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Mein Sohn schafft mich, wie gehe ich damit um?

2. September 2015 um 19:54

Huhu!
Heute geht es mal um meinen Sohn. Er ist jetzt 3,5 Jahre.
Momentan hat er so viele Ausraster und ich kann echt schlecht damit umgehen.. er war ein Schreibaby, hatte einen starken stillen Reflux und musste bis vor einem Jahr Medikamente nehmen. Von seinem Wesen her ist er sehr sensibel und z.T. auch sehr empathisch (mehr, als es üblich ist, für sein Alter) und kognitiv eher weit entwickelt. Er ist gleichzeitig oft jähzornig und wütend. Er kann mit Kritik/Zurückweisung nicht umgehen. Wenn etwas nicht so läuft, wie immer oder wie er es sich gerade gedacht hat, rastet er völlig aus. Er haut und tritt und schreit so laut, dass man es nicht aushalten kann (seine Schreistimme ist sehr schrill) und gestern so krass, dass er fast erbrach. Er teilt viel aus (v.a. an die kleine Schwester), aber wenn sie sich wehrt, heult er sofort los.
Außerdem isst er momentan kaum etwas. Morgens trinkt er einen Becher Vollmilch. Frühstücken will er nicht (ich frühstücke auch erst nach dem Kaffee, das kenne ich also). Im kiga oder zuhause isst er wenig bis gar nichts. Obst isst er, kein Brot, kein Müsli, nichts. Mittag isst er auch eher schlecht als recht.
Nachmittag isst er Obst oder mal nen Keks. Abends dasselbe wiem mittags... Und vor dem Schlafen noch ne Milch.
Er ist sehr schlank (102cm, 14,5kg) aber gesund. Was mich nur fertig macht, ist, dass er essen würde, wenn ich ihn füttere. Seine Schwester (21 Monate) isst komplett selber. Er turnt rum, schreit irgendwann, bekleckert alles, ist völlig unkoordiniert. Früher konnte er das.
Essen kann ich momentan am Familientisch nichts mehr, ist mir zu stressig. Das schimpfen, zurechtweisen. Ignoriere ich ihn,turnt er auf dem Tisch.

Ist das normal in diesem Alter? Wie gehe ich denn damit um? Ich kenne mein Kind nicht mehr

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2. September 2015 um 20:36

Hm
ist er vielleicht hochsensibel? Und von irgendwas überfordert? Vielleicht zu viele Reize im Kiga oder irgendwas daheim?! Deine Beschreibung von ihm klingt für mich ein bisschen danach... Solche Kinder reagieren oft auch mit Wutausbrüchen etc. wenn sie überreizt sind...muss aber natürlich nicht sein, dass das der grund ist...

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2. September 2015 um 20:49
In Antwort auf mrsgofem

Hm
ist er vielleicht hochsensibel? Und von irgendwas überfordert? Vielleicht zu viele Reize im Kiga oder irgendwas daheim?! Deine Beschreibung von ihm klingt für mich ein bisschen danach... Solche Kinder reagieren oft auch mit Wutausbrüchen etc. wenn sie überreizt sind...muss aber natürlich nicht sein, dass das der grund ist...

Hm
Ich dachte schon öfter an hochsensibel.
der kiga hat erst vor zwei Tagen wieder angefangen, in den Ferien war es genauso.
Im kiga denke ich schon, dass es zu viele Reize sein können, v.a. weil er keine Ruhe hat mittags. Er schläft nicht mehr, ruht aber auch nicht. Aber ändern kann ich das nicht, ich fange am Fr wieder mit der Arbeit an. Beide gehen von 8:45-14 Uhr.
Falls Hochsensibilität im Spiel wäre, was kann ich dann machen? Weißt du das?

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2. September 2015 um 21:07

Könnte es auch sein,
dass du aufgrund eurer Vorgeschichte auf seine Trotzanfälle auch eher "inkonsequent" reagiert hast?
Ich bin ein Ausbund an Inkonsequenz und will hier garantiert nicht dafür plädieren, dass Kinder immer durch alles durch müssen.
Aber ich könnte mir gut vorstellen, dass man als Mutter bei einem Kind mit dieser Vorgeschichte automatisch immer auf Deeskalation achtet und daher sich auch die Spitze der Trotzphase nach hinten verlagert.
Ich weiß ja nicht, wie du auf seine Anfälle reagierst. Versuchst du zu erklären oder schaust du nur darauf, dass er möglichst schnell wieder runterkommt?
Außerdem ist es auch nicht soooo unüblich, dass ein Kind erst mit 3,5 Jahren die Hochphase des Ausflippens erlebt, wenn es eben nicht gerade schon mit knapp 2 angefangen hat.
Ist also eher schwierig, das von der Ferne zu beurteilen und ohne die ganze Geschichte zu kennen.

Bevor ich aber mir Gedanken über Hochsensibilität machen würde, die ich zwar absolut anerkenne, aber deren Rechtfertigung in der Gesellschaft extreme Hemmschwellen hat und man es mit ADHS leichter hat als damit, würde ich mich hinterfragen, was eventuell zu der aktuellen Situation geführt hat, warum ein 3,5-jähriger so reagiert, wie er reagiert.
Kiga ist da schon ein Ansatz. Der Übergang vom "Mittagschlafkind" zum "Ich halte den ganzen Tag durch"-Kind war bei uns auch immer eine extreme Umstellung, obwohl alle meine 3 Kinder zu dem Zeitpunkt schon "fremdbetreut" waren und das Ganze nicht auch noch in den Übergang zum Kiga-Kind passiert ist. Und manchmal tritt der "Stress" des Übergangs zum Kiga-Kind eben nicht kurz nach dem Eintritt in den Kindergarten ein, sondern manchmal auch erst später.

Außerdem wirkst du (und das meine ich ohne Vorwurf, auch wenn es gleich mal so klingt) auch etwas gestresst: Familientisch abschaffen, weil einer durchtickt? Da muss man durch. Bei uns tickt immer einer durch und am schlimmsten, wenn wir Besuch haben, obwohl man bei Kindern mit 16, 13 und knapp 6 Jahren davon ausgehen könnte, dass das auch mal funktionieren sollte. Neee, einer läuft immer aus dem Ruder...
Auch im Alltag... es gibt tolle Momente, wenn alle dankbar essen und sich über das Essen freuen und von ihrem Tag berichten und wir auch noch ewig sitzen bleiben, weil es gerade so nett ist und es gibt Tage, da würde ich am liebsten allen den Soßenlöffel auf dem Kopf auskippen, weil sie gerade am Durchdrehen sind. Und da ist es egal, was es zu Essen gibt, das ist dann einfach Tagesform...
Meine und die meines Mannes und die der Kinder.
Zieh das Ding durch und gib dir den Stress, gönn dir und deinem Mann im Notfall später noch einen schönen Nachschlag in Ruhe. Aber das "Abfüttern" der Kinder finde ich nicht schön...

Und wenn du sagst, dass er das früher konnte, dann wird er es wieder können. Dann hat er eben im Moment den Durchticker, egal aus welchen Gründen, es wird auch wieder kommen, dass er es kann. Und im Notfall darfst du ihn auch mal füttern. Vielleicht braucht er das... meiner will das auch manchmal noch, dabei wird er bald 6... ich finde das nicht so dramatisch... der ist auch öfter mal zu faul, den Rest vom Teller zu kratzen und wenn er dann zu mir sagt: "Fütter mich!", dann ist das was anderes, als wenn er sagt: "Hab keinen Hunger mehr!" Ersteres ist wirklich Faulheit, bei letzterem würde ich ihn nie dazu überreden, den Rest aufzuessen, wenn ich ihn füttere. Aber ich finde beim Füttern nichts dabei, so lange es eben nicht die Regel ist und auch keine Maßnahme, um den Teller leer zu kriegen. Es sind Kinder und ihre Bedürfnisse sollte man ernst nehmen. Die entsprechen öfter mal nicht dem Lehrbuch...
Und ganz ehrlich: Bevor ein 3,5-jähriger abends Milch trinkt, um einzuschlafen, darf man ihm echt auch das Abendessen füttern.

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2. September 2015 um 21:47
In Antwort auf paditax

Könnte es auch sein,
dass du aufgrund eurer Vorgeschichte auf seine Trotzanfälle auch eher "inkonsequent" reagiert hast?
Ich bin ein Ausbund an Inkonsequenz und will hier garantiert nicht dafür plädieren, dass Kinder immer durch alles durch müssen.
Aber ich könnte mir gut vorstellen, dass man als Mutter bei einem Kind mit dieser Vorgeschichte automatisch immer auf Deeskalation achtet und daher sich auch die Spitze der Trotzphase nach hinten verlagert.
Ich weiß ja nicht, wie du auf seine Anfälle reagierst. Versuchst du zu erklären oder schaust du nur darauf, dass er möglichst schnell wieder runterkommt?
Außerdem ist es auch nicht soooo unüblich, dass ein Kind erst mit 3,5 Jahren die Hochphase des Ausflippens erlebt, wenn es eben nicht gerade schon mit knapp 2 angefangen hat.
Ist also eher schwierig, das von der Ferne zu beurteilen und ohne die ganze Geschichte zu kennen.

Bevor ich aber mir Gedanken über Hochsensibilität machen würde, die ich zwar absolut anerkenne, aber deren Rechtfertigung in der Gesellschaft extreme Hemmschwellen hat und man es mit ADHS leichter hat als damit, würde ich mich hinterfragen, was eventuell zu der aktuellen Situation geführt hat, warum ein 3,5-jähriger so reagiert, wie er reagiert.
Kiga ist da schon ein Ansatz. Der Übergang vom "Mittagschlafkind" zum "Ich halte den ganzen Tag durch"-Kind war bei uns auch immer eine extreme Umstellung, obwohl alle meine 3 Kinder zu dem Zeitpunkt schon "fremdbetreut" waren und das Ganze nicht auch noch in den Übergang zum Kiga-Kind passiert ist. Und manchmal tritt der "Stress" des Übergangs zum Kiga-Kind eben nicht kurz nach dem Eintritt in den Kindergarten ein, sondern manchmal auch erst später.

Außerdem wirkst du (und das meine ich ohne Vorwurf, auch wenn es gleich mal so klingt) auch etwas gestresst: Familientisch abschaffen, weil einer durchtickt? Da muss man durch. Bei uns tickt immer einer durch und am schlimmsten, wenn wir Besuch haben, obwohl man bei Kindern mit 16, 13 und knapp 6 Jahren davon ausgehen könnte, dass das auch mal funktionieren sollte. Neee, einer läuft immer aus dem Ruder...
Auch im Alltag... es gibt tolle Momente, wenn alle dankbar essen und sich über das Essen freuen und von ihrem Tag berichten und wir auch noch ewig sitzen bleiben, weil es gerade so nett ist und es gibt Tage, da würde ich am liebsten allen den Soßenlöffel auf dem Kopf auskippen, weil sie gerade am Durchdrehen sind. Und da ist es egal, was es zu Essen gibt, das ist dann einfach Tagesform...
Meine und die meines Mannes und die der Kinder.
Zieh das Ding durch und gib dir den Stress, gönn dir und deinem Mann im Notfall später noch einen schönen Nachschlag in Ruhe. Aber das "Abfüttern" der Kinder finde ich nicht schön...

Und wenn du sagst, dass er das früher konnte, dann wird er es wieder können. Dann hat er eben im Moment den Durchticker, egal aus welchen Gründen, es wird auch wieder kommen, dass er es kann. Und im Notfall darfst du ihn auch mal füttern. Vielleicht braucht er das... meiner will das auch manchmal noch, dabei wird er bald 6... ich finde das nicht so dramatisch... der ist auch öfter mal zu faul, den Rest vom Teller zu kratzen und wenn er dann zu mir sagt: "Fütter mich!", dann ist das was anderes, als wenn er sagt: "Hab keinen Hunger mehr!" Ersteres ist wirklich Faulheit, bei letzterem würde ich ihn nie dazu überreden, den Rest aufzuessen, wenn ich ihn füttere. Aber ich finde beim Füttern nichts dabei, so lange es eben nicht die Regel ist und auch keine Maßnahme, um den Teller leer zu kriegen. Es sind Kinder und ihre Bedürfnisse sollte man ernst nehmen. Die entsprechen öfter mal nicht dem Lehrbuch...
Und ganz ehrlich: Bevor ein 3,5-jähriger abends Milch trinkt, um einzuschlafen, darf man ihm echt auch das Abendessen füttern.

Danke für deine ausführliche antwort
Hm... Ich bin eigentlich ein sehr konsequenter Typ. Trotzanfälle, die schon mit 20 Monaten begannen, habe ich ausgesessen. Ich habe ihm viel erklärt. oft funktionierte das. Momentan nicht mehr. Da wird mir, wenn ich mich auf Augenhöhe begebe, ins Gesicht gehauen. Wenn es um Grundsatzdinge ging, Beispiel "beim Laufradfahren wird aufs Wort gehört", auch Schreitiraden auf dem Heimweg in Kauf genommen, wenn er nicht hörte. ich kann das. Ich bin meist liebevoll konsequent, erklärend. Manchmal geht das nicht, da "muss" ich laut werden. Ich bin auch nur ein Mensch.

Ja, ich bin gestresst. Sehr sogar. Gerade, wenn es ums Essen geht. Ich bin selbst sehr dünn und kann gestresst nicht essen, mir wird schlecht, es geht nicht. Im schlimmsten Fall bekomme ich direkt Durchfall. Deswegen vermeide ich das "mitessen", weil es mir dann noch schlechter geht, ich noch gestresster bin. Wenn du mir schreibst, deine Kinder ticken noch immer aus, bin ich einerseits beruhigt, andererseits denke ich mir: neiiiiiin, hört das nie auf????

Weißt du, das füttern stresst mich nur so, weil ich nicht verstehen kann, warum er nicht einfach isst. Er muss ja Hunger haben. Dass er die Milch abends trinkt, ist einfach ein Überbleibsel wie sein restliches Ritual abends, es ist nicht, um ihm zu sättigen in dem Sinn. Immer dasselbe, seit 2 Jahren. Muss so sein.

Er geht seit 2,5 Jahren in den kiga und hat jetzt die Gruppe gewechselt, zu den Großen sozusagen. Hat es was damit zu tun? Und wenn, wie kann ich helfen? Ach Mann, ich weiß ja, dass alles mal vorbei geht, aber puuuh.. wirklich...

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2. September 2015 um 22:16

Zu den
Essgewohnheiten. Du sagst, du bist selbst dünn, stressanfällig was Essen anbelangt und isst auch nicht mit. Vielleicht ist dein Sohn einfach genauso.
So lange der Kinderarzt nicht Alarm schlägt, würde ich entweder füttern (das geht auch wieder vorbei) oder es aussitzen.

Die anderen Verhaltensweisen, klingen für mich nach Autonomiephase. Sich selbst ausprobieren, den eigenen Willen erkennen und durchsetzen wollen.

Ich denke, das dauert noch an.
Letztens hat mein Kind einfach ein Glas Wasser auf dem Boden ausgekippt, weil er lieber Milch haben wollte. Wir haben es ignoriert. Das hat ihn äußerst irritiert, weil er auf Reaktion gehofft hat. Gab es aber nicht. Am Ende hat er es sogar selbst weggewischt, weil er wusste, dass das nicht ok war.

Ich denke, vieles in der Kindererziehung ist try and error, was einmal klappt, muss nicht beim nächsten Mal klappen, jedes Kind ist individuell.

Konsequent sein, bei Dingen, die einem selbst wichtig sind, da gibt es kein pardon. Weich sein, wenn man selbst nicht wirklich dahinter steht, dort sind auch Diskussionen drin.

Partizipation im Alltag. Aber nicht alle Entscheidungen dem Kind überlassen, das stresst sonst beide Seiten.

Und vielleicht Oropax

Gute Nerven wünsche ich dir.

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