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Nach vielen Jahren...kam nun ein Anruf! Es soo aufregend.

19. Juni 2007 um 12:27

Hallo ihr lieben,

ich habe vor vielen Jahren mein Kind direkt nach der Geburt zur Adoption freigegeben. Ich habe damals niemandem etwas gesagt, die Schwangerschaft wohl als Versagen empfunden und bis zum Schluß verheimlicht. Durch die Geburt kam es nur im engsten Familienkreis heraus, meine Eltern fielen aus allen Wolken. Über die Adoption haben wir all die Jahre nicht mehr gesprochen.

Inzwischen bin ich wieder Mutter von zwei Kindern, habe eine "heile" Familie.

Nun kam am Wochenende der Anruf: "Endlich habe ich dich gefunden..." Und es war einfach wunderbar. Soviel Herzlichkeit, Ehrlichkeit, Neugier, Aufgeschlossenheit und keinerlei Vorwürfe. Mein Herz flatterte das ganze Wochenende. Meine Tochter hatte eine schöne Kindheit, wuchs mit dem Wissen über die Adoption auf. Und wir tauschten Fotos aus. Sie sieht mir sooo ähnlich. Der Hammer. Meine jetzigen Kinder kommen eher nach ihren Papi.

Ja, nun muß ich noch meinen Kindern von ihrer großen Schwester berichten...ich glaube, daß tue ich heute Nachmittag! Bin so aufgeregt.

Einem persönlichen Treffen liegt auch nichts im Wege, höchstens die Entfernung.

Ganz interessant ist auch, wie normal ich mit meinen Eltern darüber reden konnte...wäre es damals so gewesen, während der Schwangerschaft, hätte es alles anders kommen können.

Aber es ist gut so, wie es ist. Alle sind glücklich. Besonders die Adoptiveltern, die haben sich bedankt für dieses unbezahlbare Geschenk!

Gibt es hier nun Leute, die ähnliches erlebt haben??
Freue mich über einen regen Gedankenaustausch!!

Eure Mamanke

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19. Juni 2007 um 16:14

Das ist wirlklich eine freudige Geschichte, die das Leben schrieb!
Hallo Mamanke,

ich freue mich immer so sehr, wenn Herkuntseltern ihre Kinder wiederfinden und umgekehrt. In meiner Gruppe begleite ich auch Herkunftseltern und Adoptierte "die auf der Suche sind" und es ist oft ein steiniger und tränenreicher Weg.
Gut auch, dass die Adoptiveltern wissen, von wem das Kind kommt, das ihnen anvertraut wurde und offen dafür sind.

Alles Liebe für Euch alle,
Claudia

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20. Juni 2007 um 9:09

Re: Adoption
Schwieriges Thema, aber nun muß ich auch mal was dazu sagen:

Klar ist es in diesem Fall wunderbar gelaufen und alle Beteiligten sind happy und freuen sich auf ein Treffen - wenn es so ist, ganz toll!!!

Ich bin selbst ein Adoptivkind, und ich möchte NIE NIE NIE Kontakt zu meinen "Erzeugern" haben - denn ich habe schon Eltern, die ich und die mich über alles lieben!
Eltern wird man doch nicht nur durch den Zeugungsakt, sondern dadurch, daß man für das Kind da ist, sei es wenn es krank ist, Probleme hat oder was auch immer. Was verleitet manche Leute dazu (in dem Fall natürlich nicht die Adoptierten, sondern diejenigen, die das Baby weggegeben haben) nach Jahren so mir nicht, dir nichts in das Leben eines anderen hineinzuschneien und zu sagen: hallo, hier ist Mama?! Finde ich echt vermessen...

Ich für meinen Teil werde mit Sicherheit nie nach meinen Erzeugern suchen (obwohl ich ziemlich viel von ihnen weiß und es bestimmt machbar wäre)!

LG Kessa

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20. Juni 2007 um 12:03
In Antwort auf lilou_12090907

Re: Adoption
Schwieriges Thema, aber nun muß ich auch mal was dazu sagen:

Klar ist es in diesem Fall wunderbar gelaufen und alle Beteiligten sind happy und freuen sich auf ein Treffen - wenn es so ist, ganz toll!!!

Ich bin selbst ein Adoptivkind, und ich möchte NIE NIE NIE Kontakt zu meinen "Erzeugern" haben - denn ich habe schon Eltern, die ich und die mich über alles lieben!
Eltern wird man doch nicht nur durch den Zeugungsakt, sondern dadurch, daß man für das Kind da ist, sei es wenn es krank ist, Probleme hat oder was auch immer. Was verleitet manche Leute dazu (in dem Fall natürlich nicht die Adoptierten, sondern diejenigen, die das Baby weggegeben haben) nach Jahren so mir nicht, dir nichts in das Leben eines anderen hineinzuschneien und zu sagen: hallo, hier ist Mama?! Finde ich echt vermessen...

Ich für meinen Teil werde mit Sicherheit nie nach meinen Erzeugern suchen (obwohl ich ziemlich viel von ihnen weiß und es bestimmt machbar wäre)!

LG Kessa

Jeder hat andere Hintergründe
Liebe Kessa,

vielen Dank, dass Du Deine Erfahrungen mit uns teilst. Persönlich freue ich mich für jedes geglückte Wiedersehen, wenn es denn beide Parteien wollen.
Dadurch, dass ich sowohl Adoptierte als auch Herkunftseltern durch mein Engagement immer wieder mal auf ihrem Weg -ihrer Suche- mitbegleiten darf, weiss ich, welch bunte und vielfältige Geschichten das Leben schreibt und wieviele Gefühle und Hintergründe eine Rolle spielen.

Was mich als Adoptiv- und Pflegemutter sehr stärkt ist, dass sich meine mir anvertrauten Kinder auch nach ihrer Herkunft fragen trauen, weil sie sich uns als Adoptiv- bzw. Pflegeeltern nicht "verpflichtet" fühlen, uns als die "einzig wahren Eltern" anzusehen.
Unsere Pflegetochter freut sich z.B. immer sehr, wenn ihre Mami zu Besuch kommt und ich freue mich, dass sie sich freut.

Alles Gute Dir!
Claudia

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20. Juni 2007 um 14:46
In Antwort auf lyall_12038527

Jeder hat andere Hintergründe
Liebe Kessa,

vielen Dank, dass Du Deine Erfahrungen mit uns teilst. Persönlich freue ich mich für jedes geglückte Wiedersehen, wenn es denn beide Parteien wollen.
Dadurch, dass ich sowohl Adoptierte als auch Herkunftseltern durch mein Engagement immer wieder mal auf ihrem Weg -ihrer Suche- mitbegleiten darf, weiss ich, welch bunte und vielfältige Geschichten das Leben schreibt und wieviele Gefühle und Hintergründe eine Rolle spielen.

Was mich als Adoptiv- und Pflegemutter sehr stärkt ist, dass sich meine mir anvertrauten Kinder auch nach ihrer Herkunft fragen trauen, weil sie sich uns als Adoptiv- bzw. Pflegeeltern nicht "verpflichtet" fühlen, uns als die "einzig wahren Eltern" anzusehen.
Unsere Pflegetochter freut sich z.B. immer sehr, wenn ihre Mami zu Besuch kommt und ich freue mich, dass sie sich freut.

Alles Gute Dir!
Claudia

Ich habe nicht gesucht, sondern wurde gefunden
Liebe Kessa,

in meinem Fall ist es doch so, daß sich meine Tochter von ganz alleine gemeldet hat, ihre Adoptiveltern stehen auch hinter ihr. Ich hatte zwar auch schon überlegt, dem Jugendamt neue Adresse etc. mitzuteilen, um ihre eventuelle Suche zu vereinfachen.
Wenn wir uns wirklich näher kennen lernen, dann werde ich auf keinen Fall so etwas wie eine Mutterrolle übernehmen wollen, eher eine Freundin. Viel wichtiger erscheint mir die Geschwisterbeziehung, die kann nun wirklich noch aus tiefstem Herzen entstehen.
Ich werde mich auch niemals aufdrängen, immer auf ein Zeichen warten und darauf reagieren.
Ich weiß auch, daß die Pflegeeltern mich als leibliche Mutter durchaus kennenlernen wollen würden. Und diese Einstellung finde ich einfach vernünftig, reif und trotzdem auch mutig. Soviel ich weiß, haben die Eltern eine ähnliche Lebensaufassung, damals konnte ich mich zwischen mehreren Eltern (deren gesellsch. Stellung/Beruf wurde genannt) entscheiden, und darunter waren auch welche, die in der selben Branche wie ich tätig sind.
Aber erstmal abwarten.

Vielen Dank für eure lieben Antworten und ich melde mich wieder, wenns neues gibt.

Mamanke

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20. Juni 2007 um 17:46
In Antwort auf kailee_12484843

Ich habe nicht gesucht, sondern wurde gefunden
Liebe Kessa,

in meinem Fall ist es doch so, daß sich meine Tochter von ganz alleine gemeldet hat, ihre Adoptiveltern stehen auch hinter ihr. Ich hatte zwar auch schon überlegt, dem Jugendamt neue Adresse etc. mitzuteilen, um ihre eventuelle Suche zu vereinfachen.
Wenn wir uns wirklich näher kennen lernen, dann werde ich auf keinen Fall so etwas wie eine Mutterrolle übernehmen wollen, eher eine Freundin. Viel wichtiger erscheint mir die Geschwisterbeziehung, die kann nun wirklich noch aus tiefstem Herzen entstehen.
Ich werde mich auch niemals aufdrängen, immer auf ein Zeichen warten und darauf reagieren.
Ich weiß auch, daß die Pflegeeltern mich als leibliche Mutter durchaus kennenlernen wollen würden. Und diese Einstellung finde ich einfach vernünftig, reif und trotzdem auch mutig. Soviel ich weiß, haben die Eltern eine ähnliche Lebensaufassung, damals konnte ich mich zwischen mehreren Eltern (deren gesellsch. Stellung/Beruf wurde genannt) entscheiden, und darunter waren auch welche, die in der selben Branche wie ich tätig sind.
Aber erstmal abwarten.

Vielen Dank für eure lieben Antworten und ich melde mich wieder, wenns neues gibt.

Mamanke

Re: "Ich habe nicht gesucht, sondern wurde gefunden"
Hallo Mamanke,

so auch meine Erfahrungen, die ich mit meiner Gruppe bisher (ca. 5 Jahre) gemacht habe:
meistens geht die Suche von den Adoptierten selbst aus (derzeit habe ich ein Verhältnis von etwa 70%:30%).
In den meisten mir bekannten Fällen (Achtung, das ist meine subjektive Erfahrung, ich weiss nicht, wie es in anderen Gruppen ist) ist die Adoptionsfreigabe aus sehr tragischen Gründen seitens der Herkunftsmütter efolgt. Oftmals auch, weil ihnen zu wenig Hilfsangebote gemacht wurden und seitens von Institution zur Adoption geraten wurden, bevor man sie mit anderen Möglichkeiten vertraut gemacht hat.

Das Konkurrenzdenken über die Mutterrolle (das auch oft von den annehmenden Eltern ausgeht) kann einem Adoptierten in Gewissenskonflikte bringen, die dann dazu führen, dass er sich seiner Herkunftssuche schämt und sich den Adoptiveltern nicht mitteilen möchte.

Ich bin froh, dass ich das zumindest meiner Pflegetochter ersparen kann. Meine Adoptivtochter ist leider ein Findelkind, bei dem wir zumdindest den Kontakt zu einer ihrer früheren Pflegerinnen halten konnten, die sie von kleinauf kennt.

Das schweift jetzt allerdings vom Thema ab.
Ich würde mich freuen, wenn Du weiter berichtest!
Claudia

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20. Juni 2007 um 21:38
In Antwort auf lyall_12038527

Re: "Ich habe nicht gesucht, sondern wurde gefunden"
Hallo Mamanke,

so auch meine Erfahrungen, die ich mit meiner Gruppe bisher (ca. 5 Jahre) gemacht habe:
meistens geht die Suche von den Adoptierten selbst aus (derzeit habe ich ein Verhältnis von etwa 70%:30%).
In den meisten mir bekannten Fällen (Achtung, das ist meine subjektive Erfahrung, ich weiss nicht, wie es in anderen Gruppen ist) ist die Adoptionsfreigabe aus sehr tragischen Gründen seitens der Herkunftsmütter efolgt. Oftmals auch, weil ihnen zu wenig Hilfsangebote gemacht wurden und seitens von Institution zur Adoption geraten wurden, bevor man sie mit anderen Möglichkeiten vertraut gemacht hat.

Das Konkurrenzdenken über die Mutterrolle (das auch oft von den annehmenden Eltern ausgeht) kann einem Adoptierten in Gewissenskonflikte bringen, die dann dazu führen, dass er sich seiner Herkunftssuche schämt und sich den Adoptiveltern nicht mitteilen möchte.

Ich bin froh, dass ich das zumindest meiner Pflegetochter ersparen kann. Meine Adoptivtochter ist leider ein Findelkind, bei dem wir zumdindest den Kontakt zu einer ihrer früheren Pflegerinnen halten konnten, die sie von kleinauf kennt.

Das schweift jetzt allerdings vom Thema ab.
Ich würde mich freuen, wenn Du weiter berichtest!
Claudia

Ich habe meinen Kindern von der großen Schwester erzählt!!
Ja, eben habe ich es getan. Ich habe meinen Kindern alles erzählt..mein Sohn(10): betretenes Schweigen mit roten Bäckchen und gespieltem Desinteresse und meine Tochter(8): herzliche Freude mit leichter Ungläubigkeit, sie hat mich dann gedrückt wie eine große, als wollte sie sagen: is ja guuuut, Mammi. Das wird noch einige Fragen und Gespräche geben. Ich will nämlich offen über alles mit meinen Kindern reden, erklären. Ich wurde als Kind anders erzogen, vieles wurde verschwiegen. Gerade unangenehme Dinge. Das führte dann letztendlich dazu, daß ich keinem von meiner Schwangerschaft erzählte... Hach, darüber könnte ich ein Buch schreiben.

Bis bald, wenns neues gibt.
Mamanke

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