Forum / Mein Baby

OT: Ausbildung/Arbeit mit Borderline und Kind

Letzte Nachricht: 8. Juli 2013 um 9:06
02.07.13 um 16:18

Hallo Ihr Lieben,
ich habe folgendes "Problem" und wollte mal eure Erfahrungen und eure Gedanken dazu hören...
Vielleicht habt ihr ja Tipps und Tricks für mich...


Ich bin jetzt 22 Jahre alt, habe eine 1Jährige Tochter und einen Lebensgefährten derVollzeit arbeitet.

Mein Abi habe ich mit ach und krach hinter mich gebracht, mit sehr vielen Fehlstunden (bedingt durch die Borderline Störung und Depression) und massig unterstützung der Lehrer.
Dannach habe ich ein Fsj gemacht, das mir auch sehr viel Spaß bereitet hast, jedoch hatte ich auch hier wieder viele Fehltage durch eine weitere Phase in der es mir garnicht gut ging und ich es nicht aus dem Haus geschafft habe...
Nach dem Fsj (welches ich in einer Schule für geistig Behinderte Kinder absolviert habe), habe ich als Schulbegleitung weiter gemacht, was auch am Anfang echt gut lief, bis ich dann Schwanger wurde...
Eigentlich wollte ich eine Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin machen... docvh war ich schon vor der SS nicht ganz sicht, auch wenn ich einen festen platz hatte....

Nun ist die Lütte 1 Jahr alt und ich hätte für nächstes Jahr wieder einen Platz an dieser Schule...

Aber ich habe Angst.-.. panische Angst dem allen nicht gerecht zu werden...
Ich hatte schon ohne Kind probleme mit der Schule..., wie soll es da erst mit werden?
Nach der Schule kann ich ja auch nicht einfach abschalten... es kommen Haushalt und Kind auf mich zu...

Natürlich haben Millionen anderer Menschen die gleichen Probleme während der Ausbildung mit Kind... Aber eben nicht alle haben Borderline...
Ich will meine Eltern auch nicht enttäuschen (die mir in gewisser WEise auch druck machen, beide Arbeiten ihr Lebenlang, mein Vater sehr erfolgreich.. meine Schwester Studiert ect.., ich passe haltr irgendwie nicht in dieses Heile bild... =/

Ich habe einfach das Gefühl der Arbeitswelt nicht gewachsen zu sein....


WAs meint ihr? Wie kommt ihr mit dem Druck der Arbeit zurecht?
Und was tut ihr an schlechten Tagen?

Lg Mel

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08.07.13 um 9:06

Ganz gut - mit Anpassungen
Ich arbeite in einer Firma, wo es kein Drama ist und keine Repressalien zur Folge hat, wenn ich in einem Meeting nicht im Raum sitze, sondern in der offenen Türe stehe, weil mir viele Menschen (meint mehr als 5) in einem Raum unangenehm sind.
Klar, wenn Kunden / Externe da sind, dann heisst es halt Zähne zusammenbeissen und durch, aber ich beisse nicht die Zähne zusammen, um gegenüber meinen Kollegen den Schein zu wahren. Die wissen, dass ich nicht bin wie sie, allein weil ich genug Narben habe, die das zeigen. Also wende ich keine Kraft dafür auf, irgend eine Show diesbezüglich zu veranstalten, denn diese Kraft würde mir an anderer Stelle fehlen.

Ich kenne die Anzeichen, wenn ich mich dem Ende meiner Kraft nähere, ich achte darauf und nehme die ernst. Sind die da, nehme ich frei. Ich habe mit Kollegen & Chefs eine Vereinbarung, dass es ok ist, wenn ich meinen Urlaub erst ca. 1 Woche vorher beantrage. Dann nehme ich meist Do-Di, 6 freie Tage + davor je nur 1/2 Woche genügen fast immer, um mich genügend zu regenerieren.

Ich weiss, wie ich meine Gefühle kontrollieren und ändern kann, komme daher meist recht gut zurecht - nicht immer, aber so, dass das, wo ich nicht klar komme, Einzelfälle sind.
Ich weiss, wie ich den Rest, der meine BL - Symptomatik ist (z.B. Dissoziationen, Wahrnehmungsstörungen) abfangen kann - und meist erkenne, bevor eine Situation eskaliert.

Hässliche Tage - nun, die gibt es dennoch. Was ich da tue? Als aller erstes mich zurückziehen, den Kontakt zu anderen Menschen reduzieren. Ich habe einen Job, wo das geht, für unseren Sohn bleibt trotzdem eine Stunde, wo halt maximale Selbstbeherrschung gefragt ist, alle anderen Menschen in meiner Umgebung wissen Bescheid und können damit umgehen.
Ich weiss, wie ich mich an solchen Tagen halbwegs abfangen kann - Musik, Malen, Online-Games helfen mir beispielsweise sehr effektiv. Es gibt psychologische Techniken, wie wir Grenzgänger unsere Gefühle abfangen und ändern können. Wenn wir nicht mehr Spielball unserer Gefühle sind, kommen wir im Wesentlichen auch mit uns, damit mit unserem Leben und anderen Menschen klar.

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