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Nicht stillen

8. Juni 2006 um 11:49 Letzte Antwort: 8. Juni 2006 um 17:41

Ich bin jetzt in der 37. Woche schwanger und habe mich von anfang an mit dem thema stillen auseinandergesetzt.

Ich weiß jetzt definitiv: Ich will nicht stillen.

Dafür gibt es einfache Gründe:

-Mein Freund und ich sind beide noch Studenten und wollen beide weitermachen, wir wollen uns alles teilen. Bis vor kurzem dachte ich, mit der milchpumpe wäre dieses Problem gelöst, aber es gibt noch andere Faktoren, die mich das innerlich ablehnen lassen.

-Ich finde das von allen seiten verlangte aufopfernde Mutterbild einfach nur befremdlich. Und ich möchte auch nicht, das mein Kind total mutterfixiert ist. Warum wird das immer so hochgepriesen? ich möchte, dass mein baby zu meinem freund eine genauso intensive beziehung entwickelt, es ist UNSER Baby. Ich lehne es ab, mich als mutter nun in einen höheren Status gehoben zu fühlen.

-Letzteres kann ich mir auch einfach nicht vorstellen, dass das angenehm ist, wenn tag und nacht verlangt wird, dass ich da an mir rumsaugen lasse, ich möchte endlich meinen körper für mich selber haben und nicht, dass das baby sich von mir ernährt. neun monate waren genung.


Dabei tauchen einige Probleme auf, was mein Umfeld angeht.
Wie kann ich vor allem meine Eltern dazu bringen, dass sie es akzeptieren. Mein Freund steht voll hinter mir, aber vor meinen eltern, zu denen wir viel kontakt haben, die uns sehr unterstützen und denen ich alles erzähle, wären komplett empört, weil sich das eben für eine Mutter nicht gehört, einer Mutter muss es auch noch Freunde machen, sich aufzuopfern. auch, dass mein freund in den ersten Monaten die zeit mit dem baby und mir verbringen will, anstatt einen ferienjob anzunehmen, sehen sie nicht ein. sie wollen, dass ich alleine mit dem baby bei ihnen wohne (250 km entfernt) in der ersten zeit, und mein freund soll arbeiten, ein kind braucht eben nur seine Mutter, die Mutter GEHÖRT dem Kind!

Ich möchte den guten Kontakt zu ihnen nicht missen, aber ich befürchte, dass sie es nicht akzeptieren und verheimlichen will und kann ich es nicht.

wie kann ich argumentiern?

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8. Juni 2006 um 12:25

Möchte noch etwas hinzufügen
ich leide seitdem mein bauch gewachsen ist auch darunter mich nicht mehr sexy zu fühlen, mein freund besteht zwar darauf, dass er mich schön und erotisch findet, aber unser sexualleben hat schon sehr gelitten, vor allem wegen meiner unsicherheit, aber natürlich auch wegen der knappen luft und der bauch ist halt einfach im weg

jetzt auch noch zu stillen würde bedeuten, dass meine brüste keine lustobjekte mehr sind, und ich hänge sehr an meinen brüsten, sie waren eigentlich immer der körperteil, den ich an mir an schönsten fand
wenn ich ans stillen denke, fällt mir nur ein: dafür sind sie nicht da! außerdem, denke ich mir, dass es ein unangenehmes, anfangs sicher auch schmerzhaftes gefühl ist, da ich sehr empfindlich bin, es läuft mir immer wieder ein schauer über den rücken, wenn ich nur daran denke!

ich will mit meinem freund wieder ein schönes liebesleben haben und ein "mädchen" für ihn sein, nicht mutter


obwohl ich soviele Gründe habe, plagt mich immer noch das schlechte gewissen, weil ich mich gezwungen fühle, nun endlich das zu werden, was man sich unter einer mutter vorstellt


läuft bei mir wirklich etwas grundsätzlich falsch?

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8. Juni 2006 um 14:08

Ähm...
...du musst ja ein mächtig schlechtes Gewissen haben, dass du hier so eine lange Verteidung deiner Entscheidung nicht zu stillen anbringst!
Grundsätzlich mal was: es ist ganz alleine DEINE Entscheidung, ob du stillen willst oder nicht, nicht die deines Freundes und schon gar nicht irgend eines Familienmitgliedes.
Aber: genießt du überhaupt deine Schwangerschaft? Das hört sich alles so negativ an und erst dein furchtbares Bild einer Mutter! Woher nimmst du denn sowas her? Also ich bin selbst frisch gebackene Mutter und kann deine Argumente überhaupt nicht nachvollziehen! Weder bin ich auf nem Sockel, bloss weil ich Mutter bin, noch fühl ich mich irgendwie nicht nicht als Frau!
Bist du irgendwie ungewollt schwanger geworden? Dann kann ich deine Abneigung dazu irgendwie verstehen! Ausserdem lach ich mich auch tot: Wozu sind denn die Brüste rein biologisch gesehen da? Hä? Nicht aufgepasst im Bio-Unterricht? Sorry, musste mal sein...
Im Übrigen: wenn du das Baby wolltest, dann willst du auch dafür da sein, dich ums Kind kümmern und auch "aufopfern", wobei ich den Begriff falsch finde, nun ja.
Hoffe, dass sich deine irgendwie negative Einstellung zum Muttersein mit der Geburt ändert, und damit meine ich nicht das Stillen!

Viele Grüße
Klonie mit Luca

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8. Juni 2006 um 17:41
In Antwort auf klonie

Ähm...
...du musst ja ein mächtig schlechtes Gewissen haben, dass du hier so eine lange Verteidung deiner Entscheidung nicht zu stillen anbringst!
Grundsätzlich mal was: es ist ganz alleine DEINE Entscheidung, ob du stillen willst oder nicht, nicht die deines Freundes und schon gar nicht irgend eines Familienmitgliedes.
Aber: genießt du überhaupt deine Schwangerschaft? Das hört sich alles so negativ an und erst dein furchtbares Bild einer Mutter! Woher nimmst du denn sowas her? Also ich bin selbst frisch gebackene Mutter und kann deine Argumente überhaupt nicht nachvollziehen! Weder bin ich auf nem Sockel, bloss weil ich Mutter bin, noch fühl ich mich irgendwie nicht nicht als Frau!
Bist du irgendwie ungewollt schwanger geworden? Dann kann ich deine Abneigung dazu irgendwie verstehen! Ausserdem lach ich mich auch tot: Wozu sind denn die Brüste rein biologisch gesehen da? Hä? Nicht aufgepasst im Bio-Unterricht? Sorry, musste mal sein...
Im Übrigen: wenn du das Baby wolltest, dann willst du auch dafür da sein, dich ums Kind kümmern und auch "aufopfern", wobei ich den Begriff falsch finde, nun ja.
Hoffe, dass sich deine irgendwie negative Einstellung zum Muttersein mit der Geburt ändert, und damit meine ich nicht das Stillen!

Viele Grüße
Klonie mit Luca

Danke für die bisherigen rückmeldungen
natürlich weiß ich, dass die brüste von der natur natürlich diesen zweck bekommen haben
das "dafür sind sie nicht da" war nur ein ausdruck meines gefühls, dass ich das für mich nicht will
es ist doch jetzt nicht mehr notwendig und sie haben eben auch noch eine andere funktion


also, dass ich schwanger werde war nicht geplant, aber wir hatten davor schon darüber geredet und waren beide auch nicht abgeneigt, sonst wäre es nicht passiert

aber es stimmt, an der schwangerschaft selber, kann ich nichts schönes finden, man ist körperlich sehr eingeschränkt, das belastet mich sehr, ich kann es kaum erwarten, wieder sport zu machen, abzunehmen usw.
und attraktiv finde ich es auch ganz und gar nicht,
das einzig schöne ist die freude auf das, was danach kommt, da muss man eben durch

ich denke nicht, dass ich eine schlechte einstellung zum muttersein habe, aber so, wie ich mir das vorstelle und ich möchte einfach, da es jetzt auch möglich ist, nicht mehr die nahrungsquelle für das kind sein, meinen körper wirklich wieder für mich zu haben

ich ertrage eben nur das mutterbild meiner eltern nicht, ich weiß nicht wie ich ihnen das beibringen kann, dass ich nicht stillen will, dass ich auch an mich denke und meine zukunft, ich habe auch prüfungen und vorlesungen und noch viel vor

ich will mich um unser kind kümmern, es lieben, unterstützen, begleiten, aber ich will nichts von meinem leben abschneiden, dass mir sehr wichtig ist, und das ist mir meine körperliche freiheit und mein studium

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