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OT an Krankenschwestern oder Ärzte: Palliatriestation - gutes oder schlechtes Zeichen?

12. August 2012 um 13:39 Letzte Antwort: 12. August 2012 um 16:51

Hallo,

meine Stiefmutter ist 2009 an Nierenkrebs erkrankt. Die Niere wurde entfernt - alles schön. 1 Jahr später hatte sie dann einen Gehirntumor (war wohl von dem Nierenkrebs), es konnte bei einer OP nicht alles entfernt werden. Mittlerweile hatte sie 2 OPs am Kopf, zusätzlich schwarzen Hautkrebs am Knie (wurde entfernt), 3 Bestahlungen und fast Dauerchemo.
Trotz dieses Krankheitsbildes hatte sie doch immer einen guten Eindruck gemacht. Ein Arzt hat sogar mal gesagt das er verwundert war, er hatte vorher ihre Krankenakte gelesen und hatte eigentlich nicht mehr viel erwartet.

Jetzt hatte sie vor 3 Wochen einen extremen Schwächeanfall und liegt seitdem im Krankenhaus. Am Donnerstag haben sie sie in die Palliatrie gelegt und meinem Vater gesagt, das wäre damit sie wieder mobil wird.

Stimmt das? Ich habe eigentlich mal gehört, da kommen die Leute hin, bei denen jede "Hilfe" zu spät kommt. Mein Vater macht sich natürlich jetzt übelst Hoffnung und freut sich (sie hat dort ein Einzelzimmer, ganz liebe Schwestern die Rund um die Uhr für sie da sind). Ich aber habe Angst das das jetzt der Anfang vom Ende ist.....

Was sagt ihr?

LG

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12. August 2012 um 13:50

Oh ja
sorry.... ja ich glaube das heißt Palliativstation....

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12. August 2012 um 14:08

Hmm...ich möchte dir eine ehrliche Antwort geben...
Palliativ bedeutet kurz gefasst, das man nicht auf Heilung der Krankheit aus ist (da diese nicht mehr möglich ist) , sondern um dem Erkrankten das Leben so schmerzfrei wie möglich zu machen. Bei uns auf der Arbeit (Uniklinik) werden Patienten dorthin verlegt, die z.b. Krebs haben und dieser zum Tode führen wird. Es muss aber nicht automatisch heissen,

das alle palliativ behandelten Menschen in den nächsten Tagen sterben. Es werden z.b. auch Menschen die von
Geburt an schwerbehindert palliativ behandelt. In diesen Fällen könnte man dem Betroffenen z.b. durch Therapien das Leben erleichtern, aber dadurch wäre die Behinderung ja trotzdem nicht weg.

Ich hoffe ich hab das halbwegs verständlich erklären können.

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12. August 2012 um 16:51

Hallo wuschel
Bin Fachschwester für Onkologie, sprich Krebs.

Eine Palliativstation, ist eine Station, auf der Patienten aufgenommen werden, die eine infauste Prognose haben. Sprich, es kann nicht mehr geheilt werden.
Allerdings heißt es nicht, dass sie demnächst sterben!!!

Die Palliativmedizin ist da um Symptome zu beobachten, zu kontrollieren und einzudämmen bzw. zu beseitigen.
Viele Tumorpatienten haben Begleiterscheinungen ( Schwäche, Magen-Darmprobleme, Schmerzen etc. )

Diese Begleiterscheinungen, will man lindern und die Patienten aufpeppeln.
Sicherlich versterben auf so einer Station wesentlich mehr Menschen als auf einer Normalstation, aber es liegt eher an dem schlechten Allgemeinzustand.

Es ist keine "Sterbestation"!!!

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