Forum / Mein Baby

Kennt ihr das? Seit ich Mama bin, kommen mir die Probleme meiner Freunde so lächerlich vor...

Letzte Nachricht: 5. September 2012 um 21:02
N
nino_12178765
04.09.12 um 21:41

Hallo ihr Lieben,

im Folgenden versuche ich ein Problem zu beschreiben, für das ich mich schon fast ein bisschen schäme. Aber vielleicht kennen einige von euch diese Gedanken...

mein Sohn wurde letztes Jahr September geboren, wird also diesen Monat ein Jahr alt. Ich bin sehr glücklich als Mama, habe aber alles, was mir in meinem Leben vor der Geburt wichtig war relativ beibehalten können. Es war mir sehr wichtig, nicht komplett NUR Mama zu sein, da ich nach der Elternzeit wieder ins Studium zurückkehren muss und da Kind, Familie etc. nichts verloren haben, da nun mal die Mehrzahl der Mitstudenten keine Kinder hat und ihr Leben eher noch aus Party, nebenbei Job etc besteht. Ich bin in Elternzeit und 24 Stunden am Tag für den Kleinen da, einma in der Woche sitze ich abends mit meinen Mädls auf einen Kaffee zusammen, ohne Kind.

Dass sich durch ein Kind viel veändert, das ist meiner Meinung nach vollkommen normal und ok. Auch, dass man plötzlich andere Prioritäten setzt, ist nun mal so. Aber ich komme mir zur Zeit irgendwie...arrogant vor? Ich weiß nicht, ob das das richtige Wort ist.

Kaum erzählen mir meine Mädls was, schleicht sich bei mir der Gedanke ein "Mann, deine Probleme möchte ich haben". Obwohl ich diese Probleme ja selbst kenne. Probleme mit dem Uni Stundenplan etc. sind ja bei mir auch nicht lange her. Oder Probleme mit Eltern, anderen Freunden etc. Ständig ertappe ich mich dabei, dass ich denke "Hab du mal richtige Probleme". Ich muss einfach sagen, gegen ein Kind mit Grippe ist ne verhaute Prüfung lächerlich. Mir fehlt auch immer mehr der Respekt vor dem, was andere leisten. Gut, manche Dinge wie ein Mittagsschläfchen, weil man ja so spät ins Bett ist etc. habe ich schon vor dem Kind nur belächelt und mir gedacht, was leistet ihr eigentlich. Aber auch Liebesangelegenheiten etc, es interessiert mich nicht mehr und mir fehlt jegliches Verständis. BIn ich so abgebrüht geworden? Ich habe auch schon drüber nachgedacht, aber Neid zum Beispiel kann ich komplett ausschließen. Ich hab einen tollen Partner, könnte, wenn ich wollte feiern gehen etc. bin also rund um zufrieden und mir fehlt nichts aus der Zeit vor dem Zwerg

Dass man mit Kind anders denkt, damit kann ich leben. Ich muss die Probleme der anderen ja nicht teilen, aber warum fehlt mir plötzlich jegliches Verständnis?!
Ich war immer die, die den anderen stundenlang zugehört hat, sie beraten hat, konnte mich aufgrund meines hPädagogenstudiums, das ich fürs Lehramt brauche, gut in sie hineinversetzen etc. Das mache ich jetzt auch noch, aber es langweilt mich. Und das erschereckt mich sehr...

Liegt es wirklich nur daran, dass sich der Fokus im Leben verändert? Aber ich könnte doch wenigstens Verständnis für ihre Probleme haben, auch wenn sie für mich nicht so gravierend wären, oder? Früher konnte ich ja auch Probleme verstehen, in denen es um Themen geht, mit denen ich nichts zu tun hatte.

Liebe Grüße

Mehr lesen

T
tahnee_12856948
04.09.12 um 22:02

Korrekt gesagt !
Ja, mir geht es auch so. Ich habe mich nach der Geburt innerlich verändert.

Ich muss aber auch sagen, dass mich die Problemchen der anderen teilweise auch nicht interessieren, weil mein Kopf voller ganz anderer Dinge ist, quasi overloaded

Ich glaube so wie dir geht es vielen Muttis!

Gefällt mir

A
an0N_1283569199z
04.09.12 um 22:22

Schwierig.
Man kann seinen eigenen Maßstab Dinge zu bewältigen oder zu "ertragen" (ich formuliere das jetzt absichtlich mal etwas phlegmatischer) nicht auf andere übertragen, denn man selbst wächst auch immer erst mit den Aufgaben.

D.h. es ist wichtig sich da immer wieder zu "erden". Ja, du darfst deine Leistung anders bewerten, als die deiner Kommilitonen, aber einzustufen ob etwas besser ist, weil schwieriger, oder weniger dramatisch, weil scheinbar lapidar - das könnte ich nicht. Denn unabhängig von dem wie ich meine eigenen Leistungsgrenzen definiere, weiß ich nicht, was den Menschen neben mir beschäftigt. Das kann ein belastender familiärer Hintergrund sein, bei dem man froh ist, sich mal in die Oberflächlichkeit flüchten zu dürfen o.ä. Vielleicht hätte der Meinungsaustausch über Männer, und wer was wann zu wem gesagt hat, wieder größere Relevanz, wenn du keinen Partner hättest, aber verliebt wärst, oder wenn du auf dem Campus weniger Freunde hättest... Wohlgemerkt, ein Konjunktiv, der lediglich andeuten soll, dass man vielleicht manchmal gar nichts "dafür kann", was man gerade als wichtig erachtet, weil viel tiefere, emotionale Bedürfnisse dahinter stehen.

Meine Vorrednerin hat das Wort Fokusverschiebung genutzt. Ich finde das ist ganz treffend. Zur Zeit musst du scheinbar andere Prioritäten "unter einen Hut kriegen", als andere. Aber letztlich ist das auch nur eine Vermutung. Und: Viele, die gerne mal "jammern", beschweren sich ja nicht wirklich, sondern führen schlicht und ergreifend Small-Talk.

Und, was vielleicht ganz interessant ist: Vielleicht verstehen dich genau diese Menschen doch, weil sie gegenüber anderen ganz ähnlich empfinden (als Beispiel: Studenten lehnen sich grundsätzlich gerne mal zurück und sagen: Ach ja, die "Probleme" von damals während der Schulzeit, die hätte ich ja gerne nochmal...oder: Medizinstudenten sitzen auch gerne in der Bib und sagen: Och ja, einmal so einen lockeren Pädagogikstudiengang wär auch mal nicht schlecht, "die" wissen ja gar nicht, was lernen wirklich heißt....oder oder oder). Unterschiede gibt es in alle Richtungen: Horizontal und vertikal, und eigentlich ist man immer mittendrin (und nie oben auf ).

Mir hilft es immer, nicht nur zuzuhören, sondern mich in die Situation einzufühlen, unabhängig von meiner privaten Situation. Denn ich bin nicht das Maß aller Dinge. "Leidensfähigkeit" ist genauso individuell, wie die Persönlichkeit eines Menschen und sollte jedem innerhalb seiner Grenzen zugestanden werden.

Lg und alles Gute
D.

Gefällt mir

A
agape_12709385
04.09.12 um 22:29

Weißt du...
seit ich Zweifach-Mami bin, kommen mir die Probleme von Mamis mit einem Kind so lächerlich vor...

Gefällt mir

J
juna_12063588
04.09.12 um 22:45

Nein, weil es anmassend wäre, andere nach meinen Massstaeben zu beurteilen
mein Mann ist Soldat und fast nie da, trotzdem tröste ich Freundinnen, deren Freund für ein Wochenende auf Geschäftsreise sind und gehe auch nicht hin und sage zur anderen Freundin, deren Mann "nur" für ein halbes Jahr weg ist, statt ein ganzes, wie meiner, dass sie sich zusammenreissen und nicht so anstellen soll, meiner ist viel länger weg.
Jeder hat sein Päckchen zu tragen und meine eigene "Leidensfähigkeit" ist kein Massstab.
Auch andere, denen es aus meiner Sicht oder verglichen zu mir, eigentlich besser oder nicht sooo schlecht geht, haben ein Recht darauf, zu jammern, schwach zu sein und sich zu beklagen.

Gefällt mir

P
pippa_12857360
05.09.12 um 7:42


kA so herablassende gedanken habe ich nie

Ich schalte immer völlig aus wenn ich mit meinen freundinnen zusammen hocke und denke nicht was für "lächerliche" probleme sie doch haben..........

KA zum muttersein gehören krankheiten eben dazu und es is was ganz normales sich um sie zu kümmern!
Deshalb finde ich es nix weltbewegendes und maße mir an das mein "probleme" größer sind als andere.........

Gefällt mir

Kannst du deine Antwort nicht finden?

Y
yannic_12480229
05.09.12 um 7:47

Also ich finde
Deine Einstellung (natürlich nicht dich, nur auf dein text bezogen) schon sehr anmaßend. Wer sagt das ein kind mit Grippe ein "richtiges" Problem ist? Was soll z.b ein arzt sagen der eine 24h schicht macht? Der würde dann sicher auch denken wie du!
Sicher verschiebt sich der fokus und die Prioritäten wenn man rin kind hat aber wenn du dichit deinen freundinnen triffst dann musst du das mami srin mal abschalten. Wenn du wieder studieren gehst dann hast du ja wieder die gleichen "Probleme"
und ganz ehrlich, wenn dir das nicht gelingt würd ich mich vielleicht nach anderen Freunden umsehen, welche mit denen du dich mehr identifizieren kannst!
sorry für die vielen fehlet, bin mit handy on!

Gefällt mir

F
finia_12377937
05.09.12 um 9:48

Hmm
kann es sein, dass du einfach mal über dein Kind quatschen möchtest?
Der ganz normale Alltagswahnsinn deiner Mitmenschen interessieren dich zur zeit nicht.
Was dich aber interessiert ist eben dein Alltagswahnsinn und zwar Babykram... kann es das sein?

Vielleicht suchst du dir ein paar andere Mütter mit denen du dich austauschen kannst..?

Gefällt mir

N
nino_12178765
05.09.12 um 11:10

Vielen Dank
für eure Antworten. Ich glaube, ich habe mich an einigen Stellen falsch ausgedrückt. Es ging mir nicht darum bestätigt zu bekommen "ja Mütter sind die einzigsten mit echten Problemen", sondern eher darum zu hinterfragen, warum denke ich bzw wir so?

Obwohl ich total mit euch übereinstimme, dass jeder sein Päkchen zu tragen hat etc., bin ich dennoch der Meinung, dass man Probleme schon miteinander vergleichen kann bzw (etwas nüchtern ausgedrückt) in "Kategorien" einteilen kann.

Vor allem unterteile ich hier in selbstgemachte Probleme oder welche, die man zumindest selber lösen könnte (Beziehung etc) und in Probleme auf die man keinen EInfluss hat (Beispiel eben ein krankes Kind, Tod etc.)

Vielleicht liegt es einfach daran, dass meine Generation 30 und drunter, allgemein ein Problem hat, mit Problemen umzugehen. Ich möchte um gotteswillen NIEMANDEN persönlich angreifen und ich kann auch nur von meinem Umfeld sprechen bzw dem, was man über Medien etc. erfährt...

Aber sehr provokant gefragt, was haben denn die Leute heute bis sie 30 sind erreicht? Oftmals leider sehr wenig, aber das ist nur meine eigene persönliche Meinung. Aber ich bin schon der Meinung , um mal wieder provokant zu werden, dass Leuten, die nie Kinder hatten, bestimmte Erfahrungen und somit auch bestimmte Sorgen fehlen.


Natürlich macht den einen das Kind glücklich, den anderen Geld oder Erfolg etc.

Vielleicht liegt es aber auch daran, dass Probleme, die nicht mit Kindern etc zusammenhängen, so vergänglich sind. Wenn ich mich bei meinen Mädls umgucke, dann geht heute die Welt unter, morgen ist es wieder vergessen. Sorry, aber das sind dann keine WAHREN Probleme oder? UN genau deswegen, nehme ich die Probleme nicht ernst., glaube ich.

Ich würde ja verstehen, wenn jeder zweite von denen, über die ich gesprochen habe, eine leitende Postion im Beruf hat und deswegen alles andere im Leben hat erst einmal vernachlässigen müssen, aber so ist es ja oft nicht!

Wenn ich in mein Umfeld blicke, sehe selten Menschen in längeren GLÜCKLICHEN Beziehungen, Menschen mit Kindern vor 30, oder Menschen, die das zwar alles nicht haben, bei denen sich aber wengistens im Beruf der Verzicht auf das alles reniert hätte. Ich weiß, das klingt jetzt sehr abgehoben, aber ich reite darauf rum, weil genau das das ist, womit die Leute immer rechtfertigen dass sie privat auf keinen grünen Zweig kommen, WEIL MAN JA ERSTMAL IM BERUF WAS WERDEN MUSS.

Alles in Allem erschrecke ich, was dieses Meinungsbild angeht vor mir selbst. Aber ich finde, wenig, was nicht in die Kategorie Tod, Krankheit, Existenzbedrohung oder Sorge um geliebte Menschen fällt, ist ein wirklich schwerwiegendes Problen. Aber wie gesagt, vielleicht sind wir einfach nicht mehr leistungsfähig und dewegen mit Kleinigkeiten überfordert. Oder im Notfall wenn aus unserem Leben nichts wird...dann hatten wir eben eine schwere Kindheit.







Gefällt mir

R
ryanne_12875438
05.09.12 um 21:02

Ohh man
ich kann dich so verstehen.
Meinem Mann und mir geht das in unsrem Freundeskreis auch so.
Vorallem wenn es um Parties geht oder Geburtstage und wir mit Kindern anrücken, wird schon manchmal im Stillem gestöhnt oder gefragt, warum wir denn um 22 Uhr nach HAuse fahren wollen *warum nur?*

Auch wurde wohl letztens gesagt, dass es doch besser wäre nur noch den einen oder anderen von uns einzuladen, dann hätte der eine die Kinder zuhause und der andere könnte bis zum bitteren Ende bleiben.

Wir wurden auch schon dumm angemacht, weil wir unsere Kinder nicht von fremden Babysittern betreuen lassen, sondern nur auf unsere Eltern o. Geschwister zurückgreifen und daher begrenzt sind in der Anzahl der kinderfreien Abende.

Ehrlich gesagt, geht mir das tierisch gegen den Strich und ich bin dann auch nicht auf den Mund gefallen und sage auch Sachen wie "WEnn ihr mal Kinder haben solltet, dann gibts das Punktwendend zurück" von oben herab, einfach weil ich da Erfahrung habe, die die anderen nicht haben oder haben wollen. Ich lass mir auch nicht sagen, wie ich meine Kinder zu erziehen habe, auch wenn einer unserer Freunde Sozialpädagoge ist. Den Mist kann er dann bei seinen Gören verzapfen. Da wurde ich auch shcon als uneinsichtig und in meiner Meinung festgefahren betitelt.

Lange Rede kurzer Sinn. Dir geht es nicht alleine so, aber ich versuche doch möglichst daran zu denken, dass sie die Situation eben in keiner Weise einschätzen können und demnach für ihre Unwissenheit nicht bestraft werden sollten.

LG

Gefällt mir