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"Leih-Oma" eine Idee ohne an die Folgen zu denken...

24. März 2005 um 17:35

Liebe Formumgemeinschaft,
eine Freundin von mir (Alter 57 Jahre) hat mir letztes Jahr erzählt, wie traurig sie ist, dass Sie keine Kinder hat. Für eine Adoption ist es natürlich zu spät und selbst wenn es irgendeine Möglichkeit gäbe, hätte sie Angst, später nicht mehr für das Kind dasein zu können.
Wir kamen auf die Idee, einen Zettel im HL auszuhängen "Leih-Oma sucht Enkelchen". Wir machten deutlich, dass sie kein Geld dafür haben will wie eine Tagesmutter, aber dafür auch als "offizielle" Omi gelten will.
Es meldeten sich 7 Mütter, die gerne eine kostenlose Tagesmutter haben wollten... aber dann geschah etwas womit wir nicht gerechnet hatten: Eine 16 jährige Schülerin (ich nenne sie jetzt mal "Maya")rief bei ihr an "Ich bin schwanger und mein Vater schlägt mich tot, wenn er das rauskriegt".
Was sollten wir tun ? Was hatten wir uns da an Verantwortung an Land gezogen? Wir trafen uns erst mal in einem Cafee mit ihr. Wir versuchten sie zu einem gemeinsamen Gespräch mit ihren Eltern zu überreden. Aber Maya wollte nicht... auch nicht zu profamilia oder irgendeiner anderen Stelle.
Das ist nun 2 Wochen her. Was meint ihr ? Wie sollte sich meine Freundin verhalten? Natürlich würde sie gerne das kind für Maya großziehen, aber sie ist dann ja noch nicht 18 Jahre, wenn es geboren wird. Das ist sicher gegen das Gesetz oder ? Jetzt haben wir natürlich beide Angst etwas falsch zu machen. Zu profamilia können wir auch nicht gehen, denn dann würden wir Maya hintergehen. Mittlerweile haben sich die beiden auch schon 5 mal getroffen und verstehen sich sehr gut. Nur wie soll das weitergehen ? Den Bauch sieht man ja bald ? Ich glaube mittlerweile auch nicht mehr, dass die Eltern mit sich reden lassen, sie sind streng muslimisch und was Maya so alles erzählt hat --- naja, ich weiss keinen rat...

Es war so eine tolle Idee, aber nun habe ich Angst vor der eigenen Courage..
(bitte verzeiht mir dass ich hier völlig anonym schreiben muss)

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25. März 2005 um 21:16

Geh
mit "Maya" bitte zum Jugendamt, da kann sie sich für eine betreute Wohngruppe eintragen lassen. Um ein Gespräch mit dem Vater wird sie nicht herumkommen, allerdings findet das in Gegenwart eines Mitarbeiters des Jugendamtes statt. Laßt sie nicht hängen. Gruß Jule

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26. März 2005 um 11:29
In Antwort auf juleborst

Geh
mit "Maya" bitte zum Jugendamt, da kann sie sich für eine betreute Wohngruppe eintragen lassen. Um ein Gespräch mit dem Vater wird sie nicht herumkommen, allerdings findet das in Gegenwart eines Mitarbeiters des Jugendamtes statt. Laßt sie nicht hängen. Gruß Jule

Liebe Jule,
das ist eine gute Idee, haben wir uns nun auch vorgenommen. Wir haben schon mal beim Jugendsorgentelefon mir ihr zusammen angerufen. Die sagten sogar es wäre u.U. möglich, dass Maya bei meiner Freundin wohnt. Aber das hieße komplett den Kontakt zu ihrer Familie abzubrechen, die Schule zu wechseln und quasi unterzutauchen. Denn sie hat auch noch Brüder, die sie "beschützen" d.h. mit dafür sorgen, dass sie in die "Heimat" zurückgeschickt wird, das Kind wird "entfernt" und sie bekommt dort zur Rettung der Familienehre einen Mann zugeteilt.
Über den Vater des Kindes will sie nicht reden.. wir wollen sie auch nicht zu irgendetwas drängen. Insbesondere nicht zu einer Abtreibung (wäre wohl eh zu spät) - sie will ihr Kind.
Liebe Grüße

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26. März 2005 um 11:42

Hallo Lauri,
eine Abtreibung ist nie eine gute Lösung.Irgendwann im Leben wird man davon eingeholt. glaub mir ich habe es durchgemacht und kenne auch viele Frauen, die z.Teil nach 30 Jahren noch darunter leiden. Ich habe zum Glück später noch Kinder bekommen. Aber dieses eine, das ich getötet habe ... um so älter man wird umso schlimmer wird es. Man wird dazu gerängt "es ist ja nur ein Zellhaufen, willst zu bei jeder Ejakulation um die Millionen Spermien auch weinen?" ...und später erfährt man dann die Wahrheit: Es ist mit 11 Wochen ein fertiger kleiner Mensch. Es ist nachgewiesen, dass es Schmerzen empfinden kann und Todesangst aussteht. Ich würde heute mein Leben dafür geben, wenn ich es rückgängig machen könnte.

Dass frau einen Babybauch nicht verstecken kann ist schon richtig, allerdings erst in den letzten 8 Wochen wird es wirklich schwierig. Maya hatte schon die Idee einen Schüleraustausch oder ein Praktikum vorzugeben.

Das mit der Babyklappe verstehe ich nun gar nicht?! Wieso sollte sie es dort abgeben und nie mehr wiedersehen, wenn sie es meiner Freundin geben kann, täglich besuchen kann und sowie sie 18 ist das Sorgerecht (was bis dahin das Jugendamt hätte) wieder zu bekommen.? Wo ist denn da der Sinn es wegzugeben?

Grüße, Anonym

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26. März 2005 um 14:28
In Antwort auf mayia6

Liebe Jule,
das ist eine gute Idee, haben wir uns nun auch vorgenommen. Wir haben schon mal beim Jugendsorgentelefon mir ihr zusammen angerufen. Die sagten sogar es wäre u.U. möglich, dass Maya bei meiner Freundin wohnt. Aber das hieße komplett den Kontakt zu ihrer Familie abzubrechen, die Schule zu wechseln und quasi unterzutauchen. Denn sie hat auch noch Brüder, die sie "beschützen" d.h. mit dafür sorgen, dass sie in die "Heimat" zurückgeschickt wird, das Kind wird "entfernt" und sie bekommt dort zur Rettung der Familienehre einen Mann zugeteilt.
Über den Vater des Kindes will sie nicht reden.. wir wollen sie auch nicht zu irgendetwas drängen. Insbesondere nicht zu einer Abtreibung (wäre wohl eh zu spät) - sie will ihr Kind.
Liebe Grüße

Also kommt Maya
ursprünglich aus einer eher südlichen Region..hm, da gibt es mittlerweile auch schon Selbsthilfegruppen, die einem da mit Rat und Tat zur Seite stehen können. Hat sie denn die deutsche Staatsbürgerschaft? Wenn die Eltern sie nämlich derart in die Mangel nehmen, wie ich es aus den Medien schon bei anderen Mädchen mitbekommen habe, dann hat sie wahrlich nichts zu lachen!
Schön, daß Ihr Euch für sie einsetzt, ich mag Menschen, die sich für andere gerademachen und ihre eigene Bequemlichkeit vergessen. Dazu gehört auch eine Menge Mut
Wünsche Euch Kraft und schöne Ostertage. Gruß Jule

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27. März 2005 um 8:05

Das finde ich gut!
dass Du Dich entgegen der Meinung der anderen entschieden hast. "Vernünftiger" war das was Du gemacht hast. Ich war nicht so vernünftig und habe auf die anderen gehört ... und damit mein Leben ruiniert.
Zitat:
"Wie oft hört man, dass Mädchen in solchen scheinbar auswegslosen Situationen ihre Schwangerschaft verheimlichen und dann ihr Kind umbrigen ?!"

Es sind meist nicht die Mädchen selbst - sondern die Väter!!!
Ihr erinnert euch an das Baby, das vom Balkon geworfen wurde? Es war der Vater und nicht das Mädchen selbst. Davon sind Psychologen und Rechtsmediziner überzeugt, aber das Mädchen (die Mutter des Babys) behauptet fest, sie sei es gewesen. Klar - der Vater droht in so einem Fall üblicherweise damit, die ganze Familie umzubringen wegen der "Ehre". Das Mädchen will also nicht ihre ganze Familie auf dem Gewissen haben und lügt.

Das ist auch das Problem mit dem Abtreibungsrecht: Die Frauen haben gar keine Wahl - (und in Wirklichkeit gar keine Rechte). Ihnen wird das blaue vom Himmel herunter vorgelogen und wenn sie dann dahinter kommen, was es wirklich bedeutet ein Kind umgebracht zu haben, dann ist es zu spät.

Nochmal: große Hochachtung vor Dir! Und hast Du es jemals bereut ? Gibt es überhaupt eine Mutter, die sagen würde "Ja ich hab es bereut mein Kind zu bekommen; könnte ich noch mal entscheiden, würde ich mich dagegen entscheiden"..

Nun zu Maya:

Zitat
"Was soll Maya denn ihren Eltern erzählen, wo sie jeden Tag ist ? Glaubt ihr nicht, dass ihre Brüder ihr irgendwann hinterher spionieren und dann wind von der Sache bekommen ?"

Genau das haben sie am Sorgentelefon gefragt! Das ist das Problem und die haben Erfahrung mit solchen Fällen: Wenn sie sich für das Kind entscheidet, entscheidet sie sich gegen Ihre Familie (eigentlich hat sie das schon getan) Sie könnte dann nicht mehr zurückgehen - nie mehr.
Sie ist in Deutschland geboren und hat die deutsche staatsbürgerschaft - sie wird ein glänzendes Abitur machen und studieren - was ihrer Familie natürlich auch nicht passt.
Trotzdem: Daran mit Schuld haben, das ein Mädchen mit Ihrer Familie bricht möchte ich natürlich nicht, viel weniger aber daran, das ein so gutes Mädchen an ihrer Familie "zerbricht" - denn so ist es mir ergangen. Ich habe alle die mich zur Abtreibung gedrängt haben später aus tiefstem Herzen gehasst und mich von denen abgewandt - einschließlich und insbesondere meine Familie!!!

Nächste Woche gehen wir zum Jugendamt. Ich berichte dann wie es ausgegangen ist.

Viele liebe Grüße

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5. Juni 2005 um 19:38

Die geschichte mit dem Leih-Oma interesiert mich.
ich spiele auch schon länger mit dem Gedanken eine Leih-Oma zu finden. ich bin auch eine türkin und da meine mutter nicht hier lebt, fehlt sie uns als oma sehr. mein sohn ist mitlerweile schon 8 jahre alt. ich habe mich nie getraut auszuschreiben, dass ich eine oma für uns suche. eben wegen den mögliche folgen.
Aber wegen eurer "freundin", In der türkei werden solche verherenden probleme in gewissen Sendungen im Fersehen "gelöst" ich kann leider nicht mehr sagen welche diese jeweils sind, weil ich kein türkisches fersehnen habe, aber es gibt fast in jeder grösseren Ortschaft ein türkisches Verein. Wo euch diese leute euch weiterhelfen können. Es ist tatsächlich nicht so, dass alle meine Landsleute solche angelegenheiten, streng betrachten. Solche geschichten kommen in der Türkei sehr viel vor. einige können mit versöhnung enden. wieder andere verherend. Noch eins: die mutter ahnt es sicher schon. ich hoffe ihr hattet gück bis jetzt!!!!!!!! Und auch viel glück in zukunft.

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15. Juni 2005 um 11:40

...
Wie ist die Sache weitergegangen? Konntet ihr dem Mädchen helfen?

Meine Hochachtung, dass ihr "Maya" helfen wollt. Es sollte mehr solche Menschen geben!!

Liebe Grüße

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1. Juli 2005 um 23:04

WAS IST AUS MAYA GEWORDEN ?????
weiß das jemand ?

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