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OT: Jetzt reden die Ärzte schon von Hospiz

15. August 2012 um 12:46 Letzte Antwort: 15. August 2012 um 21:41

Hallo Mädels,

habe ja diese Woche schon von meiner Stiefmutter geschrieben, mit ihrer schweren Krebserkrankung und die Verlegung auf die Palliativstation.
Jetzt haben sie dort sämtliche Krebsmedikamente abgesetzt. Mein Vater hatte gestern ein sehr langes Gespräch mit dem Arzt.
Es geht wohl jetzt dem Ende zu. Wann das Ende ist, kann aber keiner sagen: 2 Tage, 2 Wochen oder gar 2 Monate?
Mein Vater soll sich jetzt überlegen, ob er seine Frau nach Hause holt (zum Sterben) oder sie in ein Hospiz bringt.
Mein Vater geht noch arbeiten. Er weiß nicht ob er das schafft, obwohl die Uniklinik mit einem ambulanten Palliativ- und Hospizdienst zusammenarbeitet. Er könnte dort auch Tag und Nacht anrufen und es würde jemand kommen. Er weiß auch nicht ob er jetzt dann überhaupt weiter arbeiten soll, oder ob er die letzte Zeit mit seiner Frau verbringt.

Anderseits hat ihm die Klinik ein sehr schönes Hospiz (kann man das in diesem Zusammenhang überhaupt sagen?) empfohlen. Das liegt auch bei mir in der Nähe, er könnte dann für die Zeit ja auch zu mir ziehen, dann ist er näher.

Für mich ist die Situation auch nicht leicht. Bin bei meinem Vater (und natürlich auch meiner Stiefmutter) aufgewachsen. Aber meine Stiefmutter war halt eine Stiefmutter wie sie im Märchenbuch steht. Ich hatte keine leichte Kindheit durch sie (eigentlich hatte ich gar keine Kindheit). Und als sie dann krank wurde, habe ich immer gesagt "Gott straft nicht mit dem Knüppel" Und obwohl ich das nie so an mich ranlassen wollte, tut sie mir jetzt doch soo leid. Aber vor allem mein Vater, er tut mir soooo leid. Er hat mich gestern gefragt, ob ich nochmal sie besuchen gehe. Ja, ich werde es tun und ich werde ihr verzeihen. Ich habe die ganze Nacht wach gelegen deswegen, ich werde ihr verzeihen....

So, weiß jetzt gar nicht was ich von euch hören will, wollte es nur mal aufschreiben.

LG

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15. August 2012 um 12:55

Solche situationen sind immer schwierig...
Ich find es gut, daß du trotz eurer Vergangenheit die Chance nutzt um ihr zu vergeben und Frieden zu finden. Das ist sehr wichtig für dich und euch alle! Kenn das gut und besser jetzt vergeben als nach dem Tod bereuen....

Wünsch euch alles gute! Ich hoffe dein Das findet den für ihn richtigen Weg. Sterbebegleitung eines wichtigen Menschen ist ein sehr schwieriges und emotionales Thema. Jeder muß für sich entscheiden ob er die Atmosphäre eines Hospitzes gut findet oder es sich sogar zutraut, die geliebte Person zu Hause in den Tod zu begleiten...

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15. August 2012 um 13:42

Hospiz!
Ich würde immer das Hospiz wählen und nicht die Pflege zuhause!

Dein Vater hat viel mehr Möglichkeiten auch etwas für sich zu tun, wenn seine Frau im Hospiz ist! Außerdem hat er die Möglichkeit sich dort genau so viel und so oft um sie zu kümmern wie er es schafft.
Wenn er sie nach Hause holt, ist er für alles verantwortlich! Natürlich ist der ambulante Dienst da, aber die gehen auch wieder....

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15. August 2012 um 16:47

Hallo
Also, eure Entscheidung kann euch niemand abnehmen u es ist wirklich keine einfache Entscheidung.
Vll sprichst du mit deinem Vater u fragst ihn nochmal was er möchte.
Für die Pflege zu hause muss viel organisiert werden, aber das ist auch kurzfristig gut möglich.
Ich selbst war während meiner Ausbildung in einem Hospiz tätig u war danach eine Zeit auch ehrenamtlich dort.
Es ist sehr an den Bedürfnissen der einzelnen Bewohnern orientiert u arbeitet mit Hilfe von Biografiearbeit.
Ich kann beides empfehlen, deshalb ist es schwierig da eine Entscheidung zu treffen. Es liegt letztendlich an deinem Vater u natürlich auch an dem was sich deine Stiefmutter wünscht.

Ich finde es übrigens wirklich bemerkenswert, dass du ihr verzeihst u dich auch so sorgst. Das zeugt von Größe u Empathie!
Das wird ihr u euch den Abschied erleichtern u auch ein wenig einfacher machen. Ich wünsche euch allen ganz viel Kraft.

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15. August 2012 um 17:12

Hallo
Ich würde euch empfehlen das hospiz zu wählen statt zuhause die pflege zu übernehmen. Arbeite selbst in der branche und habe beides kennengelernt. Ambulant ist es immer schwierig für den pflegenden angehörigen da es psychisch und physisch sehr anstrengend ist und das 7 tage/ 24 std. Danach wieder ins "normale" leben zurückzukehren sehr sehr schwer für den jenigen. Im hospiz könnt ihr auch immer bei ihr sein und erfahrt unterstützung in jeglicher art. Die schwestern und ärzte sind sehr empathisch und lieb. Letztendlich müsst ihr diese entscheidung für euch treffen. Ich wünsche deinem papa und dir ganz viel kraft! Alles gute euch!

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15. August 2012 um 21:41

Vielen lieben Dank
für eure Antworten.

Heute war ich im Krankenhaus und war sehr erschrocken. Sie lag im Bett und konnte sich nicht bewegen, ja sie konnte nicht mal mehr reden!!!!!!!!!!! Obwohl sie aber trotzdem noch alles mitbekommt. Ich habe sie gefragt ob sie Schmerzen hat, da kam so ein gequältes Geräusch raus, welches wir mal als "nein" gedeutet haben.
Vor 3 Wochen ist sie noch zum Briefkasten gegangen und hatte reden können. Wie kann ein Verfall so schnell eintreten?

Mein Vater hat sich im Übrigen jetzt doch für eine Pflege zu Hause entschieden. Anfang nächster Woche wird ein Pflegebett geliefert und dann kommt sie nach Hause. Er will es versuchen und hat die leise Hoffnung, dass sich ihr Zustand doch noch etwas verbessert wenn sie in ihrer gewohnten Umgebung ist. Er wird weiter arbeiten gehen und der Pflegedienst wird nur kommen wenn er auf Arbeit ist. Für den Fall der Fälle das es ihm zu viel wird, ist sie gleichzeitig seit heute im Hospiz angemeldet und wenn dann zu dem Zeitpunkt kein Bett frei ist, dann haben sie ihm angeboten, dass sie auf die Palliativstation zurück kann. Mal schauen.

Als mein Vater zur Toilette ging habe ich ihre Hand gehalten und gesagt das alles OK zwischen uns ist. Sie konnte mir nicht antworten aber ich hoffe sie hat es verstanden wie es gemeint war.

Liebe Grüße

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