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Pflegeeltern vs. natürliche Eltern

21. April 2011 um 2:02

Ich verfolge seit bestimmter Zeit diesen Tread. Mir ist dabei etwas aufgefallen. Die meisten natürlichen Eltern geben ihr Kind auch zur Dauerpflege, um es mal zurückzubekommen. Die meisten Dauerpflegeeltern nehmen aber ein Kind an, um es zu behalten, da gescheiterte oder bestehende Adoptivbewerber. Darüber kommt ein Konflikt. Natürliche Eltern geben ihr Kind zur Pflege und nich Adoption um es zu behalten und zurückzubekommen, die meisten Dauerpflegeeltern nehmen es an, um es zu behalten. Dann kommt es psychisch und psychologisch zum Streit. Nehmen wir an, die natürlichen Eltern haben das Baby abgegeben um es zurückzuholen, die Pflegeeltern angenommen, um es zu behalten. Dass es da zu Verleumdungen etc. kommt dabei, keine Frage. Aber wird dabei der Zweck der "Pflege" im Unterschied zu "Adoption" nicht ausgehebelt?
Bin weder Jura- noch Sozielwissenschaftenstudierend e, ist einfach ne interessante Fragge,
LG.

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23. April 2011 um 11:09


Pflegeeltern nehmen ein Kind mit einem Wissen im Hintergrund, dass es gut sein kann dass das Kind wieder zurück zu den Eltern kommt.
Es kommt immer auf die Pflege-LeiblicheEltern Beziehung.
Wenn permanent Umgangskontakte usw. stattfinden ist es klar, dass es irgendwann in diese Richtung führen wird.
Wenn allerdings die leiblichen Eltern sich nie melden, sich nicht um ihr Kind kümmern usw.. kann es richtung Adoption gehen.

Meine Tochter ist in Pflege. Und hätte ich damals gewusst, dass es so krass ist!! Das es so schwierig ist das Kind zurück zu kriegen!! Hätte ich mich niemals an das Jugendamt gewendet!!
(angemerkt, ich war 14 und wusste nicht was ich tun soll.)

Ich fühle mich manchmal so als wäre ich gar nicht die Mutter. Schrecklich.

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26. April 2011 um 0:58

Antwort.
Hallo! Ich finde deine Antwort, wie auch die darunter sehr interessant. Das z.B. mit Pflegekindverhältnis habe ich nicht gewusst. Und wie du es schon gesagt hast, es ist beides schlimm, eine gewaltsame Rückführung, wie auch immer, denke ich, eine mit den leiblichen eltern nicht abgesprochene Weiterbehaltung des Kindes. Dabei müssen nicht mal Pflegeeltern die Schlimmen sein, sondern aufgrund der Irrtümer auf dem Gebiet auch ein Rechtsirrtum möglich. Gefühle mal außen vorgelassen. Könnte jetzt weiter in die Richtung ausholen, aber ist nicht der Sinn der Sache. Danke dir vielmals für die Antwort.

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26. April 2011 um 1:03
In Antwort auf pushpa_12566534


Pflegeeltern nehmen ein Kind mit einem Wissen im Hintergrund, dass es gut sein kann dass das Kind wieder zurück zu den Eltern kommt.
Es kommt immer auf die Pflege-LeiblicheEltern Beziehung.
Wenn permanent Umgangskontakte usw. stattfinden ist es klar, dass es irgendwann in diese Richtung führen wird.
Wenn allerdings die leiblichen Eltern sich nie melden, sich nicht um ihr Kind kümmern usw.. kann es richtung Adoption gehen.

Meine Tochter ist in Pflege. Und hätte ich damals gewusst, dass es so krass ist!! Das es so schwierig ist das Kind zurück zu kriegen!! Hätte ich mich niemals an das Jugendamt gewendet!!
(angemerkt, ich war 14 und wusste nicht was ich tun soll.)

Ich fühle mich manchmal so als wäre ich gar nicht die Mutter. Schrecklich.

Danke für Antwort.
Ich danke auch für die Antwort. Aufgrund der Antworten hier verstehe ich warum es so schwierig ist. Tochter weg- Pflegefamilie Bezugspersonen- Du bist außen vor trotz versprochener Rückführung. Berichtige mich gerne, wenn ich was falsches sage.
Mal frage, du fühlst dich außen vor, verständlich, aber wie siehst du dein Verhältnis zum Kind, subjektiv-objektiv. Ich meine jetzt mit keinen 14 mehr.

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1. Juni 2011 um 18:14

Schwieriges Thema
Ich habe in den verschiedensten Foren mitbekommen, dass es in Deutschland andere Pflegeanvertrauungsarten gibt, als in Italien, wo ich lebe.
Als meine Familie beschlossen hatte ein Kind in Pflege zu nehmen war es uns bewusst, dass wir als Unterstützung für eine Familie fungieren, die sich in einer momentanen schwierigen Situation befindet. Wir fanden (vielleicht etwas naiv) die Vorstellung sehr schön jemanden unsere Zeit und Hilfe zu schenken. (In Italien ist der Pflegesatzt nur eine Entschädigung, also eine soziale Entscheidung).
Nun ja, es kam ein kleines Mädchen (8 Monate) zu uns und wir haben uns natürlich sofort in sie verliebt. In den ersten Monaten verlief die Pflege recht gut aber mit der Zeit verlor die leibliche Mutter immer mehr das Interesse an der Kleinen und so kam, denk ich mal automatisch, von unserer Seite ein starker Beschützerinstinkt hervor. Die Kleine verbrachte also mit Absprache mit den Verschiedensten Diensten (und nach verschiedensten Vorfällen, die ich hier nicht nennen möchte) immer mehr Zeit mit uns bis dann vom Jugendgericht die Entscheidung kam, dass die Kleine adoptierbar ist.
Mein Mann und ich haben sehr um die Kleine gekämpft, denn in Italien darf man laut Gesetz das Pflegekind nicht adoptieren.
Mit Hilfe einer Anwältin und verschiedensten Gutachten, die bestätigten, dass es für unsere Tochter traumatische gewesen wäre, wenn sie nach 3 Jahren in unserer Familie an eine andere Familie zur Adoption vermittelt worden wäre.
Die leibliche Mutter hat ihr Einwilligung zur Adoption gegeben, da ihr bewusst war, dass sie die Kleine alleine, nicht hätte aufziehen können und sie über die starke Bindung zwischen der Kleinen und uns froh war.
Es kam also zu einer "offenen Adoption", obwohl es diese seit einigen Jahren in Italien nicht mehr gibt.
Ich bin sehr froh, dass die Richter, in diesem Fall das Gesetz etwas gebeugt haben, denn eine Kind baut eine starke Bindung mit der Pflegefamilie auf.
Ich verstehe, dass eine Pflege im Idelfall eine vorübergehende Lösung sein sollte, die der leiblichen Familie hilft, Schwierigkeiten in den Griff zu bekommen. Man darf aber nicht außer Acht lassen, dass sich Kinder sehr schnell an eine sichere und liebevolle Umgebung gewöhnen und eine starke Bindung zur Pflegefamilie aufbauen, auch wenn diese nicht die leibliche Familie ist.

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6. Juni 2011 um 1:16
In Antwort auf neomammi79

Schwieriges Thema
Ich habe in den verschiedensten Foren mitbekommen, dass es in Deutschland andere Pflegeanvertrauungsarten gibt, als in Italien, wo ich lebe.
Als meine Familie beschlossen hatte ein Kind in Pflege zu nehmen war es uns bewusst, dass wir als Unterstützung für eine Familie fungieren, die sich in einer momentanen schwierigen Situation befindet. Wir fanden (vielleicht etwas naiv) die Vorstellung sehr schön jemanden unsere Zeit und Hilfe zu schenken. (In Italien ist der Pflegesatzt nur eine Entschädigung, also eine soziale Entscheidung).
Nun ja, es kam ein kleines Mädchen (8 Monate) zu uns und wir haben uns natürlich sofort in sie verliebt. In den ersten Monaten verlief die Pflege recht gut aber mit der Zeit verlor die leibliche Mutter immer mehr das Interesse an der Kleinen und so kam, denk ich mal automatisch, von unserer Seite ein starker Beschützerinstinkt hervor. Die Kleine verbrachte also mit Absprache mit den Verschiedensten Diensten (und nach verschiedensten Vorfällen, die ich hier nicht nennen möchte) immer mehr Zeit mit uns bis dann vom Jugendgericht die Entscheidung kam, dass die Kleine adoptierbar ist.
Mein Mann und ich haben sehr um die Kleine gekämpft, denn in Italien darf man laut Gesetz das Pflegekind nicht adoptieren.
Mit Hilfe einer Anwältin und verschiedensten Gutachten, die bestätigten, dass es für unsere Tochter traumatische gewesen wäre, wenn sie nach 3 Jahren in unserer Familie an eine andere Familie zur Adoption vermittelt worden wäre.
Die leibliche Mutter hat ihr Einwilligung zur Adoption gegeben, da ihr bewusst war, dass sie die Kleine alleine, nicht hätte aufziehen können und sie über die starke Bindung zwischen der Kleinen und uns froh war.
Es kam also zu einer "offenen Adoption", obwohl es diese seit einigen Jahren in Italien nicht mehr gibt.
Ich bin sehr froh, dass die Richter, in diesem Fall das Gesetz etwas gebeugt haben, denn eine Kind baut eine starke Bindung mit der Pflegefamilie auf.
Ich verstehe, dass eine Pflege im Idelfall eine vorübergehende Lösung sein sollte, die der leiblichen Familie hilft, Schwierigkeiten in den Griff zu bekommen. Man darf aber nicht außer Acht lassen, dass sich Kinder sehr schnell an eine sichere und liebevolle Umgebung gewöhnen und eine starke Bindung zur Pflegefamilie aufbauen, auch wenn diese nicht die leibliche Familie ist.

Hi!
Erstmal Danke für deine Antwort! In diesem Fall, glaube ich, ist eindeutig, dass es die Kleine bei euch besserhat, als bei ihrer leiblichen Mutter. Sonst hätte diese auch nicht zugestimmt. Ich bin von dem Forum hier selbst keine Betroffene, allerdings kam es mir spannend oder auch spanisch, dass in DE sehr viele Kinder in Pflege zu nehmen (auch Adoptivbewerber, die eigene Ziele verfolgen), um diese zu behalten und dann leibliche Eltern, die die Kleinen zurückbekommen wollen(also Zeitpflege in Anspruch nehmen).

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6. Juni 2011 um 1:19

Hallo!
Eben! Aber das Thema war eben, dass die Menschen die Pflege machen eben keine Adoptiveltern sind, und was ich hier gelesen habe, zeugt doch vom anderen. Sprich: die leiblichen, wenn sie ihre Kinder weggeben, müssen befürchten, dass es für immer ist. Und dann das nicht machen, auch wenn es angebracht wäre, eben weil. Also Kontroverse...

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6. Juni 2011 um 13:54
In Antwort auf jackie_12654533

Hi!
Erstmal Danke für deine Antwort! In diesem Fall, glaube ich, ist eindeutig, dass es die Kleine bei euch besserhat, als bei ihrer leiblichen Mutter. Sonst hätte diese auch nicht zugestimmt. Ich bin von dem Forum hier selbst keine Betroffene, allerdings kam es mir spannend oder auch spanisch, dass in DE sehr viele Kinder in Pflege zu nehmen (auch Adoptivbewerber, die eigene Ziele verfolgen), um diese zu behalten und dann leibliche Eltern, die die Kleinen zurückbekommen wollen(also Zeitpflege in Anspruch nehmen).


Eine Pflege hat mit Sicherheit pro und contra und es ist sicher nicht richtig ein Kind in Pflege zu nehmen um dann alles daran zu setzen es zu adoptieren, also von vornherein mit dieser Absicht eine Pflege anzunehmen.
Aber wenn man sein Kind in eine Pflege gibt, muss man sich auch bewusst sein, dass das Kind in der Zeit der Pflege weiterlebt und nicht in "stand by" gesetzt wird. Z.B. ein Kind im Alter von 5 Monaten in eine Pflegefamilie gegeben wird und es dort 5 Jahre lang bleibt. Dann ist wohl für Jeden klar, dass das Kind die Pflegefamilie als seine Familie ansieht und dass es traumatisch für dieses Kind sein kann, wenn die leibliche Mutter das Kind zu sich zurück holt.
Ich finde, dass eine Pflege im Idealfall so etwas wie ein Kindergarten oder eine Tagesmutter sein könnte, aber bei einer Vollzeitpflege wird das Kind hin und her gerissen...

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8. Juni 2011 um 10:02

Schwierige Kratwanderung
Wir sind selber seit März 2011 eine Pflegefamilie. Das Kind ist 2 1/2 Jahre alt und war zuvor ein knappes Jahr durch die Jugendhilfe in einem Heim untergebracht, da die Eltern es verwahrlosen ließen. Die Kleine hatte zwar hin und wieder Kontakt mit der Mutter als sie im Heim war, allerdings sehr unregelmäßig -was an der Mutter lag.
Das Pflegeverhältnis ist nun bis 2014 gewährt worden und dann wird darüber entschieden, ob es nötig ist, es zu verlängern oder nicht (je nach Kooperation der Eltern).

Zuerst einmal zum Hintergrund warum wir ein Pflegekind aufgenommen haben (ganz entgegen der hier gemachten Behauptungen).
Mein Mann und ich (sind natürlich verheiratet) haben zwei eigene Mädels im Alter von 6 und fast 7 Jahren und biologisch ist bei uns (noch) alles im grünen Bereich.
Ich engagiere mich zudem durch zwei Patenschaften mit zwei Mädchen aus Dritte-Welt-Ländern bei PLAN -mit denen ich in persönlichem Briefkontakt stehe.
Darüberhinaus bin ich qualifizierte Tagesmutter und betreue noch 1-2 andere Kinder. Allerdings eben nur in Tagespflege.
Unsere Motivation war sicherlich nicht, dieses Pflegekind jemals zu adoptieren, da für uns eine Adoption von vornherein nicht in Frage kam. Schon wegen der späteren Vermögensaufteilung, z.B. im Erbfall.
Warum sollten unsere leiblichen Kinder deshalb einen 'Nachteil' erleiden?!

Heute werden wir zum ersten Mal den leiblichen Eltern unseres Pfleglings gegenüberstehen.

Natürlich überlegt man sich zuvor, wie man sich in dieser Situation verhält..verhalten sollte...verhalten wird...usw.

Fakt ist: Das Kind wurde dermaßen vernachlässigt/verwahrlost, dass es zu ihren leiblichen Eltern keine emotionale Bindung hat.
Logischerweise hat man dies immer im Hinterkopf als Pflegeeltern.
Allerdings wäre es ansich kein Problem, erfüllen die leiblichen Eltern alle Auflagen vom Jugendamt, dass die Kleine wieder zurück in ihre leibliche Familie kann -da spricht die Tagesmutter aus mir.

Kritisch sehe ich es nur ein bisschen von dieser Seite:
Wir leben einen bestimmten Lebensstil -also nicht unbedingt Untypisch, wie ich meine.
Unsere Kinder haben ihr eigenes bestimmtes und soziales Umfeld, sie sind im Sportverein aktiv, nehmen Musikunterricht, wir gehen regelmäßig künstlerischen Tätigkeiten in speziellen Kursen nach (töpfern, basteln, Naturverständnis,...) und gehen hin und wieder auf einen Reiterhof zum Ausreiten.

Nun möchte ich das Pflegekind selbstverständlich nicht ausschließen (im Hinblick auf ihre Herkunft) und sie wird, wenn dann das Alter passt auch an diesen Aktivitäten teilnehmen -ganz automatisch.
Allerdings baut sie von ihrer Seite aus zu uns natürlich auch eine Bindung auf -bestimmt sogar eine viel intensivere als sie jemals zu ihrer Mutter aufbauen durfte- und mit dem Erfahrungsreichtum, den sie bei uns erleben konnte, wird sie wieder aus einer Familie herausgenommen.
Ob das für die Psyche förderlich ist?

Ich möchte dazu noch anmerken, dass die Eltern und Großeltern unseres Pflegekinds sozial sehr schwach gestellt sind, allerdings aus eigenem Verschulden durch Arbeitsunlust, Feierlaune und Alkohol.

Die Mutter hat sich allerdings schon 3-4 Mal seit März telefonisch bei uns gemeldet, da sie ihre Tochter sehen möchte. Aber welche Motivation sie wirklich hat, kann ich momentan noch nicht spekulationsfrei beurteilen.
Zumal sie sich im Moment noch immer nicht an die Auflagen seitens der Jugendhilfe hält.

Über Anregungen, Denkanstösse und Erfahrungen in einer solchen oder ähnlichen Situation bin ich sehr dankbar!

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8. Juni 2011 um 11:18
In Antwort auf jodene_11908025

Schwierige Kratwanderung
Wir sind selber seit März 2011 eine Pflegefamilie. Das Kind ist 2 1/2 Jahre alt und war zuvor ein knappes Jahr durch die Jugendhilfe in einem Heim untergebracht, da die Eltern es verwahrlosen ließen. Die Kleine hatte zwar hin und wieder Kontakt mit der Mutter als sie im Heim war, allerdings sehr unregelmäßig -was an der Mutter lag.
Das Pflegeverhältnis ist nun bis 2014 gewährt worden und dann wird darüber entschieden, ob es nötig ist, es zu verlängern oder nicht (je nach Kooperation der Eltern).

Zuerst einmal zum Hintergrund warum wir ein Pflegekind aufgenommen haben (ganz entgegen der hier gemachten Behauptungen).
Mein Mann und ich (sind natürlich verheiratet) haben zwei eigene Mädels im Alter von 6 und fast 7 Jahren und biologisch ist bei uns (noch) alles im grünen Bereich.
Ich engagiere mich zudem durch zwei Patenschaften mit zwei Mädchen aus Dritte-Welt-Ländern bei PLAN -mit denen ich in persönlichem Briefkontakt stehe.
Darüberhinaus bin ich qualifizierte Tagesmutter und betreue noch 1-2 andere Kinder. Allerdings eben nur in Tagespflege.
Unsere Motivation war sicherlich nicht, dieses Pflegekind jemals zu adoptieren, da für uns eine Adoption von vornherein nicht in Frage kam. Schon wegen der späteren Vermögensaufteilung, z.B. im Erbfall.
Warum sollten unsere leiblichen Kinder deshalb einen 'Nachteil' erleiden?!

Heute werden wir zum ersten Mal den leiblichen Eltern unseres Pfleglings gegenüberstehen.

Natürlich überlegt man sich zuvor, wie man sich in dieser Situation verhält..verhalten sollte...verhalten wird...usw.

Fakt ist: Das Kind wurde dermaßen vernachlässigt/verwahrlost, dass es zu ihren leiblichen Eltern keine emotionale Bindung hat.
Logischerweise hat man dies immer im Hinterkopf als Pflegeeltern.
Allerdings wäre es ansich kein Problem, erfüllen die leiblichen Eltern alle Auflagen vom Jugendamt, dass die Kleine wieder zurück in ihre leibliche Familie kann -da spricht die Tagesmutter aus mir.

Kritisch sehe ich es nur ein bisschen von dieser Seite:
Wir leben einen bestimmten Lebensstil -also nicht unbedingt Untypisch, wie ich meine.
Unsere Kinder haben ihr eigenes bestimmtes und soziales Umfeld, sie sind im Sportverein aktiv, nehmen Musikunterricht, wir gehen regelmäßig künstlerischen Tätigkeiten in speziellen Kursen nach (töpfern, basteln, Naturverständnis,...) und gehen hin und wieder auf einen Reiterhof zum Ausreiten.

Nun möchte ich das Pflegekind selbstverständlich nicht ausschließen (im Hinblick auf ihre Herkunft) und sie wird, wenn dann das Alter passt auch an diesen Aktivitäten teilnehmen -ganz automatisch.
Allerdings baut sie von ihrer Seite aus zu uns natürlich auch eine Bindung auf -bestimmt sogar eine viel intensivere als sie jemals zu ihrer Mutter aufbauen durfte- und mit dem Erfahrungsreichtum, den sie bei uns erleben konnte, wird sie wieder aus einer Familie herausgenommen.
Ob das für die Psyche förderlich ist?

Ich möchte dazu noch anmerken, dass die Eltern und Großeltern unseres Pflegekinds sozial sehr schwach gestellt sind, allerdings aus eigenem Verschulden durch Arbeitsunlust, Feierlaune und Alkohol.

Die Mutter hat sich allerdings schon 3-4 Mal seit März telefonisch bei uns gemeldet, da sie ihre Tochter sehen möchte. Aber welche Motivation sie wirklich hat, kann ich momentan noch nicht spekulationsfrei beurteilen.
Zumal sie sich im Moment noch immer nicht an die Auflagen seitens der Jugendhilfe hält.

Über Anregungen, Denkanstösse und Erfahrungen in einer solchen oder ähnlichen Situation bin ich sehr dankbar!


Pflege hat seine pro und contra Seiten, wie ich schon weiter unten geschrieben habe.
Mein Mann und ich haben unser Pflegekind adoptiert, obwohl wir leibliche Kinder haben können, sie ist unsere erste und zurzeit einzige Tochter.
Unsere Tochter ist als Teilzeitpflege zu uns gekommen und mit der Zeit wurde daraus eine Vollzeitpflege bis hin zur Adoption.
Eigentlich wollten wir uns gar nicht mehr als nur einige Stunden um ein Kind kümmern, da es schwirig gewesen wäre alles unter einen Hut zu bekommen. Aber als die Pflege zur Vollzeit wurde haben wir nicht 2 mal nachgedacht und sofort unsere Disponibilität gegeben und als es zur Adoption kam haben wir alles gegeben, damit sie von uns adoptiert werden konnte. Mein Mann und ich hatten nicht die rechtlichen Vorausetzungen zu adoptieren, wir haben es aber trotzdem geschafft, denn unsere Kleine hat von Anfang an zu unserer Familie gehört. Die leibliche Mutter hat auch einen speziellen Platz in unseren Herzen bekommen.

@freyja09: diese Äußerung von dir kann ich gar nicht verstehen:

"Unsere Motivation war sicherlich nicht, dieses Pflegekind jemals zu adoptieren, da für uns eine Adoption von vornherein nicht in Frage kam. Schon wegen der späteren Vermögensaufteilung, z.B. im Erbfall.
Warum sollten unsere leiblichen Kinder deshalb einen 'Nachteil' erleiden?!"

Mir kommt diese Motivation sehr oberflächlich und kalt vor. Du beschreibst dich als sozial angagierte Person und trennst dann so zwischen biologisch und nicht. Wirst du das Kind in diesen 3 Jahren die ganze Zeit als fremdes Kind behandeln?
Wann darf dieses Kind denn endlich das Konzept Familie erfahren?

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9. Juni 2011 um 8:42
In Antwort auf neomammi79


Pflege hat seine pro und contra Seiten, wie ich schon weiter unten geschrieben habe.
Mein Mann und ich haben unser Pflegekind adoptiert, obwohl wir leibliche Kinder haben können, sie ist unsere erste und zurzeit einzige Tochter.
Unsere Tochter ist als Teilzeitpflege zu uns gekommen und mit der Zeit wurde daraus eine Vollzeitpflege bis hin zur Adoption.
Eigentlich wollten wir uns gar nicht mehr als nur einige Stunden um ein Kind kümmern, da es schwirig gewesen wäre alles unter einen Hut zu bekommen. Aber als die Pflege zur Vollzeit wurde haben wir nicht 2 mal nachgedacht und sofort unsere Disponibilität gegeben und als es zur Adoption kam haben wir alles gegeben, damit sie von uns adoptiert werden konnte. Mein Mann und ich hatten nicht die rechtlichen Vorausetzungen zu adoptieren, wir haben es aber trotzdem geschafft, denn unsere Kleine hat von Anfang an zu unserer Familie gehört. Die leibliche Mutter hat auch einen speziellen Platz in unseren Herzen bekommen.

@freyja09: diese Äußerung von dir kann ich gar nicht verstehen:

"Unsere Motivation war sicherlich nicht, dieses Pflegekind jemals zu adoptieren, da für uns eine Adoption von vornherein nicht in Frage kam. Schon wegen der späteren Vermögensaufteilung, z.B. im Erbfall.
Warum sollten unsere leiblichen Kinder deshalb einen 'Nachteil' erleiden?!"

Mir kommt diese Motivation sehr oberflächlich und kalt vor. Du beschreibst dich als sozial angagierte Person und trennst dann so zwischen biologisch und nicht. Wirst du das Kind in diesen 3 Jahren die ganze Zeit als fremdes Kind behandeln?
Wann darf dieses Kind denn endlich das Konzept Familie erfahren?

Sehr oberflächlich und kalt...
oder eher professionell ?!
Wie schon erwähnt bin ich ausgebildete Tagesmutter mit allem Drum und Dran, nehme jährlich an mehreren Erziehungsseminaren und Weiterbildungen teil.....

Das unser Pflegekind auch wieder eine Rückführung in die leibliche Familie erfahren soll -insofern die Eltern mitmachen- wurde uns auch von Anfang an mitgeteilt.

Allerdings schrieb ich in meinem letzten Beitrag auch, dass das Pflegeverhältnis 2014 quasi geprüft wird.
Nach der Kooperation der leiblichen Eltern zu urteilen, wird das Pflegeverhältnis aber wahrscheinlich sowieso nochmal verlängert werden -nach Einschätzung des zuständigen Sozialarbeiters.

Gestern hatten wir ja nun einen Kennenlerntermin mit ihren Eltern und seitens des Jugendamts sind nun 14-tägige Termine geplant, in denen die Eltern ihre Tochter sehen dürfen.
Es deutet im Moment nichts daraufhin, dass sie ihre Tochter jemals zur Adoption freigeben würden.
Von daher hat sich dieses Thema doch bereits eh schon erledigt.

Und Du darfst mir sicherlich glauben, wenn ich Dir offenbare, dass selbst ich nicht immer die Entscheidungen/Meinungsäußerungen anderer verstehe!

Aber dazu sind wir ja auch gar nicht auf der Welt.
Jeder sollte lieber einen für sein Leben geeigneten Weg finden, denn für die Richtung die man einschlägt und was dann dabei heraus kommt ist jeder selbst verantwortlich.

Von daher halte ich auch Neid im Allgemeinen für unangemessen -aber das nur so am Rande.

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9. Juni 2011 um 8:56
In Antwort auf neomammi79


Pflege hat seine pro und contra Seiten, wie ich schon weiter unten geschrieben habe.
Mein Mann und ich haben unser Pflegekind adoptiert, obwohl wir leibliche Kinder haben können, sie ist unsere erste und zurzeit einzige Tochter.
Unsere Tochter ist als Teilzeitpflege zu uns gekommen und mit der Zeit wurde daraus eine Vollzeitpflege bis hin zur Adoption.
Eigentlich wollten wir uns gar nicht mehr als nur einige Stunden um ein Kind kümmern, da es schwirig gewesen wäre alles unter einen Hut zu bekommen. Aber als die Pflege zur Vollzeit wurde haben wir nicht 2 mal nachgedacht und sofort unsere Disponibilität gegeben und als es zur Adoption kam haben wir alles gegeben, damit sie von uns adoptiert werden konnte. Mein Mann und ich hatten nicht die rechtlichen Vorausetzungen zu adoptieren, wir haben es aber trotzdem geschafft, denn unsere Kleine hat von Anfang an zu unserer Familie gehört. Die leibliche Mutter hat auch einen speziellen Platz in unseren Herzen bekommen.

@freyja09: diese Äußerung von dir kann ich gar nicht verstehen:

"Unsere Motivation war sicherlich nicht, dieses Pflegekind jemals zu adoptieren, da für uns eine Adoption von vornherein nicht in Frage kam. Schon wegen der späteren Vermögensaufteilung, z.B. im Erbfall.
Warum sollten unsere leiblichen Kinder deshalb einen 'Nachteil' erleiden?!"

Mir kommt diese Motivation sehr oberflächlich und kalt vor. Du beschreibst dich als sozial angagierte Person und trennst dann so zwischen biologisch und nicht. Wirst du das Kind in diesen 3 Jahren die ganze Zeit als fremdes Kind behandeln?
Wann darf dieses Kind denn endlich das Konzept Familie erfahren?

Konzept Familie
"Wirst du das Kind in diesen 3 Jahren die ganze Zeit als fremdes Kind behandeln?
Wann darf dieses Kind denn endlich das Konzept Familie erfahren?"


...na ja.........ertappt -unser Pflegekind muss zum Essen natürlich unter den Tisch sitzen und wenn wir zu Ausflügen aufbrechen, schauen wir nochmal genau nach, ob die Kellertür auch gut verschlossen ist !!



Also bitte!
Ich gehe immer davon aus, dass wir eine zumindest einigermaßen gute Ausbildung haben -mental sowie auch sozial!
Das entspricht doch schon noch der Realität ?
Oder täuscht mich mal wieder mein Empfinden?

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9. Juni 2011 um 12:05

...
Wahrscheinlich ist es so, dass es in meinem Land den "Beruf" Pflegeeltern NICHT gibt. Es ist eine soziale Entscheidung, denn der Pflegesatz ist sehr gering, also kann man es nicht als Arbeit ansehen.
Es ist auch wahr, dass Jeder sein Leben so leben muss, wie es für ihn richtig ist.
Du hast dein Pflegekind jetzt 2 Monate und der Pflegevertrag läuft bis 2014. Vielleicht siehst du es dann ja anders, da du ja auch schreibst dass der Pflegevertrag vorraussichtlich verlängert wird. Vielleicht auch nicht.
Wie eine gelungene Rückführung nach 3-6 Jahren gelingen soll kannst du uns ja dann berichten. Da das Kind ja im Heim war und wie du schreibst keine emotionale Bindung zur Mutter hat. Bin sehr gespannt drauf!!
Ich finde auch etwas schade, dass du im Ernst den Beruf der Tagesmutter mit der Aufgabe einer Pflegemutter vergleichst.
Bei einer Tagesmutter sind die Kinder ja nur so lange wie im Kindegarten, mehr oder weniger. EIn Pflegekind lebt bei dir!!! Das ist doch wohl ein deutlicher Unterschied!!
Ich meine damit nicht, dass du das Kind adoptieren sollst und auch nicht darüber nachdenken sollst. Bitte tu das ja nicht wenn du das nicht willst!! Das arme Kind!!!
Ich finde nur die Motivation des geteilten Erbes oberflächlich. Das ist meine Meinung, wie es deine und Caros Meinung ist, dass diese Motivation gerechtfertigt ist.
Und da ich ja die Erfahrung der Pflege über mehrere Jahre gemacht habe und die Schwierigkeiten, die mit den leiblichen Eltern auftauchen können sehr gut kenne, würde ich mal sagen, dass ich durchaus meine Meinung zum Thema äußern kann!!
Nur so am Rande: ich bin Pädagogin mit Zusatzausbildungen der Psychologie/Psychotherapie mit verschiedensten Schwerpunkten der Schwierigkeiten in der Kindheit und traumatischen Erfahrungen und ich habe mich in verschiedensten Seminaren über Pflege fortgebildet. Ich weiß also sehr gut was Pflege bedeutet und ich weiß aber auch wie die Realität aussieht und die basiert sich nicht nur auf meine Realität sondern auch auf die anderer Pflegefamilien.
In unserem Fall wurde das Kind vom Jugendgericht zur Adoption freigegeben, weiß ja nicht wie das in Deutschland funktioniert.
Jedenfalls wenn du oder caro sich angegriffen gefühlt haben, dann tut mir das Leid aber ich finde jeder hat das Recht seine eigene Meinung zu äußern.

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9. Juni 2011 um 13:31
In Antwort auf neomammi79

...
Wahrscheinlich ist es so, dass es in meinem Land den "Beruf" Pflegeeltern NICHT gibt. Es ist eine soziale Entscheidung, denn der Pflegesatz ist sehr gering, also kann man es nicht als Arbeit ansehen.
Es ist auch wahr, dass Jeder sein Leben so leben muss, wie es für ihn richtig ist.
Du hast dein Pflegekind jetzt 2 Monate und der Pflegevertrag läuft bis 2014. Vielleicht siehst du es dann ja anders, da du ja auch schreibst dass der Pflegevertrag vorraussichtlich verlängert wird. Vielleicht auch nicht.
Wie eine gelungene Rückführung nach 3-6 Jahren gelingen soll kannst du uns ja dann berichten. Da das Kind ja im Heim war und wie du schreibst keine emotionale Bindung zur Mutter hat. Bin sehr gespannt drauf!!
Ich finde auch etwas schade, dass du im Ernst den Beruf der Tagesmutter mit der Aufgabe einer Pflegemutter vergleichst.
Bei einer Tagesmutter sind die Kinder ja nur so lange wie im Kindegarten, mehr oder weniger. EIn Pflegekind lebt bei dir!!! Das ist doch wohl ein deutlicher Unterschied!!
Ich meine damit nicht, dass du das Kind adoptieren sollst und auch nicht darüber nachdenken sollst. Bitte tu das ja nicht wenn du das nicht willst!! Das arme Kind!!!
Ich finde nur die Motivation des geteilten Erbes oberflächlich. Das ist meine Meinung, wie es deine und Caros Meinung ist, dass diese Motivation gerechtfertigt ist.
Und da ich ja die Erfahrung der Pflege über mehrere Jahre gemacht habe und die Schwierigkeiten, die mit den leiblichen Eltern auftauchen können sehr gut kenne, würde ich mal sagen, dass ich durchaus meine Meinung zum Thema äußern kann!!
Nur so am Rande: ich bin Pädagogin mit Zusatzausbildungen der Psychologie/Psychotherapie mit verschiedensten Schwerpunkten der Schwierigkeiten in der Kindheit und traumatischen Erfahrungen und ich habe mich in verschiedensten Seminaren über Pflege fortgebildet. Ich weiß also sehr gut was Pflege bedeutet und ich weiß aber auch wie die Realität aussieht und die basiert sich nicht nur auf meine Realität sondern auch auf die anderer Pflegefamilien.
In unserem Fall wurde das Kind vom Jugendgericht zur Adoption freigegeben, weiß ja nicht wie das in Deutschland funktioniert.
Jedenfalls wenn du oder caro sich angegriffen gefühlt haben, dann tut mir das Leid aber ich finde jeder hat das Recht seine eigene Meinung zu äußern.

Angegriffen...
Hallo,
alles ok
Ich fühle mich nicht angegriffen. Da man sich hier nicht kennt und niemand irgendwo reinsehen kann, kann halt oft nur leider spekuliert werden was wohl wirklich dahintersteckt....

Dennoch muss ich kurz klarstellen, dass ich meine Tätigkeit in der Tagespflege natürlich nicht mit der jetzigen Vollzeitpflege unseres Pflegekindes gleichsetze.
Aber mal im Ernst -das geht doch auch überhaupt nicht.
Unser Pflegekind wurde doch von Anfang an ganz anders in unsere Familie integriert. Das sind doch zwei Paar Schuhe!

Ich bin auch nicht ständig nur als 'Tagesmutter' im klassischen Sinne tätig, sondern arbeite auch immer wieder mit Jugendämtern zusammen, um z.B. überforderte Eltern zeitweise zu unterstützen. Ich hatte da letztens z.B. ein Mädchen (16 Mon.) für 3 Wochen komplett zur Betreuung.

Und die Unterschiede der Betreuungsarten sind mir sehr bewußt!

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9. Juni 2011 um 21:17
In Antwort auf jodene_11908025

Angegriffen...
Hallo,
alles ok
Ich fühle mich nicht angegriffen. Da man sich hier nicht kennt und niemand irgendwo reinsehen kann, kann halt oft nur leider spekuliert werden was wohl wirklich dahintersteckt....

Dennoch muss ich kurz klarstellen, dass ich meine Tätigkeit in der Tagespflege natürlich nicht mit der jetzigen Vollzeitpflege unseres Pflegekindes gleichsetze.
Aber mal im Ernst -das geht doch auch überhaupt nicht.
Unser Pflegekind wurde doch von Anfang an ganz anders in unsere Familie integriert. Das sind doch zwei Paar Schuhe!

Ich bin auch nicht ständig nur als 'Tagesmutter' im klassischen Sinne tätig, sondern arbeite auch immer wieder mit Jugendämtern zusammen, um z.B. überforderte Eltern zeitweise zu unterstützen. Ich hatte da letztens z.B. ein Mädchen (16 Mon.) für 3 Wochen komplett zur Betreuung.

Und die Unterschiede der Betreuungsarten sind mir sehr bewußt!


Ist ja gut wenn alles ok ist.
Du engagierst dich ohne Zweifel sehr im sozialen Bereichm das möchte ich auch nicht anzweifeln, kenn dich ja nicht.
Mir stehen nur die Haare zu Berge wenn ich Äußerungen höre/lese, wo mir vorkommt, dass ein Pflegekind so eine Art "MIttel zum Zweck" wird. Im Sinne "ich behalte mal dieses Pflegekind so lange mir der Pflegesatz passt und sobald der Pflegesatz nicht mehr monatlich überwiesen wird kann sich jemand anders darum kümmern."
Vielleicht ist dies ja nicht dein Fall

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11. Dezember 2013 um 8:48
In Antwort auf jodene_11908025

Konzept Familie
"Wirst du das Kind in diesen 3 Jahren die ganze Zeit als fremdes Kind behandeln?
Wann darf dieses Kind denn endlich das Konzept Familie erfahren?"


...na ja.........ertappt -unser Pflegekind muss zum Essen natürlich unter den Tisch sitzen und wenn wir zu Ausflügen aufbrechen, schauen wir nochmal genau nach, ob die Kellertür auch gut verschlossen ist !!



Also bitte!
Ich gehe immer davon aus, dass wir eine zumindest einigermaßen gute Ausbildung haben -mental sowie auch sozial!
Das entspricht doch schon noch der Realität ?
Oder täuscht mich mal wieder mein Empfinden?

Sehr gute Antwort freya
Ich habe hier mal quergelesen und bin da mit freya vollkommen einer Meinung. Ich bin Heilpäd. und wir haben auch eigene Kinder und sind sozial sehr gut gestellt. Seit einem Jahr haben wir zwei geistig behinderte Kinder in Pflege die ihr ganzes Leben bei den Eltern schwer vernachlässigt wurden und fast verhungerten.
Auch hier steht die Rückfühung in ein sozial schwaches Elternhaus bevor. Wir ketten die Kinder auch nicht im Keller an und ich werde meinen Lebensstil auch nicht nach unten korrigieren. Ich würde auch keine Kinder Adoptieren da es genügend Kinderlose Eltern gibt die das möchten. Hier geht es nicht nur um die Erbverteilung sondern auch ums spätere bezahlen müssen. Sollten die Kinder später kein selbstbestimmtes Leben führen können auf Grund der Vernachlässigung und Behinderung, müssten wir die Unterbringung bezahlen. Das kann gern wer tun, der meint dies wäre Herzlos. Der TAG im Pflegeheim würde pro Kind 149 Euro kosten.

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11. Dezember 2013 um 9:01
In Antwort auf nell_12569230

Sehr gute Antwort freya
Ich habe hier mal quergelesen und bin da mit freya vollkommen einer Meinung. Ich bin Heilpäd. und wir haben auch eigene Kinder und sind sozial sehr gut gestellt. Seit einem Jahr haben wir zwei geistig behinderte Kinder in Pflege die ihr ganzes Leben bei den Eltern schwer vernachlässigt wurden und fast verhungerten.
Auch hier steht die Rückfühung in ein sozial schwaches Elternhaus bevor. Wir ketten die Kinder auch nicht im Keller an und ich werde meinen Lebensstil auch nicht nach unten korrigieren. Ich würde auch keine Kinder Adoptieren da es genügend Kinderlose Eltern gibt die das möchten. Hier geht es nicht nur um die Erbverteilung sondern auch ums spätere bezahlen müssen. Sollten die Kinder später kein selbstbestimmtes Leben führen können auf Grund der Vernachlässigung und Behinderung, müssten wir die Unterbringung bezahlen. Das kann gern wer tun, der meint dies wäre Herzlos. Der TAG im Pflegeheim würde pro Kind 149 Euro kosten.

Ups
bitte die Tippfehler zu entschuldigen, das war vim Handy aus.

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24. Dezember 2013 um 8:07

Nicht ganz
Die Kinder gehen erst in eine Kurzzeitpflegestelle. Also zu Pflegeeltern die die Kinder nur die Zeit betreuen bis der Verbleib geklärt ist. Dann gehen sie zurück oder eben zur Dauerpflege. Dauerpflege ist wenn die Kinder keine Perspektive bei den LE haben. Sicher gibt es immer wieder LE die es dann doch noch schaffen und die Kinder von einer Dauerpflege zurückgeführt werden. Aber deswegen ist es eine Pflege und keine Adoption. Die Eltern geben ihre Kinder in den meisten Fällen nicht freiwillig ab und sie haben das Recht auf regelmäßige Kontakte, zudem dürfen sie natürlich mitbestimmen....

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28. Dezember 2013 um 0:19
In Antwort auf jodene_11908025

Schwierige Kratwanderung
Wir sind selber seit März 2011 eine Pflegefamilie. Das Kind ist 2 1/2 Jahre alt und war zuvor ein knappes Jahr durch die Jugendhilfe in einem Heim untergebracht, da die Eltern es verwahrlosen ließen. Die Kleine hatte zwar hin und wieder Kontakt mit der Mutter als sie im Heim war, allerdings sehr unregelmäßig -was an der Mutter lag.
Das Pflegeverhältnis ist nun bis 2014 gewährt worden und dann wird darüber entschieden, ob es nötig ist, es zu verlängern oder nicht (je nach Kooperation der Eltern).

Zuerst einmal zum Hintergrund warum wir ein Pflegekind aufgenommen haben (ganz entgegen der hier gemachten Behauptungen).
Mein Mann und ich (sind natürlich verheiratet) haben zwei eigene Mädels im Alter von 6 und fast 7 Jahren und biologisch ist bei uns (noch) alles im grünen Bereich.
Ich engagiere mich zudem durch zwei Patenschaften mit zwei Mädchen aus Dritte-Welt-Ländern bei PLAN -mit denen ich in persönlichem Briefkontakt stehe.
Darüberhinaus bin ich qualifizierte Tagesmutter und betreue noch 1-2 andere Kinder. Allerdings eben nur in Tagespflege.
Unsere Motivation war sicherlich nicht, dieses Pflegekind jemals zu adoptieren, da für uns eine Adoption von vornherein nicht in Frage kam. Schon wegen der späteren Vermögensaufteilung, z.B. im Erbfall.
Warum sollten unsere leiblichen Kinder deshalb einen 'Nachteil' erleiden?!

Heute werden wir zum ersten Mal den leiblichen Eltern unseres Pfleglings gegenüberstehen.

Natürlich überlegt man sich zuvor, wie man sich in dieser Situation verhält..verhalten sollte...verhalten wird...usw.

Fakt ist: Das Kind wurde dermaßen vernachlässigt/verwahrlost, dass es zu ihren leiblichen Eltern keine emotionale Bindung hat.
Logischerweise hat man dies immer im Hinterkopf als Pflegeeltern.
Allerdings wäre es ansich kein Problem, erfüllen die leiblichen Eltern alle Auflagen vom Jugendamt, dass die Kleine wieder zurück in ihre leibliche Familie kann -da spricht die Tagesmutter aus mir.

Kritisch sehe ich es nur ein bisschen von dieser Seite:
Wir leben einen bestimmten Lebensstil -also nicht unbedingt Untypisch, wie ich meine.
Unsere Kinder haben ihr eigenes bestimmtes und soziales Umfeld, sie sind im Sportverein aktiv, nehmen Musikunterricht, wir gehen regelmäßig künstlerischen Tätigkeiten in speziellen Kursen nach (töpfern, basteln, Naturverständnis,...) und gehen hin und wieder auf einen Reiterhof zum Ausreiten.

Nun möchte ich das Pflegekind selbstverständlich nicht ausschließen (im Hinblick auf ihre Herkunft) und sie wird, wenn dann das Alter passt auch an diesen Aktivitäten teilnehmen -ganz automatisch.
Allerdings baut sie von ihrer Seite aus zu uns natürlich auch eine Bindung auf -bestimmt sogar eine viel intensivere als sie jemals zu ihrer Mutter aufbauen durfte- und mit dem Erfahrungsreichtum, den sie bei uns erleben konnte, wird sie wieder aus einer Familie herausgenommen.
Ob das für die Psyche förderlich ist?

Ich möchte dazu noch anmerken, dass die Eltern und Großeltern unseres Pflegekinds sozial sehr schwach gestellt sind, allerdings aus eigenem Verschulden durch Arbeitsunlust, Feierlaune und Alkohol.

Die Mutter hat sich allerdings schon 3-4 Mal seit März telefonisch bei uns gemeldet, da sie ihre Tochter sehen möchte. Aber welche Motivation sie wirklich hat, kann ich momentan noch nicht spekulationsfrei beurteilen.
Zumal sie sich im Moment noch immer nicht an die Auflagen seitens der Jugendhilfe hält.

Über Anregungen, Denkanstösse und Erfahrungen in einer solchen oder ähnlichen Situation bin ich sehr dankbar!

Hallo,
oh man, ich weiß garnicht wie ich jetzt anfangen soll, um die Message richtig rüber zubringen... . Also, ihr Text macht mich sehr traurig! Zum einen finde ich es sehr lobenswert, dass sie sich engagieren, sowohl für die Kinder im Ausland, als auch für Kinder, die leider Opfer ihrer leiblichen Eltern wurden und dort nicht mehr bleiben konnten.
Zu meiner Person lässt sich sagen, ich bin Adoptiv-, Pfllege- und leibliche Mutter zugleich.

Ihr Text tut mir sehr weh, denn für mich hört es sich sehr danach an als würden sie eine großen Unterschied, zwischen ihren leiblichen Kindern und dem Pflegekind machen... . Sie schreiben sogar, dass sie ihre leiblichen Kinder, nicht zu Gunsten des Pflegekindes (was man natürlich gegebenfalls evtl. irgendwann mal adoptieren könnte) bezüglich des Erbes benachteiligen möchten.Und, das netter Weise ihr " PFLEGEKIND" auch in den Genuss des "normalen Lebens" kommen könnte!

Ich weiß, ich schreibe hier sehr provokativ, aber bitte lesen sie ihren Text noch mal und stellen sie sich vor, sie seien ihr "Pflegekind " mit 18 Jahren und bekommen das so zu lesen,was sie da geschrieben haben!!!! Für mich ist das schlimm, denn " Pflegekinder" sind keine Haustiere oder soetwas.... es sind einfach Kinder !!!! Diese Kinder wollen und müssen mindestens, wenn nicht noch viel mehr, so geliebt werden, wie leibliche !!! Sie sind einfach nur Kinder und wollen nichts anderes als bedingungslose Liebe, dass ist das Einzige und Wichtigste für diese Kinder....Und auch, wenn das Kind nur für eine Weile bei ihren "Pflegeeltern" ist.
Ich verstehe nicht, wie man da einen Unterschied machen kann und tatsächlich übers Erbe nachdenken kann.... Das wäre das Letzte an was ich denken würde und selbstverständlich bekommt unser Pflegekind den gleichen Anteil, wie seine Geschwister, denn sie ist genauso meine Tochter, wie die anderen beiden und ich liebe alle drein Kinder gleichermaßen!
Ich finde es schlimm, wenn Menschen so distanziert an soetwas herangehen können. Ich weiß, man sucht dringend Pflegeeltern, aber ich denke, dass sollten nur Eltern machen, die das Kind bedingungslos annehmen können und lieb haben können. Klar ist das schlimm, wenn ein solches Kind wieder ind die Herkunftsfamilie zurückgeführt wird. Doch das weiß man vorher und mit dem Herzschmerz müssen die Erwachsen halt klar kommen...so hart das auch klingt, es geht primär um das Wohl des Kindes!

Vielleicht bleibt die Kleine ja bei ihnen....doch machen sie das nur, wenn sie sie genau so lieben können, wie ihre leiblichen Kinder, ansonsten zerstören sie diesen kleinen Menschen von Anfang an, denn sie wird es spüren und dass wird ihr das Herz brechen! Sie hat sich nicht ausgesucht ein "PFLEGEKIND" zu sein und möchte einfach nur richtige Eltern , die sie bedingungslos lieben ;(

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28. Dezember 2013 um 0:47
In Antwort auf neomammi79


Pflege hat seine pro und contra Seiten, wie ich schon weiter unten geschrieben habe.
Mein Mann und ich haben unser Pflegekind adoptiert, obwohl wir leibliche Kinder haben können, sie ist unsere erste und zurzeit einzige Tochter.
Unsere Tochter ist als Teilzeitpflege zu uns gekommen und mit der Zeit wurde daraus eine Vollzeitpflege bis hin zur Adoption.
Eigentlich wollten wir uns gar nicht mehr als nur einige Stunden um ein Kind kümmern, da es schwirig gewesen wäre alles unter einen Hut zu bekommen. Aber als die Pflege zur Vollzeit wurde haben wir nicht 2 mal nachgedacht und sofort unsere Disponibilität gegeben und als es zur Adoption kam haben wir alles gegeben, damit sie von uns adoptiert werden konnte. Mein Mann und ich hatten nicht die rechtlichen Vorausetzungen zu adoptieren, wir haben es aber trotzdem geschafft, denn unsere Kleine hat von Anfang an zu unserer Familie gehört. Die leibliche Mutter hat auch einen speziellen Platz in unseren Herzen bekommen.

@freyja09: diese Äußerung von dir kann ich gar nicht verstehen:

"Unsere Motivation war sicherlich nicht, dieses Pflegekind jemals zu adoptieren, da für uns eine Adoption von vornherein nicht in Frage kam. Schon wegen der späteren Vermögensaufteilung, z.B. im Erbfall.
Warum sollten unsere leiblichen Kinder deshalb einen 'Nachteil' erleiden?!"

Mir kommt diese Motivation sehr oberflächlich und kalt vor. Du beschreibst dich als sozial angagierte Person und trennst dann so zwischen biologisch und nicht. Wirst du das Kind in diesen 3 Jahren die ganze Zeit als fremdes Kind behandeln?
Wann darf dieses Kind denn endlich das Konzept Familie erfahren?


Du sprichst mir aus der Seele.....

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28. Dezember 2013 um 1:04
In Antwort auf neomammi79

...
Wahrscheinlich ist es so, dass es in meinem Land den "Beruf" Pflegeeltern NICHT gibt. Es ist eine soziale Entscheidung, denn der Pflegesatz ist sehr gering, also kann man es nicht als Arbeit ansehen.
Es ist auch wahr, dass Jeder sein Leben so leben muss, wie es für ihn richtig ist.
Du hast dein Pflegekind jetzt 2 Monate und der Pflegevertrag läuft bis 2014. Vielleicht siehst du es dann ja anders, da du ja auch schreibst dass der Pflegevertrag vorraussichtlich verlängert wird. Vielleicht auch nicht.
Wie eine gelungene Rückführung nach 3-6 Jahren gelingen soll kannst du uns ja dann berichten. Da das Kind ja im Heim war und wie du schreibst keine emotionale Bindung zur Mutter hat. Bin sehr gespannt drauf!!
Ich finde auch etwas schade, dass du im Ernst den Beruf der Tagesmutter mit der Aufgabe einer Pflegemutter vergleichst.
Bei einer Tagesmutter sind die Kinder ja nur so lange wie im Kindegarten, mehr oder weniger. EIn Pflegekind lebt bei dir!!! Das ist doch wohl ein deutlicher Unterschied!!
Ich meine damit nicht, dass du das Kind adoptieren sollst und auch nicht darüber nachdenken sollst. Bitte tu das ja nicht wenn du das nicht willst!! Das arme Kind!!!
Ich finde nur die Motivation des geteilten Erbes oberflächlich. Das ist meine Meinung, wie es deine und Caros Meinung ist, dass diese Motivation gerechtfertigt ist.
Und da ich ja die Erfahrung der Pflege über mehrere Jahre gemacht habe und die Schwierigkeiten, die mit den leiblichen Eltern auftauchen können sehr gut kenne, würde ich mal sagen, dass ich durchaus meine Meinung zum Thema äußern kann!!
Nur so am Rande: ich bin Pädagogin mit Zusatzausbildungen der Psychologie/Psychotherapie mit verschiedensten Schwerpunkten der Schwierigkeiten in der Kindheit und traumatischen Erfahrungen und ich habe mich in verschiedensten Seminaren über Pflege fortgebildet. Ich weiß also sehr gut was Pflege bedeutet und ich weiß aber auch wie die Realität aussieht und die basiert sich nicht nur auf meine Realität sondern auch auf die anderer Pflegefamilien.
In unserem Fall wurde das Kind vom Jugendgericht zur Adoption freigegeben, weiß ja nicht wie das in Deutschland funktioniert.
Jedenfalls wenn du oder caro sich angegriffen gefühlt haben, dann tut mir das Leid aber ich finde jeder hat das Recht seine eigene Meinung zu äußern.

Mir tut es nicht leid---
ich hoffe, dass diese Frauen sich ein wenig angegriffen fühlen, denn du hast sowas von Recht! Ich bin so froh, dass Du das hier alles so äußerst, denn das liegt mir schon lange auf dem Herzen und ich kann das leider nicht halb so überzeugend und sachlich rüber bringen wie Du! Wie wäre es... schreibe doch mal ein Buch drüber! Im Ernst, ich würde es sehr gerne selber tun aber mir fehlen leider die schreiberischen und vielleicht auch intellektuellen Fähigkeiten.... Titel könnte sein : " Was "Pflegekinder" wirklich brauchen!!! Und ich schreibe dann eine Gastbeitrag darüber, wie schrecklich dieser Begriff " Pflegekind" eigentlich ist.... Wer will schon als Kind nur zur Pflege bei Eltern sein..vor allem wenn es eine Dauerpflege ist.... . Meine Tochter hat mich mal gefragt, als sie vier war : " und was ist, wenn ihr keine Lust mehr habt mich zu pflegen? Gebt ihr mich dann weg??? " Das hat mir das Herz gebrochen. Seit dem haben wir gemeinsam beschlossen, dass dieser Begriff schei.... ist und für uns nicht mehr existiert.... Wir sind jetzt Eltern und sie unsere Tochter und sonst nichts!!!!

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28. Dezember 2013 um 13:16
In Antwort auf uta_12569022

Mir tut es nicht leid---
ich hoffe, dass diese Frauen sich ein wenig angegriffen fühlen, denn du hast sowas von Recht! Ich bin so froh, dass Du das hier alles so äußerst, denn das liegt mir schon lange auf dem Herzen und ich kann das leider nicht halb so überzeugend und sachlich rüber bringen wie Du! Wie wäre es... schreibe doch mal ein Buch drüber! Im Ernst, ich würde es sehr gerne selber tun aber mir fehlen leider die schreiberischen und vielleicht auch intellektuellen Fähigkeiten.... Titel könnte sein : " Was "Pflegekinder" wirklich brauchen!!! Und ich schreibe dann eine Gastbeitrag darüber, wie schrecklich dieser Begriff " Pflegekind" eigentlich ist.... Wer will schon als Kind nur zur Pflege bei Eltern sein..vor allem wenn es eine Dauerpflege ist.... . Meine Tochter hat mich mal gefragt, als sie vier war : " und was ist, wenn ihr keine Lust mehr habt mich zu pflegen? Gebt ihr mich dann weg??? " Das hat mir das Herz gebrochen. Seit dem haben wir gemeinsam beschlossen, dass dieser Begriff schei.... ist und für uns nicht mehr existiert.... Wir sind jetzt Eltern und sie unsere Tochter und sonst nichts!!!!


es ist wahr, dieser Begriff ist schrecklich!!! Als meine Kleine noch in Pflege war, war sie der Überzeugung, dass alle Frauen mit Kinderwagen eine Pflegemutter seien. Als ich ihr versuchte zu erklären, dass das Mütter seien, sah sie mich immer komisch an, und versuchte mir klar zu machen, dass eine "Mama" nicht mit ihrem Kind spazieren geht, sondern eine Pflegemutter.
Das tat mir schon sehr weh, dass ihre Realität so aussah. Als die Pflege zur Vollzeitpflege wurde begann sie mich und meinen Mann mit Mami und Papi anzusprechen, bis sie eines Tages ganz klar fragte, ob sie uns denn so nennen dürfe. Wennn ich denke, sie war damals erst 3 Jahre jung. Wir sagten ihr, dass wenn sie das denn möchte dürfe sie das. Dann fragte sie auch gleich nach wie sie denn ihre Mama nennen sollte, aber sie schlug dann sofort vor diese als Mama Sonja (Name geändert) zu nennen und so ist es bis heute geblieben.
Sie fragt heute noch manchmal, ob sie denn ihre Mama Sonja lieb haben dürfe. Und das darf sie natürlich. Wir schließen ihre Mama Sonja dann immer in unsere Gebete ein und das tut meiner Kleinen so gut.
Ich fühle dabei keine Eifersucht, denn ich weiß, wie sehr sie mich liebt und mich macht es glücklich zu sehen, wie dankbar sie ist, dass sie ihre leibliche Mutter immer lieb haben darf.
P.S.: ich glaube es ist tatsächlich an der Zeit, dass ich ein Buch darüber schreibe, denn es haben mich schon Mehrere darauf aufmerksam gemacht. Muss mir erst noch klar werden, wie ich das mache. Ich werde mir auf jeden Fall deinen Nickname merken und dich, falls es dazu kommen sollte, kontaktieren.

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29. Dezember 2013 um 17:01

Es
Es sind wohl die wenigsten Eltern, die ihr Kind "freiwillig" abgeben, um es dann später wieder zurück zu holen.

Ein Kind ist immerhin kein Buch, das man weg legt und später wieder liest.

Und Eltern denen das egal ist, die werden sich vermutlich sowieso nicht gut ums Kind kümmern. Die sollen also bitte ihr eigenes Leben auf die Kette kriegen.

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30. Dezember 2013 um 0:25
In Antwort auf neomammi79


es ist wahr, dieser Begriff ist schrecklich!!! Als meine Kleine noch in Pflege war, war sie der Überzeugung, dass alle Frauen mit Kinderwagen eine Pflegemutter seien. Als ich ihr versuchte zu erklären, dass das Mütter seien, sah sie mich immer komisch an, und versuchte mir klar zu machen, dass eine "Mama" nicht mit ihrem Kind spazieren geht, sondern eine Pflegemutter.
Das tat mir schon sehr weh, dass ihre Realität so aussah. Als die Pflege zur Vollzeitpflege wurde begann sie mich und meinen Mann mit Mami und Papi anzusprechen, bis sie eines Tages ganz klar fragte, ob sie uns denn so nennen dürfe. Wennn ich denke, sie war damals erst 3 Jahre jung. Wir sagten ihr, dass wenn sie das denn möchte dürfe sie das. Dann fragte sie auch gleich nach wie sie denn ihre Mama nennen sollte, aber sie schlug dann sofort vor diese als Mama Sonja (Name geändert) zu nennen und so ist es bis heute geblieben.
Sie fragt heute noch manchmal, ob sie denn ihre Mama Sonja lieb haben dürfe. Und das darf sie natürlich. Wir schließen ihre Mama Sonja dann immer in unsere Gebete ein und das tut meiner Kleinen so gut.
Ich fühle dabei keine Eifersucht, denn ich weiß, wie sehr sie mich liebt und mich macht es glücklich zu sehen, wie dankbar sie ist, dass sie ihre leibliche Mutter immer lieb haben darf.
P.S.: ich glaube es ist tatsächlich an der Zeit, dass ich ein Buch darüber schreibe, denn es haben mich schon Mehrere darauf aufmerksam gemacht. Muss mir erst noch klar werden, wie ich das mache. Ich werde mir auf jeden Fall deinen Nickname merken und dich, falls es dazu kommen sollte, kontaktieren.


Echt schön, wie Du das alles siehst! Und vor allem, dass Du auch der Meinung bist, dass die leiblichen Eltern ganz wichtig sind für unsere Schützlinge! Auf der anderen Seite, darf man das Bild der Herkunftseltern auch nicht verschönigen. Meiner Tochter wurde sehr viel Leid zugefügt und ihr ging es sehr schlecht, als sie zu uns kam. Die seelischen Narben sind bis heute noch nicht verheilt und wir fördern so gut es geht und tuen was wir können, damit sie irgendwann mal ein normales Leben führen kann...Sie war einfach ein Opfer ihrer Eltern und es gibt noch viel schlimmere Fälle. Das ist schon eine schmale Gradwanderung und manchmal weiß man einfach nicht, was der richtige Weg ist.
Oft ist es aber auch anders, da ist eine Frau, oder ein Paar vielleicht einfach zu jung, oder schlicht weg nicht in der Lage ein Kind großzuziehen und diese Menschen brauchen halt Hilfe und dürfen nicht verurteilt werden!
Für mich ist es sehr selbstlos und unheimlich stark, sich dann Hilfe zu holen und das eigene Kind in andere Hände zugeben, damit es ihm gut geht! Wahnsinn!
Du siehst schon , ich hab da echt Redebedarf . Ehrlich, ich fänd es wunderschön, wenn Du was dazu schreiben könntest. Da gibt es so viele Bereiche, vor allen Dingen auf der emotionalen Ebene, die bisher einfach noch nicht diskutiert wurden!
Ich schicke Dir mal unsere private E-Mail Adresse, denn ich bin nicht mehr oft hier. Falls Du wirklich mal diesbezüglich aktiv werden willst, kann ich Dir bestimmt reichlich Material bieten... Wir sind ne kunterbunte Familie, die sämtliche Bereiche dieses Themengebietes abdeckt und haben ein sehr gutes Netzwerk, aus Förderung und Therapeuten und trotzdem sind wir stinknormal und haben uns alle abgöttisch lieb :0) .
Liebe Grüße und nen guten Rutsch

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