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postpartale Depression - Beziehung leidet!

1. Dezember 2017 um 17:52

Guten Abend zusammen!
Nachdem ich schon einige Foren und Artikel durchforstet habe, schreibe ich mir hier mal alles von der Seele, in der Hoffnung, Hilfe oder Ratschläge zu bekommen.

Wir haben Anfang August einen total süßen Sohn bekommen.
Er entwickelt sich toll und ist eigentlich recht pflegeleicht. Er hat einen gewissen Rhythmus, schläft von abends Neun bis morgens um Sechs durch und lässt sich dann nochmal bis halb Neun hinlegen.
Er lässt sich meistens schnell beruhigen und wirkt sehr zufrieden.

Alles könnte so super sein, wenn meine Frau nicht unter einer postpartalen Depression leiden würde. Sie ist schnell genervt, ständig müde und sagt immer wieder, dass es ihr besser gehen würde, wenn er nicht da wär.
Wir sind zwar in psychologischer Betreuung, aber das alles belastet mich sehr.
Vor allem, weil sie eigentlich super mit ihm umgeht und alles in Ordnung zu sein scheint.

Hinzu kommt, dass sie sich nach der Geburt in ihrem Körper nicht mehr wohl fühlt und nun auch nicht mehr mit mir schlafen kann, bzw. will. Mir ist die körperliche Nähe und der Sex in einer Beziehung sehr wichtig und für mich die Möglichkeit, das ganze Chaos drumherum mal zu vergessen und gemeinsam neue Energie zu tanken.

Ich weiß einfach nicht mehr, wie es weitergehen soll. Ich habe das Gefühl überflüssig und nur noch wegen meinem Sohn stark zu sein und bei ihr zu bleiben.
Ich würde am liebsten weglaufen.

So langsam komme ich an meine Grenzen und weiß nicht, wie lange das noch so gehen und wohin der Weg führen soll...

Ich wünschte, wir würden ein ganz normales Leben führen und der Albtraum hat bald ein Ende...

Wie sind eure Erfahrungen?
Wie lange kann sowas andauern und wie ist das Leben nach so einer Depression?
Wird alles wie früher und wie lange muss ich noch durchhalten?

Ich hoffe, ihr könnt mir helfen...

LG
Daniel

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1. Dezember 2017 um 19:55

Nein, ich meine dieses Jahr... er ist jetzt 4 Monate alt

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1. Dezember 2017 um 21:26

Mit der psychologischen Betreuung sind wir erst am Anfang und ja, sie geht dort freiwillig hin. Sie hat selbst gemerkt, dass es nicht besser wird und sie doch professionelle Hilfe benötigt.
Wir gehen da auch zusammen hin.
Ich versuche sie schon zu unterstützen.

Die Psychologin meinte auch, dass das wird und wir sehr früh gekommen sind.
Im ersten Schritt sorgen wir dafür, dass er einen Tag in der Woche bei den Großeltern ist, damit sie auch mal Zeit für sich, bzw wir für uns haben.
Ihr tut das so gut, dass sie ihn am liebsten abends gar nicht mehr abholen möchte...

Sie macht Sport und hat ihre alte Figur eigentlich zurück (bis auf die Brüste, was aber nicht dramatisch ist)
Wir hatten bereits ein Mal nach der Geburt Sex und es war wunderschön...
Da kann ich es nicht ganz verstehen, warum sie das jetzt nicht mehr will und darauf einlassen kann...

Mir ist klar, dass das nicht von heute auf morgen geht, aber ich möchte schon wissen, auf was ich mich einstellen muss und wie es dann wird...
Hinterlässt soetwas tiefe Wunden?

Wie sind eure Erfahrungen?

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1. Dezember 2017 um 21:47

Wir sind über eine Beratungsstelle dort gelandet. Bis jetzt ist es eine reine Gesprächstherapie.
Sie sagt, von Medikamenten sind wir noch weit entfernt 

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1. Dezember 2017 um 22:18

Für den Anfang finde ich es gut dabei zu sein, denn da können wir das besprechen, was uns betrifft bzw. wie ich sie unterstützen kann.
Ab dem nächsten Mal möchte ich sie aber alleine zu ihr schicken, damit sie sich vielleicht mehr öffnen kann.
Wenn wir beide kommen sollen, wird die Psychologin das schon sagen.

Sie war vorher voll im Job, allerdings schnell im Beschäftigungsverbot, was wohl seinen Teil dazu beigetragen hat, denn sie hat sich in der Schwangerschaft schon viele Gedanken gemacht... ob sie das alles schafft, sie eine gute Mutter ist...
Ab August wird sie wieder mit ner halben Stelle einsteigen.

Mit Freundinnen ist sie kaum unterwegs.
Dabei haben einige gerade selbst Kinder bekommen und es würde sich daher anbieten...

In Sachen Sex versuche ich ihr zu zeigen, dass sie mir so gefällt, wie sie ist... aber sie fühlt sich einfach nicht wohl und glaubt, mir nicht zu gefallen...

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2. Dezember 2017 um 5:56

Das läuft über den Träger der Beratungsstelle und beim Psychiater war sie noch nicht.
Der Gyn ist involviert.

Aber was hat das mit meiner Frage nach Erfahrungen zu tun?

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5. Dezember 2017 um 12:40

Äh, im Ernst? "Oft sind es leider Therapien die sie nicht im Studium lernen, sondern sie machen nach dem Studium Kurse in denen man diese Therapien lehrt." Das klingt für mich fast nach Scharlertanerie. So wie du es darstellst. Und das ist es definitiv NICHT!! Da setzt man sich nicht eben mal ein Wochenende hin und darf danach "an der Psyche rumpfuschen" .
Wenn ein Psychologe eine Ausbildung zum Psychotherapeuten macht, dann macht er im Prinzip nichts anderes als ein Arzt, der eine Ausbildung zum Facharzt macht. Das ist eine mehrjährige Ausbildung, die ganz sicher keine Pfuscher hervorbringt! Und nur dann nach dieser Ausbildung kann er sich mit einem Kassensitz niederlassen (bei Ärzten auch so, man kann sich nur als ausgebildeter Facharzt niederlassen). Und das wird (zumindest in Deutschland) von der Krankenkasse gezahlt. Das ist eine Pflichtleistung. 

So wie du es darstellst, klingt es echt nach Scharlatanerie. Und das kann ich ehrlich gesagt so nicht stehenlassen. 

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5. Dezember 2017 um 13:26
In Antwort auf simplynett

Guten Abend zusammen!
Nachdem ich schon einige Foren und Artikel durchforstet habe, schreibe ich mir hier mal alles von der Seele, in der Hoffnung, Hilfe oder Ratschläge zu bekommen.

Wir haben Anfang August einen total süßen Sohn bekommen.
Er entwickelt sich toll und ist eigentlich recht pflegeleicht. Er hat einen gewissen Rhythmus, schläft von abends Neun bis morgens um Sechs durch und lässt sich dann nochmal bis halb Neun hinlegen.
Er lässt sich meistens schnell beruhigen und wirkt sehr zufrieden.

Alles könnte so super sein, wenn meine Frau nicht unter einer postpartalen Depression leiden würde. Sie ist schnell genervt, ständig müde und sagt immer wieder, dass es ihr besser gehen würde, wenn er nicht da wär.
Wir sind zwar in psychologischer Betreuung, aber das alles belastet mich sehr.
Vor allem, weil sie eigentlich super mit ihm umgeht und alles in Ordnung zu sein scheint.

Hinzu kommt, dass sie sich nach der Geburt in ihrem Körper nicht mehr wohl fühlt und nun auch nicht mehr mit mir schlafen kann, bzw. will. Mir ist die körperliche Nähe und der Sex in einer Beziehung sehr wichtig und für mich die Möglichkeit, das ganze Chaos drumherum mal zu vergessen und gemeinsam neue Energie zu tanken.

Ich weiß einfach nicht mehr, wie es weitergehen soll. Ich habe das Gefühl überflüssig und nur noch wegen meinem Sohn stark zu sein und bei ihr zu bleiben.
Ich würde am liebsten weglaufen.

So langsam komme ich an meine Grenzen und weiß nicht, wie lange das noch so gehen und wohin der Weg führen soll...

Ich wünschte, wir würden ein ganz normales Leben führen und der Albtraum hat bald ein Ende...

Wie sind eure Erfahrungen?
Wie lange kann sowas andauern und wie ist das Leben nach so einer Depression?
Wird alles wie früher und wie lange muss ich noch durchhalten?

Ich hoffe, ihr könnt mir helfen...

LG
Daniel

Hallo, es tut mir sehr leid, was euch passiert. Wir haben selbst auch so ein ähnliches Problem, nur dass das Baby jetzt schon 9 Monate alt ist und immer noch keine Besserung bezgl. der Mutter-Kind-Bindung insicht ist. Bei uns ist viel schiefgelaufen was das Komplettpaket Babykriegen anbelangt und inzwischen lebt das Kind bei meinen Eltern, mein Freund besucht es regelmäßig und ist mehrmals die Woche zum Babysitten dort. Ich sehe es ganz selten und halte es auch nicht lange aus. Könnte ich noch einmal die Zeit  zum Zeitpunkt nach der Geburt zurück drehen, würde ich einiges anders machen...deshalb hier mein Rat, der hoffentlich helfen kann:
1. Ich weiß nicht, ob ihr euer Kind stillt oder Muttermilch abpumpt...falls ja, dann könnt ihr versuchen, auf Pulvermilch umzustellen, denn dann hat deine Frau nicht mehr den Stress mit dem regelmäßigen Anlegen und muss die Nähe des Babys nicht so intensiv ertragen. Abpumpen würde ich auch nicht mehr machen, da man sich vorkommt wie eine Milchkuh, irgendwie unwürdig (auch wenn es ja vielleicht eigentlich "natürlich" ist) und wenn man sich eh schon nicht mehr in seiner Haut und seinem Körper wohlfühlt, setzt es einem unnötig zu.
2. Lasst das Kind ruhig länger (falls möglich) bei den Großeltern, vielleicht mal das ganze Wochenende, falls die sich dazu bereit erklären. Aber achtet darauf, dass deine Frau nicht so viel davon mitbekommt, wie die anderen mit ihrem Kind umgehen...sie selbst kann zwar wickeln, füttern, etc., aber kann dabei keine Liebe/Vertrautheit/Zuneigung empfinden...wenn sie sieht, dass andere Familienmitglieder dazu in der Lage sind, wird sie ein wenig eifersüchtig werden und sich als Mutter infrage stellen, da es ihr sicher nicht entgeht, wenn andere liebevoller mit ihrem Kind umgehen, als sie selbst. Das gilt auch für Besuch bei euch zu Hause...sie darf nicht denken, dass sich andere besser um das Kind kümmern können, dann gibt sie umso leichter auf.
3. Erzwingt nicht zu viel Nähe...das baut unnötig Druck auf. Wenn sich deine Frau gerade überhaupt nicht wohl mit dem Baby fühlt, dann drück es ihr nicht auf mit der Begründung, dass sie die Bindung nicht verlieren darf und üben muss, da es sonst nicht besser wird...Blödsinn, das macht es eher noch schlimmer, da sie das Gefühl haben wird, dass es lagsam an der Zeit ist, die Mutterrolle einzunehmen und ihr das zu viel ist...es sagt zwar niemand, aber jeder drum herum wünscht sich, dass es endlich bei ihr "Klick" macht, diese Erwartungen spürt man einfach, auch wenn jeder sagt: "Nimm dir die Zeit, die du brauchst".
4. Versucht nicht, für das Kleine immer gute Miene zu machen...viele raten einem, dem Kind nur positiv gegenüber zu treten, da es negative Stimmungen durchaus wahrnimmt und dann das Urvertrauen verliert (etwas übertrieben, aber ich denke, du weißt, worauf ich hinaus will)...es ist viel schlimmer, wenn man denkt, dass man sich für das Baby zusammenreißen muss, eine gekünstelte glückliche Miene aufsetzt und in Heititeisprache das Baby vollsäuselt. Es wird trotzdem merken, dass es euch nicht gut geht und umso verwirrter sein. Man kann seinem Kind auch gegenüber treten, wenn man traurig oder verzweifelt ist, wichtig ist, dass man ehrlich und man selbst ist. Sollte deine Frau allerdings Wut und Aggressionen empfinden, solltest du sofort da sein und das Baby komplett übernehmen können, bis sie von selbst wieder Nähe sucht. Und wenn sie nicht kommt, dann schau ruhig mal nach ihr, aber bitte bitte nimm das Baby nicht mit, sondern lege es in die Wiege, damit sie es nicht sehen muss, falls sie noch nicht so weit ist.
Vielleicht hilft ja etwas von dem, was ich hier aufgelistet habe...ich könnte auch versuchen, noch mehr zu schreiben, aber vielleicht trifft das ja auch alles gar nicht auf eure Situation zu.
Liebe Grüße und alles Gute!

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