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Mein Kind verträgt den Umzug nicht

30. Juli 2015 um 11:18

Umzug

Wir sind vor einigen Tagen in das Haus gezogen. Mein Kleiner verträgt die Umstellung überhaupt nicht (er wird bald 2 Jahre). Obwohl wir täglich schon im Haus vorher waren. Sobald wir aber nach Hause kommen weint er über 30 Minuten. Er tritt, beißt, haut und ist voller Wut. Ich vermute, dass es mit dem Umzug zu tun hat, da wir sonst immer erst in die Wohnung gingen. Auch Abends mag er nicht mehr alleine einschlafen. Durchgeschlafen hat er sowieso nicht. Aber den Umzug ins neue Haus wollte ich gleich nutzen, dass er ganz alleine schläft. Im Moment lege ich mich aber ab Mitternacht noch mit ihm auf die Couch. Es ist alles etwas zu viel für ihn. Dabei ist die Umgebung die Selbe. Wir sind nur 100 Meter Luftlinie von uns weggezogen. Hat jemand Erfahrung mit Umzügen und Kindern? Wie kann ich ihm den Einstieg erleichtern? Ich bin völlig am Ende, da es sehr anstrengend war umzuziehen und nun schläft er spät ein und wacht sehr häufig auf.

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30. Juli 2015 um 11:42

Als wir vor einem Jahr umgezogen sind,
war mein Sohn 2 1/2.

Er gehört zu den "Ganz oder gar nicht"-Menschen. Halbe Sachen, Ausnahmen, langsame Gewöhnung, etc. sind für ihn die pure Katastrophe. Deswegen ziehten wir bei ihm einen ganz klaren Strich. Vor Umzug war er nicht im neuen Haus und nach dem Umzug nicht mehr im alten. Das Hin- und Her hätte ihn nur verwirrt.
Etwa vier Monate lang vor Umzug redeten wir viel mit ihm darüber und ich las ihm ständig entsprechende Kinderbücher vor. So konnte er in etwa einordnen was da passiert. Er half mir beim Kisten packen und auch beim Auspacken.
Insgesamt war es für ihn die richtige Vorgehensweise. Er gewöhnte sich schnell an das neue Haus und war sehr stolz auf sein jetzt größeres Zimmer, in dem er besser spielen kann (riesige Eisenbahnstrecken auslegen, etc.).

Ganz spurlos ging es aber auch an ihm nicht vorbei. Er schlief dann wieder in unserem Bett (vorher schlief er in seinem Zimmer) und er brauchte wieder eine Windel. Beides war für mich ok. Und ich gab ihm ganz viel Nähe und Geborgenheit.
Man merkte deutlich je gestresster wir vom Umzug waren, und je mehr wir rumwerkelten, desto gestresster war auch er. Und das ist irgendwo auch logisch. Wir fingen dann an Ruheinseln in den Tag einzubauen. Auch wenn man möglichst schnell alles aufgebaut und hingestellt haben will, war es dann doch wichtig und auch richtig mal nichts zu machen und nur für das Kind da zu sein. Nach einigen Wochen liebte er das neue Haus und wollte teils gar nicht mehr raus. Mittlerweile schläft er auch seit ein paar Wochen wieder von sich aus im Kinderzimmer.

Mein Tipp: Schenk ihm viel Aufmerksamkeit und lass ihn bei dir schlafen. Auch wenn es die alte Umgebung ist, so sind die Räume in denen er jetzt lebt und auch schlafen soll, fremd. Zudem verbindet er die Wohnsituation als Stress. Er braucht jetzt deine Nähe und deine Aufmerksamkeit um anzukommen, um die Räume mit positiven Assoziationen zu füllen. Du bist für ihn die Konstante. Er hängt sich jetzt an dich. Lass ihn nicht alleine schlafen und widme dich ihm und seinen Bedürfnissen. Dann fühlt er sich im neuen Zuhause sicherlich auch bald wohl.

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30. Juli 2015 um 11:55
In Antwort auf claire1huxtable

Als wir vor einem Jahr umgezogen sind,
war mein Sohn 2 1/2.

Er gehört zu den "Ganz oder gar nicht"-Menschen. Halbe Sachen, Ausnahmen, langsame Gewöhnung, etc. sind für ihn die pure Katastrophe. Deswegen ziehten wir bei ihm einen ganz klaren Strich. Vor Umzug war er nicht im neuen Haus und nach dem Umzug nicht mehr im alten. Das Hin- und Her hätte ihn nur verwirrt.
Etwa vier Monate lang vor Umzug redeten wir viel mit ihm darüber und ich las ihm ständig entsprechende Kinderbücher vor. So konnte er in etwa einordnen was da passiert. Er half mir beim Kisten packen und auch beim Auspacken.
Insgesamt war es für ihn die richtige Vorgehensweise. Er gewöhnte sich schnell an das neue Haus und war sehr stolz auf sein jetzt größeres Zimmer, in dem er besser spielen kann (riesige Eisenbahnstrecken auslegen, etc.).

Ganz spurlos ging es aber auch an ihm nicht vorbei. Er schlief dann wieder in unserem Bett (vorher schlief er in seinem Zimmer) und er brauchte wieder eine Windel. Beides war für mich ok. Und ich gab ihm ganz viel Nähe und Geborgenheit.
Man merkte deutlich je gestresster wir vom Umzug waren, und je mehr wir rumwerkelten, desto gestresster war auch er. Und das ist irgendwo auch logisch. Wir fingen dann an Ruheinseln in den Tag einzubauen. Auch wenn man möglichst schnell alles aufgebaut und hingestellt haben will, war es dann doch wichtig und auch richtig mal nichts zu machen und nur für das Kind da zu sein. Nach einigen Wochen liebte er das neue Haus und wollte teils gar nicht mehr raus. Mittlerweile schläft er auch seit ein paar Wochen wieder von sich aus im Kinderzimmer.

Mein Tipp: Schenk ihm viel Aufmerksamkeit und lass ihn bei dir schlafen. Auch wenn es die alte Umgebung ist, so sind die Räume in denen er jetzt lebt und auch schlafen soll, fremd. Zudem verbindet er die Wohnsituation als Stress. Er braucht jetzt deine Nähe und deine Aufmerksamkeit um anzukommen, um die Räume mit positiven Assoziationen zu füllen. Du bist für ihn die Konstante. Er hängt sich jetzt an dich. Lass ihn nicht alleine schlafen und widme dich ihm und seinen Bedürfnissen. Dann fühlt er sich im neuen Zuhause sicherlich auch bald wohl.

Danke
Deine Antwort hat mir Kraft gegeben. Da nun bald die Kita zu hat und er drei Wochen zu Hause ist, wird es sicherlich bald entspannter. Wir haben eine Woche komplett durchgezogen und sind jetzt so gut wie fertig (bis auf ein paar Kleinigkeiten). Somit kann ich die Wochen auch nutzen und ihm die entgangene Aufmerksamkeit wieder geben.

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