habe 2 Wochen übertragen und als es endlich los ging dauerte es fast zwei Tage bis ich bei 5cm war. Ich habe wirklich alles gegeben. Dann hat die Hebamme uns das ok gegeben und wir sind ins Krankenhaus gefahren. Ich wollte eigentlich gar nicht mehr aber mein Mann meinte es wäre sicherer. Als wir da ankamen wurde ich regelrecht beschimpft was ich mir dabei denke so spät zu kommen und das bei meinen Befunden. Ich wurde angeschlossen und alles war ok. Kind hatte gute Herztöne und Wehen waren auch gut. Dann kam ein Arzt rein und meinte noch bevor er mich untersucht hatte das ich dann wohl gleich einen Kaiserschnitt bekommen würde weil das Kind ja viel zu groß wäre. Ich bin richtig panisch geworden. Fing an zu weinen. Der Arzt hat mich dann untersucht und meinte die Geburt würde schon zu lange dauern und das Kind wäre einfach zu groß, jetzt machen wir einen Kaiserschnitt. Ich bin aufgestanden und wollte gehen. Ich habe mich wirklich daneben benommen. Mein Mann hat angefangen auf mich ein zu reden. Das es besser wäre, das ich mich nur quellen würde und das Kind hinterher behindert wäre usw. Ich war nervlich so am Ende das ich irgendwann zugestimmt habe. 1 Stunde später war das Kind da. Ich wurde genäht und mein Mann war bei dem Baby. Ich hatte wieder alles verpasst. Das erste Atmen,den ersten Augenaufschlag, mein Kind nass im Arm. Ich habe das Baby gesehen und wusste was jetzt kommt. 12 Wochen Zweifel, Tränen und Gewissensbisse. Der Kaiserschnitt war zwar technisch viel besser als der letzte aber an den Gefühlen hat das nichts geändert. Im nach hinein war das Baby nur lang und hätte sogar der Aussage der Ärzte nach durchaus gepasst. Nach 4 Tagen habe ich mich selbst entlassen.

Meinem Mann mache ich innerlich bis heute (8Monate her) dolle Vorwürfe. Ich habe das Gefühl das er mich verraten hat. Ich kann im das bisher nicht verzeihen. Auch mir selber mache ich Vorwürfe. Das Gefühl einfach unfähig zu sein ein Kind auf die Welt zu bringen, mich nicht richtig gewehrt zu haben, natürlich auch eine schlecht Mutter zu sein die ihre Kinder nicht lieben kann.

Eigentlich wollten wir immer vier Kinder aber ich glaube nicht das ich diese Gefühle noch einmal erleben möchte. Nach zwei Kaiserschnitten bekomme ich auch garantiert keine Chance auf eine normale Geburt. Ich würde das gerne alles positiver sehen. Immerhin habe ich drei gesunde Kinder die ich mittlerweile auch genauso lieben kann wie andere aber innerlich zerfrisst mich dieser Vertrauensverlust und der Selbsthass. Was kann ich tun damit ich darüber weg komme? Ich möchte meinen Mann wieder lieben können und mich vollwertig fühlen.

Oh,sorry ist etwas lang geworden aber das musste mal raus.


LG Livenda

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26. Januar 2013 um 12:22

Hey,
es macht mich ganz traurig, was ich da lese. Es tut mir wahnsinnig leid, dass du zweimal solch schreckliche Geburten erleben musstest, wo es doch das Schönste auf der Welt sein sollte, ein Kind zu bekommen.
Du solltest dir Hilfe suchen und immer wieder drüber sprechen, mit erfahrenen Leuten und vielleicht auch einer guten verständnisvollen Freundin.
Alles Gute wünsche ich dir und dass du dieses Trauma bald verarbeiten kannst.

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26. Januar 2013 um 16:55

Hallo,
ich empfehle dir psychotherapeutische Hilfe. Da du von Selbsthass sprichst und das ja schon längere Zeit anhält, vermute ich, dass einfache Gespräche selbst mit verständnisvollen Freundinnen nicht mehr ausreichen.

Dies alles einmal aufzuschreiben, war der erste Schritt. Nun brauchst du nur nach einem/mehreren Psychotherapeuten suchen und einen Termin ausmachen. Mach dich aber auch auf etwas Wartezeit gefasst. Das schaffst du aber ganz sicher!

Alles Gute, Phenyce

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26. Januar 2013 um 17:23


Oh man, das tut mir sehr, sehr leid für dich!

Beim Lesen habe ich echt mit dir gelitten. Furchtbar, dass das so gelaufen ist.

Ich würde dir raten professionelle psychologische Hilfe zu holen. Nicht weil du krank bist oder so, sondern weil es dich alles so sehr belastet, dass dein Leben eingeschränkt ist und du dich mit diesen ganzen Gedanken und sicherlich auch Stimmungen rum schlagen musst.
In einer Therapie kannst du das alles aufarbeiten, denn ich denke das wirst du brauchen um damit klar zu kommen.
Es ist ja nun leider nicht mehr zu ändern. Aber um dir mehr Lebensfreude, auch deiner Beziehung zu deinem Mann zu geben, solltest du dich in die Hände eines Therapeuten begeben.
Dazu solltest du dein Problem deiner Frauenärztin oder deinem Allgemeinarzt mitteilen und diese geben dir dann eine Überweisung. Meistens dauert es auch etwas bis man einen Termin bekommt.

Den Schritt zu wagen, ist schwer, aber wenn du dein Leben wieder mehr Lebensqualität geben möchtest, würde ich dir das raten!
Denn die Geburten hören sich für mich sehr nach einem Trauma an

Ich drücke dir ganz fest die Daumen!!!
Fühl dich umarmt!

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26. Januar 2013 um 19:19

Hi,
wo soll ich mir Hilfe holen? Ich meine das Problem ist ja das wenn ich mal angenommen zu einem Psychologen gehen würde alle das mitbekommen. Außerdem schäme ich mich total vor meinem Mann. Der ahnt wahrscheinlich nicht mal das ich enttäuscht von ihm bin oder wie es mir geht.

Von diesen speziellen Hebammen habe ich auch schon gehört. Ich werde mal sehen ob es die hier in der Gegen gibt.

Meine einzige richtige Freundin versteht mein Problem nicht. Sie hat halt noch keine Kinder und kann das offensichtlich nicht so wirklich nach vollziehen. Familie habe ich leider auch nicht.

LG

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26. Januar 2013 um 19:45

Liebe livenda...,
Hab das gefühl dass ich dir gerne schreiben möchte.
Es tut mir innerlich so weh das zu lesen.... Es tut mir leid dass du 2 kaiserschnitte hattest.
Ich hatte eine spontan geburt und schon vor der geburt hatte ich mich so darauf gefreut auf die stunden nach der geburt, das kuscheln, der erste schrei, ihre kleinen augen, die kleinen fingerlein...
Ich hab mir alles so schön vorgestellt...
Tja gekommen ist alles anders. Irgendwann nach 24 stunden wehen im minutentakt kamen endlich die presswehen! Alles ok soweit, baby geht es gut! Ich fand das pressen wehsentlich angenehmer als die eröffnungsphase und hab meine ganzen kräfte mobilisiert, fand alles nicht mehr so schlimm, tja auf einmal ging alles so schnell, es standen 2 hebammen am bett, ein arzt, alle sind wie wild durchs zimmer geschossen, mein mann wurde auf einmsl neben mich gesetzt er soll dort sitzen bleiben, so die anweisungen vom dock, haben beide nur so geguckt. Meine beine wurden hochgerissen. Dann hörte ich schon die schere, sah wie schon die saugglocke.... Ich wurde panisch und wollte nicht eine saugglockengebuet. Hab meine ganze kraft genommen und mit dr nächsten wehe gepresst. Und das köpfchen war da... Baby war drausen, aber ich höhrte nichts, sie haben sie in ein tuch gewickelt und schon waren sie weck mit ihr. Mein freund wusste nicht was er machen sollte ich hab nur noch geschien was mit ihr ist und wo sie sie hin bringen. Mein freund ist hinterhergelaufen. Tja, dann meinte der artzt es ist alles ok, sie hatte nur etwas stress... Da lag ich nun, alleine und wusste nicht was los ist. Hab die hebamme wieder gefragt sie meinte immer es ist alles ok. Trotzdem, nichts war ok, sie war weck, hat nicht geschiehen... Alles ging so schnell ich hab sie nicht mal gesehen. Mein freund kam dann zu mir und sagte mir dass alles ok ist und dass sie in den brutkasten kommt. Er ging wieder zu ihr! Das wollte ich auch. Irgendwann kam er dann und hatte unsre kleine auf dem arm 2 schwestern an seiner seite. Ich durfte sie ganz kurz sehen und halten. Dann nahmen sie sie wieder mit

Ich will gar nicht darüber nachdenken was mit ihr alles passieren hätte können.
Sie war 3820gr schwer 52cm groß und hatte einen stresswert im blut den ein leistungssportler beim sprinten hat, und musste in den brutkasten!
Ist so lange geworden, weiß nich ob du alles gelesen hast, aber was ich dir damit sagen will ist dass auch eine normale geburt nicht immer toll ausgeht und dass viele mütter und kinder daran sterben. Und das das inerhalb von sekunden passieren kann, meine tochter hatte top herztöne und auf einmal gibg alles so schnell. Ich hàtte es den ärtzten nie verziehen wenn etwas mit ihr gewesen währe und hätte mir im nachhinein sicher gesagt hätten die doch einen keiserschnitt gemacht...

Was deinen mann betrifft, sei nicht zu hart zu ihm, ich glaube für jeden mann der seine frau liebt ist es nich einfach seine frau mit schmerzen da liege zu sehen, und er wollte doch nur das beste für dich und das baby.

Und ich hatte auch tage nach der geburt wo ich rotz und wasser geheult habe weil mir dieser schöne moment verwährt wurde. Und trotzdem stand das wohl meiner tochter an erster stelle!!
Wenn ich sie heute ansehe dann bin ich einfach nur froh dass sie so gesund und munter ist.

Ich würde dir raten proffesdionelle hilfe in anspruch zu nehmen. Ich wünsche dir von ganzem herzen dass du das verarbeiten kannst und dass deine familie mit dir durchsteht.

Alles liebe Noggi

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26. Januar 2013 um 21:04

ich find sowas schade
und deine erfahrung kann ich leider (oder zum glück) nicht nachvollziehen. ich habe meine töchter normal bekommen und konnte sie vom ersten moment an genießen. schade, dass es bei dir nicht so sein konnte.
aber du sagtest, dass die ärtze bei der 2. geburt sagten, dass das kind durchaus hätte normal geboren werden können. warum sagst du dann, weil du 2 KS hattest, du keine chance auf eine normale geburt hast? ärzte sind auch nur menschen, die normale augen und geräte haben die von menschenhand gemacht wurden. bei meiner 2. haben die auch gesagt ich hätte SSDiabetes, hatte ich aber nicht. sie wurde auf ca 1 kg mehr geschätzt und ich hatte echt panik vor dem großen kind. war aber alles nicht so! ich hab sie normal geboren und ihre nabelschnur war um ihren hals gewickelt, trotzdem klappte alles 1A. und was deinen mann betrifft, weisst du, ein mann hat in solchen "geburtsmomenten" überhaupt keine chance dir das irgendwie zu erleichtern und ich meine nicht durch ne massage am rücken oder feuchte waschlappen auf der stirn. er kann dir die schmerzen nicht nehmen, kann das kind nicht beobachten im mutterleib, ihm sind quasi echt die hände gebunden und er kann nur zusehen. ich hab deine geschichte eher überflogen, aber ich lese da sorge raus, bei ihm. er wollte auf nummer sicher gehen. er steckt nicht in deinem körper drin und wenn was schief gegangen WÄRE, ich meine RICHTIG, dann müsste ER mit wahnsinnigen schuldgefühlen leben. dir und dem kind gegenüber. ich denke nicht, dass dein mann dich verraten hat. er hatte sorge um seine lieben beiden und wollte dich in sicheren händen wissen. ich möchte dir mut machen auf ein weiteres kind, denn du hast für deine kinderchen gekämpft, zusammen mit deinem mann. er war bei dir, er hat dich nicht alleine gelassen. ich kann verstehen dass es weh tut, sein kind in den ersten momenten nicht zu sehen oder zu befühlen zu genießen, aber gib dich und deinen körper nicht auf. vielleicht versuchst du es beim nächsten mal mit einer anderen klinik oder einem geburtshaus. ich wünsch dir alles gute und dass du deine beiden (gesunden?) kinder genießen kannst. auch wenn der anfang schwer war. du hast dich für sie gequält und dafür lieben sie dich. so ein schwerer anfang sollte euch zusammenschweissen und euch stark machen für ein eventuell weiteres baby. rede mit deinem mann einmal darüber, wie du dich fühlst, was dir fehlt, was du vermisst, und sag ihm er soll einfach still sein und dir zuhören ohne deine gefühle herabzuspielen. ich drück euch die daumen!

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