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Mann: Wann, das letzte mal Stillen?

26. November 2005 um 7:12 Letzte Antwort: 5. Dezember 2005 um 15:05

Hallo Mädels, habe wieder einmal etwas zum diskutieren gefunden:

Text: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 21.11.2004, Nr. 47 / Seite 69
Kinder, die den Rhythmus des Abstillens selber bestimmen dürfen, trinken immer weniger, oft nur noch, wenn sie krank sind oder sich weh getan haben. Manchmal ist eines Morgens die geliebte Mamamilch einfach "bäh". Spätestens mit dem Zahnwechsel ist Schluß. Das entspricht in etwa dem "natürlichen Abstillalter" - ein Begriff, der auf die texanische Anthropologin Katherine Dettwyler zurückgeht. Die hatte vor einigen Jahren das Abstillalter von Menschenaffen und anderen Säugetieren mit bestimmten Faktoren wie Gewichtszunahme, Dauer der Schwangerschaft und Zahnentwicklung korreliert und auf den Menschen übertragen. Ergebnis: zwischen drei und sieben Jahren.
Nun sind Menschen zwar Säugetiere, aber keine Schimpansen. Wann das Kind das letzte Mal trinkt, ist heute weniger eine biologische als eine kulturelle Frage. So werden die Kinder bei vielen sogenannten Naturvölkern und in ländlichen Gebieten armer Staaten wie Somalia oder Peru heute noch mehrere Jahre lang gestillt. In Europa wurde im 18. Jahrhundert das öffentliche Stillen von Vierjährigen kritisiert, im 19. Jahrhundert bereits das Stillen von Zweijährigen. Auch im familienfreundlichen Skandinavien stillen Frauen im Schnitt viel länger als in Frankreich oder England, wo die Mütter sich schnell wieder dem Rhythmus der Arbeitswelt anpassen. In Deutschland werden 99 Prozent aller Kinder innerhalb ihres ersten Lebensjahres abgestillt.

Grüße Ludwig

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26. November 2005 um 14:26

Meine Maus,
hat sich leider auch ab den siebten Monat Mahlzeit für Mahlzeit abgestillt ( war auch im Zahnungsalter). Ich habe sehr darunter gelitten und an jeder Stillmahzeit die uns noch blieb gehangen. Leider hat sie aber auch die letzte nächtliche Stillmahlzeit dann mit der Zeit immer mehr überschlafen und komplett darauf verzichtet. Es hat viele Wochen gedauert bis ich darüber hinweg gekommen bin. Ich habe das Stillen als absolut positiv empfunden. In erster linie wegen der kleinen und in zweiter linie wegen der tiefen verbunden heit die einem dann noch bleibt weil das Kind nicht mehr im Mutterleib ist. Diese zweisamkeit kann einen niemand nehmen und Mutter und Kind sind sich sehr nahe.Für mich war es eine art loslassen als sie nicht mehr meine Brust wollte. Ein Stück unabhängigkeit, was in erster linie ja auch richtig ist aber mir doch zu schaffen gemacht hat. Laura geht es aber sehr gut und ich habe mich nun auch mitlerweile an die Situation gewöhnt und kann es akzeptieren.Wenn ich mal eine Mutter beim Stillen sehe (leider sehr selten weil wenig Mütter moch stillen) dann kommt wieder dieses gefühl hoch aber ich denke das das auch noch wird.
Lg Milena

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5. Dezember 2005 um 13:58

Vergleichswerte?
Hallo,

also ohne hier jemanden nahe treten zu wollen, glaube ich, dass wir Westler ein großes Problem mit dem Stillen haben.

Wenn ich mal schätzen darf, so nehme ich an dass ca. 33% gar nicht Stillen können und 33% zu früh Abstillen.

Mit einem solchen Stillerfolg hätten wir es nie geschaft, von ein paar tausend Menschen (vor 70.000 Jahren) auf 10 Mill. Menschen (vor 10.000 Jahren ), wo erstmals Tiermilch als Ersatz vorhanden war, zu kommen!

Zu unserem Mißerfolg in sachen Stillen möchte noch ergänzen, dass wir uns seit 200.000 Jahren biologisch nicht verändert haben. So kann meines Erachtens der Fehler nur in unserem Verhalten oder unserem psychischen Zustand zu suchen sein?

Wäre doch interessant die Fehlerquelle aufzudecken?

Grüße Ludwig

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5. Dezember 2005 um 15:05
In Antwort auf chip_12473172

Vergleichswerte?
Hallo,

also ohne hier jemanden nahe treten zu wollen, glaube ich, dass wir Westler ein großes Problem mit dem Stillen haben.

Wenn ich mal schätzen darf, so nehme ich an dass ca. 33% gar nicht Stillen können und 33% zu früh Abstillen.

Mit einem solchen Stillerfolg hätten wir es nie geschaft, von ein paar tausend Menschen (vor 70.000 Jahren) auf 10 Mill. Menschen (vor 10.000 Jahren ), wo erstmals Tiermilch als Ersatz vorhanden war, zu kommen!

Zu unserem Mißerfolg in sachen Stillen möchte noch ergänzen, dass wir uns seit 200.000 Jahren biologisch nicht verändert haben. So kann meines Erachtens der Fehler nur in unserem Verhalten oder unserem psychischen Zustand zu suchen sein?

Wäre doch interessant die Fehlerquelle aufzudecken?

Grüße Ludwig

Hi, ich schon wieder
Ich lasse dir keine Ruhe.

Ob deine Schätzung stimmt, weiss ich nicht.
Dass es in unseren Breitengraden vermehrt Stillschwierigkeiten gibt, stimmt. Ich halte es für ein gesellschaftliches Problem. Durch Isolation, immer mehr Einzelkind-Familien und übermässiges Vertrauen in theoretische Fachliteratur haben viele Frauen kaum noch "Vorbilder". Es wird zwar probiert, aber kaum jemand weiss, wie es denn nun richtig geht.
Das müsste EIN Grund für das frühe Abstillen sein.
Viele geben übrigens bereits nach 4 Wochen auf. Zu dem Zeitpunkt etwa findet der erste Wachstumsschub statt, und es wird schwierig.

Dass wir trotzdem überlebt haben, spreche ich dreisterweise mal Ammen zu, die die Kinder anderer Frauen mit ihrer Milch großgezogen haben.

Gruß
Flauschi

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