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OT: Trauerarbeit - bitte Meinungen

20. Juli 2015 um 8:30

Hi zusammen,
ich hab mir einen Zweitnick angelegt, weil ich den Thread später vllt wieder löschen möchte, da es doch sehr persönlich ist.
Ich würde gerne mal wissen, wann es richtig ist, sich Hilfe zu holen, um einen Trauerfall richtig zu verarbeiten?
Meine Mama ist vor zweieinhalb Monaten von uns gegangen
Ich hatte zu ihr ein sehr, sehr enges Verhältnis, haben täglich telefoniert, zusammen shoppen gegangen usw.
Mir geht es so tagsüber auch ganz gut, aber abends wenn ich den kleinen ins Bett gebracht habe und zur Ruhe komme, muss ich auch heute noch so oft weinen. Nachts ist mir öfters richtig übel, weil ich so viele Bilder nicht aus meinem Kopf bekomme. Sie musste vier Jahre lang so leiden und es tut mir einfach so weh letzte Nacht lag ich auch mal wieder ne Stunde wach... gehört das alles zum Verarbeiten dazu? Hat jmd Erfahrungen? Gibt es auch jmd der sich Hilfe in so einem Fall geholt hat? Geht man da zuerst zum Hausarzt? Kenne mich da nicht aus...
Lieben Dank an alle, die den Text gelesen haben und viele Grüße
von einer Babyforum-Userin

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20. Juli 2015 um 9:13

Hey
Dein Verlust tut mir sehr leid. Aber er ist erst 2,5 Monate her. Völlig normal dass du noch trauerst! Früher war es üblich ein Jahr schwarz zu tragen!

Es gibt da keine Vorgaben. Man kann ja seine Gefühle nicht per Knopfdruck ändern, von jetzt auf gleich. Und gerade die Mama, die ein Leben lang da war, wir doch immer fehlen...

Ob du dir professionelle Hilfe suchen möchtest kannst nur du alleine entscheiden.
Als ich vor 1,5 Jahren meinen Sohn verlor wusste ich nicht wie ich mit der Trauer klarkommen würde. Ich wusste nur, dass ich Hilfe möchte bevor ich in ein tiefes Loch falle.

Also bin ich ziemlich zeitnah auf eigene Faust los, hab einige Therapeuten abtelefoniert, bis eine dabei war, die Zeit hatte und mit zusagte.

Dort bin ich hin, ohne vorher beim Arzt gewesen zu sein. Nach den Vorgesprächen hat sie dann alles bezüglich Krankenkasse in die Wege geleitet für die Übernahme der Therapie.

Mir hat es sehr gut getan, mit jemandem drüber zu sprechen, der nicht betroffen ist.
Und obwohl ich alles gut verarbeitet habe sitze ich heute trotzdem manchmal noch da und weine, wenn ich daran denke was ich veroren habe.
Ich glaube aber dass das normal ist und so sein darf.


Ich hoffe ich konnte dir etwas helfen und wünsche dir alles Gute für deinen weieren Trauerprozess.

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20. Juli 2015 um 10:05
In Antwort auf catsdreams1811

Hey
Dein Verlust tut mir sehr leid. Aber er ist erst 2,5 Monate her. Völlig normal dass du noch trauerst! Früher war es üblich ein Jahr schwarz zu tragen!

Es gibt da keine Vorgaben. Man kann ja seine Gefühle nicht per Knopfdruck ändern, von jetzt auf gleich. Und gerade die Mama, die ein Leben lang da war, wir doch immer fehlen...

Ob du dir professionelle Hilfe suchen möchtest kannst nur du alleine entscheiden.
Als ich vor 1,5 Jahren meinen Sohn verlor wusste ich nicht wie ich mit der Trauer klarkommen würde. Ich wusste nur, dass ich Hilfe möchte bevor ich in ein tiefes Loch falle.

Also bin ich ziemlich zeitnah auf eigene Faust los, hab einige Therapeuten abtelefoniert, bis eine dabei war, die Zeit hatte und mit zusagte.

Dort bin ich hin, ohne vorher beim Arzt gewesen zu sein. Nach den Vorgesprächen hat sie dann alles bezüglich Krankenkasse in die Wege geleitet für die Übernahme der Therapie.

Mir hat es sehr gut getan, mit jemandem drüber zu sprechen, der nicht betroffen ist.
Und obwohl ich alles gut verarbeitet habe sitze ich heute trotzdem manchmal noch da und weine, wenn ich daran denke was ich veroren habe.
Ich glaube aber dass das normal ist und so sein darf.


Ich hoffe ich konnte dir etwas helfen und wünsche dir alles Gute für deinen weieren Trauerprozess.

Lieben Dank...
... für deine Antwort. Mein Beileid, dass du dein Kind verloren hast
Das sind auch meine Gedanken, mir Hilfe zu holen, bevor ich in ein Loch falle. Und die Übelkeit und Bauchschmerzen belasten halt auch... es schlägt mir echt auf den Magen aber wahrscheinlich erwarte ich zuviel von mir selbst, zweieinhalb Monate sind ja wirklich nicht viel.
Mit meinen Mädels, meinem Mann und meiner Familie kann ich natürlich darüber sprechen, und sie haben auch Verständnis, aber verstehen können sie es nicht. So ging es mir ja auch, ich hatte natürlich die letzten Jahre Angst, dass meine Mama von uns geht, aber was es wirklich bedeutet, begreife ich erst jetzt...

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20. Juli 2015 um 16:23

Hallo
Erstmal mein herzliches Beileid. Es ist gerade mal 2,5 Monate her dass du deine Mama verloren hast.
Deine Trauer ist völlig normal. Ob du Hilfe brauchst kann man so nicht sagen.
Ich habe vor 4 Jahren meinen Papa plötzlich verloren. Die ersten Monate in denen man den Verlust realisiert sind der Horror. Ich habe zwei mal ein Gespräch mit einer Trauerbegleiterin in Anspruch genommen. Das hat mir gut getan. In eine Gruppe wollte ich nicht.
Wir haben Rituale entwickelt: so gehen wir zum Geburtstag meines Vaters immer essen.
Es gibt aber auch viele Situationen in denen ich heute noch Rotz und Wasser heule... Zum Beispiel ein Tag nach meiner Hochzeit, da ist es mir bewusst geworden wie sehr er gefehlt hat. Oder mein Geburtstag hat seither für mich null Bedeutung weil mein Vater an dem Tag immer fehlt!!!
Aber man lernt die schönen Erinnerungen die man hatte zu schätzen und kann dann auch mit einem Lächeln über die Perosb sprechen.

Ich hoffe ich konnte dir ein wenig helfen.

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20. Juli 2015 um 17:09

Hallo,
Dein Verlust tut mir sehr leid.

Schon mal von einer Sterbeamme gehört? Hat mir vor einiger Zeit gut geholfen...

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20. Juli 2015 um 23:59

Das kannst du nur für dich entscheiden
Ich glaube reden ist immer gut, ausgesprochene Gefühle sind gelebte gefühle...
aber es ist ja auch echt noch richtig frisch, ich weiß nach dem tot meines Partners ging es mir 2 Jahre immer mal schlecht und auch heute noch holt es mich oft ein, ich habe akzeptiert das es jetzt ein Teil von mir ist und wenn ich dann oft mit Kopfhörer im Zug auf den Weg zur Arbeit bin und die Runde schaue, denk ich mir jeder Mensch hat so seine Geschichte, seinen Verlust und seinen Schmerz mit sich zu tragen und ich bin nicht allein, da komme ich aber nicht drauf wenn ich nicht darüber rede...
Ich glaube reden ist die beste Therapie in diesem Fall, ich denke es ist dann auch egal mit wem ob mit einer Therapie Freundin oder wild fremden...
Tu das was sich für dich gut anfühlt, was sich richtig anfühlt was dich das Leben fühlen lässt...
Das ist alles noch so frisch und du darfst traurig sein und verzweifelt und auch wütend, mach dich hübsch mach Sachen die dir gut tun geh raus und spür das du noch lebst, auch wenn du momentan das Gefühl Hast das ein Teil von dir nicht mehr da ist... Er wird wieder kommen Stück für stück und deine Mama wirst du bei dir tragen, jeden Tag für den Rest deines lebendes...
Und weißt du was wenn du wütend bist dann sei wütend weil auch das darf man sein weil man sich ungerecht behandelt vorkommt, weil deine Mama so leiden musste, Schrei, Schrei so laut du kannst und lass alles raus... Aber dann lebe, lebe dein Leben so toll du kannst, schaff dir Momente auf die du stolz sein kannst, Erinnerungen die solange ausreichen das sie dir über diese schweren Tage immer wieder Kraft geben...
Und eines Tages liegst du abends im Bett und denkst wie stark du bist wie stark du sein kannst und was du alles geschafft hast...

Alles Liebe ich drück dich unbekannterweise mal ganz fest

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21. Juli 2015 um 7:11

Mein beileid
Hab das auch schon ein paar mal miterlebt, bei mir mussten Freundinnen herhalten zum Reden.
Wenn du meinst, dass es dir hilft, such dir einen Trauerbegleiter.
Allerdings ist 2,5 Monate auch noch zu kurz. Bei mir hat es mindestens 3-6 monate immer gedauert, bis das tiefste Schwarz weg war.
LG

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21. Juli 2015 um 7:39

Oh
Das tut mir wirklich leid

Aber wie einige schon sagten, 2.5 Monate ist noch nicht zu weit entfernt
Es wird dauern, bis der tiefste Schmerz und die Trauer besser sein werden.
Deshalb mein rat : hör auf dein Gefühl! Ist dir nach weinen zumute? Dann weine! Magst du Reden? Dann rede! Selbst wenn es nur mit einem foto ist.
Aber falls du merkst du brauchst jemand dann such dir bitte professionelle hilfe, den trauer kann einen wirklich ganz nach unten ziehen, wenn man sie nicht zulässt.

Alles gute
Lg

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21. Juli 2015 um 8:07

Ja
Sie ist doch erst ganz kurz tod...es gibt ja nicht umsonst das sogenannte trauerjahr...wobei ich das sowieso ncht so zeitlich festlegen würde..es wird dich für immer begleiten, aber die zeit wird es weiter wegrücken lassen..was auch oft eine harte vorstellung ist

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21. Juli 2015 um 8:08
In Antwort auf mrsgofem

Ja
Sie ist doch erst ganz kurz tod...es gibt ja nicht umsonst das sogenannte trauerjahr...wobei ich das sowieso ncht so zeitlich festlegen würde..es wird dich für immer begleiten, aber die zeit wird es weiter wegrücken lassen..was auch oft eine harte vorstellung ist

Ups
Hartes t bei tot

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22. Juli 2015 um 13:11

Dankeschön
... für euere lieben Antworten.

Luckyone, ich schreib dir gerne eine pn, danke für das Angebot. Ich glaube, das würde mir gut tun. Nicht wundern, ich schreib dir dann von meinem normalen Account

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22. Juli 2015 um 15:28

Ich
War kurz davor mir Hilfe zu holen, habe dann einen Rückzieher gemacht. Ich wollte einfach nicht mehr reden, nicht mehr daran denken. Reden tu ich heute immer noch nicht. Es ist noch so frisch bei dir, gerade jetzt schmerzt es besonders Doll. Ich habe zb. in der Wohnung viele Dinge und Fotos meiner Eltern, meine Blicke treffen sie fast nie. Ich weiche den Bildern aus und trotzdem ist es mir wichtig das sie hier und dort hängen/stehen. Trauerverarbeitung ist ein etwas längerer Weg, für die einen ist er leichter und für die anderen schwieriger. Jeder Mensch ist in dieser Sache anders. Ich werde bestimmt noch ein paar Jahre brauche, weil die Tode einfach zu früh und zu schlimm waren. Mein Beileid, ich wünsche dir noch ganz viel Kraft

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