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Leidet meine Schwiegertochter an postnataler Depression

11. Dezember 2009 um 17:13 Letzte Antwort: 6. Januar 2010 um 16:08

Hallo zusammen,
ich war schon einige Male im Forum u. heute brauche ich dringend Euren Rat, denn unsere familiäre Situation ist völlig verfahren. Ich versuche die Fakten so kurz wie möglich zuhalten.
Ich kenne die Tochter (24 Jahre) meines LP seit 8 Jahren, ihre Mutter ist vor neun Jahren verstorben. Sie ist verheiratet, hat eine 2 jährige Tochter u. ist wieder schwanger.. Wir haben uns bisher sehr gut verstanden, bei Problemen aller Art ist sie immer zu mir gekommen. Manschmal war sie 6x in der Woche zu Besuch.
Die erste Schwangerschaft war nicht geplant, aber sie verlief "bilderbuchartig" aber bereits dort mußte sie manchmal von jetzt auf gleich weinen. Die Familie hat sich darauf eingestellt und sie selbst konnte über diesen Zustand der Traurigkeit auch Witze machen und anschl. über sich selbst lachen.
Jetzt ist sie wieder schwanger (18. Woche) und in der letzten Woche hat es hier bei uns geknallt, ohne Vorwarnung und ohne Grund. Ich mache mir jetzt enorme Vorwürfe, dass ich nichts gemerkt habe und falsch reagiert habe. Vorgefallen ist folgendes: sie kam völlig entnervt von Weihnachtseinkäufen. Sonst ruft sie an u. ich passe auf die Kleine auf, hat sie nicht gemacht. Für den nächsten Tag war bei uns ( u. nicht bei ihr) eine Feier geplant. Da hat sie Probleme, angebl. wollen wir nicht zu Besuch kommen und wir müssen immer alles Übertreiben (betr. die ausrichtung der Feier) und ihre Schwiegereltern kommen zu kurz und und . Alles Peanuts, dachte ich, Hormone die Samba tanzen
Ich bin (leider) darauf eingegangen ruhig und sachlich, kannte ich schon. Dann hat sie angefangen zu weinen, zog sich und ihre Tochter an und zur Tür und weg war sie. Auf die Frage (blöd von mir) ob die Feier denn nun ausfallen solle gab es keine Antwort. Am nächsten Tag nichts gehört, Mail geschrieben, Antwort erhalten die eine völlig Fremde geschrieben haben könnte wie. du hast doch abgesagt, wieso soll ich mich melden. Du hast , du hast usw. . Ich habe mich (wofür auch immer) entschuldigt und ihr gesagt, das wir nach der Feier nochmal reden sollten. Alles per Mail, denn ich war sauer auf mich auf sie u. ich wollte das Fest für das Kind nicht gefährden. Etwa eine Stunde später stand sie mit Kind vor der Tür, sie wolle guten Willen zeigen! Habe dann doch gefragt, was das alles sollte, ich würde es nicht verstehen und dann ging es richtig los, sie ist richtig ausgeflippt, jeden anderen hätte ich rausgeschmissen, aber ich habe versucht sie zu beruhigen. Die Tochter hat bei diesem Ausbruch nicht einmal gezuckt, geschweige denn geweint! Wollte ihr etwas erklären u. mit in die Küche nehmen, hab sie am Arm genommen u. dann hat sie wie am Spieß geschrien und den Gesichtsausdruck werde ich so schnell nicht vergessen, wie eine Maske verzerrt , Hass Wut , das habe ich noch nie erlebt. Dann hörte ich das Türschloss, sie wurde ruhig u. wir beide haben meienm LP nichts erzählt. Erst spät am Abend habe ich ihm von dem Vorfall berichtet, da er wohl gemerkt hatte, dass ich ganz schlecht drauf war. Er hat die Feier dann abgesagt und seitdem in Funkstille. Das war jetzt die Kurzform!!
Meine Frage an Euch, habt ihr einen Rat für mich oder habt ihr ähnliches erlebt, kann ich helfen und wie.
Oh man, ich habe selbst keine Kinder und bin z.Zt. völlig über fordert

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6. Januar 2010 um 16:08


Hallo Tausendschönchen,

erstmal will ich sagen, dass ich es sehr gut finde, wie du mit der Tochter deines Lebensgefährten umgehst. Dass du geduldig bist und ihr zu helfen versuchst.

Unter einer postnatalen Depression leidet sie gewiss nicht, denn diese tritt ja erst nach der Geburt (-post) auf und nicht während sie schwanger ist. Es könnte, wenn überhaupt, eine pränatale Depression sein. Generell spricht das, was du geschrieben hast, aber eher nicht für eine Depression. Bei einer Depression kehren die Betroffenen meistens ihre Gefühle nach innen bzw. fühlen nichts mehr. Deine Schwiegertochter (sag ich jetzt mal so) lässt ihren Gefühlen jedoch freien Lauf, was erstmal ein gutes Zeichen ist. Das ist tausend mal besser als wenn sie es in sich hinein fressen würde, auch wenn das nach außen hin besser aussieht.

Aber pauschal kann man nicht beantworten, ob sie an einer Depression leidet, das kann nur ein Arzt. Mir fällt es schwer dir einen Rat zu geben, außer es so weit wie möglich zu akzeptieren und es ggf. nicht persönlich zu nehmen, wenn sie mal wieder austickt. Wahrscheinlich sind es einfach nur die Hormone.

Wenn sie mal wieder eine sehr ruhige Minute hat und gut drauf ist, schlag ihr doch mal vor, ihren Gyn darauf anzusprechen, dass sie so empfindlich ist. Der kann schon recht schnell sagen, ob ein Verdacht auf eine ernsthafte Erkrankung besteht und sie dann ggf. zu einem Psychologen überweisen. Das ist schon wichtig, das Kind leidet ja auch (beide). Aber wenn sie gerade wieder schlecht drauf ist und rumschreit oder heult, solltest du das nicht machen. Das könnte eine Blockadehaltung auslösen.
Also sehr behutsam mit ihr umgehen aber auch Klartext sprechen, wenn sie mal wieder "normal" drauf ist.

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