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Namen Wahnsinn

3. Februar 2008 um 8:35 Letzte Antwort: 4. Februar 2008 um 0:43

Ich bin zufällig über Google auf einen Beitrag hier im Forum gestossen, der meine "Aufmerksamkeit" erregt hat und hab dann noch ein wenig weitergelesen und muss sagen, ich bin schockiert, was für Namen hier teilweise in Erwägung gezogen, bzw. sogar vergeben werden.

Mir ist aus meinem Leben kein einziger Fall in Erinnerung, wo der Name einer Person POSITIV aufgefallen wäre. Also in dem Sinne, daß der erste Eindruck gleich ins Positive ausgeschlagen wäre, weil der Name ach so toll ist. Ich kenne nur den anderen Fall, daß Namen sofort NEGATIV reinhauen. Meist verbunden mit dem Gedanken "Aha, deine Eltern sind also blöd!"

Ein Name ist keine Modetrend, sondern etwas, das die Menschen ein Leben lang mit sich rumschleppen. Mein Name z.B. ist Devin. Ich find den an sich nicht besonders schlimm, aber es ist doch irgendwo nervig, daß die Leute immer erstmal nachfragen ("Kevin?") und ich ihn recht häufig buchstabieren muss. Ich würde lieber einen normalen Namen wie Thomas oder Andreas haben.

Auch finde ich, man sollte sich immer bewusst sein, daß wir in Deutschland leben. Die Eskimo nennen ihre Kinder auch net Markus oder Lukas und die Massai nennen die ihrigen nicht Katharina oder Claudia. Und irgendwelche milchgesichtigen Krabbler mit blonden Haaren, die Allegra oder Kaschaja heißen, lassen doch stark vermuten, daß die Eltern hier eher ein Fashion Statement, als einen Namen gewählt haben.

Das wird noch verstärkt durch sinnlose Zweitnamen. Früher wurden die mal als Ehrung benutzt (Namen von (Groß-)Eltern oder besonderen Menschen), heute wird einfach nur die zweite Wahl des Vornamens ("Wir konnten uns nicht entscheiden...") drangeklatscht. Den Namen wird niemand jemals benutzen, aber Hauptsache er steht im Pass - Oha, da heißt also einer Pascal Etienne Wiesenmüller.

Ich musste mir das einfach mal von der Seele schreiben, in der Hoffnung, vielleicht doch ein paar Eltern dazu zu bringen, ihren Kindern Namen zu geben, die auch als solche erkannt werden und bei denen man sich nicht fragt, ob das eine ungarische Begrüßung ist oder ob sich jemand vorgestellt hat.

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3. Februar 2008 um 13:06

In echt?
"Mir ist aus meinem Leben kein einziger Fall in Erinnerung, wo der Name einer Person POSITIV aufgefallen wäre."

Ich glaub, du kennst die falschen Leute.
Mir gefällt Devin übrigens durchaus, auch könnte ich ihn schreiben, ohne nachzufragen. (Ganz exotische Schreibweisen mal ausgeschlossen.)

Auch damit stehst du leider allein auf weiter Flur:
"Ein Name ist keine Modetrend"

Namen sind immer auch Modetrend - egal, ob es Mode (oder Sitte) war, den Namen eines Heiligen zu nehmen, oder den, der vom Klang her gefällt.

Und auch das
"Die Eskimo nennen ihre Kinder auch net Markus oder Lukas und die Massai nennen die ihrigen nicht Katharina oder Claudia."
ist längst überholt.
Weißt, auch die Eskimo sind schon lange keine wilden, irgendwas-vor-sich-hinbrabbelnden und dick-vermummt-durch-den-Schnee-laufenden Wilden mehr, sondern wurden schon lange mal durch irgendwelche Missionare christianisiert auf Namen wie Katharina (bzw. eine englische Form davon) getauft worden. Dazu mag man stehen, wie man will, aber die Welt ist längst zusammengerückt, auch, was Namen angeht.
Das wird übrigens für jedes Volk gelten, dass schon länger Kontakt mit unserer Kultur und unseren "schönen" (Geschmackssache) Namen hat.

Auch das war schon immer so, wenn auch lange in kleinerem Format. Irgendwann haben auch die ollen Germanen angefangen, ihren Kindern christliche Namen zu geben, die von ganz weit her waren und wo erst mal unklar war, ob es nicht vielleicht eine ungarische Begrüßung war.

Ich denke, ob ein Name gefällt oder nicht, hat viel mit dem Klang und der Bekanntheit des Namens zu tun, sicher auch mit Vorurteilen.

Warum sich also über Namen aufregen? Würde dir ein Name wie Theobald besser gefallen? Oder Ottokar?

Probiers doch mal aus, ob du damit besser ankommst.

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3. Februar 2008 um 14:10

...
Im Allgemeinen muss ich dir ja zustimmen. Ich halte auch nichts davon ohne jeglichen Hintergrund ausländische und damit in den meisten Fällen zum Nachnamen unpassende Namen zu vergeben.
Wenn ich mir angucke, das Kinder Nayeli-Malaika Meierhofer oder Polly-Fabienne Schmidt genannt werden, zieht sich mir auch einiges zusammen. Allerdings muss ich auf der anderen Seite auch sagen, dass wir nunmal im Jahr 2008 leben und unsere gesamte Gesellschaft immer multikultureller wird. Da gibt es besagte Ausnahmefälle, in denen Eltern auch meiner Meinung nach über die Stränge schlagen und ihrem Kind bei der Namenswahl alles andere als einen Gefallen tun, aber man darf da nichts verallgemeinern.
Es gibt eben Menschen wie dich, die sich darüber "beschweren", dass Eltern ihren Kindern Namen geben, die zu unbekannt sind (denn alle Namen, die in Deutschland vergeben werden, sind nunmal eingetragene Vornamen) und eben diese (zu denen ich auch gehöre), die sich Fragen, wieviele Leonies und Lukas' Deutschland noch braucht. Genau wie ich mir in früheren Generationen diese Frage in Bezug auf Thomas oder Andreas gestellt hätte.
Ich würde versuchen bei der Namenswahl einen Weg zu finden, Seltenheit mit Einfachheit zu verbinden- das ist möglich! Und wie Eltern verpassen diesen Mittelweg halt.

Ich selbst heiße Jill und kenne durchaus Probleme, mit denen man bezüglich eines Namens konfrontiert werden kann.
Aber ich muss mich nenielle anschließen, wenn sie sagt, dass sie positive Reaktionen auf Namen kennt.
Ich habe selbst schon Komplimente für meinen Namen erhalten und interessierte Nachfragen gehört.
Ich habe es eigentlich immer genossen, einen "besonderen" Namen zu haben, und nicht in einer Schulklasse Jana H. oder Jana P. zu sein. Irgendwie dient ein seltener Name doch auch ein Stück weit als Wiedererkennungswert. Da hat es mir bis jetzt eher wenig ausgemacht, Leute in der Aussprache zu berichtigen oder den Namen zu buchstabieren.
Die Sache mit der Besonderheit des Namens darf allerdings nicht falsch verstanden werden. Vielleicht ist es nicht nur ein Vorurteil, dass Eltern sich durch die besondere Namenswahl ihres Kindes irgendwie beweisen wollen und ihr Kind als etwas Besonderes darstellen wollen. Aber ganz sicher ist es zu einem Klischee für die soziale Unterschicht auf der einen und Promis auf der anderen Seite geworden- und das finde ich Schade!
Denn letztendlich ist die Namenswahl immer noch Geschmackssache und ganz ehrlich- würde ich auf Namen wie Savanna, Penelope oder Anastasia stehen würde ich mir diese bestimmt auch nicht ausreden lassen. Zum Glück gibt es in Deutschland ja noch Standesämter, die bei krassen Fällen einschreiten und darauf achten, dass niemand wegen eines Namens leiden muss .

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3. Februar 2008 um 15:46
In Antwort auf debora_12326297

In echt?
"Mir ist aus meinem Leben kein einziger Fall in Erinnerung, wo der Name einer Person POSITIV aufgefallen wäre."

Ich glaub, du kennst die falschen Leute.
Mir gefällt Devin übrigens durchaus, auch könnte ich ihn schreiben, ohne nachzufragen. (Ganz exotische Schreibweisen mal ausgeschlossen.)

Auch damit stehst du leider allein auf weiter Flur:
"Ein Name ist keine Modetrend"

Namen sind immer auch Modetrend - egal, ob es Mode (oder Sitte) war, den Namen eines Heiligen zu nehmen, oder den, der vom Klang her gefällt.

Und auch das
"Die Eskimo nennen ihre Kinder auch net Markus oder Lukas und die Massai nennen die ihrigen nicht Katharina oder Claudia."
ist längst überholt.
Weißt, auch die Eskimo sind schon lange keine wilden, irgendwas-vor-sich-hinbrabbelnden und dick-vermummt-durch-den-Schnee-laufenden Wilden mehr, sondern wurden schon lange mal durch irgendwelche Missionare christianisiert auf Namen wie Katharina (bzw. eine englische Form davon) getauft worden. Dazu mag man stehen, wie man will, aber die Welt ist längst zusammengerückt, auch, was Namen angeht.
Das wird übrigens für jedes Volk gelten, dass schon länger Kontakt mit unserer Kultur und unseren "schönen" (Geschmackssache) Namen hat.

Auch das war schon immer so, wenn auch lange in kleinerem Format. Irgendwann haben auch die ollen Germanen angefangen, ihren Kindern christliche Namen zu geben, die von ganz weit her waren und wo erst mal unklar war, ob es nicht vielleicht eine ungarische Begrüßung war.

Ich denke, ob ein Name gefällt oder nicht, hat viel mit dem Klang und der Bekanntheit des Namens zu tun, sicher auch mit Vorurteilen.

Warum sich also über Namen aufregen? Würde dir ein Name wie Theobald besser gefallen? Oder Ottokar?

Probiers doch mal aus, ob du damit besser ankommst.

...
die einzig angemessene Antwort auf den obigen Beitrag.

Deine Redekunst ist bestechend, höchstens der politisch inkorrekte "Eskimo" könnte bemängelt werden.

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4. Februar 2008 um 0:43

Ich find auch

du schreibst toll und reiserisch. Und ich stimme damit überein, dass ein Name zum Nachnamen passen und insgesamt ein schönes Klangbild ergeben muss. Allerdings lässt sich heute auch schwer sagen was ein ungewöhnlicher, komischer Name ist. Zum Beispiel habe ich eine Cousine namens Melissa, ein wohlbekannter Name, aber mein Großvater fand ihn schrecklich, denn er hatte ihn nie zuvor gehört. Bis heute spricht er ihn falsch aus...

Ich bin im Leben nicht über viele Devins gestolpert. Ehrlich gesagt bloß über einen. Er war ein Klassenkamerad in der Grundschule und sein Name war mir keinesfalls negativ aufgefallen (die Person da eher schon). Einen Devin kannte ich übrigens vor einem Kevin. Kinder sind was Namen betrifft eh nicht so einfälltig wie die Erwachsenen, da ihre Welt mit jedem Tag erweitert wird, wenn etwas Neues dazu kommt.

Also dein Name hört sich normal an (und die irische Abstammung von Devon ist doch schön)

Mit meinem normalen Namen haben die Leute bei der Aussprache auch Probleme....und es nervt! Aber es zeigt dass es jedem so gehen kann.

Lg Áine (die mit Vornamen anders heißt)

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