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Mein Mann liebt unsere Adoptivtochter nicht

17. November 2012 um 21:20

Guten Abend,

ich muss mir hier mal Luft verschaffen und hoffe, ich bin mit meinem Problem hier richtig.
Mein Mann und ich haben 2 Kinder, 1 Leibliches und 1 Adoptiertes. Unsere Adoptivtochter ist 3 Jahre alt, ihr Bruder ein paar Jahre älter.
Unsere Tochter ist ein schwierigeres Kind, als unser Sohn war/ist, kommt sicher daher dass sie instiktiv spürt dass sie schon verlassen wurde, obwohl wir sie als ganz kleines Baby bekommen haben. Sie ist fordernd und sehr lebhaft und provokativ. Aber ich liebe sie, sie ist meine Tochter. Ich denke nicht dass ich einen Unterschied zwischen meinen beiden Kindern mache, so aber wohl mein Mann.

Er steht momentan sehr unter Stress und es ist schlimmer als es früher war. Er hatte schon, als wir die Maus bekommen haben, Probleme, sich an sie zu gewöhnen. Jetzt, da sie im Zickenalter und Trotzalter ist, kann er sie kaum noch ertragen, meckert über ihr "ständiges Geheule" usw. Ab und zu eskaliert es, er schreit sie dermassen an, schickt sie weg, knallt Türen, schreit rum er würde sie nicht lieben (das hört dann sowohl unser Sohn als auch die Kleine).
Ich bin so verzweifelt und weiss mir keinen Rat mehr. Mein Mann ist schon in psychologischer Beratung wegen beruflichem Stress, aber es bringt gar nichts.

Meine Tochter soll mit dem Gefühl aufwachsen geliebt zu werden, sie muss eh schon damit klarkommen dass ihre leibliche Mutter sie weggegeben hat. Ich gebe ihr sehr viel Liebe und sie hängt sehr an mir, aber sie braucht doch auch einen liebevollen Papa. Er aber kümmert sich sehr wenig um sie und betont immer wieder, es wäre für ihn ein grosser Unterschied zwischen Sohn und Tochter.
Er kann auch lieb zu ihr sein, aber diese Ausraster ab und an sind doch nicht gut für die Kleine...
Dazu kommt, dass beide Kinder sehr viel streiten. Mein Sohn lässt den Macker raushängen der so viel mehr weiss, und die Kleine provoziert den Bruder in einer Tour.

Bitte um Rat
Liebe Grüsse und Danke, Natura

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18. November 2012 um 21:09

Hey,
oh je, das ist ja wirklich ganz fürchterlich!
Das geht gar nicht. Ich weiß nicht, was ich Dir raten soll, aber Fakt ist auf jeden Fall, dass das eine Situation ist, die auf keinen Fall so bleiben darf! Die arme Kleine..... .

Ich bin selber Adoptivmama und habe auch ein leibliches Kind.Ich sehe und empfinde das genau wie Du.... Für mich gibt es da keinen Unterschied, für meinen Mann auch nicht und so muss es auch sein.
Auch wenn genau wie bei dir, unser Adoptivsohn wesentlich mehr fordert als unser leibliches Kind, so lieben wir sie dennoch alle gleich.
Dein Mann wird die Kleine damit komplett kaputt machen!!! Du darfst das nicht zulassen!!! Die Kleine hat eh schon eine Trennung hinter sich und ist für ihr Leben geprägt. Tu ihr das nicht an und setze sie nicht diesem Mann aus, der so stumpf ist und vor dem Kind sagt, dass er den Jungen mehr liebt.

Selbst, wenn es so ist, wofür man ihm noch nicht mal einen Vorwurf machen dürfte, denn nicht jeder kann ein fremdes Kind als sein eigenes annehmen, dennoch müßte er sich als Erwachsener zusammenreißen und dürfte sie das niemals spüren lassen. Dann hätte er nie ein Kind annehmen dürfen!!!
Du und vor allem die Kleine tut mir so leid, denn das ist echt fürchterlich und wenn die Kleine so aufwachsen muss, wird sie sich nie zu einer gesunden , glücklichen Persönlichkeit entwickeln können! Ehrlich, das kann kein Kind verkraften.

Bitte beschütze sie und unternimm was. Wenn Du sie wirklich liebst, musst Du für sie kämpfen und es tut mir leid, aber zur Not mußt Du Dich vo diesem Mann trennen. Ich weiß, das ist leichter gesagt als getan, aber ich würde das in so einem Fall auch tun.
Mein Mann ist beruflich auch sehr erfolgreich und hat unglaublich viel Stress. Es gab auch eine Zeit, in der er sehr genervt war und seinen Stress auch ein wenig an uns ausgelassen hat. Da habe ich ihm direkt die Pistole auf die Brust gesetzt und ich hätte ihn vor die Tür gesetzt, wenn er sich nicht sofort geändert hätte.

Ich bin die Mutter dieser kleinen Menschen und habe halt eben etwas empfindlichere Kinder, die erst recht keinen Ärger ,Stress und schlechte Gefühle mehr vertragen können. Es ist meine Aufgabe sie zu beschützen und aufzupassen, dass ihnen nichts schlechtes wiederfährt und sie zu glücklichen Erwachsenen heranwachsen können. Dafür werde ich alles tun und zur Not auch große Opfer bringen! Ich liebe meinen Mann über alles, doch sollte er oder irgend jemand anders das Wohlergehen meiner Kinder gefährden, werde ich dagegen angehen und zur Not Abstand von diesen Menschen nehmen.

Ich weiß, das hört sich sehr drastisch an, doch ich finde das ist die Aufgabe einer jeden Mutter und Adoptiveltern haben da noch eine viel schwierigere Aufgabe, denn ihre Kinder sind bereits traumatisiert!!!!!

Glaub mir, hier ist auch manchmal die Hölle los und das seit einigen Jahren, denn das mit unseren Kindern ist alles andere als leicht. Doch sie geben uns auch so viel zurück, daher schaffen wir das immer wieder. Du hast das hier gepostet, ich denke Du weißt, dass das so nicht geht....Du wirst schon die richtigen Entscheidungen treffen und wenn Du Deine Kinder bedingungslos liebst und für sie einstehst, wirst Du es irgendwann zurückbekommen!!! Völlig egal ob leiblich oder angenommen, Du bist ihre Mutter!!!

Ich wünsche Dir von Herzen viel Kraft um Deine Kleine zu beschützen und das Du es schaffst für Euch eine bessere Lebenssituation zu erschaffen, wie auch immer. Zur Not hol dir Hilfe!

Viele liebe Grüße
Mia

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