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Märchen zu grausam für Kinder?

25. Dezember 2012 um 20:02 Letzte Antwort: 21. Oktober 2013 um 17:05

Wie macht ihr dass, wenn ihr euren Kindern Märchen vorlest?
Lest ihr die Originaltexte z.B. Märchen der Gebrüder Grimm? Ändert ihr brutale Stellen um? Ich denke z.B. an das Ende von Schneewittchen, wo die böse Königin zur Strafe für ihre Taten in rotglühenden Eisenpantoffeln solange tanzen muss, bis sie tot zusammenbricht. Ich empfinde das also so grausam, dass ich das Märchen so meinen Kindern nicht erzählen möchte.
Kennt ihr ein schönes Märchenbuch, wo die Originaltexte kinderfreundlich umgedichtet wurden, ohne das der Charme der Märchen verloren gegangen ist? Ist es überhaupt sinnvoll die Märchen auf diese Art "weichzuspülen". Gehen auf diese Weise nicht auch wertvolle Lerneffekte verloren? In "Kinder brauchen Märchen" vertritt Bruno Bettelheim die These, dass die Todesstrafe, die der böse Gegenspieler im Märchen erleidet, nicht schädlich, sondern geradezu notwendig für die psychische Stabilität des Kindes sei. Ich hab das Buch nicht gelesen, aber ich bin skeptisch. Was meint ihr?

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25. Dezember 2012 um 20:10

Ich kann nur
von mir als Kind sprechen: Ich hab immer das Original-Märchen gehört und mir bei den grausamsten Stellen (z.B. bei Rotkäppchen, wenn der Jäger dem Wolf den Bauch aufschlitzt, um Rotkäppchen und Oma zu retten), nix Schlimmes gedacht. Sondern das eher als "gerechte Strafe" empfunden. Glaube, Kinder denken sich da weniger bei als Erwachsene. Davon abgesehen gibt es doch auch viele Märchen in Kinderbüchern, die bisschen weichgespült wurden. Würde mich dann eher daran halten.

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25. Dezember 2012 um 20:12

Hi Knöpfchen
ab wieviel Jahren denkst du denn sind Märchen sinnvoll?

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25. Dezember 2012 um 20:20

@Minchen
Ja, ich kann mich auch nicht daran erinnern, dass ich als Kind Märchen als besonders grausam empfand. Das kam irgendwie erst später . Aber wenn ich heute einige Märchen lese, stellen sich mir echt die Nackenhaare auf und ich frage mich wie ich das meinen Kindern bloß erklären soll, wenn sie mich z.B. fragen, warum der Jäger dem Wolf Steine in den Bauch einnäht

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25. Dezember 2012 um 20:21

Stimmt!
Vor den Struwelpeter-Geschichten hatte ich als Kind schon Angst!

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25. Dezember 2012 um 20:34

Denkst du...
... nicht, dass die Angst, die da erzeugt wird nicht auch ein bisschen gewollt ist, um kleinen Kindern beizubringen die Tür keinen Fremden zu öffnen (die 7 Geißlein) oder den rechten Weg nicht zu verlassen (Rotkäppchen)? Ich weiss nicht recht, ob es sinnvoll ist kleinen Kindern auf diese Weise Gefahren vor Augen zu führen...

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26. Dezember 2012 um 18:48


Hab das als kind nicht als grausam empfunden. ich liebte struwwelpeter&co.max und moritz <3 rickeracke rickeracke ging die mühle mit geknackxD

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26. Dezember 2012 um 19:05

Das Märchenalter
beginnt ab etwa vier! Und das nicht erst heutzutage. Es gibt zwar Kinder, die es nicht vertragen, aber das sollte man als Eltern schnell merken.
Ansonsten entspricht die schwarz- weiß- Malerei genau dem denken der Kinder, besonders da das Gute immer gewinnt! Eltern machen sich da oft zu viele Gedanken.

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26. Dezember 2012 um 19:09

Ich finde Märchen wichtig und
genau genommen sind sie ja schon die Softversion-also, dadurch, dass es Tiere;Könige Hexen sind, wird es ja schon irgendwie in die Ferne gerückt und doch so faszinierend, dass sie sie ja auch immerwieder hören wollen..also, die Botschaft, sich nicht anlocken zu lassen ect wird ja tief eingeprägt, auch für den Echtfall, ohne vor jedem Nachbar zu flüchten (hoffe ich) (wobei ich die modernen 'Nicht-mit-Fremden-Mitgehbücher in Maßen auch gut finde)

Allgemein zensiere ich beim Lesen nach Gefühl, ob es für meinem Sohn nicht zu doll ist. Bei 'der Wolf ist tod-hurra' las ich z.B. 'der Wolf ist weg', weil mir die Freude daran so skurill vorkam. Schließlich aber ist die Freude ja echt und menschlich. Ich denke, man darf auch nicht vergessen, dass Kinder ihre Strukturen erst aufbauen und es sicher schwer wird, ihnen von Anfang an Empathie und vielschichtige Charakterbildung zu vermitteln mit der resultierenden Ablehnung gegen die Todesstrafe usw, wenn sie vorher nicht die krasse Gegenüberstellung von Gut und Böse und Todesstrafe erlebt haben. Außerdem denke ich auch, dass der Glaube, dass die 'Bösen' immer ausgelöscht werden, nachdem das Gute überlebt hat, eine ganz wichtige Säule sein kann, weil der Glaube an sich ja dann das Kind so leben lässt, dass sich diese Einstellung auch eher selbst erfüllt (durchhalten können!).

Sozusagen sehe ich etwa die Ablehnung der Todesstrafe eher als reiferen Schritt, der sich erst darauf aufbaut, dass es den Wunsch danach gibt, dass Böse einfach loszuwerden. Bzw hängen da ja noch ganz andere Erfahrungen und Vermittlungen mit drin.

Liebe Grüße

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26. Dezember 2012 um 21:19

Sie sind genau so
gut wie sie geschrieben sind.
Sie sind wichtig und genau das was du geschrieben hast, ist tatsächlich so.
Du selbst als erwachsene Person empfindest Märchen als grausam.Kinder nicht, sie sehen die Gerechtigkeit und dadurch auch die Befriedigung dass am Ende alles gute gewinnt.
Märchen sind nicht grausam beschrieben, da nicht beschrieben wird wie zb die HExe im Ofen schreit und geräuschvoll brutzelt. Genau wie die böse Stiefmutter, sie fällt einfach um und ist tot. Es wird nicht beschrieben wie sie leidet und dass zum beispiel die Haut schwarz wird o.ähnl.
Kinder haben dieses weite Denken und die Vorstellung noch nicht.

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26. Dezember 2012 um 21:28
In Antwort auf finia_12377937

Sie sind genau so
gut wie sie geschrieben sind.
Sie sind wichtig und genau das was du geschrieben hast, ist tatsächlich so.
Du selbst als erwachsene Person empfindest Märchen als grausam.Kinder nicht, sie sehen die Gerechtigkeit und dadurch auch die Befriedigung dass am Ende alles gute gewinnt.
Märchen sind nicht grausam beschrieben, da nicht beschrieben wird wie zb die HExe im Ofen schreit und geräuschvoll brutzelt. Genau wie die böse Stiefmutter, sie fällt einfach um und ist tot. Es wird nicht beschrieben wie sie leidet und dass zum beispiel die Haut schwarz wird o.ähnl.
Kinder haben dieses weite Denken und die Vorstellung noch nicht.

Übrigens
Märchen sind ab 4.
Hab das Thema so vielseitig durch genommen und musste auch viele Märchen analysieren.
Dachte vorher auch die wären grausam. Aber wenn man sich damit befasst wirds einem klarer

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21. Oktober 2013 um 12:53

Märchen
Ich denke Märchen sind nicht grausam, wenigstens russische Volksmärchen, die ich hier http://www.maerchen-welt.net/ gefunden habe. Sie sind sehr belehrend

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21. Oktober 2013 um 13:45


Ich stimme meinen Vorrednern zu.
Ich bin sicher die Kinder nehmen die Geschehnisse in Märchen ganz anders wahr als wir. Ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie meine Oma mir Märchen der Gebrüder Grimm vorlas, aber ich erinnere mich nicht daran einen schock erlitten zu haben, Albträume bekam oder sonst was negatives daraus zog. Ich habe das gar nicht so aufgenommen was da genau passierte. Warum sollte das bei unseren Kindern anders sein?
Ich gebe aber zu, dass ich beim Lesen auch schon ganz oft ins Grübeln kam ob das so gut ist was ich da grad vorlese und was mein Kind denkt bzw verarbeitet in gewissen Szenen.
Aber letzendlich weiß ich ja auch; ein Märchen hat wohl niemandem zu einem Mörder oder Psycho heranwachsen lassen

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21. Oktober 2013 um 13:48
In Antwort auf vickie_11987519


Ich stimme meinen Vorrednern zu.
Ich bin sicher die Kinder nehmen die Geschehnisse in Märchen ganz anders wahr als wir. Ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie meine Oma mir Märchen der Gebrüder Grimm vorlas, aber ich erinnere mich nicht daran einen schock erlitten zu haben, Albträume bekam oder sonst was negatives daraus zog. Ich habe das gar nicht so aufgenommen was da genau passierte. Warum sollte das bei unseren Kindern anders sein?
Ich gebe aber zu, dass ich beim Lesen auch schon ganz oft ins Grübeln kam ob das so gut ist was ich da grad vorlese und was mein Kind denkt bzw verarbeitet in gewissen Szenen.
Aber letzendlich weiß ich ja auch; ein Märchen hat wohl niemandem zu einem Mörder oder Psycho heranwachsen lassen


Achjaaa und als ich dann durch meinen Sohn nach ewigkeiten das Struwwelpeterbuch in der Hand hielt war ich geschockt darüber, was da für Geschichten drin stehen und wunderte mich sehr dass ich allein schon die Bilder nicht schlimm oder abschreckend fand. Ich habe das als Kind ift angechaut und von Oma vorgelesen bekommen aber ganz vergessen worum es da ging.

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21. Oktober 2013 um 13:51

Hallo
Ich denke dass Kinder recht gut erkennen, dass es Geschichten sind. Wenn dir das Ende von Schneewittchen zu grausig ist, hör einfach vorher zu lesen auf.
Da einzige Märchen dass ich meinen Kindrn nicht vorlesen wurde, ist "der treue Johannes". Das ist echt grausig und blutrunstig. Das ist auf einer CD mit drauf und ich mach immer vorher aus, bevor es anfängt.
LG

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21. Oktober 2013 um 14:02

Ich schwäche das etwas ab
Mein Sohn liebt Märchen. Ich erzähle ihm alle, die ich kenne. Auch von den Gebr. Grimm. Allerdings würde ich ihm jetzt nicht von den glühenden Pantoffeln erzählen, sondern eher, dass die Hexe gestorben ist. Beim Rotkäppchen hab ich ihm schon erzählt, dass der Wolf in den Brunnen gefallen und ertrunken ist.

Neulich hatte ich eine Diskussion mit einer Krippenbetreuerin meines Sohnes. Es ging um das Lied Hänsel und Gretel. Ich singe da schon "Die Hexe muss verbrennen." und dachte, dass die das wohl in der Krippe nicht so singen werden. Aber siehe da, auch in der Krippe muss die Hexe verbrennen!

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21. Oktober 2013 um 17:05

Interessanterweise
Habe ich genau bei Schneewittchen nur dss Happy End erzählt und die böse Königin nicht mehr erwähnt. Da meinte meine 2-Jährige: "Und was ist mit der bösen Königin passiert?"Ich hab dann gesagt, die wurde zur Strafe eingesperrt. Da war sie dann zufrieden. Die Kinder wollen hören, dass die Bösen bestraft werden. Fand ich echt erstaunlich!

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