Home / Forum / Mein Baby / Organspender würdet ihr?

Organspender würdet ihr?

7. August 2014 um 20:07
In Antwort auf schnuki850

Augen und Haut
Nee.. Das muss echt nicht sein

Aber wie schön ist es
für einen Blinden wieder sehen zu können, weil ihm erfolgreich eine Netzhaut transplantiert werden konnte?

Ich finde die Vorstellung auch ziemlich komisch. Die Hemmungen kommen da aber wahrscheinlich davon, dass man die Vorstellung hat, dass die eigene Leiche dann verunstaltet ist. Nach Organentnahme kann man ja einfach wieder zunähen und man sieht dann nicht groß was...

Gefällt mir

Mehr lesen

7. August 2014 um 20:10
In Antwort auf haley_11950020

Aber wie schön ist es
für einen Blinden wieder sehen zu können, weil ihm erfolgreich eine Netzhaut transplantiert werden konnte?

Ich finde die Vorstellung auch ziemlich komisch. Die Hemmungen kommen da aber wahrscheinlich davon, dass man die Vorstellung hat, dass die eigene Leiche dann verunstaltet ist. Nach Organentnahme kann man ja einfach wieder zunähen und man sieht dann nicht groß was...

Ich denke
Da auch an meine Familie.. Wenn ich ja so liege ohne Augen. Alles was unterhalb des Gesichts ist kann man verdecken aber die Augen..

Gefällt mir
7. August 2014 um 20:18
In Antwort auf schnuki850

Ich denke
Da auch an meine Familie.. Wenn ich ja so liege ohne Augen. Alles was unterhalb des Gesichts ist kann man verdecken aber die Augen..

Ja, verstehe ich gut
Ich habe deshalb überlegt, ob ich auf meinem Spenderausweis vermerke, dass ich nach der Entnahme in einen Zustand versetzt werden möchte, in dem sich meine Angehörigen noch von mir verabschieden können.

Gefällt mir
7. August 2014 um 20:26

@wachsperle
Bist du dir sicher, dass die Hirntod-Definition wegen der Organspendesache eingeführt wurde? Das klingt für mich nicht so logisch, denn man braucht diese Definition doch auch, um die lebenserhaltenden Maßnahmen einstellen zu können.

Gefällt mir
7. August 2014 um 20:37


Danke für die Aufklärung. Das wusste ich noch nicht

Gefällt mir
7. August 2014 um 20:50

Wachsperle...
Wenn mein Hirn tot ist, dann will ich nicht mehr am Leben erhalten werden.

Könnte sein, dass ich dann noch was spüre, wobei ich dies nicht glaube, weil alles vom Hirn gesteuert wird. Aber zur Vorsicht wird der Hirntote ja betäubt.

Gefällt mir
7. August 2014 um 21:13

Ah ok
Wenn das so ist.. Dann sollen se auch meine Augen haben, solange ich noch ansehnlich in meinem Sarg liege bevor ich ein eingeäschert werde.

Gefällt mir
7. August 2014 um 21:16

Ich habe keinen Ausweis,
aber öfter mit meinem Mann darüber gesprochen. Ich überlasse in dem Moment ihm die Entscheidung, weil es nämlich dann nicht mich, sondern ihn betrifft. Er muss irgendwie mit der Situation klarkommen, alles bewältigen und auch die Trauer ertragen. Keine Ahnung wie er da reagieren würde. Er weiß, dass ich persönlich gerne spenden würde, aber ob er damit in dem Moment klarkommt, kann ich nicht vorhersehen. Und obwohl es vielleicht das Letzte ist, worüber jeder selbst bestimmen kann, so sehe ich meinen Tod eher als Problem für meine Angehörigen an. Ich krieg ja nichts mehr mit...
Ich will dann nicht, dass er mit meiner Entscheidung ein Problem hat, sondern er kann und soll so entscheiden, wie er es dann für richtig empfindet. Wenn es nachher für ihn eine zusätzliche Belastung wäre, dann fände ich es schlimm. Ich glaube aber, dass er sich dafür entscheiden würde, zum einen weil er weiß, dass ich es will, zum anderen weil er selbst auch so denkt.
Ist sicher auch egoistisch, wenn ich sage: "Mir ist das Seelenheil meiner Familie wichtiger als die Menschen, die dringend ein Spenderorgan benötigen!", aber ich möchte einfach auch, dass meine Angehörigen frei in der Entscheidung sind und nie daran zweifeln oder denken "Die haben sie sterben lassen, weil sie an ihre Organe wollten, dabei hätte sie vielleicht noch..."

Schwierig zu erklären und im Endeffekt genau das Dilemma, das wahrscheinlich für zu wenig Spenderorgane sorgt, weil die Angehörigen mit der Entscheidung überfordert sind. Andererseits gibt es sicher auch viele Beispiele von Angehörigen, für die es eben in der Situation auch etwas Tröstendes hat.
Z. B. kann ich heute aus dem Bauch heraus nicht sagen, was ich mit den Organen meiner Kinder machen lassen würde. Sorry, ich mag und kann mir die Situation nicht ausmalen, dass ich jemals vor dieser Entscheidung stehen soll. Ich kann heute nicht sagen: "Klar, auf alle Fälle! Das würde mich trösten!" und auch nicht "Nein, niemals! Wenn dann soll mein Kind "ganz" bleiben!"
Im Normalzustand bin ich auch der Meinung, dass der Körper nur eine Hülle ist, aber wer weiß, wie ich drauf wäre, wenn plötzlich mein Kind hirntot wäre. Ich kann die Frage nicht beantworten und ich mag sie nie beantworten müssen!

Das ist bei mir ähnlich wie die Frage nach einer Abtreibung bei einem schwerstbehinderten Kind. Die Frage stand bei uns einmal 3 Tage lang im Raum, als bei meiner mittleren in der 12. Woche eine Fehlbildung festgestellt wurde, die oft auch bei gravierenden Gendefekten auftritt. Glücklicherweise mussten wir keine Entscheidung fällen. Es kam die Entwarnung, dass genetisch alles in Ordnung ist, so dass wir die Frage nie beantworten mussten. Ich hab nur damals festgestellt, dass es zwei verschiedene Welten sind, wenn man in der Theorie sagt: "Ich würde nieeeeee" oder "Würde ich wohl doch machen..." oder ob man in so einer Situation halbwegs drinsteckt. Ich betone halbwegs, denn bei uns bestand nur ein hohes Risiko, es war noch nicht festgeschrieben, daher haben wir damals nur intensiver und anders diskutiert, aber immer noch mit der Hoffnung im Hinterkopf "es wird doch auch alles gut sein!"
Und so sehe ich es beim Thema Organspende. Die Situation ist mir zu extrem und ich kann mich nicht in sie hineinversetzen.
Das ist keine Frage, die man einfach so beantworten kann. Da spielen so viele Dinge eine Rolle, die man außerhalb der Situation sich gar nicht vorstellen kann. Daher würde ich mir auch niemals ein Urteil erlauben...

Was hier teilweise wieder für Sprüche kommen mit "Jaa, aber nur für die, die...." haut mich eh von den Socken. Da bin ich mir ganz sicher, dass diese Leute keinen Organspendeausweis im Geldbeutel haben und sich weniger Gedanken als ich gemacht haben.

Gefällt mir
7. August 2014 um 21:28

Warum
sollte es speziel nur auf mein sohn zutreffen?
ich hab mich bei denen direkt erkundigt,und nicht irgendwo irgendwas gelesen

Gefällt mir
7. August 2014 um 21:29

Im übrigend
mein sohn hat aktuell organisch keinerlei probleme.Er hat auch kein Herzfehler! Es geht hier allgemein un organspende und nicht nur ums herz

Gefällt mir
7. August 2014 um 22:02


Um mal auf die Schmerzmittel, die Betäubung zu kommen - das Problem ist doch, dass hier in Deutschland eben gerade keine Verpflichtung besteht, den Spender zu sedieren, zu narkotisieren.

Das kann und darf jeder Arzt, jede Klinik halten, wie er/sie lustig ist.

Es gab mehrere Versuche, eine Betäubung gesetzlich festschreiben zu lassen, um eine entsprechende Sicherheit für Spender (aber auch für Ärzte) herzustellen; mehrere gerichtliche Verfahren, die auf eine Novellierung des Transplantationsgesetzes abzielten.
Die Verfahren sind sämtlich gescheitert, und Versuche auf politischer Ebene eine Änderung des Gesetzes zu erreichen, waren ebenfalls erfolglos.

Ehrlich gesagt, da frage ICH mich schon, warum sich weite Teile der Politik, wie auch die Bundesärztekammer gegen eine zwingende Narkose bei Organentnahmen stellen. Was wäre so schlimm daran, eine solche gesetzlich vorzuschreiben?

Weil man das als ein "Eingeständnis" werten könnte, das Spender eben doch noch leben und möglicherweise was spüren?

Allein die Vorstellung, dass da Menschen liegen könnten, LEBENDE Menschen, alleine, schutzlos, im Sterben begriffen, die möglicherweise noch irgendetwas von dem spüren, wahrnehmen, was man da mit ihnen macht - das man sie aufschneidet und ausnimmt, wie eine Weihnachtsgans - da fehlen mir die Worte.

Gefällt mir
7. August 2014 um 22:19

Genau,
ich bezweifle, dass sie den Tod ihrer Tochter ohne die Organfreigabe besser bewältigt hätte. Vielleicht wären dann die Zweifel, ob andere davon nicht hätten profitieren können. Wer weiß...

Hier ist übrigens das Interview:

http://mobil.bunte.de/vermischtes/alisa-palmer-bereut-erlaubnis-zur-organspende-16593.html

Gefällt mir
7. August 2014 um 22:21

Ich bin da völlig
pragmatisch: was noch verwendet werden kann, soll raus. An Spontangenesung von Hirntoten glaube ich persönlich nicht wirklich, seit ich mal auf einer Intensivstation mit ein paar lag... die sahen eher nicht so aus, als würden sie spontan wieder aufwachen. Ich glaube auch nicht, dass man bei der Entnahme noch groß was spürt, wenn die Hirnfunktionen nicht mehr existent sind...

Gefällt mir
7. August 2014 um 22:27
In Antwort auf paditax

Ich habe keinen Ausweis,
aber öfter mit meinem Mann darüber gesprochen. Ich überlasse in dem Moment ihm die Entscheidung, weil es nämlich dann nicht mich, sondern ihn betrifft. Er muss irgendwie mit der Situation klarkommen, alles bewältigen und auch die Trauer ertragen. Keine Ahnung wie er da reagieren würde. Er weiß, dass ich persönlich gerne spenden würde, aber ob er damit in dem Moment klarkommt, kann ich nicht vorhersehen. Und obwohl es vielleicht das Letzte ist, worüber jeder selbst bestimmen kann, so sehe ich meinen Tod eher als Problem für meine Angehörigen an. Ich krieg ja nichts mehr mit...
Ich will dann nicht, dass er mit meiner Entscheidung ein Problem hat, sondern er kann und soll so entscheiden, wie er es dann für richtig empfindet. Wenn es nachher für ihn eine zusätzliche Belastung wäre, dann fände ich es schlimm. Ich glaube aber, dass er sich dafür entscheiden würde, zum einen weil er weiß, dass ich es will, zum anderen weil er selbst auch so denkt.
Ist sicher auch egoistisch, wenn ich sage: "Mir ist das Seelenheil meiner Familie wichtiger als die Menschen, die dringend ein Spenderorgan benötigen!", aber ich möchte einfach auch, dass meine Angehörigen frei in der Entscheidung sind und nie daran zweifeln oder denken "Die haben sie sterben lassen, weil sie an ihre Organe wollten, dabei hätte sie vielleicht noch..."

Schwierig zu erklären und im Endeffekt genau das Dilemma, das wahrscheinlich für zu wenig Spenderorgane sorgt, weil die Angehörigen mit der Entscheidung überfordert sind. Andererseits gibt es sicher auch viele Beispiele von Angehörigen, für die es eben in der Situation auch etwas Tröstendes hat.
Z. B. kann ich heute aus dem Bauch heraus nicht sagen, was ich mit den Organen meiner Kinder machen lassen würde. Sorry, ich mag und kann mir die Situation nicht ausmalen, dass ich jemals vor dieser Entscheidung stehen soll. Ich kann heute nicht sagen: "Klar, auf alle Fälle! Das würde mich trösten!" und auch nicht "Nein, niemals! Wenn dann soll mein Kind "ganz" bleiben!"
Im Normalzustand bin ich auch der Meinung, dass der Körper nur eine Hülle ist, aber wer weiß, wie ich drauf wäre, wenn plötzlich mein Kind hirntot wäre. Ich kann die Frage nicht beantworten und ich mag sie nie beantworten müssen!

Das ist bei mir ähnlich wie die Frage nach einer Abtreibung bei einem schwerstbehinderten Kind. Die Frage stand bei uns einmal 3 Tage lang im Raum, als bei meiner mittleren in der 12. Woche eine Fehlbildung festgestellt wurde, die oft auch bei gravierenden Gendefekten auftritt. Glücklicherweise mussten wir keine Entscheidung fällen. Es kam die Entwarnung, dass genetisch alles in Ordnung ist, so dass wir die Frage nie beantworten mussten. Ich hab nur damals festgestellt, dass es zwei verschiedene Welten sind, wenn man in der Theorie sagt: "Ich würde nieeeeee" oder "Würde ich wohl doch machen..." oder ob man in so einer Situation halbwegs drinsteckt. Ich betone halbwegs, denn bei uns bestand nur ein hohes Risiko, es war noch nicht festgeschrieben, daher haben wir damals nur intensiver und anders diskutiert, aber immer noch mit der Hoffnung im Hinterkopf "es wird doch auch alles gut sein!"
Und so sehe ich es beim Thema Organspende. Die Situation ist mir zu extrem und ich kann mich nicht in sie hineinversetzen.
Das ist keine Frage, die man einfach so beantworten kann. Da spielen so viele Dinge eine Rolle, die man außerhalb der Situation sich gar nicht vorstellen kann. Daher würde ich mir auch niemals ein Urteil erlauben...

Was hier teilweise wieder für Sprüche kommen mit "Jaa, aber nur für die, die...." haut mich eh von den Socken. Da bin ich mir ganz sicher, dass diese Leute keinen Organspendeausweis im Geldbeutel haben und sich weniger Gedanken als ich gemacht haben.


Diese Einstellung finde ich auch gut. Und da du es mit deinem Mann entsprechend geklärt hast, ist das auch völlig in Ordnung.

Gefällt mir
7. August 2014 um 23:02


Es sind nur zwei Ärzte, die untersuchen müssen.
Und für die Untersuchung genügen klinische Untersuchungsmethoden.
EEG oder Dopplersonographie sind NICHT zwingend vorgeschrieben (Ausnahmen: Säuglinge und Kleinkinder unter 3 Jahren, und Personen mit Hirn-/Kopfverletzungen)


http://www.bundesaerztekammer.de/page.asp?his=0.7.45.3252#Klinische

>>>Die Erfüllung der Voraussetzungen, die obligate Feststellung von Bewußtlosigkeit (Koma), Hirnstamm-Areflexie und Atemstillstand (Apnoe) sowie die vorgesehenen Beobachtungszeiten oder geeignete ergänzende Untersuchungen geben dem Arzt die Sicherheit, den Hirntod festzustellen und zu dokumentieren.
Der Hirntod kann in jeder Intensivstation auch ohne ergänzende apparative Diagnostik festgestellt werden.<<<

Gefällt mir
7. August 2014 um 23:07

Ich
Frage mich wie viele hier diese Entscheidung schon treffen mussten für eine geliebte Person? Bestimmt nur eine Hand voll. Wir mussten es und es ist in so einer Situation in Schock und Trauer weiß Gott nicht so leicht wie manche daher reden. Und ich wüsste trotzdem nicht wie ich für meine Kinder entscheiden würde und hoffe es auch nie zu müssen.

Hirntod kommt plötzlich (Hirnblutung, Unfall usw.) und ist wirklich ein Schock da nichts darauf hin deutet, man soch nicht darauf vorbereiten kann. Da ist rationales Denken und Handeln schwer und auch eine solche Entscheidung. Auch wenn man für sich selber überzeugt ist - es ist eine andere Hausnummer dies für andere zu machen.

Ich würde meine Organe spenden. Mein Mann seine nicht. Und das akzeptiere ich und verurteile ich nicht. Gut, dass noch jeder selber entscheiden kann.

Gefällt mir
7. August 2014 um 23:20
In Antwort auf ilse_12287508

Ich
Frage mich wie viele hier diese Entscheidung schon treffen mussten für eine geliebte Person? Bestimmt nur eine Hand voll. Wir mussten es und es ist in so einer Situation in Schock und Trauer weiß Gott nicht so leicht wie manche daher reden. Und ich wüsste trotzdem nicht wie ich für meine Kinder entscheiden würde und hoffe es auch nie zu müssen.

Hirntod kommt plötzlich (Hirnblutung, Unfall usw.) und ist wirklich ein Schock da nichts darauf hin deutet, man soch nicht darauf vorbereiten kann. Da ist rationales Denken und Handeln schwer und auch eine solche Entscheidung. Auch wenn man für sich selber überzeugt ist - es ist eine andere Hausnummer dies für andere zu machen.

Ich würde meine Organe spenden. Mein Mann seine nicht. Und das akzeptiere ich und verurteile ich nicht. Gut, dass noch jeder selber entscheiden kann.

Darf ich fragen...
Wie ihr entschieden habt? Und woran ist die geliebte Person verstorben?

Gefällt mir
7. August 2014 um 23:25

Na klar wird gescherzt...
Machst du doch auf der Arbeit

Für die ist es ihr Job, etwas völlig normales, etwas was sie nicht an sich ranlassen. Und das ist auch gut so, sonst wäre es der falsche Beruf.

Gefällt mir
7. August 2014 um 23:35

Siehst Du - und wieder kann es jeder halten, wie er lustig ist
Es mag sicherlich Kliniken geben, die einen Hirntod mittels apparativer Untersuchungen feststellen.
Aber gesetzliche Verpflichtung ist das eben nicht.

Nach den von mir oben zitierten Richtlinien der Bundesärztekammer, in deren Hände der Gesetzgeber die Entscheidung über die Kriterien zur Feststellung eines Hirntodes gelegt hat, reicht es aus, dass zwei Ärzte anhand der von Dir angeführten Reflex-Tests zu der Überzeugung gelangen, ein Patient sei hirntot.
Und Menschen können irren, können Dinge übersehen, falsch beurteilen.

So dass ich mich auch hier frage, warum gesetzlich nicht zwingend apparative Untersuchungen vorgeschrieben sind.

Gefällt mir
8. August 2014 um 0:14


Darf ich fragen, woher Du das mit den drei, dann ja eigentlich vier, Untersuchungen nimmst?

Gefällt mir
8. August 2014 um 6:30


ich schrieb ja schon weiter unten, dass ich gegen eine organentnahme bei mir und meinem kind bin (mann entscheidet selbst).
hier schreiben viele, dass sie nicht daran glauben, zu genesen.
ich auch nicht.
es geht mir um den sehr intimen und privaten moment des sterbens. denn wie eine geburt, kann man auch diesen prozess schön gestalten.
das geht allerdings nicht, wenn man währenddessen auf einem kalten op-tisch liegt ... nackt, ohne würde, mit aufgeschnittender bauchdecke und noch schlagendem herzen, von fremden umgeben.
ich möchte während meines sterbens von meinen lieben umgeben sein!

Gefällt mir
8. August 2014 um 8:14
In Antwort auf mali_11969606


ich schrieb ja schon weiter unten, dass ich gegen eine organentnahme bei mir und meinem kind bin (mann entscheidet selbst).
hier schreiben viele, dass sie nicht daran glauben, zu genesen.
ich auch nicht.
es geht mir um den sehr intimen und privaten moment des sterbens. denn wie eine geburt, kann man auch diesen prozess schön gestalten.
das geht allerdings nicht, wenn man währenddessen auf einem kalten op-tisch liegt ... nackt, ohne würde, mit aufgeschnittender bauchdecke und noch schlagendem herzen, von fremden umgeben.
ich möchte während meines sterbens von meinen lieben umgeben sein!

Siehst du, das möchte ich
gar nicht. Am liebsten würde ich gerne alleine sterben. ich will nicht dass meine Familie dabei zuhört wie ich ersticke, weil man eine Maschine abgeschalten hat... ich will nicht, dass sie sich Hoffnungen machen, dass ich spontan doch wieder alleine atme... ich will nicht, dass meine Kinder entscheiden müssen, ob und wann sie die Maschinen abschalten.
Dann lieber unpersönlich im OP, dann bekommen sie es nicht mit.
Das klingt alles schrecklich "unromantisch", ich weiß. Aber ich glaube sowieso, dass nach dem Tod alles vorbei ist und auch meine Seele nicht weiterlebt. Dann kann es auch schnell und meinetwegen auch unpersönlich zu Ende gehen.

Gefällt mir
8. August 2014 um 8:20

Mal ehrlich
würden sie danebenstehen und für jedes Organ eine Gedenkminuten abhalten (überspitzt gesagt), könnten sie sich das gleich sparen und nach der Arbeit direkt beim Psychiater Platz nehmen. Wenn sie das so an sich ranlassen würden, als wären sie persönlich betroffen, dürften sie den Job nicht machen. Es ist für sie ein Job, sie haben sich abgehärtet und das finde ich gesund.

Gefällt mir
8. August 2014 um 8:29

Nein
wenn ich nur noch mit Angst vor allem und jedem durch die Gegend laufen soll, kann ich gleich verkriechen.

Da dürfte ich ja nicht mehr über die Straße gehen - wenn ich dabei einen Unfall habe und im Koma liege, kommt ja die Organmafia und nimmt mich aus

Nee, ich hab da eigentlich wenig bis keine Angst.

Gefällt mir
8. August 2014 um 8:37

Wie du schon
sagtest: es gibt so viele kriminelle Machenschaften im alltäglichen Leben... vor allen kann ich mich nicht schützen.

Gefällt mir
8. August 2014 um 8:48
In Antwort auf schnuki850

Darf ich fragen...
Wie ihr entschieden habt? Und woran ist die geliebte Person verstorben?

Natürlich
Letztlich fiel die Entscheidung dafür aus. Aber in dem Moment hatten wir nicht den Gedanken, dass es schön ist dass andere Leben können, da bin ich ganz ehrlich. Das hat man davor und danach, aber so leicht wie viele hier darüber reden ist es eben doch nicht. Man wird aufgeklärt, dass es Nachblutungen geben kann und über andere Dinge.

Es handelte sich um eine Blutung, die das Gehirn quasi überschwemmt hat. Die Organe hätten nach und nach versagt, da keine Impulse/Reaktion mehr vom Hirn aus kamen. Da gab es keine Chance. Das ist mit Koma nicht zu Vergleichen.

Und wie gesagt, ich wüsste nicht ob ich mich bei Den Kindern dafür entscheiden würde. Und ich hoffe ich finde es nie heraus!

Gefällt mir
8. August 2014 um 9:44

Ich bin
Organspenderin.
Würde alles spenden bis aus Haut und Augen.

Warum sollen meine Organe nach dem Tod verschwendet werden.

Würde auch die Organe meines Kindes spenden.
Ich mein wenn dadurch jemand anders Leben kann...
damit erspart man viel Leid.

Gefällt mir
8. August 2014 um 10:05

Eine, wie ich finde, gute Zusammenfassung/Darstellung von Problemen
Offener Brief an die Bundeskanzlerin vom 18.11.2011 von Frau Dr. med. Regina Breul

Offener Brief: Kritische Fragen zu Hirntod und Organspende

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,

im Rahmen der geplanten Novellierung des Transplantationsgesetzes werden aus unserer Sicht in der öffentlichen Diskussion wichtige Aspekte nicht thematisiert. Bisher erfolgt die Aufklärung der Bürger hauptsächlich einseitig pro Organspende. Die Belange des Organspenders werden weitgehend ausgeblendet.

Da in der internationalen medizinischen Fachliteratur der Hirntod als Tod des Menschen zunehmend in Frage gestellt wird, ist es unerlässlich, die Bürger wahrheitsgemäß, auch in einer für den medizinischen Laien verständlichen Form über Hirntoddiagnostik, Spenderkonditionierung und Organentnahme aufzuklären.

Im Organspenderausweis und in offiziellen Aufklärungsbroschüren der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung wird bisher zwischen hirntot und tot nicht differenziert.

Das ist irreführend, denn aus einer Leiche lassen sich keine vitalen Organe explantieren. Der Bürger muss wissen, dass der hirntote Organspender allenfalls ein Sterbender im möglicherweise irreversiblen Hirnversagen ist. Wird die Freigabe zur Organentnahme durch verharmlosende Informationen und das Verschweigen neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse erschlichen, liegt eine rechtsgültige Zustimmung des Spendewilligen oder seiner Angehörigen nicht vor.

Höchst problematisch ist aus unserer Sicht die Meinung des Vorsitzenden der Ständigen Kommission Organtransplantation der Bundesärztekammer, Prof. Hans Lilie, Zitat:

..es bleibt den Einzelnen überlassen, sich selber die notwendigen Informationen zu besorgen, sodass eine Organspende auch dann zulässig ist, wenn der Betreffende sich für die Spende ausgesprochen hat, ohne über die Einzelheiten zuvor aufgeklärt worden zu sein. 1

Diese Position rechtfertigt Prof. Lilie rechtsdogmatisch damit, dass es sich bei der Organspende nicht um eine Verletzung der körperlichen Integrität handele, Zitat.: Bei der postmortalen Organspende wird nur das über den Tod hinauswirkende Persönlichkeitsrecht verletzt, wenn die Organentnahme ohne Einwilligung erfolgt. 2

Aus unserer Sicht wirft dieser Standpunkt ein Schlaglicht auf die derzeit fragwürdige Aufklärung über Organspende. Der Rechtsgrundsatz des informed consent wird elementar verletzt.

Außerdem finden Hirntoddiagnostik und teilweise auch die Spenderkonditionierung immer am noch Lebenden im Patientenstatus statt. Auch hier wird der Bürger in der Regel über mögliche Gefahren und Belastungen im Unklaren gelassen.

Aufklärung über Hirntoddiagnostik

Zur Feststellung des Hirntodes ist eine Hirntoddiagnostik nach den Richtlinien der Bundesärztekammer vorgeschrieben. Über den Ablauf und die damit verbundene Risiken muss im Vorfeld wahrheitsgemäß aufgeklärt werden. Ist eine Organentnahme vorgesehen, handelt es sich um einen fremdnützigen Eingriff. Zustimmen kann daher nur der Spendenwillige zu Lebzeiten selbst. Weder Angehörige noch Betreuer sollten befugt sein, auf Grund des mutmaßlichen Willens des potentiellen Spenders zu entscheiden.

Fakt ist: Bei der Hirntoddiagnostik wird der noch lebende Spender diversen belastenden Testverfahren ausgesetzt:

Vorgeschrieben ist das Auslösen starker Schmerzreize durch das Stechen in die Nasenscheidewand und heftiges Kneifen, sowie das Auslösen des Würgereflexes und das Spülen des Gehörganges mit eiskaltem Wasser.

Zur Absicherung der Diagnose wird gelegentlich eine Angiographie mit Kontrastmittelgabe durchgeführt. Dieses Testverfahren kann beim noch lebenden Spender zu einem anaphylaktischen Schock mit Todesfolge führen.

Empfohlen wird in den Handreichungen zur Hirntoddiagnostik einzelner Kliniken auch die Gabe von 1 2mg Atropin, um festzustellen, ob eine baldige Hirntoddiagnostik sinnvoll ist. Atropin führt in diesen Dosierungen zur Pupillenerweiterung und kann unter Umständen (bei besonderer Empfindlichkeit ) auch gefährliche Herzrhythmusstörungen und komatöse Zustände auslösen. Diese Symptome könne u.U. die Hirntoddiagnose verfälschen. 3

Die entscheidende Untersuchung im Rahmen der Hirntoddiagnostik ist der Apnoe-Test. Selbst die DSO empfiehlt ihn als letzte klinische Untersuchung, um den Patienten nicht zu gefährden. Bei diesem Test kann es zu Blutdruckabfall, Herzrhythmusstörungen und sogar zum Herzstillstand kommen. 4

Über belastende Untersuchungen, mögliche Gefahren und Fehleinschätzungen bei der Hirntoddiagnostik wird der spendenwillige Bürger derzeit nicht aufgeklärt. Dieses Wissen ist bisher nur dem medizinisch Geschulten zugänglich. Auch das widerspricht dem Rechtsgrundsatz des informed consent.


Vorbereitung auf die Organentnahme und Spenderkonditionierung

Die Spenderkonditionierung beginnt nicht selten schon vor der abschließenden Hirntoddiagnostik und dient dazu, die Spenderorgane auf ihre Qualität zu untersuchen und sie für die Transplantation zu optimieren.

Dazu gehören u.a.:
die Verabreichung von Antibiotika
Heparin zur Blutverdünnung (mögl. Nebenwirkung: Hirnbluten)
das Legen von zentralen Zugängen
bei geplanter Lungenentnahme u.U. eine Bronchoskopie
das Legen eines Herzkatheters

Die Spenderkonditionierung nach Hirntoddiagnostik ist medizinisch unerlässlich und nur bei korrekter Aufklärung erlaubt. Ethisch höchst problematisch allerdings ist eine Spenderkonditionierung vor der abschließenden Hirntoddiagnostik. Genau das aber wird in Fachkreisen zur Zeit unter dem Stichwort präfinale Spenderkonditionierung kontrovers diskutiert.

Solchen fremdnützigen Eingriffen kann nur der Spendenwillige selbst zu Lebzeiten zustimmen.

Weder Angehörige noch Betreuer sind aus unserer Sicht berechtigt, auf Grund des mutmaßlichen Willens zu entscheiden.

Aufklärung über den Ablauf einer Explantation

Bei der Organentnahme kommt es in vielen Fällen zu einem rapiden Blutdruckanstieg beim Einschneiden in den Spenderkörper, nicht selten auch zu heftigen Abwehrbewegungen.

Normalerweise gelten solche Phänomene als Stress- und Schmerzreaktionen. Da ein Schmerzempfinden mit letzter Sicherheit nicht ausgeschlossen werden kann, ist in der Schweiz inzwischen eine Vollnarkose bei der Explantation vorgeschrieben. Selbst die DSO empfiehlt zur Optimierung des chirurgischen Eingriffs 5Fentanyl, ein synthetisches Opioid (Opiat). Fentanyl ist eines der stärksten Schmerzmittel. Auch darüber müssen Spendewillige zu Lebzeiten korrekt aufgeklärt werden. Nur so können sie eine rechtlich verbindliche Entscheidung treffen. Wegen der Tragweite des Eingriffs darf der mutmaßliche Wille geäußert von Angehörigen oder Betreuern keine Erlaubnis für eine Explantation sein.



Forderungen
1.Verpflichtend ist aus unserer Sicht die systematische Erfassung, Meldung und Publikation von Fehldiagnosen bei der Hirntoddiagnostik.

2.Definitiv nicht möglich sein darf eine Berufung auf 34 Rechtfertigender Notstand bei einer Organentnahme ohne ausdrückliche Zustimmung. Laut Kommentar zum Transplantationsgesetz (Sengler et al. ,Erläuterungen zu 4 TPG , Punkt 9, S. 67 unten) ist die Berufung auf den Notstand zwar strafbar, aber gegebenenfalls doch möglich. Mit diesem Passus wird das Verbot ausgehebelt.

3.Rehabilitation und Palliativtherapie bei schwer hirnverletzten Patienten müssen absoluten Vorrang haben.

4.Zu forcieren ist die Forschung zur Weiterentwicklung von vollimplantierbaren Kunstherzen, von Organersatz aus adulten Stammzellen und technischen Systemen der Organunterstützung.

5.Um die Zahl der Organtransplantationen zu reduzieren, müssen geeignete Maßnahmen zur Vermeidung von irreversiblem Organversagen ergriffen werden. Unerlässlich dafür sind Programme gegen Schmerzmittelabusus, Nikotin-, Alkohol- und Drogenmissbrauch.

6.Patientenbezogene Daten dürfen ohne ausdrückliche Zustimmung des Spendenwilligen (zu Lebzeiten) nicht an die DSO und Eurotransplant weitergegeben werden.

7.Auf Ärzte und Kliniken, die nicht an die DSO melden, darf kein Druck ausgeübt werden.

8.Eine Todesfeststellung nach dem Stand der medizinischen Wissenschaft darf nicht dazu führen, dass auch in Deutschland Organe von non heart beating donors (NHBD) entnommen werden dürfen. Auch eine Kopplung von assistiertem Suizid und Organspende, wie sie in Belgien bereits seit 2005 praktiziert wird, ist abzulehnen.

Dr. med. Regina Breul


http://www.diagnose-hirntod.de/?page_id=197

Gefällt mir
8. August 2014 um 10:20

Noch was zur Hirntod-Diagnostik
bzw dessen Ablehnung davon: was ist denn eurer Meinung nach die Alternative dazu?

Wenn das Hirn schwer geschädigt ist, dann wird der Patient nicht mehr einfach spontan regenieren aufwachen, sondern wahrscheinlich lange im Koma liegen, bis man irgendwann die Maschinen abschaltet und ihn richtig sterben lässt. Ist das denn besser?

Ich selbst hatte letztes Weihnachten eine schwere Hirnhautentzündung und ich merke sehr, dass mich das neurologisch sehr mitgenommen hat - trotz intensiver Rehabilitation danach. Ich habe starke Konzentrationsbeschwerden, mein Gedächtnis hat gelitten, Gleichgewichtsprobleme kamen auf... wie gesagt, das alles trotz Reha. Wenn man jetzt also schwere Kopfverletzungen davon trägt, womöglich noch mit Beteiligung von sensibleren Hirnregionen und keine Hirnfunktion mehr vorhanden ist; glaubt ihr wirklich, dass sich das jemals wieder regeniereren kann?

Gefällt mir
8. August 2014 um 11:10
In Antwort auf an0N_1284020099z

Noch was zur Hirntod-Diagnostik
bzw dessen Ablehnung davon: was ist denn eurer Meinung nach die Alternative dazu?

Wenn das Hirn schwer geschädigt ist, dann wird der Patient nicht mehr einfach spontan regenieren aufwachen, sondern wahrscheinlich lange im Koma liegen, bis man irgendwann die Maschinen abschaltet und ihn richtig sterben lässt. Ist das denn besser?

Ich selbst hatte letztes Weihnachten eine schwere Hirnhautentzündung und ich merke sehr, dass mich das neurologisch sehr mitgenommen hat - trotz intensiver Rehabilitation danach. Ich habe starke Konzentrationsbeschwerden, mein Gedächtnis hat gelitten, Gleichgewichtsprobleme kamen auf... wie gesagt, das alles trotz Reha. Wenn man jetzt also schwere Kopfverletzungen davon trägt, womöglich noch mit Beteiligung von sensibleren Hirnregionen und keine Hirnfunktion mehr vorhanden ist; glaubt ihr wirklich, dass sich das jemals wieder regeniereren kann?

Alternative?
Was spricht denn dagegen, für eine Hirntod-Feststellung ZWINGEND apparative Untersuchungen vorzuschreiben?

Es ist doch irgendwie ein Unding, dass das nicht gesetzlich vorgeschrieben ist.
Und wenn ich dann noch lese, dass bei klinischen Untersuchungsmethoden Gefahren für noch lebende, möglicherweise tatsächlich regenerierungsfähige Patienten bestehen, weiß ich wirklich nicht, was da eigentlich abgeht.

Fehler und Irrtümer passieren nunmal.
Ich habe mal einen Artikel zum Thema gelesen, in dem dargestellt wurde, das Studien in Amerika/Großbritannien Abweichungen zwischen den Untersuchungsmethoden hervorbrachten.
Bei (ich glaube) 11 Prozent der mittels klinischer Untersuchungen für hirntot erklärten Patienten konnten anschließend über EEG/Doppler noch Hirntätigkeiten nachgewiesen werden.
Finde ich schon eine beachtliche Hausnummer.

Warum also nicht die Sicherheit für die Spender wenigstens so weit wie möglich erhöhen?


Ob man im übrigen eine Alternative zum Hirntod-Kriterium braucht, weiß ich nicht.
Wenn es Leuten gefällt, bei lebendem Leib und möglicherweise wie auch immer geartetem Schmerzempfinden aufgeschnitten und ausgeweidet zu werden, Glückwunsch - dann ist das deren Sache.

Aber ich finde, dass man den Bürgern DAS auch genauso im Vorfeld vermitteln MUSS!!
Und dann genügt es nach meinem ethisch-moralischen Verständnis nicht, wenn da mit Halbwahrheiten operiert wird, man die Hälfte der Ansichten verschweigt, Bürger im Unklaren läßt.

Und Aufklärung - durch entsprechende Stellen und Politik - ist das Thema betreffend ganz offensichtlich Mangelware.

Gefällt mir
8. August 2014 um 11:20

Wachsperle?
Eine Frage: Warum gehst du bei dem Thema eigentlich derart ab? ich mein, jeder hat ja so sein Thema, wo er sich total einsetzt, geht mir auch so, aber warum pochst du hier so?

Gefällt mir
8. August 2014 um 12:50

Ja, definitiv und zu 100prozent!
Ich bin seitdem ich 18 bin ein träger des organspendeausweises.meine familie weiß das und weiß auch, das ich keine lebenserhaltenen maßnahmen wünsche.
Für mich gibt es keine alternative zum leben mit Einschränkungen, die man so nicht einmal benennen kann.und wenn meine organe dann noch einem menschen helfen, ja sogar retten kann, dann bin ich ja nicht "umsonst" da gewesen!

Mein bruder ist schwer krank.lebte immer gesund, seeehr sportlich und bekam aus dem nichts heraus letztes jahr die diagnose "chron.nierenversagen"! Von jetzt auf gleich kein sport mehr, keine hobbys und große aktivitäten.abends mal weg gehen und mit freunden ein bier trinken? Geht nicht, denn er bekommt nachtdialyse...7x/woche.und er ist 27! Wenn alles gut geht bekommt er noch dieses jahr die niere meiner schwester.danach bin ich dran (da er noch sehr jung ist, wird er mind.2 organe brauchen).und ich werde spenden, wenn ich kann.warum? Weil nichts wervoller ist, als ein freies, selbstbestimmtes leben! Und wenn ich das nicht mehr kann, hoffe ich, das meine organe das einem anderen menschen noch ermöglichen kann!

Gefällt mir
8. August 2014 um 13:09
In Antwort auf bastelbiene

Wachsperle?
Eine Frage: Warum gehst du bei dem Thema eigentlich derart ab? ich mein, jeder hat ja so sein Thema, wo er sich total einsetzt, geht mir auch so, aber warum pochst du hier so?


Wo gehe ich denn ab? Ich habe einfach nur bei ein paar Dingen, die ich nicht nachvollziehen kann oder die hier falsch dargestellt wurden nachgehakt und ein paar Links eingestellt.

Ich war Organspenden gegenüber mal, man mag es kaum glauben, sehr positiv eingestellt. Kurz davor, mir einen Organspenderausweis zuzulegen.
Vorab wollte ich noch das tun, was mein guter alter Prof Lilie vorgeschlagen hat - mich informieren, zum Thema mal querlesen; einfach so rein pro forma, wie ich dachte.

Und da bei ich dann auf so viele Dinge gestoßen, die mich zweifeln lassen, die ich nicht in Ordnung finde; die mich auch als Juristin "stören".
Ein Staat hat in meinen Augen die unabdingbare Pflicht, seine Bürger zu schützen; das fängt mit Information an und geht mit verbindlichen Regeln weiter.

Nichts davon existiert hier wirklich. Und dabei wäre es mit zwei, drei kleinen gesetzlichen Normen möglich, verbindliche Standards festzuschreiben, die eine höhere Sicherheit bringen würden.
Das man das nicht tut, finde ich sehr schlimm.

Denn hier geht es nicht um irgendwelchen Pillepalle.
Hier geht es um Menschen, um Menschenleben, um Menschenwürde.
Da irgendwie herummurkeln zu dürfen, wie das jeder (Politik, Ärzte, Kliniken) am bequemsten findet, ist in meinen Augen ein glattes No-Go.

Gefällt mir
8. August 2014 um 18:16
In Antwort auf an0N_1269329299z


Um mal auf die Schmerzmittel, die Betäubung zu kommen - das Problem ist doch, dass hier in Deutschland eben gerade keine Verpflichtung besteht, den Spender zu sedieren, zu narkotisieren.

Das kann und darf jeder Arzt, jede Klinik halten, wie er/sie lustig ist.

Es gab mehrere Versuche, eine Betäubung gesetzlich festschreiben zu lassen, um eine entsprechende Sicherheit für Spender (aber auch für Ärzte) herzustellen; mehrere gerichtliche Verfahren, die auf eine Novellierung des Transplantationsgesetzes abzielten.
Die Verfahren sind sämtlich gescheitert, und Versuche auf politischer Ebene eine Änderung des Gesetzes zu erreichen, waren ebenfalls erfolglos.

Ehrlich gesagt, da frage ICH mich schon, warum sich weite Teile der Politik, wie auch die Bundesärztekammer gegen eine zwingende Narkose bei Organentnahmen stellen. Was wäre so schlimm daran, eine solche gesetzlich vorzuschreiben?

Weil man das als ein "Eingeständnis" werten könnte, das Spender eben doch noch leben und möglicherweise was spüren?

Allein die Vorstellung, dass da Menschen liegen könnten, LEBENDE Menschen, alleine, schutzlos, im Sterben begriffen, die möglicherweise noch irgendetwas von dem spüren, wahrnehmen, was man da mit ihnen macht - das man sie aufschneidet und ausnimmt, wie eine Weihnachtsgans - da fehlen mir die Worte.

Wachsperle
Würdest du ein organ annehmen? Wenn du sonst sterben solltest?

Gefällt mir
8. August 2014 um 18:37
In Antwort auf monday_12840876

Wachsperle
Würdest du ein organ annehmen? Wenn du sonst sterben solltest?

Die Frage
kann ich Dir nicht sicher beantworten. Ich weiß es tatsächlich nicht. Aber ich will es nicht ausschießen, dass ich es tun würde.

Was ich allerdings mit absoluter Sicherheit ausschließen kann, dass ich unter den jetzigen Regelungen als Organspenderin zur Verfügung stehe.

Gefällt mir
9. August 2014 um 7:43

Ja !!!
Alles zu 100 % !

Habe schon seit 10 Jahren einen Ausweis

Gefällt mir
9. August 2014 um 12:36


>>>aber auch hier muss man sich bewusst werden, dass Menschenleben gerettet wurden.<<<

DANN sollte man sich aber ebenfalls bewusst machen, dass wegen der Manipulationen und Machenschaften dieser kriminellen Ärzte
- andere Menschen in Lebensgefahr gebracht wurden,
- offenbar sogar einige gestorben sind und weitere
- noch sterben werden/könnten.

Es gab und gibt zahlreiche Ermittlungsverfahren gegen involvierte Ärzte. Eben wegen Verdachts auf Körperverletzungen mit Todesfolge, fahrlässige Tötungen, sogar vorsätzlichen Totschlags.

Der Umstand, dass Patienten, die auf den Wartelisten weiter hinten standen, bevorzugt mit Spenderorganen versorgt wurden - führt(e) dazu, dass Menschen die weit weit dringender auf die entsprechenden Organe angewiesen waren/sind, noch nicht behandelt werden konnten.
Das sollte man ebenfalls nicht vergessen und sich deutlich bewusst machen.

Die Ärzte, die manipuliert haben, haben dies bestimmt nicht getan, weil es ihnen um Menschenleben ging.
Denn dann hätten sie nach Dringlichkeit beurteilt.

Gefällt mir
9. August 2014 um 12:40


>>>Organspendeskandale lassen sich nur verhindern,
wenn es genug Spender gibt.<<<

Nein.

Die lassen sich auch verhindern, wenn Ärzte entsprechend ihres Eides agieren, sich an Menschenleben orientierten, an medizinischen Dringlichkeiten, und sich an Vergaberichtlinien, Normen und gesetzliche Regeln halten.

Und nicht nur an Kohle, Geld, Zuschüsse, Prestige und die eigene Profilierung denken!

Gefällt mir
9. August 2014 um 18:02

Die Meinungen gehen ja ziemlich auseinander...
Also ich hab jetzt auch nach euren Einwänden schlau gemacht. Und ja.. Ich bin mir nicht mehr 100 Prozent sicher, ob ich meinen Ausweis ausfüllen werde

Es gibt wirklich erschreckende Berichte, Dokumentationen, die mich nun doch zweifeln lassen, ob ich wirklich noch meine Organe hergeben will

Gefällt mir
10. August 2014 um 22:03

Eben...
Und es gibt zu viele Faktoren, die dagegen sprechen

Ich muss darüber noch mal nachdenken.
Einige Dinge erschrecken mich doch ganz schön

Gefällt mir
11. August 2014 um 0:22

Nein,
würde ich nicht. Ist mir persönlich zu gefährlich und zu unsicher für "tot" erklärt zu werden, wenn ich es eigentlich (noch) nicht bin.
Außerdem habe ich meine Organe gerne da, wo sie auch hin gehören, nämlich in meinen Körper.
Des Weiteren finde ich auch den Gedanken daran, dass mein Herz in einer anderen Person weiter schlägt, irgendwie gruselig. Ebenso die Transplantation der Netzhäute oder des Gesichts. Mag sein, dass es vielen Leuten helfen kann, den Gedanken finde ich trotzdem nicht sonderlich ansprechend.

Also nein Organe spenden würde ich nicht machen.

Gefällt mir
11. August 2014 um 6:55


@zweitnick:

warum verklärte sicht vom tod?
tod ist wie geburt, ein übergang.
wir haben alle unsere vorstellung einer schönen geburt. vom tod darf man das genauso haben.
eine gute freundin arbeitet als kunsttherapeutin in einem hospiz und ich arbeite als doula.
ich stehe am anfang des lebens, sie am ende.
wir sind beide bei den jeweiligen prozessen dabei. beides kann schön sein, beides grausam und schrecklich.
lass bitte jedem seine sicht und philosophie.

Gefällt mir
11. August 2014 um 9:26

Mal eine Frage
zu den oft zitierten Ärzten, die den Hals nicht vollkriegen:

Ist das denn wirklich so?

Das sind doch keine Freiberufler, die ihre Tarife frei diktieren und pro Organ bezahlt werden, sondern Klinikärzte, und die werden nach Tarifverträgen und Arbeitszeit bezahlt - ganz gleich wie viele Transplantationen sie durchführen.

Das finanzielle Interesse sitzt doch eher in der Klinikverwaltung bzw. dem Träger?

Gefällt mir
11. August 2014 um 9:33

Zu den "Skandalen"
hat apo weiter unten etwas sehr interessantes geschrieben. Da ging es nicht immer nur um "Ärzte die den Hals nicht voll bekommen"...

Gefällt mir
11. August 2014 um 10:06

Was mir Angst macht...
Dass es während der Explantation zu Bluthochdruck und Schwitzen kommt.
Man weiß nie, was ein Hirntoter Patient noch mitkriegt.

Diese Worte schrecken mich ab. Ich will nichts merken, wenn ich aufgeschnitten werde.

Aber vielleicht gibts dafür eine simple Erklärung. Die habe ich nur noch nicht gefunden

Gefällt mir
11. August 2014 um 10:08
In Antwort auf schnuki850

Was mir Angst macht...
Dass es während der Explantation zu Bluthochdruck und Schwitzen kommt.
Man weiß nie, was ein Hirntoter Patient noch mitkriegt.

Diese Worte schrecken mich ab. Ich will nichts merken, wenn ich aufgeschnitten werde.

Aber vielleicht gibts dafür eine simple Erklärung. Die habe ich nur noch nicht gefunden

Naja
Dein Körper arbeitet ja noch. Wenn man einen Körper aufschneidet,reagiert der natürlich mit Stressanzeichen. Aber: der Patient ist hirntot und das Hirn nicht mehr in der Lage eben jene Signale und Reize zu verabeiten. Die laufen einfach ins Leere. Du bekommst nichts mehr mit...

Gefällt mir
11. August 2014 um 11:37
In Antwort auf an0N_1284020099z

Naja
Dein Körper arbeitet ja noch. Wenn man einen Körper aufschneidet,reagiert der natürlich mit Stressanzeichen. Aber: der Patient ist hirntot und das Hirn nicht mehr in der Lage eben jene Signale und Reize zu verabeiten. Die laufen einfach ins Leere. Du bekommst nichts mehr mit...

Was
Macht dich da so sicher?

Gefällt mir
11. August 2014 um 11:41
In Antwort auf schnuki850

Was
Macht dich da so sicher?

Sicher kann man
sich nie sein, oder hast du schon mal einen Hirntoten nach seinen Empfinden bei einer Organentnahme befragen können?
Ich denke mir das einfach. Schau, ich finde, das ist wie bei einem PC: wenn da der Prozessor nicht mehr läuft, kann alles andere noch so gut funktionieren. Nur können die Informationen schlicht und einfach nicht mehr verarbeitet werden. Und so oder so ähnlich ist das bei einem Hirntod.

Gefällt mir
11. August 2014 um 11:46

Aber man kann
auch keine genauen Aussagen darüber treffen, dass man was dabei fühlt und auf jeden Fall ausgeweidet wird wie ein Tier oder so... das ist genauso Spekulation.
Insofern hat da eben jeder so eine eigenen Vorstellungen...

Gefällt mir
11. August 2014 um 12:28

Habe einen interessanten Artikel gefunden...
http://www.transplantation-information.de/organspende_organspender/organspende_organexplantation_facharbeit_2004.html

http://m.faz.net/aktuell/politik/inland/organspende-das-war-ein-katastrophaler-ausbau-von-ersatzteilen-12536010.html

Gefällt mir
Diskussionen dieses Nutzers