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OT: Menschen die anecken

16. Juni 2013 um 19:31

Gestern war ich mal wieder aus und habe einen Mann kennengelernt, der mich auf der Beziehungsebene rein gar nicht interessiert. Wir haben festgestellt, dass wir uns sehr gut verstehen. Vielleicht entwickelt sich eine Freundschaft, mal sehen...

Wir haben uns unterhalten, ich habe ein bisschen über mich, mein Studium und meinen Job erzählt.

Nach vielleicht 30-60 Minuten fragte er mich dann:"Kann es sein, dass du oft aneckst?"

Ja.
Und genau das war jahrelang in der Schule, meinem Job oder auch jetzt im Studium mein Problem. Es war/ist mir bewusst, aber ich habe es ausgeblendet. Anecken klingt ja auch wirklich nicht schön....
Was mich sehr erstaunt hat, war, dass dieser Mann scheinbar eine unheimlich gute Menschenkenntniss hat. Wir kennen uns wirklich nicht lange, haben uns ja gestern erst kennengelernt und über Gott und die Welt gesprochen. Nur weil er mich bei manchen Themen nach meiner Meinung gefragt hat, oder ich von mir erzählt habe, hat er mich "durchschaut".
Andererseits sitze ich seit einem Jahr in der Uni und verstehe nicht, wieso mich keiner versteht und ich schnell den Arroganz-Stempel bekomme, nur weil ich direkt sage, was ich denke. Ich habe das Gefühl, dort als Außenseiter zu gelten. Meine Meinung interessiert dort niemanden. Wieso auch, sie ist meistens anders als die der anderen.

Wie seht ihr das ganze?
Eckt ihr auch an?
Was denkt ihr über Menschen, die anecken?

Tobi, so hieß er, hat noch lange mit mir über dieses Thema gesprochen. Er meint, ihm ginge es früher genauso, daher könne er mich verstehen. Er fände mich toll, mag Menschen, die straight sind und "gelebt" haben. Menschen mit Narben sind tough und haben aus ihrer Erfahrung gelernt. Die ecken eher an, als Leute, die in Watte gepackt wurden.

Wieso wirken eigentlich Menschen, die einfach stark sind und (Einzel-)kämpfer sind, so an? Wieso heißt es immer, sie seien anders? Sind nicht die anderen anders, weil sie einfach nur mitlaufen? Verkraftet unsere Gesellschaft keine Menschen mit eigener Meinung?

Wie sieht es im Berufsleben aus...?
Er hat gestern die These aufgestellt, dass viele Top Manager sehr extrovertiert sind, genauso wie ich nur schwarz oder weiß sehen und auf Grund ihres Auftretens (nicht mal wegen der Äußerlichkeit) anecken.

Ist anecken immer gleich Arroganz?

Wie seht ihr das?
Ich bin über eure Meinungen gespannt

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16. Juni 2013 um 19:44


hey,

ich gehöre auch zu den aneckern..

auf der einen seite leider, weil ich nicht sehr viele freunde habe, auf der anderen seite, bin ich froh, dass ich mich "traue" zu sagen, was ich mir denke.

was ich allerdings in meinem leben schon gelernt habe ist, dass ich nicht mehr alles "einfach heraussage", nicht weil ich mich nicht mehr traue, sondern weil man menschen durch unbedachte worte schnell verletzen kann und dannn spare ich es mir einfach. ich versuche nicht immer von mir auf andere zu schließen, sondern mich auch einmal in andere hineinzuversetzen, nur weil es mir nichts ausmacht, dinge einfach direkt gesagt zu bekommen, muss das ja für andere nicht auch so gelten. ich muss zugeben mein eq ist in dieser hinsicht sehr schwach ausgeprägt.

langer rede kurzer sinn, vielleicht hilft es dir, wenn du vor dem reden einen augenblick inne hälst und darüber nachdenkst, ob du damit andere verletzen kannst.

lg matrizze

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16. Juni 2013 um 20:23


also ich denk mal das ich niemand bin der schnell aneckt! Aber ich hab so jemanden zu Hause! und das ist nicht immer einfach!

Ich glaub das es aber nicht nur an Stärke oder Einzelkämpfernatur liegt sondern vor allen an seiner Ehrlichkeit. Zu dem hat er für sich ganz klare Prinzipien, die für ihn auch bei anderen gelten.
Oft hab ich auch das Gefühl ihm es egal was andere von ihm denken... vielleicht kann er aber auch nicht anders, die Wahrheit sprudelt gerne mal aus ihm raus...

Ich würde mich eher als sozialer, diplomatischer Menschen bezeichnen, was nicht heißt das ich nicht ehrlich bin ich verpack es nur anders. Außerdem ist mir einfach viele nicht wichtig und geht mir am Allerwertesten vorbei... hab dem nach auch eine hohe Toleranzgrenze. Sonst würde das hier auch sicher nicht so gut funktionieren!

Versteh mich nicht falsch, ich liebe meinen Mann sehr und habe mich gerade in sein Ehrlichkeit verliebt. Doch muss ich auch oft genug die Scherben hinter ihm zusammen räumen...
Das schlimmste für mich ist dabei weil er sich manchmal das Leben damit unnötig schwer gemacht hat bzw macht. Viele Menschen verkraften die Wahrheit nicht, vor allen wenn sie jemanden ohne Vorwarnung ins Gesicht geklatscht wird. Gerade wenn jemand dadurch mit seinen eigenen schwächen konfrontiert wird....
Außerdem wirkt Selbstbewussten oder wenn es einen auch einfach egal ist was andere von einen halten, man niemanden "umschmeichelt", und sei es nur durch Höflichkeiten dann wirkt das auf andere oft Arrogant.

Ich denk mir oft ein bisal mehr Diplomatie würde ihm vieles leichter machen. Er war dadurch sehr lange alleine, ein typischer Einzelgänger!
Aber so hat er halt jetzt auch eine Familie und einen Freundeskreis (hat halt etwas länger gedauert) der ihn so nimmt wie er wirklich ist.
Und eine Beziehung ist in meinen Augen immer harmonischer wenn man sagen kann was Sache ist ohne lange um den heißen Brei zu reden!

Wahrscheinlich geht es dir da auch so wie ihm, vielleicht hast du weniger Freunde als andere, aber die die du hast sind "richtige".

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16. Juni 2013 um 21:39

Der Text könnte von mir sein
Ich gelte als arrogant und auch bei einer Diskussion ziehen andere den Kürzeren.... Ich glaube einige finden mich sehr unsympathisch, weil ich meine Meinung äußere und mir meinem Ärger Luft mache...

Zum Glück hab ich ein paar Freunde, die damit gut klar kommen...

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16. Juni 2013 um 22:17

Ich ecke an
ja, ich habe das Gefühl, dass ich auch anecke. Nicht bei Allen. Aber eher bei Menschen, die mich nicht so gut kennen und wissen, wie ich was meine.

Ich "ecke" aber nicht, an weil ich ehrlich bin oder meine Meinung sage (die kann ich auch gut mal für mich behalten, wenn ich merke, dass es grade nicht angebracht ist), sondern weil ich nachhake wenn ich das Gefühl habe, dass eine Person ein Problem mit mir hat.
Aktuell ist es eine engere Bekannte (es hätte sich von meiner Seite aus zu einer echten Freundschaft entwickeln können).
Es ist etwas vorgefallen, ich habe nachgefragt wie das war und seitdem ist der Kontakt eingeschlafen. Habe 2/3 Mal gefragt ob wir uns treffen wollen oder oder... sie hat mich abgewimmelt.
Seitdem melde ich mich auch nicht mehr. Ich renne halt auch niemandem hinter her.
Ich glaube, dass Einige denken, ich würde aus allem eine Diskussion starten. Aber in diesem Fall musste ich nachfragen, weil es mein Kind betraf und ich ein Recht dazu hatte/habe.
Wahrscheinlich hat sie sich angegriffen gefühlt.

Ich habe schon manchmal "angst" etwas anzusprechen, weil ich glaube, derjenige macht den hier und denkt, ich will diskutieren.
Keine Ahnung... man sagt doch immer "wenn du ein Problem hast, sprich sie/ihn an". Ja, dann macht man es und es ist auch wieder falsch.... Keine Ahnung...

Jedenfalls ecke ich wohl bei Manchen deshalb an.

Bei meinen Freundinnen allerdings nicht. Die kennen mich so und wissen wie es gemeint ist.
Mir sind Informationen bzw. der Austausch untereinander einfach wichtig.

lg

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16. Juni 2013 um 22:29

Ja aber
ist es nicht irgendwie unfair?

also, wie soll ich sagen... es ist doch unfair, wenn wir dafür bestraft werden, wenn wir einer Sache auf den Grund gehen wollen bzw. eine Lösung finden wollen oder nicht?

Ich denke mir immer "wie soll ich mich denn für etwas entschuldigen oder mich erklären, wenn man mir nicht die Möglichkeit dazu gibt?"

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16. Juni 2013 um 22:41

Naja
als "Strafe" in dem Sinn, dass man ignoriert wird, weil man nachhakt. Weißt du wie ich meine?

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16. Juni 2013 um 22:44

Ich sehe irgendwie nichts positives daran
also jetzt mal speziell in dieser Situation...
Im Ernst...ich finde es eher feige von ihr...

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16. Juni 2013 um 22:45

Ja ok...
aus der Sichtweise hab ich es nicht betrachtet...

Jaaa und das ist eben mein Fehler... ich suche gleich bei mir und frage mich, ob ich nachfragen "darf"

Ist doof, ich weiß...

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16. Juni 2013 um 22:52

Puh
da bin ich aber froh, dass ich damit nicht allein bin

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17. Juni 2013 um 1:02

Es kommt in der essenz auf das WIE an, nicht auf das WAS.
Du kannst ein und dasselbe anders artikulieren und verpacken und wirst ein völlig anderer charakter sein.

"Frau XY legt sehr viel Wert auf Natürlichkeit"
"Frau XY stinkt zum Himmel"

irgendwann kann man sich reflektieren und entscheiden:
möchte ich mein wahres ICH leben, mit allen konsequenzen oder möchte ich sicher und ausgeglichen/ ohne wellenreiten auf hoher see leben?

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17. Juni 2013 um 8:02

Ich ecke auch an....na und?
Leute die mich kennen, wissen wie ich ticke...die verstehen mich und da ecke ich nicht an....

Ecke ich bei Leuten an die mir am Poppes vorbeigehen, ist es mir schnurz....sollen denken was sie wollen...

Nett und süß ist ja toll, bringt mich aber auch nicht immer weiter...außerdem will ich mich nicht verbiegen...

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