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OT: drogensüchtiger Bruder, wie helfen?

20. März 2015 um 8:18 Letzte Antwort: 20. März 2015 um 22:01

Hallo!
Ich weiß das gehört hier eigentlich nicht rein aber vielleicht habt ihr ja einen Rat für mich.

Und zwar geht es um mein Bruder. Er ist 32 und ich finde seine Drogensucht ist schlimmer denn je. Das alles fing an als er so 18 Jahre alt war. Mit kiffen. Irgendwann hat das nicht mehr gereicht und er hat sich zeug durch die Nase gezogen und Pillen genommen. Dann irgendwann so mit 26 der Absturz. Er war beim Arzt, hat eine Therapie angefangen. Diese aber dann abgebrochen...wäre ihm zu doof er schafft das auch alleine.

Eben nicht. Was haben wir mit Engelszungen auf ihm eingeredet. Es wurde auch besser. Einige Jahre hat er dann "nur" noch gekifft. Bis ich wieder mitgekriegt habe das er wieder so zeug zieht. Chrystal meth. Und alles was man darüber sagt ist wahr. Er hat sich so extrem zum schlechten verändert. Hat seinen Job verloren und ist VOB der Polizei mit dem auto erwischt worden. Das war vor knapp zwei Monaten.
Ich hab viel Mut ihm gesprochen, er hat geheuelt, er will das nicht mehr und er will nicht seinen Führerschein verlieren. Einzug wollte er nicht machen. Das schafft er selber. Zu meiner Verwunderung hat er es auch durch gezogen.

Dachte ich.

Vor drei tagen zieht ihn die Polizei wieder raus, wieder Drogen :'-(

Ich kann echt nicht mehr und weiß nicht was ich machen soll/ kann. Ich hab nach den vielen Jahren echt keine kraft nehr !

Und wenn ich an meine Mutter denke, sie weiß das alles noch gar nicht :'-(

Ich weiß echt nicht was ich hören will. Vielleicht hat ja jemand ähnliche Erfahrungen und kann was dazu sagen.
Ich überlege echt ihn fallen zu lassen aber er ist doch mein Bruder!

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20. März 2015 um 8:30

Meine Eltern
Sind starke alkoholiker....
Daher weiss ich wie es dir geht...
Leider hilft da wirklich nur abschalten und eventuell den Kontakt abbrechen

Das problem ist einfach, dass Süchtige ihre Umgebung mit reinziehen... Und man geht dadurch selber kaputt...
Suche dir bitte hilfe bei einer Organisation die extra für Angehörige von Suchtpatienten ist!

Die können einen auch viel helfen...
Es ist sehr Hart und schwer, grad Familienangehörige fallen zu lassen, aber leider ist das manchmal das beste für einen selbst...

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20. März 2015 um 8:52

Crystal meth soll noch schlimmer sein als heroin
teufelszeug versteh nicht das ein erwachsener sowas freiwillig nimmt.
der kommt da nicht einfach so von weg. er muss in therapie, am besten ne langzeittherapie, am besten auch wo er nicht raus kann. sorry aber crystal meth ist sozusagen sein todesurteil...es wird nur schlimmer...die konsumenten werden schnell kriminell und gewaltbereit... dann noch der körperlich verfall
auch wenn er seinen führerschein verliert, wird ihn das ja wohl kaum vom fahren abhalten, sonst wär das ja nicht ein zweites mal passiert. er will keinen entzug machen ...er zeigt keine einsicht, so fertig ist er schon.er muss es selbst wollen...

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20. März 2015 um 12:21

Er sieht auch schlecht aus
Sehr dünn und so komische Flecken im Gesicht. Er war echt mal ein richtig hübscher
Ich habe für nächste Woche einen Termin bei einer suchtberatung ausgemacht. Die waren sehr nett am Telefon.
Bin schon am überlegen ihn mitzunehmen aber wenn ich sage wo ich hin fahre blockt er sicher eh ab.

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20. März 2015 um 12:38

Sehe ich
ganz genau so. Du wirst ihm nicht helfen können, es besteht die Gefahr, dass du co-abhängig wirst. Schon mal davon gehört? Du musst jetzt sehr stark sein. Alles Gute.

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20. März 2015 um 13:00

Oh je, chrystal ist natürlich ne ganz harte Nummer.
Versuchs erstmal bei der Suchtberatung, die können einen meistens weiterhelfen. Es gibt Beratungsstellen/Selbsthilfegruppen für Angehörige. Das ist auch für euch eine harte Zeit und da müsst ihr nicht alleine durch.
Auch wenns hart klingt, aber aus eigener Erfahrung weis ich, das man leider wenig machen kann, wenn der abhängige nicht freiwillig zur Entgiftung geht. Mann könnte ihn vielleicht zwangseinweisen, aber wenn er weiter konsumieren will wird er das tun.
Versuch dich selbst zu schützen und beschränke den kontakt auf ein Minimum.
Ich wünsche euch alles gute!
Lg

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20. März 2015 um 13:06

Mit einem Entzug ist es nicht getan
Er braucht eine Person, der er zu 100% vertrauen kann und die für ihn wirklich da sein kann....nicht nur ab und an.
Er muss bereit sein einen Entzug zu machen und wenn er das nicht ist, dann hat das auch keinen Zweck. Es ist gut, dass er as alles nicht mehr will, aber er steckt da drin und da musst du ansetzen. Es gibt ja ein Kernproblem, warum er überhaupt mit den Drogen angefangen hat. Probleme mit der Familie, Drogen im Freundeskreis, Probleme im Job...warum hat er damit angefangen?! Meth ist ja nun keine Einstiegsdroge. Zwischen Gras und Meth ist ja ein relativ langer Weg.
Ab da fängt man an zu arbeiten. Raus aus dem Freundeskreis, raus aus der Umgebung...man braucht eine neue Perspektive. Diesen Weg kann er nicht allein einschlagen. Man muss ihn an die Hand nehmen und ihn führen, aber der Punkt ist, dass der Wille da sein muss. Es ist gut, dass er nicht mehr will, aber er muss den Entzug wollen, aber an dem Punkt ist er noch nicht. Er ist noch nicht tief genug am Boden.
Diese Entscheidung muss von ihm kommen. Da kannst du ihm nicht wirklich helfen. Er muss da freiwillig hin. Wenn du seine Vertrauensperson bist, dann kannst du ihn dazu ermutigen, aber nicht drängen und darauf bestehen. Das geht nach hinten los. Ermutige ihn, aber ohne übermäßigen Druck. Wenn er dann den Entzug anfängt und durchzieht, dann ist es der erste Schritt und dann wird es für dich wirklich anstrengend, weil er auf dich zählen können muss.
Überlege es dir gut...kannst du das? Hast du die Zeit und Kraft? Das ist keine leichte Aufgabe. Dem musst du dir bewusst sein.
Die Therapie gibt nur einen Ansatz und man bekommt auch Hilfe der Klinik und Betreuern, aber er wird sich immer auf die Person beziehen, der er vertraut und das ist keine leichte Aufgabe.

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20. März 2015 um 21:50

Ich hab vorhin mit ihm
gesprochen und er war tatsächlich bereit mitzukommen. Das einzige was er nie machen wird ist in eine Klinik gehen hat er gemeint aber das ist ja schonmal ein guter Ansatz das er freiwillig mit kommt. Er war auch heute richtig ernst und reflektiert. So kenne ich ihn gar nicht. Er weiß auch das das alles durch seine "Freunde" kommt und er auch den Kontakt auf ein minimum beschränken will.

Das hört sich jetzt alles erstmal gut an. Die Zeit wird zeigen ob er es wirklich ernst meint. Ich hoffe wirklich er zieht es dieses mal durch. Denn das ist auch für mich das letzte mal. Sollte er es wieder nicht ernst meinen dann breche ich den Kontakt komplett ab und das hab ich ihm auch gesagt. Wir haben seit unserer Kindheit schon immer ein sehr enges Verhältnis gehabt und da hoffe ich das ihm das wichtig genug ist.

Geht das mit deinem Bruder und der Depression schon lange? Und wie geht ihr mit der Situation um?

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20. März 2015 um 21:58

Ich hab grad
weiter unten schon geschrieben.
Habe einen Termin bei einer suchtberatung ausgemacht und er kommt tatsächlich freiwillig mit. Er will nur auf keinen Fall in stationäre Behandlung. Er weiß auch das er den falschen Freundeskreis hat und will auch den Kontakt beschränken und abbrechen. Ich hab ihn auch gesagt das ich mich das letzte mal so reinhänge. Wenn er nicht mitmacht dann werde ich den Kontakt abbrechen. So schwer mir das fällt weil wir haben von Kindheit an ein sehr enges Verhältnis gehabt.
Ich bin auch bereit zu 100% für ihn da zu sein aber nur noch dieses eine mal weil nochmal das ganze von vorne halte ich nicht aus.

Ich setze echt große Hoffnung in den Termin. Die Frau hat auch gesagt das sie auch Betreuer haben die früher selber stark drogenabhängig waren und das finde ich sehr gut, das er da aus erster Hand erfahren kann das man es schaffen kann!

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20. März 2015 um 22:01

Du bist besorgt und willst ihm helfen,
aber das kann er nur noch selbst! Es wird nichts bringen, wenn Du ihn zwingst, mit Dir zur Suchtberatungsstelle zu gehen, er wird da raus gehen und spaetestens dann, wenn Du um die Ecke bist und ihn nicht mehr sehen kannst, wird er sich das Zeug wieder reinziehen!

Es klingt hart, aber Du kannst nur noch eines tun und zwar Dich zurueckziehen, ihn sein Ding machen lassen und darauf hoffen, dass er es noch rechtzeitig schafft, die Reißleine zu ziehen. Du kannst ihm das ja auch so sagen: Dass Du nun akzeptieren wirst, dass das die Form und Art des Lebens ist, die er gewaehlt, dass Du damit aber nichts mehr zu tun haben moechtest. Dass Du jederzeit fuer ihn da bist und er auf Dich zaehlen kann, sobald er clean ist und eine Langzeittherapie macht und zwar nur dann! So wuerde ich das sagen und dann wuerde ich gehen!
Ich weiß aus Erfahrung, dass es ein verdammter langer Prozess ist, bis man endlich anerkennt, dass man krank ist und professionelle Hilfe braucht! Dazu Bedarf es in den meisten Faellen eine Vielzahl an Entzuegen, Rueckfaellen, Menschen, die man enttaeuscht, weil nur noch die Sucht zaehlt. Da muss man ganz tief fallen und beinahe alles verlieren! Da muss der Moment kommen, in dem man dem Tod ins Auge schaut, um zu erkennen, dass es an der Zeit ist zu kaempfen, sich fuer das Leben zu entscheiden und gegen die Sucht!!!

Ich wuensche Deinem Bruder alles Gute und Dir viel Kraft!

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