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Mein Mann wurde als Kleinkind adoptiert....

15. Mai 2011 um 11:21

... wie kann ich ihn verstehen? Ihm vielleicht helfen???

Ganz selten zeigt er mir eine wahnsinnig verletzte Seite von sich. Er erwähnt dann Einzelheiten von damals:

seine Mutter hätte ihn als so kleines Kind mit nur einem kleinen Koffer weggegeben, es wären fremde Leute (JA) gekommen und hätten ihn einfach mitgenommen.... etc.

Nach furchtbarer, einsamer Zeit im Heim, wurde er schon nach kurzer Zeit adoptiert.

Heute hat er zwar Kontakt zu seiner (evtl. Halb?) Schwester, aber zu seiner Mutter wünscht er absolut keinen. Seine restlichen 6 (!) Halbbrüder kennt er auch noch nicht.

Sie sind aber wohl alle ein wenig ohne Perspektive etc., sodass ein Besuch bei seiner Schwester ihn nur noch mehr traurig macht.

Es bricht mir das Herz ihn in solchen Momenten so traurig zu sehen. Wenn er mir unter Tränen so kurze Einblicke in sein Inneres gewährt will ich ihm unbedingt irgend etwas Gutes tun.

Aber ich weiß nicht wie?? Was kann man schon tun?? Er selbst sagt ich verstehe das sowieso nicht, könne es einfach nicht nachvollziehen.... Womit er wohl Recht hat....

Würde mich über ein paar Ratschläge bzw. Erfahrungsberichte von Adoptierten oder deren Bekannten sehr freuen

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1. Februar 2012 um 19:43

Verständnis
vielleicht hilft ihnen und vor allem auch ihrem mann ein buch, das mir vor einiger zeit meine schwiegermutter empfohlen hat. bruder und schwester von joanna trollope. einige nebengeschichten sind meiner ansicht nach überflüssig, aber die geschichte um die beiden adoptierten und deren angehörigen hat mich doch sehr bewegt und entspricht voll meinen empfindungen.
ich selber bin auch als baby adoptiert worden, bin immer mit dem bewusstsein der adoption liebevoll konfrontiert worden und meine adoptiveltern sind meine eltern geworden. trotzdem ist da immer etwas, jeden tag, es fehlt etwas...ich habe mich deshalb vor kurzem auf die suche gemacht - ende noch offen -
das problem sehe ich auf beiden seiten, das kind kommt auf die welt und erfährt als erstes ablehnung, die mutter unter welchen umständen sie das kind auch weggeben musste, tat dies meistens unter zwang und gegen ihren willen. es gibt diesen alten spruch, wer sich seiner vergangenheit nicht stellt, ist verdammt sie noch einmal zu erleben. nach langer überlegung und gesprächen mit meiner frau habe ich mich nun nach 42 jahren auf die suche gemacht, vielleicht werde ich enttäuscht und es tut weh, aber meinen leiblichen eltern habe ich schon lange verziehen - auch wenn diese das noch nicht wissen.
es ist wie eine angezogene handbremse mit der man durchs leben fährt...
ich wünsche ihnen und ihrem mann den mut sich weiter mit dem thema zu beschäftigen.
den schmerz, den ihr mann empfindet kann ich gut nachvollziehen. da kann einem auch der liebste ehepartner nicht helfen, da muss er selber ran und für sich eine entscheidung treffen, ob er den schmerz los werden will.
mit freundlichem gruß

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21. Dezember 2016 um 0:21
In Antwort auf hosea_12942938

Verständnis
vielleicht hilft ihnen und vor allem auch ihrem mann ein buch, das mir vor einiger zeit meine schwiegermutter empfohlen hat. bruder und schwester von joanna trollope. einige nebengeschichten sind meiner ansicht nach überflüssig, aber die geschichte um die beiden adoptierten und deren angehörigen hat mich doch sehr bewegt und entspricht voll meinen empfindungen.
ich selber bin auch als baby adoptiert worden, bin immer mit dem bewusstsein der adoption liebevoll konfrontiert worden und meine adoptiveltern sind meine eltern geworden. trotzdem ist da immer etwas, jeden tag, es fehlt etwas...ich habe mich deshalb vor kurzem auf die suche gemacht - ende noch offen -
das problem sehe ich auf beiden seiten, das kind kommt auf die welt und erfährt als erstes ablehnung, die mutter unter welchen umständen sie das kind auch weggeben musste, tat dies meistens unter zwang und gegen ihren willen. es gibt diesen alten spruch, wer sich seiner vergangenheit nicht stellt, ist verdammt sie noch einmal zu erleben. nach langer überlegung und gesprächen mit meiner frau habe ich mich nun nach 42 jahren auf die suche gemacht, vielleicht werde ich enttäuscht und es tut weh, aber meinen leiblichen eltern habe ich schon lange verziehen - auch wenn diese das noch nicht wissen.
es ist wie eine angezogene handbremse mit der man durchs leben fährt...
ich wünsche ihnen und ihrem mann den mut sich weiter mit dem thema zu beschäftigen.
den schmerz, den ihr mann empfindet kann ich gut nachvollziehen. da kann einem auch der liebste ehepartner nicht helfen, da muss er selber ran und für sich eine entscheidung treffen, ob er den schmerz los werden will.
mit freundlichem gruß

hallo ich kann den schmerz nachempfinden, den sie haben. aber auch die mutter die ihr kind zur adoption gegeben hat, leidet. ich bin so eine mutter, habe meinen sohn zur adoption gegeben und kann keinen kontakt mit ihm aufnehmen. diesen schmerz und diese fragen, habe ich das richtige getan, begleitet mich seit 47 Jahren. und man findet keine antwort. aber ich habe immer noch die hoffung, dass mein sohn mich sucht.

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