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Kindergarten-Viele Kinder mit Migrationshintergrund

22. Oktober 2012 um 16:43

Meine Tochter besucht schon seit einem Jahr (sie ist jetzt 4,5 J.) den KiGa in unserer Nähe und lernt erst jetzt richtig Deutsch.
Mein Mann und ich sind keine Deutsche.
Zu Hause haben wir beide Sprachen gesprochen (Deutsch und Muttersprache.)
Jetzt hat sie super gut aufgeholt, da sie jeden Tag im KiGa ist.
Leider macht sie aber ganz schön viel Fehler, was die Grammatik angeht.
Sie lernt es so von den Kindern.

Was meint ihr, legt sich das wieder?
Was kann ich tun?
Sie geht schon zur Sprachförderung (im KiGa)?

Möchte nicht, dass Sie dann in der Schule Schwierigkeiten bekommt und möchte jetzt schon was unternehmen.

Seit ruhig ehrlich....ich nehme euch nichts übel.


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22. Oktober 2012 um 23:32

Hmmh
ok sie lernt es noch. die Frage ist nur ob es auch für die Schule reicht.
die Kinder meiner schwagerin haben auch deutsch im Kindergarten gelernt. aber: es ist nicht perfekt und nun in der Schule haben sie Schwierigkeiten. der Sohn kam nun in die Realschule obwohl sie sich das Gymnasium gewünscht hätten.

die Eltern sprechen zuhause kein deutsch und gucken auch kein deutsches tv. gelesen wird auch nicht. es werden auch keine Freundschaften zu deutschen Kindern gepflegt.
das sind jedoch Eckpfeiler. also dass die Eltern die Kinder mit deutschen muttersprachlern zusammen bringen und Freundschaften fördern und pflegen. nur noch deutsches tv. die Eltern müssen selbst lesen um eine lesekultur zu installieren. die Eltern sollten untereinander deutsch sprechen und die Sprachen nicht mixen.

LG

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23. Oktober 2012 um 1:23

Da kann ich staubkorn
nur beipflichten mit dem was sie geschrieben hat. Ihr müsst Zuhause eine Deutsche Sprachkultur entwickeln. Lesen,Filme schauen usw. wenn es Euch schwer fällt,dann müsst ihr noch mal Kurse besuchen. Freundschaften,Freizeiten mit Deutschen Kindern wären sicher hilfreich. Es sollte halt überwiegend Deutsch gesprochen werden und nicht Beides. Bzw. die eigene Muttersprache in den Hintergrund stellen. Meine Beste Freundin kommt aus Russland. Sie kann fast perfekt. Deutsch Ihre Tochter ist so alt wie mein Kleiner und wird seit über einem Jahr von ihrer Schwiegermutter betreut,die nur Russisch mit ihr spricht. Die Kleine kann nur sehr wenig sprechen. Versteht alles. Aber sie spricht die Deutschen Worte nicht richtig aus usw. Mein Kleiner ist genauso alt und setzt vor alle Wörter sogar die richtigen Artikel. Er wird im Januar 2. Aber er wächst auch nur in einer Sprache auf und wird von mir und seinem großen Bruder von morgens bis abends zugequatscht.

Der Große von meiner Freundin war immer im Kiga im Deutschen zusammen und kann fast nur Deutsch. Er hat überhaupt kein Interesse an der russischen Sprache. Er versteht das zwar. Spricht aber selbst kaum Russisch. Also das macht sich dann schon bemerkbar,was das Kind tagtäglich hört. Was ja auch verständlich ist.

Ich denke nur Ihr könnt daran was ändern. Die Rahmenbedingungen müssen halt einfach stimmen.

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23. Oktober 2012 um 10:47

Hi,
ich verstehe deine Sorgen und möchte dir mal meine Gedanken dazu aufschreiben. Ich selbst bin mit 14 J. nach Deutschland gekommen, konnte zu diesem Zeitpunkt noch (fast) kein Deutsch, aber mein Wille, in diesem Land etwas zu erreichen, war groß. Dass ich erst im Teeniealter hierher kam konnte mich nicht daran hindern, mein Abitur zu machen, später zu studieren.

Deshalb muss ich bei dieser Frage etwas schmunzeln (auch wenn ich deinen Gedankengang durchaus nachvollziehen kann). Meine Kinder wachsen zweisprachig auf - zu Hause benutzen wir beide Sprachen, sie haben Unmengen an Büchern ob in Deutsch o. in der Muttersprache - es wird jeden Tag vorgelesen (manchmal lese ich eine Strofe Originaltext und gleich hinter die entsprechende Übersetzung ). Meine Große ist fast 4 J. und eine kleine Plaudertasche. Wenn ich sie danach frage, übersetzt sie schon mal das eine oder andere Wort - sie macht es mir nach. Sie kann in beiden Sprachen auch bis 12 zählen.

Ich sehe unseren Migrationshintergrund nicht als Hindernis für gute Leistungen in der Schule, sondern als große Bereicherung. Man muss nur damit umzugehen wissen. Ich beobachte oft in meinem Bekanntenkreis, dass Leute sich schämen, ihre Muttersprache zu benutzen, schließen sie aus dem Alltag ganz aus, sie haben wohl Angst die Kinder zu verwirren und eben davor, dass diese später mal Probleme in der Schule haben könnten. Meiner Meinung nach - große Verschwendung! Jede weitere Sprache, die man fließend sprechen kann - ist besonders heutzutage von großer Bedeutung, ich würde diesen Schatz niemals einfach so wegwerfen!

Und schließlich, so die Worte der Erzieherin im KiGa meiner Tochter, gibt es leider genug deutsche Kinder, die Sprachförderung bräuchten.

Bei dieser Frage ist doch viel entscheidender, in welcher Umgebung das Kind aufwächst. Wenn es von den Eltern nur genug beachtet und altersentsprechend gefördert wird, dann steht einer guten sprachlichen Entwicklung nichts im Wege.

Aber o.k., ich gebe noch zu, dass ich Sprachen studiert habe und es für mich eine persönliche Niederlage wäre, wenn meine Kinder eine der beiden Sprachen nicht beherrschen würden. Das ist in etwa genauso, wie Kind eines Zahnarztes wohl nie Karies haben wird

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