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OT - freundschaftliche Ehe? Konnte jemand die Liebe wiederbeleben?

17. Juli 2012 um 7:43

Hallo,

ich habe seit diesem Wochenende, die absolute Bestätigung für die Gefühle, die ich schon seit über einem Jahr vor mir selbst verstecke: Ich liebe meinen Mann nicht mehr und ich weiß nicht wie ich mit dieser Situation umgehen soll, weil da noch das Glück unseres Kindes und ein riesen Haufen Verwandschaft dran hängt.

Ich weiß der Moment kommt in vielen langjährigen Beziehungen irgendwann, aber ich weiß nicht wie ich es verhindern kann. Wir sind wie Bruder und Schwester oder wie Freunde und das ist nicht schön.

Das Problem meiner Meinung nach ist, dass mein Mann überhaupt nicht an sich arbeitet. Er ist für mich da, wenn ich traurig bin, aber eben nur "da" wie ein Freund. Er lässt sich ziemlich gehen, hat zugenommen, rülpst ab und zu vor mir oder "pupst" oder kratzt sich am Po (ohne Hände waschen ). Seit er nicht mehr studiert hat auch sein "Ausdruck" ziemlich zu wünschen übrig gelassen. Er sagt öfters mal "Sch..." "Verfi..." usw. wenn er sich beim Computerspielen aufregt oder was nicht gleich klappt. Er sagt, er hat schon früher so geredet, aber ich ertrag das nicht mehr... Meine Schwester sagt, es sei schön so intim zu sein, aber ich brauche Abstand

Irgendwie möchte ich ihn nicht mehr küssen und keinen Sex mehr. Es macht mich alles so kaputt. Als ich ihn kennengelernt habe, war ich im Abi (war shcüchter, hatte noch nie einen Freund) und er in der Ausbildung. Ich glaube ich habe ihn da richtig bewundert, mit seinen Freunden, gut aussehend, und beruflich schon weiter und fand ihn aus diesen Gründen attraktiv. Jetzt bin ich die Studierte (hab mich auch charakterlich und äußerlich zum Guten entwickelt), wir gehen aber nicht zusammen weg, es gibt keine Romantik und durch Studium und Arbeit und Kind habe ich auch fast gar keine Zeit für die Beziehung. Alles plätschert so vor sich hin. Ich schlafe inzwischen auch viel lieber bei unserem Sohn im Bett, als bei ihm

Aber er ahnt von all dem nichts. Obwohl wir uns schon 100 Mal deswegen gestritten haben und ich immer wieder sage WIR PASSEN NICHT, "vergisst" er das Thema immer wieder. Es geht für ihn immer so weiter. Aber ich möchte mich entwickeln und neues erleben. Am Wochenende war ich bei meiner Freundin und hab nette Männer kennengelernt, die sogar mal mit mit tanzen würden, gute Bücher und Filme kennen - das hat mich beeindruckt und das vermisse ich in meinem Leben. Im Moment wäre ich auch am liebsten Single mit Kind. Ich träum davon eine eigene Wohnung alleine einzurichten etc. weil ich jetzt schon den Haushalt und Ausflüge alleine regele. Ich könnte mir sogar das Alter allein vorstellen (und ich bin erst 24). Ich weiß aber nicht, ob ich meinem Mann eine Trennung wirklich antun kann. Ich glaube er wäre am Abgrund und ich weiß nicht mal, ob er in seinem "jetzigen" Zustand jemals wieder ne Frau finden würde (ich wünschte er würde fremdgehen ist das nicht blöd???) Dazu kommt die Familie, die uns als absolutes Traumpaar tituliert - aber das ist nur FASSADE.

Was soll ich nur tun. Ich verstecke meine Gefühle. Ich hoffe es geht vorbei. Ist das Leben so? War das schon alles? Mein Mann sagt immer, wenn ich wieder weniger zu tun habe, bin ich viel entspannter. Aber ich glaube auch das wird nichts ändern

Kann mir jemand helfen???

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17. Juli 2012 um 8:55

Unterschiedliche Baustellen:
Mir sind nach Lesen deines Textes im Wesentlichen zwei Dinge aufgefallen, die du vielleicht seperat voneinander betrachten solltest:

Erstens: Die Gefühle für deinen Mann.

Wenn du bereits seit über einem Jahr das Gefühl hast, dass sich eure Beziehung in die falsche Richtung entwickelt, vielleicht ja anfangs auch nur unbewusst wahrgenommen, hilft tatsächlich nur darüber zu reden. Bei der Kommunikation mit dem Partner ist es wichtig dem Partner nicht nur in Streitsituationen die Möglichkeit zum Reagieren zu bieten, sondern auch im "normalen" Gespräch. Das bedeutet aber widerum auch, dass man sich (und das in allen Beziehungen des Lebens) immer wieder aktiv mit sich selbst auseinander setzen muss und Ereigisse und Emotionen für sich reflektieren muss.
Im Idealfall kann das so aussehen, dass man sich nach einem Streit fragt, was denn der eigentliche Auslöser war. Nicht die Kleinigkeit, die das sog. Faß zum Überlaufen gebracht hat, die die Eskalation verurusacht hat, sondern vielleicht der Grundkonflikt. In deinem Fall die Veränderung deines Partners, einhergehend mit der Veränderung deiner Gefühle für ihn.
Jetzt tritt der Idealfall nur selten ein. Aus ganz unterschiedlichen Gründen. Wichtig ist trotzdem sich damit auseinanderzusetzen, dass man durch diese "Verdrängung" die Situation genauso mitverschuldet, wie ein Partner, der "nicht an sich arbeitet" oder vergisst. Klassischerweise würde man im Falle des auseinanderlebens dazu raten es mit einer Paartherapie zu versuchen. Manchmal hat man einfach verlernt (oder es nie gelernt) als Paar zu kommunizieren. Das ist nicht ungewöhnlich, aber für den Fall, dass man sich gegenseitig wichtig ist und sich respektiert, kann man daran arbeiten. Aus deinem Text schließe ich aber, dass der Zug dafür längst abgefahren ist. Du hast nicht nur deine Gefühle verloren, sondern gewissermaßen auch den Respekt (deine Wertschätzung für ihn). Vielleicht ist an dieser Stelle Distanz tatsächlich sinnvoll.

Natürlich habe ich das alles nun sehr neutral formuliert. Ich habe mich tatsächlich von meinem Mann aus einem sehr ähnlichen Grund getrennt: Ich habe ihn nicht mehr geliebt. Die Vorausetzung waren andere und auch der Umgang miteinander ist anders, als ich das aus deinem Text herauslese, aber letztlich: Der entscheidene Faktor ist identisch. Fehlende Liebe. Und ich habe mich damals mit sehr großer Überzeugung getrennt. Und es seit dem nicht bereut.

Ich möchte aber betonen, dass es wichtig ist für ihn als Mensch und Mann offen zu bleiben. Im Moment scheint viel deines Fokus darauf ausgerichtet zu sein, was er NICHT hat, oder wie er NICHT ist - und das in Diskrepanz zu dem, was du eigentlich willst. Dabei kann Distanz durchaus helfen, diese, ich nenn sie jetzt mal Scheuklappen wieder abzunehmen und ihn wieder als Ganzes wahrzunehmen. Räume ihm und dir in Anbetracht eurer gemeinsamen Vergangenheit diese Möglichkeit ein. Vielleicht nicht jetzt sofort, aber grundsätzlich.


Zweitens: Deine "Gefühle" für andere Männer.

Ich habe das jetzt bewusst in Anführungszeichen gesetzt. Weil ich damit die unterschiedliche Tiefe an Gefühl ausdrücken möchte, wenn ich schon dasselbe Wort im Bezug auf deinen Mann und andere Männer gleichzeitig benutze. Hier geht es sicherlich nicht um Liebe, mehr um ein gewisses Begehren.
Warum ich diesen Punkt seperat behandle, und nicht oben mit einfasse ist folgender: Dein Mann, sagst du, war reizvoll für dich, weil du in gewisser Weise zu ihm aufgeschaut hast. Jetzt hast du dich weiterentwickelt und es reizen dich widerum Männer, zu denen du in anderer Hinsicht, aber nichts desto trotz, aufschaust. Schwierig wird es dann, wenn der Teil, der dir jetzt an diesen Männern gefällt, dann auch wieder "nicht reicht". Vielleicht ist es also ein ganz anderes Defizit, was da "befriedigt" werden will, was nur auf andere projeziert wird. Ja, das ist ein "lucky guess". Ich bin keine Psychologin, aber ich finde es wäre erstrebenswert erst herauszufinden, was du eigentlich genau willst. Jetzt UND später. Nicht nur für den Moment. Und natürlich entwickelt man sich permanent weiter, sodass man keinen festen Plan für die nächsten 50 Jahre erstellen kann. Aber vielleicht eine grobe Richtung.

Verstehst du, was ich meine?

Wenn es dir jetzt um den scheinbar gleichberechtigten Austausch, um Begehren geht, um geteilte Leidenschaften und Interesse, um Attraktivität...dann ist das vielleicht temporär, weil es dein aktuell so betont wahrgenommenes Defizit ist. Und in ein, zwei Jahren stellt sich heraus, dass du diese o.g. Dige zwar alle haben kannst, die aber die Tiefe und die Verbundenheit fehlen, die du vorher hattest. Eben weil sie dann nicht mehr da sind und dann viel stärker als "fehlend" empfunden werden...


Fazit: Ich persönlich glaube, dass dir der Abstand vielleicht gut tun würde. Wichtig ist das ganze offen zu bereden. Bleibe fair, versuche auch deine Defizite zu sehen. Vielleicht gibt es ja Dinge, die du in deiner Veränderung nicht wahrgenommen hast, die aus seiner Sicht genauso belastend für die Beziehung waren? Werde dir der Bedürfnisse bewusst, die hinter deinem Handeln stehen.
Attraktivität in gewissem Maße ist wichtig für die Beziehung. Frage ihn, ob er nicht Dinge vermisst... Versuche die Situation auch immer wieder aus seiner Sicht zu sehen.

Eure Verwandtschaft muss an dieser Stelle ersteinaml außen vor bleiben. Und auch für euren gemeinsamen Sohn lassen sich Regelungen finden. Kümmert euch zunächst um eure Zukunft als Paar (oder eben als Nicht-Paar, dann aber als Eltern).

Alles Gute, D.

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17. Juli 2012 um 9:43

Nimm
diesen Text, druck ihn aus und lege ihn vor seine Nase.

Du hast das so schön geschrieben, so offen, so ehrlich. Ohne übertriebene einseitige Schuldzuweisungen. Du hast klar geschrieben, was Dich stört. Was Du vermisst. Wie es Dir geht. Und dass Du Dich auch nicht gut dabei fühlst.

Wenn er den Text gelesen hat und trotzdem nicht merkt, dass ihr gemeinsam was ändern müsst, dann ist wohl eine Trennung der einzige mögliche Schritt.

Du bist noch jung und es ist in unserem Alter ganz normal, dass wir vom leben "noch was erwarten". Ab und an sind da solche Zweifel ganz normal. Aber ganz wichtig ist, dass diese Zweifel auch ernst genommen werden. Gerade vom Partner. Wenn man sich so jung bindet, dann muss man damit rechnen, dass sich der eigene Charakter und der des Partners noch entwickelt. Die Herausforderung ist dann, die Entwicklung in die gleiche Richtung zu lenken. Aber so, dass niemand das Gefühl bekommt, sich anpassen zu müssen. Diesen Punkt habt ihr in gewisser Weise verpasst. Aber so lange noch ein Wille da ist, könnt ihr das ändern. Noch seid ihr nicht so weit vom gemeinsamen Weg entfernt, ihr könnt beide noch darauf zurückkehren.

Ganz wichtig ist, dass Du JETZT was tust. Wenn es weiter plätschert, dann wird es nichts mehr. Dann kannst Du Dich auch gleich trennen, denn Du würdest es später so oder so tun. Denn glücklich bist Du so nicht, das weißt Du.

Manchmal muss man Männern die Pistole auf die Brust setzen. Sie merken oft nicht, wie ernst es einem ist. Männer ticken einfach ein bisschen anders, bei ihnen ist es oft ein "ach, läuft so doch auch" ist doch viel bequemer es so zu lassen, als etwas zu ändern. Aber wenn sie merken, dass das "läufst so doch" in Gefähr ist, weil es so eben nicht mehr lange läuft, dann können sie plötzlich eine Menge auf die Beine stellen.

Ich hoffe, Du schaffst es durch Deine Ehrlichkeit seinen Jagdtreib wieder zu wecken. Du bist doch seine Beute und die lässt man nicht wieder frei (Hoffe, Du verstehst das jetzt mit dem Zwinkern, mit dem ich es meine)

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17. Juli 2012 um 10:16

Erstmal dankeschön...
hab durch die viele Arbeit auch wenige Personen zum reden.

Ich würde ihn gern diesen Text ausdrucken, aber das habe ich zu Beginn der Beziehung ein paar Mal versucht, wenn er mich einfach nicht "gehört" hat, ohne das es geholfen hat...

Es ist immer wieder das gleiche Schema... Es geht dann 1-2 Wochen gut und dann sind wir wieder im alten Trott...

Er fällt dann immer aus allen Wolken, obwohl ich versuche immer offen Probleme anzuspreche, z.B. wenn er sich tatsächlich vor mir den Arsch kratzt und noch dabei lacht... Ich sage ehrlich, dass mich das stört, aber er lacht nur...

Wieviel Arschtritt ist denn noch nötig

Ich möchte einfach nur einen echten Mann und kein Kind... Jemand der sich auch selbst liebt und selbstbewusst sein Leben lebt... Ich meine das Leben ist so kurz... Ich glaube auch ein bisschen, dass er zu faul ist sich zu ändern... und er sagt mir auch immer, dass man jemand so lieben muss, wie er ist... und das stimmt ja auch wieder.

Hab das Gefühl mich so doll verändert zu haben und ihn auf der Strecke gelassen zu haben... Aber ich habe es immer wieder versucht, habe ihn nie wegen seines Körpers geärgert, sondern versucht gemeinsam Sport zu machen und eine gesunde Ernährung anzustreben, auch als Vorbild für unser Kind, aber er lacht immer nur und schiebt sich abends die Schoki rein... ist manchmal auch richtig fressneidisch...

Wir haben auch kaum noch etwas gemeinsam... Er ist eher der Pessimist, der über den vollen Zoo meckert, ich freu mich mit meinem Kind unterwegs zu sein... Er will nicht skaten, weils gefährlich ist, hat Armschmerzen beim Paddeln und mag nicht beim Fahrradfahren schwitzen... und ich liiiiiieeeeeebe Sport...

Wenn ich ehrlich bin, frag ich mich immer warum wir zusammen sind... Waren wir früher nur als Ausgeh-Päärchen gut? Und als Eltern nicht mehr? Tatsächlich ist es so, dass ich ihm einen Heiratsantrag gemacht habe und dann haben wir zur Hochzeit nicht mal getanzt (weil er tanzen nicht mag)...

Ich habe solche Angst, dass ich Familien kaputt mache, nur weil ich mich als junge Frau (vielleicht wegen meiner eigenen seltsamen Kindheit) nach Geborgenheit und Sicherheit gesehnt habe...

Sehe auch oft meinen Lieblingspapa (nicht mein leiblicher, aber nahe dran) in meinem Mann... Meine Mutter hat sich auch nach 10 Jahren von diesem Mann getrennt, weil die Beziehung sich einfach nicht mehr entwickelt hat...

Werd ich jetzt etwa auch so? Immer auf der Suche nach mehr, das es vielleicht gar nicht gibt? Wie gesagt, wäre ich auch ganz gerne ganz allein... Aber dann denk ich immer ans Alter und wer für mich da ist, wenn ich mal gebrechlich bin...

Es ist echt alles nicht so einfach

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17. Juli 2012 um 10:24
In Antwort auf aufgewachtaufsand

Unterschiedliche Baustellen:
Mir sind nach Lesen deines Textes im Wesentlichen zwei Dinge aufgefallen, die du vielleicht seperat voneinander betrachten solltest:

Erstens: Die Gefühle für deinen Mann.

Wenn du bereits seit über einem Jahr das Gefühl hast, dass sich eure Beziehung in die falsche Richtung entwickelt, vielleicht ja anfangs auch nur unbewusst wahrgenommen, hilft tatsächlich nur darüber zu reden. Bei der Kommunikation mit dem Partner ist es wichtig dem Partner nicht nur in Streitsituationen die Möglichkeit zum Reagieren zu bieten, sondern auch im "normalen" Gespräch. Das bedeutet aber widerum auch, dass man sich (und das in allen Beziehungen des Lebens) immer wieder aktiv mit sich selbst auseinander setzen muss und Ereigisse und Emotionen für sich reflektieren muss.
Im Idealfall kann das so aussehen, dass man sich nach einem Streit fragt, was denn der eigentliche Auslöser war. Nicht die Kleinigkeit, die das sog. Faß zum Überlaufen gebracht hat, die die Eskalation verurusacht hat, sondern vielleicht der Grundkonflikt. In deinem Fall die Veränderung deines Partners, einhergehend mit der Veränderung deiner Gefühle für ihn.
Jetzt tritt der Idealfall nur selten ein. Aus ganz unterschiedlichen Gründen. Wichtig ist trotzdem sich damit auseinanderzusetzen, dass man durch diese "Verdrängung" die Situation genauso mitverschuldet, wie ein Partner, der "nicht an sich arbeitet" oder vergisst. Klassischerweise würde man im Falle des auseinanderlebens dazu raten es mit einer Paartherapie zu versuchen. Manchmal hat man einfach verlernt (oder es nie gelernt) als Paar zu kommunizieren. Das ist nicht ungewöhnlich, aber für den Fall, dass man sich gegenseitig wichtig ist und sich respektiert, kann man daran arbeiten. Aus deinem Text schließe ich aber, dass der Zug dafür längst abgefahren ist. Du hast nicht nur deine Gefühle verloren, sondern gewissermaßen auch den Respekt (deine Wertschätzung für ihn). Vielleicht ist an dieser Stelle Distanz tatsächlich sinnvoll.

Natürlich habe ich das alles nun sehr neutral formuliert. Ich habe mich tatsächlich von meinem Mann aus einem sehr ähnlichen Grund getrennt: Ich habe ihn nicht mehr geliebt. Die Vorausetzung waren andere und auch der Umgang miteinander ist anders, als ich das aus deinem Text herauslese, aber letztlich: Der entscheidene Faktor ist identisch. Fehlende Liebe. Und ich habe mich damals mit sehr großer Überzeugung getrennt. Und es seit dem nicht bereut.

Ich möchte aber betonen, dass es wichtig ist für ihn als Mensch und Mann offen zu bleiben. Im Moment scheint viel deines Fokus darauf ausgerichtet zu sein, was er NICHT hat, oder wie er NICHT ist - und das in Diskrepanz zu dem, was du eigentlich willst. Dabei kann Distanz durchaus helfen, diese, ich nenn sie jetzt mal Scheuklappen wieder abzunehmen und ihn wieder als Ganzes wahrzunehmen. Räume ihm und dir in Anbetracht eurer gemeinsamen Vergangenheit diese Möglichkeit ein. Vielleicht nicht jetzt sofort, aber grundsätzlich.


Zweitens: Deine "Gefühle" für andere Männer.

Ich habe das jetzt bewusst in Anführungszeichen gesetzt. Weil ich damit die unterschiedliche Tiefe an Gefühl ausdrücken möchte, wenn ich schon dasselbe Wort im Bezug auf deinen Mann und andere Männer gleichzeitig benutze. Hier geht es sicherlich nicht um Liebe, mehr um ein gewisses Begehren.
Warum ich diesen Punkt seperat behandle, und nicht oben mit einfasse ist folgender: Dein Mann, sagst du, war reizvoll für dich, weil du in gewisser Weise zu ihm aufgeschaut hast. Jetzt hast du dich weiterentwickelt und es reizen dich widerum Männer, zu denen du in anderer Hinsicht, aber nichts desto trotz, aufschaust. Schwierig wird es dann, wenn der Teil, der dir jetzt an diesen Männern gefällt, dann auch wieder "nicht reicht". Vielleicht ist es also ein ganz anderes Defizit, was da "befriedigt" werden will, was nur auf andere projeziert wird. Ja, das ist ein "lucky guess". Ich bin keine Psychologin, aber ich finde es wäre erstrebenswert erst herauszufinden, was du eigentlich genau willst. Jetzt UND später. Nicht nur für den Moment. Und natürlich entwickelt man sich permanent weiter, sodass man keinen festen Plan für die nächsten 50 Jahre erstellen kann. Aber vielleicht eine grobe Richtung.

Verstehst du, was ich meine?

Wenn es dir jetzt um den scheinbar gleichberechtigten Austausch, um Begehren geht, um geteilte Leidenschaften und Interesse, um Attraktivität...dann ist das vielleicht temporär, weil es dein aktuell so betont wahrgenommenes Defizit ist. Und in ein, zwei Jahren stellt sich heraus, dass du diese o.g. Dige zwar alle haben kannst, die aber die Tiefe und die Verbundenheit fehlen, die du vorher hattest. Eben weil sie dann nicht mehr da sind und dann viel stärker als "fehlend" empfunden werden...


Fazit: Ich persönlich glaube, dass dir der Abstand vielleicht gut tun würde. Wichtig ist das ganze offen zu bereden. Bleibe fair, versuche auch deine Defizite zu sehen. Vielleicht gibt es ja Dinge, die du in deiner Veränderung nicht wahrgenommen hast, die aus seiner Sicht genauso belastend für die Beziehung waren? Werde dir der Bedürfnisse bewusst, die hinter deinem Handeln stehen.
Attraktivität in gewissem Maße ist wichtig für die Beziehung. Frage ihn, ob er nicht Dinge vermisst... Versuche die Situation auch immer wieder aus seiner Sicht zu sehen.

Eure Verwandtschaft muss an dieser Stelle ersteinaml außen vor bleiben. Und auch für euren gemeinsamen Sohn lassen sich Regelungen finden. Kümmert euch zunächst um eure Zukunft als Paar (oder eben als Nicht-Paar, dann aber als Eltern).

Alles Gute, D.


Dankeschön! Wenn ich nur wüsste, was ich wirklich will... wie oben geschrieben, hatte auch meine Mama nie lange Beziehungen (obwohl die wirklich echt schlimme Typen kennengelernt) hat und sie hat sich auch immer nach jemand schlauen, smarten gesehnt... Mein Liebblingspapa mit dem sie 10 Jahre zusammen war, ist genauso wie mein Mann, sehr nett, umgänglich, toller Papa, aber ein bissl faul, nicht spontan, Mamasöhnchen und ein Pupser und Popler, der sich im Wohnzimmer die Fußnägel schneidet, so dass sie ihn der Gegend rumfliegen Ich hab Angst, dass ich meinen Mann nur wegen so einem kranken, sigmund freudschen, tiefenpychologischen Mist geheiratet habe und jetzt plötzlich ein neues Kindheitstrauma durchmache... Woher weiß ich was ich wirklich will?

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17. Juli 2012 um 10:39

Hmmm
Je mehr Du schreibst, desto eher klingt es danach als hättest Du Dich schon entschieden.

Du solltest Dir bewusst sein, dass ihr wenn euch beide ändern müsst. Auch Du. Und da sehe ich in Deinem neuen Text das Problem! Du beschreibst Deine eigenen Änderungen nur als positiv. Verständlich, denn schließlich hast Du Dich ja vermutlich verändert, weil es Dir so besser gefällt. Aber eine Medaille hat immer zwei Seiten. Wenn ich es mal auf mich übertrage: Mein Mann und ich sind beide nicht besonders sportlich. Ich hasse es zu schwitzen und daher ist der einzige Sport, den ich wirklich gerne mache Schwimmen. Denn da schwitzt man halt nicht. Mein Mann geht eher mal Laufen, aber auch nur alle paar Wochen mal. Ich stelle mir jetzt mal vor, er würde plötzlich der Meinung sein, er müsse 3 Mal die Woche Laufen gehen oder Radfahren, oder was acuh immer. Und er meinte, ich müsse das plötzlich auch tun Mag sein, dass es ganz objektiv eine positive Ver#nderung wäre. Schließlich ist Sport ja gesund. Aber ganz ehrlich: Für mich wäre es ganz und gar nicht positiv.

Verstehst Du, was ich damit sagen will? Ich weiß nicht, wie es bei euch früher war. Vielleicht hast Du ja auch schon immer viel Sport gemacht, vielleicht hat er es früher auch. Aber dann nimm eine andere Sache. Manche "positiven" Veränderungen des anderen können einen auch gewaltig überfordern.

Ich denke, Du musst auch an Dir arbeiten. Und zwar an der Akzeptanz. Wenn Dich das Hinternkratzen so sehr stört (kann ich verstehen ) dann sollte ihm das auch nicht so schwer fallen, es zu lassen. Aber einen Sportmuffel wirst Du nicht zur Sportskanone machen. Aber ehrlich: Ist das so wichtig? Mann kann doch in einer Beziehung wirklich auch eigene Hobbies haben! Wenn Du so gerne tanzt, dann such Dir vielleicht eine Tanssportgruppe oder so und mach es ohne ihn! Wenn er damit ein Problem hat, dann hat er das Problem. Denn entweder lässt er Dich mit andern tanzen oder er tanzt selbst.

Das mit dem alten Trott nach 1-2 Wochen, das ist eine völlig normale Sache. Denke mal an so viele gute Vorsätze, die man im Leben mal gefasst hat. Am Anfang klappt es ganz gut und wenn man nicht mehr bewusst daran denkt, dann vergisst man das Vorhaben ganz schnell wieder.

Du solltest Dir überlegen ob Du DIESEN Mann behalten willst. Denn kein Mensch kann einen anderen ändern. Ändern kann man nur sich selbst. Einige Dinge wirst Du akzeptieren müssen. Angewohnheiten dagegen kann man ändern.

Wenn Du euch noch eine Chance geben willst, dann musst Du ihm definitiv unmissverständlich klar machen, wie ernst Dir die Sache ist. Dass es die letzte Chance ist. Aber erwarte auch nicht zu viele Veränderungen. Wie gesagt: Du kannst ihn nicht ändern. Und wenn er sich selbst ändert, dann dauert das seine Zeit. Und sei auch Du bereit Dich zu ändern. Denn sicher wird auch er Punkte haben, die ihm nicht gefallen. Wenn Du nicht bereit bist, auch an Dir etwas zu verändern, dann hast Du auch kaum Aussicht auf Erfolg bei ihm etwas zu erreichen.

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17. Juli 2012 um 10:54
In Antwort auf fadila_12511496

Hmmm
Je mehr Du schreibst, desto eher klingt es danach als hättest Du Dich schon entschieden.

Du solltest Dir bewusst sein, dass ihr wenn euch beide ändern müsst. Auch Du. Und da sehe ich in Deinem neuen Text das Problem! Du beschreibst Deine eigenen Änderungen nur als positiv. Verständlich, denn schließlich hast Du Dich ja vermutlich verändert, weil es Dir so besser gefällt. Aber eine Medaille hat immer zwei Seiten. Wenn ich es mal auf mich übertrage: Mein Mann und ich sind beide nicht besonders sportlich. Ich hasse es zu schwitzen und daher ist der einzige Sport, den ich wirklich gerne mache Schwimmen. Denn da schwitzt man halt nicht. Mein Mann geht eher mal Laufen, aber auch nur alle paar Wochen mal. Ich stelle mir jetzt mal vor, er würde plötzlich der Meinung sein, er müsse 3 Mal die Woche Laufen gehen oder Radfahren, oder was acuh immer. Und er meinte, ich müsse das plötzlich auch tun Mag sein, dass es ganz objektiv eine positive Ver#nderung wäre. Schließlich ist Sport ja gesund. Aber ganz ehrlich: Für mich wäre es ganz und gar nicht positiv.

Verstehst Du, was ich damit sagen will? Ich weiß nicht, wie es bei euch früher war. Vielleicht hast Du ja auch schon immer viel Sport gemacht, vielleicht hat er es früher auch. Aber dann nimm eine andere Sache. Manche "positiven" Veränderungen des anderen können einen auch gewaltig überfordern.

Ich denke, Du musst auch an Dir arbeiten. Und zwar an der Akzeptanz. Wenn Dich das Hinternkratzen so sehr stört (kann ich verstehen ) dann sollte ihm das auch nicht so schwer fallen, es zu lassen. Aber einen Sportmuffel wirst Du nicht zur Sportskanone machen. Aber ehrlich: Ist das so wichtig? Mann kann doch in einer Beziehung wirklich auch eigene Hobbies haben! Wenn Du so gerne tanzt, dann such Dir vielleicht eine Tanssportgruppe oder so und mach es ohne ihn! Wenn er damit ein Problem hat, dann hat er das Problem. Denn entweder lässt er Dich mit andern tanzen oder er tanzt selbst.

Das mit dem alten Trott nach 1-2 Wochen, das ist eine völlig normale Sache. Denke mal an so viele gute Vorsätze, die man im Leben mal gefasst hat. Am Anfang klappt es ganz gut und wenn man nicht mehr bewusst daran denkt, dann vergisst man das Vorhaben ganz schnell wieder.

Du solltest Dir überlegen ob Du DIESEN Mann behalten willst. Denn kein Mensch kann einen anderen ändern. Ändern kann man nur sich selbst. Einige Dinge wirst Du akzeptieren müssen. Angewohnheiten dagegen kann man ändern.

Wenn Du euch noch eine Chance geben willst, dann musst Du ihm definitiv unmissverständlich klar machen, wie ernst Dir die Sache ist. Dass es die letzte Chance ist. Aber erwarte auch nicht zu viele Veränderungen. Wie gesagt: Du kannst ihn nicht ändern. Und wenn er sich selbst ändert, dann dauert das seine Zeit. Und sei auch Du bereit Dich zu ändern. Denn sicher wird auch er Punkte haben, die ihm nicht gefallen. Wenn Du nicht bereit bist, auch an Dir etwas zu verändern, dann hast Du auch kaum Aussicht auf Erfolg bei ihm etwas zu erreichen.

Ich versuche ja...
... an mir zu arbeiten... Das hört sich jetzt doof an, aber ich versuche ihn zu lieben, gebe ihm Küsse usw. aber es fühlt sich mit der Zeit immer komischer an... Ich wünschte es gäbe einen An-Schalter, dass ich wieder wie vorher sehe... aber ich find ihn nicht deswegen bin ich ja so traurig,,, Ich respektiere seine Arbeit, seinen Körper, alles... Aber wenn er sich so daneben ausdrückt, seine Schwarte und Männerbrüste aus Spaß wackeln lässt (obwohl ich weiß, dass er sie nicht mag), wenn er übers Kacken, Sch... etc. redet oder obszön flucht, dann kommts mir hoch... Hat er das wirklich schon immer getan? Oder war ich nur liebesblind? Wollte ich unbedingt eine Familie, dass ich mir diesen Mann ausgesucht habe oder hat er sich tatsächlich verändert und wir uns voneinander entfernt... Es ist so schwer die richtigen Antworten zu finden und noch schwerer die richtige Entscheidung zu treffen...

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