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keine muttergefühle

20. Februar 2018 um 13:29

hallo,
ich schäme mich in grund und boden. ich konnte mütter die so fühlten nicht verstehen und jetzt geht es mir gleich.

ich habe eine zweijährige tochter, die mein absolutes wunschkind ist. die geburt war ziemlich heftig und dauerte 12 std, aber als ich sie im arm hatte, war alles vergessen. ich war auf wolke 7, kuschelte ständig mit ihr. auch heute schläft sie noch bei mir im bett. und dann wurde ich wieder schwanger. ich hoffte so sehr wieder auf ein mädchen, aber es wurde ein junge. ich war so enttäuscht, durfte es mir natürlich nicht anmerken lassen. ich laß viel in foren wo es immer hieß "wenn du den kleinen das erste mal im arm hast, ist alles egal", aber dem war nicht so. obwohl ich eine traumhafte 6 std. geburt mit wenig schmerzen hatte. ich war nur froh das ich es überstanden hatte. vor meinen verwandten geb ich mich immer als die liebende mutter, ich kann mit keinem darüber reden. ich stille ihn, wickel ihn und das wars. wenn er im stubenwagen schläft bin ich froh. ich hab versucht mit ihm zu kuscheln, aber jedesmal wenn ich ihn ansehe, sehe ich ein fremdes kind, nicht MEIN kind. ich heule zurzeit sehr viel, mein mann dem ich mich gestern anvertraute, versteht mich auch nicht. natürlich bin ich dem herrn dankbar dass er gesund ist, auch dass ich so schnell wieder schwanger wurde. ich weiß nicht was ich machen soll. ich hab ihn auch schon schreien lassen, weil es mich einfach nur nervt. ich weiß er kann am wenigsten dafür und hat so eine mutter nicht verdient. ich kann auch zu keinem psychologen, ich kann die kinder ja schlecht mitnehmen.

kann mir jemand sagen ob sich das wieder legt und ich mal normal werde? so wie bei meiner tochter?

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20. Februar 2018 um 13:51

klingt für mich nach (Wochenbett)-Depressionen. Da brauchst du Hilfe. Wenn es leichte sind vergehen wie wieder.
Schon eine Hebamme könnte dir helfen. Aber du solltest offen mit dem Thema umgehen, denn nur so kann dir geholfen werden.

alles gute für dich!

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20. Februar 2018 um 15:28

Hi!
Das klingt ganz nach einer Wochenbettdepression. Und das ist erstmal nichts wofür man sich schämen müsste. Es kann jeden treffen und es ist keine bewusste Entscheidung. Also gehe nicht si hart mit dir ins Gericht.
Wichtig ist, das du dir professionelle Hilfe suchst. Und ja, du kannst im Notfall die Kinder mitnehmen. Zumindest für den ersten Termin. Den Kleinen kannst du auch immer mitbringen. 
vielleicht gibt es bei dir in der Nähe auch Ambulanzzentren die Notfallsprechstunden haben.
Dein Mann muss dich nicht verstehen können, aber er sollte dir beistehen und dich unterstützen. 
Bitte suche dir Hilfe. Dir und auch dem Kleinen zuliebe.

Liebe Grüße

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20. Februar 2018 um 20:30

Mal etwas aus dem Nähkästichen: Meine Mutter liebte meine Brüder, ich wurde nur akzeptiert (das sagt sie heute selbst und leidet auch wie ich noch darunter - bei ihr war es wahrscheinlich auch eine nichtbehandelte Depression - aber damals gab es sowas natürlich noch nicht). Meine ganze Kindheit bettelte ich um ihre Liebe und Zuneigung und ich bekam nichts. Ich kann mich nicht daran erinnern, wann ich von ihr mal getröstet oder in den Arm genommen wurde. Ich weiß es wirklich nicht. Ich war immer allein, während meine Brüder alles von ihr bekamen, musste ich zusehen. Auch wurde ich viel härter Angefasst und von mir wurde ein viel schnelleres Erwachsenwerden erwartet. Sie sagte einmal zu mir: Du hast deinen Papa, der liebt dich doch. Das war hart, denn meine Eltern waren geschieden und meinen Papa sah ich nur vielleicht alle 2 Wochenenden. Ich hatte eine unglaublich lieblose Kindheit und dadurch auch immer Angst selbst Kinder zu bekommen, weil ich dachte, ich wüsste nicht wie man Kinder lieben kann. Ich war immer unglücklich und suchte wo anders nach Liebe. Ich hatte unglaubliches Glück nicht an die Falschen geraten zu sein.
Ich kann so in deinen Sohn einfühlen, das es mir das Herz bricht. Du hast eine defitge Wochenbettdepression. Das hatte eine Freundin von mir auch und bei ihr war es genauso. Sie hat das Kind nur in den Arm genommen, wenn es notwendig war, mehr nicht. Für sie war es ein fremdes Kind und sie hat nichts für dieses Empfunden. Mit einer Therapie/Behandlung wurde es schnell besser und heute ist alles wie es sein sollte.

DU MUSST zu einem Psychologen, denn so etwas kann sich ganz schnell zu einer Psychose ausweiten. Es ist nichts verwerfliches daran eine Depression zu haben, das kommt so oft vor, wird dann aber immer noch Totgeschwiegen. Du darfst ruhig darüber reden, mir Freunden, mit deiner Mutter vielleicht, aber auf jedenfall mit deiner Hebi, die kann dir dann einen Psychologen empfehlen. Das du die Kinder nicht mitnehmen kannst, empfinde ich als Ausrede. Für deine Tochter findest du bestimmt mal jemanden, ist ja nicht für Stunden und deinen Sohn nimmst du mit. Und mit deinem Mann würde ich mal Tacheles reden, er versteht anscheinend nicht, wie ernst es ist oder noch werden kann.

Bitte tu etwas dagegen, denn der Kleine kann ja nichts dafür und Babys, denen die Nähe entzogen wird, leiden, wirklich und es verzögert auch ihre Entiwcklung. Und stell dir mal die Zukunft deines Sohnes vor, den du nicht liebst, aber deine Tochter schon. Das ist etwas ganz fürchterliches.
 

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