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Möchte gerne voll stillen, Milchmenge reicht nicht. Was tun?

26. Februar 2005 um 11:51

Hallöchen zusammen.

Am 18.02.2005 ist unser 2. Kind geboren worden.
Leider musste er per Kaiserschnitt geholt werden.
Man sagte mir, dass der Milcheinschuss nach der OP immer etwas länger dauert und dass ich mit Geduld und viel Trinken die Sache schon ins Rollen bringe.
Die ersten Tage im KH habe ich dann mit einem Milchersatz überbrückt und den Kleinen beinahe stündlich angelegt - dazu etwa 4l getrunken. Jetzt, nach einer Woche kommen aber trotzdem nicht mehr als etwa 40 ml von beiden Seiten zusammen. Sein Bedarf an Pre-Milch, die er hier zuhause bekommt, liegt aber schon bei ca. 70 ml alle 3 1/2 Stunden.

Was soll ich noch tun???

Wenn ich den Kleinen VOR dem Fläschchen anlege, schläft er nach wenigen Zügen ein, obwohl er vorher vor Hunger Mord und Brand geschrien hat. Dabei bekommt er die Flaschennahrung auch nur aus dem kleinsten Sauger.

Bin schon etwas verzweifelt, weil ich nach dem ungewollten Kaiserschnitt wenigstens das Stillen, was bei meiner Tochter vor 3 Jahren auch schon nicht so klappte, auf die Reihe kriegen möchte.

Es ist auch nicht so, dass ich mir jetzt irgendwelchen zusätzlichen Stress mache, den ich vermeiden sollte.
Lebe momentan einfach so in den Tag hinein - ohne viel Besuch oder Verpflichtungen.
Mein Mann hat noch 2 Wochen Urlaub und kümmert sich um die Große, sodass ich eigentlich total relaxed bin.

Wäre schön, wenn ihr mir eure Erfahrungen mitteilen könntet und vielleicht einige brauchbare Tipps für uns habt.

Vielen Dank.

LG, Sonja mit Kilian.

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27. Februar 2005 um 19:12

Hmmm
Schwierig Dir da was zu raten. Habe aber auch zweierlei Erfahrung. Bei meinem ersten Kind, konnte ich trotz normaler Geburt nicht stillen. Ich hatte einfach zu wenig Milch. Jetzt beim zweiten Kind, stille ich seit fast 4 Monaten voll. Trotz Notkaiserschnitt. Trinken tu ich auch nach wie vor sehr viel. Sprich doch mal mit Deiner Hebamme, vielleicht weiß die noch ein gutes Hausmittelchen.

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28. Februar 2005 um 11:07

Hallo Sonja,
schön von Dir zu hören, auch wenn der Anlass etwas unschön ist, ... Gratuliere Dir trotzdem von Herzen zu Eurem Kilian!
Das mit der zuwenigen Milch hatte ich bei meiner Großen auch mal, sie hatte einen zu guten Schlaf und wir kamen in einen Teufelskreis aus Schlafen, zu schwach zum Trinken sein und nicht zunehmen bzw abnehmen, nachdem uns der Kinderarzt, als sie nicht mehr an der Brust trinken wollte, zum Fläschchen geraten hatte...
Geholfen hat mit eine Stillberaterin der La Leche Liga (Kosten werden komplett von der Kasse übernommen) und konkret ein sog. Brusternährungsset von Medela (PZN 3482436). Das ist ein Fläschchen, in das ein wenig Zusatz-milch (abgepumpte MuMilch oder Fertignahrung) kommt. Die Flasche hängt frau sich um und aus dem Fläschchen kommen zwei sehr dünne Silikonschläuchlein, die so auf der Brust festgeklebt werden, daß ein Stückchen in den Mund des Kindes ragt. Du kannst die Milchflußmenge regulieren. Wenn Du merkst, daß der Milchflussreflex einsetzt, klemmst Du das Schläuchlein ab, stillst immer beide Seiten und nach und nach erhöht sich Deine Milchmenge und die benötigte Zusatzmenge reduziert sich.
Klingt alles kompliziert, geht aber eigentlich ganz einfach. Die Hebamme zeigt Dir genau, wie das geht. Ich habe das etwa 4 Wochen gemacht(begonnen mit ca. 2,5 Mon), dann konnte ich wieder voll stillen. Insgesamt habe ich dann neun Monate gestillt, bis meine Tochter nicht mehr wollte.
Ich wünsche Euch viel Erfolg und schicke Dir extra-dicke Grüße!
Phyllis

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28. Februar 2005 um 13:19

Wenn Du
das Kind zusätzlich mit Fertignahrung fütterst, ist die Gefahr groß, daß die Milch nie reichen wird!

Dein Körper produziert ja immer nur so viel Milch, wie vom Baby "angefordert" wird. Wenn Du Pre-Nahrung zufütterst, erhöht sich die von Dir produzierte Menge ja nicht.
Ich würde die zusätzliche Nahrung einfach mal weglassen, bzw. zumindest drastisch reduzieren und einfach tatsächlich voll stillen (was Du ja von Anfang an gar nicht gemacht hast).
Da muß man zwar die erste Zeit vielleicht jede Stunde stillen, aber nach einigen Tagen reguliert sich das von ganz alleine.

Den Tip, eine Stillberaterin in Anspruch zu nehmen, finde ich ebenfalls gut - das würde ich sicher in so einer Situation auch machen.

Gruß, harter Kern

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28. Februar 2005 um 17:56
In Antwort auf leta_12706627

Hallo Sonja,
schön von Dir zu hören, auch wenn der Anlass etwas unschön ist, ... Gratuliere Dir trotzdem von Herzen zu Eurem Kilian!
Das mit der zuwenigen Milch hatte ich bei meiner Großen auch mal, sie hatte einen zu guten Schlaf und wir kamen in einen Teufelskreis aus Schlafen, zu schwach zum Trinken sein und nicht zunehmen bzw abnehmen, nachdem uns der Kinderarzt, als sie nicht mehr an der Brust trinken wollte, zum Fläschchen geraten hatte...
Geholfen hat mit eine Stillberaterin der La Leche Liga (Kosten werden komplett von der Kasse übernommen) und konkret ein sog. Brusternährungsset von Medela (PZN 3482436). Das ist ein Fläschchen, in das ein wenig Zusatz-milch (abgepumpte MuMilch oder Fertignahrung) kommt. Die Flasche hängt frau sich um und aus dem Fläschchen kommen zwei sehr dünne Silikonschläuchlein, die so auf der Brust festgeklebt werden, daß ein Stückchen in den Mund des Kindes ragt. Du kannst die Milchflußmenge regulieren. Wenn Du merkst, daß der Milchflussreflex einsetzt, klemmst Du das Schläuchlein ab, stillst immer beide Seiten und nach und nach erhöht sich Deine Milchmenge und die benötigte Zusatzmenge reduziert sich.
Klingt alles kompliziert, geht aber eigentlich ganz einfach. Die Hebamme zeigt Dir genau, wie das geht. Ich habe das etwa 4 Wochen gemacht(begonnen mit ca. 2,5 Mon), dann konnte ich wieder voll stillen. Insgesamt habe ich dann neun Monate gestillt, bis meine Tochter nicht mehr wollte.
Ich wünsche Euch viel Erfolg und schicke Dir extra-dicke Grüße!
Phyllis

Hallo...
Vielen Dank für die Glückwünsche und natürlich die Tipps, die du mir hier mit auf den Weg gegeben hast.
Stimmt, das hört sich echt etwas kompliziert an, aber wenn's hilft, ist das doch viel wert.
Rundumbetreuung durch meine Hebamme habe ich sowieso - sie ist nämlich meine Schwiegermama.
Aber von dieser Methode hat sie mir noch nix verraten, so dass ich davon ausgehe, dass sie das auch gar nicht kennt. Na, ich werde sie gleich mal fragen, wenn sie zur Nachsorge kommt.

Ansonsten schicke ich auch erstmal ganz liebe Grüße und ein fettes Dankeschön zurück.

Bis dann. Sonja.

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28. Februar 2005 um 18:12
In Antwort auf megan_12750002

Wenn Du
das Kind zusätzlich mit Fertignahrung fütterst, ist die Gefahr groß, daß die Milch nie reichen wird!

Dein Körper produziert ja immer nur so viel Milch, wie vom Baby "angefordert" wird. Wenn Du Pre-Nahrung zufütterst, erhöht sich die von Dir produzierte Menge ja nicht.
Ich würde die zusätzliche Nahrung einfach mal weglassen, bzw. zumindest drastisch reduzieren und einfach tatsächlich voll stillen (was Du ja von Anfang an gar nicht gemacht hast).
Da muß man zwar die erste Zeit vielleicht jede Stunde stillen, aber nach einigen Tagen reguliert sich das von ganz alleine.

Den Tip, eine Stillberaterin in Anspruch zu nehmen, finde ich ebenfalls gut - das würde ich sicher in so einer Situation auch machen.

Gruß, harter Kern

Dass sich...
... die Milchmenge beim Zufüttern nur schwerlich anpassen kann, ist mir bekannt. War auch willig, so viel Geduld aufzubringen bis es klappt. Aber das war bis dahin die Theorie. Praxis sieht bekanntlich anders aus.
Das Problem ist nämlich, dass unsere Alltagssituation einen so straffen Stillrhythmus einfach nicht zulässt. Jede Stunde anlegen geht nicht.
Im Moment dreht sich ohnehin fast alles um den Kleinen und ich darf bei aller Liebe und Fürsorge meine Tochter nicht vergessen, die mit ihren knapp 3 Jahren große Schwierigkeiten hat, sich in ihrer neuen Rolle zurecht zu finden.
Stillen schön und gut.
Aber Nerven, die blank liegen, weil das Kind permanent vor Hunger schreit und dann zu erschöpft zum Trinken ist, Schlafmangel und dazu noch eine Tochter, die sich vernachlässigt fühlt...

Irgendwie muss ich mich auch erst in meiner eigenen Rolle als nun zweifache Mama zurecht finden.
Daher möchte ich diese Anfangsphase so stressfrei wie möglich überbrücken.
Danke dir aber für deinen Tipp mit der Stillberterin.
Denke, das wird meine nächste Anlaufstelle.

Liebe Grüße. Sonja.

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28. Februar 2005 um 22:54
In Antwort auf arlene_12919222

Dass sich...
... die Milchmenge beim Zufüttern nur schwerlich anpassen kann, ist mir bekannt. War auch willig, so viel Geduld aufzubringen bis es klappt. Aber das war bis dahin die Theorie. Praxis sieht bekanntlich anders aus.
Das Problem ist nämlich, dass unsere Alltagssituation einen so straffen Stillrhythmus einfach nicht zulässt. Jede Stunde anlegen geht nicht.
Im Moment dreht sich ohnehin fast alles um den Kleinen und ich darf bei aller Liebe und Fürsorge meine Tochter nicht vergessen, die mit ihren knapp 3 Jahren große Schwierigkeiten hat, sich in ihrer neuen Rolle zurecht zu finden.
Stillen schön und gut.
Aber Nerven, die blank liegen, weil das Kind permanent vor Hunger schreit und dann zu erschöpft zum Trinken ist, Schlafmangel und dazu noch eine Tochter, die sich vernachlässigt fühlt...

Irgendwie muss ich mich auch erst in meiner eigenen Rolle als nun zweifache Mama zurecht finden.
Daher möchte ich diese Anfangsphase so stressfrei wie möglich überbrücken.
Danke dir aber für deinen Tipp mit der Stillberterin.
Denke, das wird meine nächste Anlaufstelle.

Liebe Grüße. Sonja.

Hallo Sonja!
Ich bin auch zweifache Mutter und daß man das Erstgeborene nicht völlig aus den Augen verlieren darf, ist mir schon klar.

Dennoch denke ich, daß es für Dein Neugeborenes wichtig ist, daß Du die ersten Wochen Zeit und Ruhe hast, um derartige Anpassungsprobleme zu bewältigen.
Du hast doch Deinen Mann zuhause und vielleicht auch noch Großeltern in der Nähe, die sich in dieser Phase verstärkt um die "Große" kümmern können.

Einen ähnlichen Stillrhythmus gibts doch auch immer wieder, wenn das Kind einen Wachstumsschub hat, so daß man wieder ein paar Tage das Gefühl hat, rund um die Uhr stillen zu müssen, bis sich die Milchmenge angepaßt hat...

Mit ein paar liebevollen Erklärungen verstehen die älteren Geschwister meist auch recht gut, daß das Baby die Mama im Moment dringender braucht und daß es in absehbarer Zeit aber wieder besser wird.
Da müssen ja nun alle Geschwister irgendwie durch.

Daß die Nerven blank liegen, kann aber auch wieder nicht Sinn der Sache sein!

Wenn Du die Phasen der Anpassung im Milchfluß nicht halbwegs mit Ruhe durchstehen kannst (ganz ohne Streß gehts wohl fast nie), solltest Du vielleicht schon vorsichtig andenken, doch aufs Stillen zu verzichten.
Ich glaube, eine ruhige und ausgeglichene Mutter ist für beide Kinder allemal besser, als Stillen um jeden Preis.

Liebe Grüße, harter Kern

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1. März 2005 um 8:12
In Antwort auf arlene_12919222

Hallo...
Vielen Dank für die Glückwünsche und natürlich die Tipps, die du mir hier mit auf den Weg gegeben hast.
Stimmt, das hört sich echt etwas kompliziert an, aber wenn's hilft, ist das doch viel wert.
Rundumbetreuung durch meine Hebamme habe ich sowieso - sie ist nämlich meine Schwiegermama.
Aber von dieser Methode hat sie mir noch nix verraten, so dass ich davon ausgehe, dass sie das auch gar nicht kennt. Na, ich werde sie gleich mal fragen, wenn sie zur Nachsorge kommt.

Ansonsten schicke ich auch erstmal ganz liebe Grüße und ein fettes Dankeschön zurück.

Bis dann. Sonja.

Das ist ja praktisch-
die Hebamme in der Familie...
Wenn man sich gut versteht muß das klasse sein. Mir hat man beim ersten Kind, was das Stillen betraf, soviel (negativ) reingeredet, daß es nur schwierig werden konnte.
Unseren Kleinen habe ich dann (er hat Zusatznahrung bis zum ersten Lebensjahr komplett verweigert) phasenweise auch stündlich gestillt! Zum Teil über Wochen. Im Nachhinein frag ich mich, wie wir (nicht nur ich, sondern auch mein Mann, der mir anfangs den Kleinen nachts zum Stillen immer brachte und meine Tochter, die gut 2 1/2 Jahre älter ist, also eigentlich auch noch ziemlich klein - und mußte auf einmal "Große" sein!) das geschafft haben...
Unsere Tochter fragte so etwa nach zwei Monaten, ob wir ihren Bruder nicht zurückgeben oder wenigstens umtauschen könnten, man könne mit ihm ja weder spielen noch reden, er schlafe, trinke und spucke ja bloß... Irgendwie hatte sie sich das so ganz anders vorgestellt! Es dauert ne ganze Weile, die Umstellung von einem zu zwei Kinder ist echt anstrengend, aber dann ist es richtig schön - bei uns zumindest, sie spielen und singen und machen Unfug zusammen und haben sich richtig lieb - was nicht heißt, das nicht auch die Fetzen fliegen!
Ich wünsche Dir alles Gute und würde mich freuen, wieder etwas von Dir zu hören (resp. lesen).
Laßt es Euch gut gehen und seid lieb gegrüßt von
Phyllis

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