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OT: Ich verstehe mich selbst nicht mehr

26. Mai 2012 um 16:00 Letzte Antwort: 26. Mai 2012 um 16:45

Hallo!

Ich habe wirklich lang überlegt, ob ich diesen Thread eröffnen soll. Denn ich brauche wohl keinen Rat... Eigentlich will ich es mir einfach von der Seele schreiben.

Vielleicht brauche ich ja doch noch einen Rat. Wer weiß, wohin mich meine Gedankengänge führen.

Wo fang ich an?!
Ich bin verheiratet, habe 2 tolle Kinder und bin todunglücklich.

Seitdem wir verheiratet sind, ist irgendwie der Wurm drin.
Und wir haben geheiratet, als ich das erste Mal schwanger war.
Unser Zwerg kam kurz nach der Hochzeit zur Welt und irgendwie wurde es immer blöder.
Er war viel unterwegs. Immer auf Piste. Gut. Das ist wohl fast überall so. Männer sollen ja bekanntlich nicht so gut mit Babys klar kommen.
Hab es also hin genommen aber auch durchklingen lassen (naja. Auch wohl mehr als deutlich...), dass es mir gar nicht gefällt.
Es gefiel mir einfach nicht, weil er sich Zuhause nicht als fürsorglicher Papa anstellte.Nein, er war nie böse. Schon irgendwie liebevoll. Aber eher der pragmatische Typ.
Er war einfach nicht soooo interessiert und nicht unbedingt geduldig. Habe versucht, ihn mit einzubeziehen (Impffrage, Entwicklung, Nahrung... denn er konnte unser Baby ansonsten recht gut versorgen).
Es wurde etwas besser.
Jetzt war das Problem eher ein sehr bekanntes Computerspiel. Aber das haben wir nach 2 Jahren hin und her auch in den Griff bekommen.
Dann war Kind Nr.2 unterwegs. Ja, ich war nicht unbedingt eine einfache Schwangere.
Er sagt aber auch, dass er es bereut dass er die Schwangerschaften so an sich vorbei ziehen lassen hat.
Nach der Geburt des 2. Kindes war er wieder nur unterwegs. Unter der Woche und auch am Wochenende. Ich saß also mit 2 Kindern Zuhause und habe resigniert. Thema "Trennung" stand im Raum.

Dann habe ich heraus bekommen, dass er mich betrogen hat. Habe ihn vor die Tür gesetzt.
Er war total durch den Wind. Konnte die Kinder nicht auffangen. Musste sie sogar wieder von ihm abholen, weil alle 3 so durch den Wind waren.
Also war ich wieder die "Starke", die sich sogar um den Ex kümmern muss.
Von allen Seiten habe ich zu hören bekommen, dass wir es doch evtl wieder versuchen sollten. Seine Kindheit wurde von einer professionellen Beratung als Begründung genommen. Meine Gefühlswelt war egal. Er braucht die Hilfe.

Nach ein paar Monaten habe ich es wieder versucht. Warum? Verzweiflung? Der Kinder wegen? Wenn ich daran denke, wie schrecklich unglücklich meine Kinder waren. Es zerreißt mir immer noch das Herz.

Nun ist es so, dass der Haussegen hier echt schief hängt. Wir ziehen uns an Kleinigkeiten hoch.
Ich bin der Meinung, dass er zu hart zu den Kindern ist. Und die Kinder kleben nur an mir. Er hat kaum eine Chance.
Wir zoffen uns nicht vor den Kindern. Aber trotzdem ist hier fast immer eine geladene Stimmung.
Attraktiv finde ich ihn auch nicht mehr unbedingt. Er hat sich so verändert. Und er weiß, dass ich seine Wandlung nicht unbedingt toll finde. Trotzdem oder gerade deswegen bleibt er dabei...

Warum bin ich noch mit ihm zusammen? Hab ich vielleicht Angst, dass ich es allein nicht schaffe? Weil es evtl meine beruflichen Pläne völlig umwerfen würden? Weil ich Angst davor habe, dass es den Kindern damit schlecht geht? Weil ich wieder wochenlang auf Wohnungssuche bin und niemand eine alleinerziehende Mutter in der Bude sitzen haben will? Weil ich ihm damit seine Kinder nehme (ja, er kann sie immer sehen wann er will... Aber es ist ja doch etwas anderes)?

Warum sitze ich hier noch und bekomm den Arsch nicht hoch? Finanzielle Gründe???

Ich erkenne mich selbst nicht wieder. So war ich nie. Warum jetzt? Weil die letzte Trennung so unglaublich schrecklich war (habe wohl wirklich Angst, dass die Kinder darunter arg leiden) und ich kaum Halt bekommen habe?!
Ich weiß, dass ich auch meinen beruflichen Weg gehen werde. Vielleicht nur etwas später. Warum schaffe ich es nicht???

Danke fürs auskotzen... Ich drehe mich hier im Kreis (und durch) und musste es einfach mal los werden.

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26. Mai 2012 um 16:45

Danke für deine Worte
Ich hock jetzt hier und muss weinen.
So theatralisch wie es sich anhört.
Es tut wirklich gut. Denn in den letzten Wochen habe ich es nicht geschafft...

Ich habe Angst, versagt zu haben. Große Angst.
Meine Kinder hatten bei der letzten Trennung diesen "leeren Blick". Ich hab mir wirklich den Allerwertesten aufgerissen und alles für sie getan. Sie hatten auch Spaß am Leben. Und ihren Papa anscheinend auch nicht wirklich vermisst Trotzdem ging es ihnen nicht gut. Wie hätten sie es auch sagen sollen...

Wie es jetzt sein würde, weiß ich nicht. Denn jetzt sind sie älter und verstehen auch schon mehr. Was vielleicht auch nicht unbedingt ein Nachteil ist ?!



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