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Postpartale Depression und Angsstörung...manchmal ist die Schilddrüse krank!

17. August 2007 um 11:08 Letzte Antwort: 20. Juli 2012 um 18:07

Hallo liebe Frauen

Ich bin 37 Jahre alt und Mutter von 2 Kindern (ein Sohn,5 Jahre alt,eine Tochter,2,5 Jahre alt).

Ich bin 3 Monate nach der Geburt meiner Tochter an einer schweren postpartalen Depression erkrankt.

1,5 Jahre später habe ich per Zufall den Grund meiner Depression erfahren:Hashimoto Thyreoiditis,einer autoimmunen Entzündung der Schilddrüse ,die zu einem Mangel an Schilddrüsenhormonen führt.

Seitdem nehme ich synthetische Schilddrüsenhormone und es geht mir sehr gutepression und Stimmungsschwankungen sind endlich verschwunden!

Die Hashimoto Thyreoiditis ist eine zu 80-100% vererbbare autoimmune Krankheit (oft haben andere Familienmitglieder wie Mutter,Tante,Schwester,Cousine eine Schilddrüsenunterfunktion,Hashimoto Thyreoiditis oder Morbus Basedow) ,bricht aber oft erst nach hormonellen Umstellungsphasen wie die Pubertät,die Schwangersacht ,die Geburt und Wechseljahre aus.

Wenn sie nach der Geburt ausbricht,wird sie fachlich postpartale Thyreoiditis genannt.ca. 9 % der Frauen erkranken nach der Geburt an postpartaler Thyreoiditis.

Oft fängt die Krankheit mit einer sogenannten Hashitoxikose anas Immunsystem zerstört plötzlich große Mengen an Schilddrüsengewebe und dadurch werden große Mengen an Schilddrüsenhormonen ins Blut freigelassen.Es kommt zu Überfunktionssymptomen wie Nervosität,Reizbarkeit,Schwitzen,Schlafstörungen.G-leichzeitig können schon Muskelschwäche,Müdigkeit und depressiven Gedanken auftreten.Ein paar Wochen später geht der Stoffwechsel aufgrunde der weiteren Zerstörung der Schilddrüse in Unterfunktion über,was sich durch zunehmende Müdigkeit,Antriebslosigkeit,Kraftlosigkeit,Depress-ion oder Angstusw. zeigt.Oft leiden die Frauen unter starken Stimmungsschwankungen mit schweren depressiven Einbrüchen.

Leider denken die Allgemeinärzte,Psychiater und Frauenärzten bei depressiven Symptomen nach der Geburt immer noch zu wenig an die Möglichkeit einer Schilddrüsenunterfunktion.Oft werden den Frauen nur ein Antidepressivum und eine Psychotherapie verschrieben,die Schilddrüsenwerte werden in der Regel nicht kontrolliert (außer nach Einlieferung im psychiatrischen Krankenhaus).

Dabei kann eine Schilddrüsenunterfunktion übersehen werden,welche das Ansprechen auf Antidepressiva und Psychotherapie verringert und die Gefahr ist beim Vorhanden einer autoimmunen Entzündung vom Typ Hashimoto Thyreoiditis groß,dass die Symptome chronisch werden,da die Krankheit nicht von allein ausheilt,sondern ein Leben lang besteht.

Es ist deswegen wichtig,dass eine Frau,die an Depression und/oder Angst nach der Geburt leidet,ihre Schilddrüsenwerte durch einen erfahrenen und kompetenten Facharzt untersuchen lässt, um diese mögliche Ursache ihrer depressiven Symptome rechzeitig zu erkennen und eine notwendige Behandlung einzuleiten.Liegt dann eine Schilddrüsenunterfunktion bzw. eine autoimmune Schilddrüsenentzündung vor,wird der Arzt das synthetische aber körperidentische Schilddrüsenhormon L-Thyroxin verschreiben,welches das Ansprechen auf das Antidepressivum und die Chance auf Heilung der depressiven Symptome erhöhen wird.

Manchmal kann auch eine Überfunktion der Schilddrüse zu Angst,Panikattacken und Depression führen.Eine Überfunktion wird meist durch die autoimmune Schilddrüsenerkrankung Morbus Basedow oder eine Schilddrüsenautonomie (heiße Knoten,die unkontrolliert Schilddrüsenhormone produzieren) ausgelöst.Hier werden den Patienten meist Schilddrüsenhormonehemmer verschrieben.

Da es leider immer noch viele Ärzte gibt,die eine Schilddrüsenunterfunktion (oder eine Schilddrüsenüberfunktion)aus verschiedenen Gründen übersehen (mangelnde Ausbildung und Forschung über Hashimoto Thyreoiditis,TSH Normwerte in Deutschland zu weit gefasst,neue internationale TSH-Normwerte mit geringerer TSH Obergrenze unerkannt oder ignoriert, keine Berücksichtigung der freien Werte fT3 und fT4 bzw. ihrer Lage in der Norm,keine Messung der Antikörper TPO und TG-Aks,kein Ultaschall,falsches Interpretieren des Ultraschall),ist es sehr wichtig,sich an einen guten Arzt zu wenden.

Ich habe ein Forum gegründet,um depressiven Frauen über dieses Thema zu informieren und ihnen zu helfen,einen kompetenten Facharzt zu finden:

http://postpartalethyreoiditis.siteboard.de/

Falls ihr an Depression oder Angst nach der Geburt leidet ,seidt ihr dort herzlichst willkommen!

Liebe Grüsse
Hashimota
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23. August 2007 um 22:43

Es ist super interessant
Hallo hashimota
Ich finde es interesasant was du schreibst. Ich habe mit deinem Bericht das Gefühl, dass viele Leute die gar nicht psyschich krank sind und kein Grund dazu haben, wegen dieser Schilddrüsenerkrankung in die "Fänge der Psychologen" fallen und richtig krank gemacht werden...Wenn du schreibst, es vererbt sich, kann ich einiges in mein Leben verstehen und werde bei mir prüfen lassen, zudem mein Arzt im Herbst meinte, ich hätte entzündungswerte and der Grenze.
Ich hoffe du hast Zeit und Interesse über einzelne Schicksale zu erfahren.

Zu meiner Geschichte:
Ich bin 48 Jahre alt. Ich habe 2 jüngere Brüder. Meine Mutter war immer ein bißchen depressiv. Ihre Mutter auch...
Als ich meine Tochter bekommen habe mit 25, ging es mir danach jahre lang nicht gut.Es war auch so,habe ich immer gemeint, dass ich erstens Ausländerin bin und meine "Familie" nicht da war. Meine Eltern waren 1200 km entfernt, mein Mann war ständig freiwillig beruflich unterwegs und gerade in den ersten Lebensjahren der Tochter fast immer weg (8 bis 9 Monate des Jahres im Ausland, sonst im Büro).Ich sage freiwillig, weil es nicht mit den Anforderungen seiner Firma zu tun hatte, ich habe es später erfahren...Sie war mein erstes Kind und ich war allein mit der Überforderung...
Ich habe mich beim Arzt nie gemeldet, da ich mich dafür geschämt habe. Erstens dass ich nicht superglücklich war,ein Kind zu haben,auch wenn ich sie sehr geliebt habe und liebevoll versorgt habe. Man muß eine Rabenmutte sein um so zu fühlen...Meine damals beste Freundin wünschte sich ein Kind, konnte keine Kinder bekommen und ich konnte ihr doch nicht sagen, dass es mir kein Spaß machte und ich unglücklich war. Zweitens, weil ich immer sehr ungern zugebe, wenn ich nicht klar komme. Ich habe von da an immer unter leichte Depressionnen gelitten. Ich began freiwillig eine Psychotherapie als meine Tochter 4 Jahre alt war, zudem ich eine ältere Bekannte hatte die eine Therapie machte und mich überzeugte.. Diagnose war nach 2 Jahre(es hat sich nie erwiesen und ich glaube auch nicht dran!) wahrscheinlicher Mißbrauch in der frühen Kindheit, es wurde mich suggeriert von der Bekannten und da der Psychologe nichts in meiner Kindheitsgeschichte finden konnte, war es wohl auch für ihn OK. Er konnte nicht damit umgehen und hat mir nicht wirklich geholfen...und wir haben in gegenseitigen einverständnis die Therapie aufgehört, es war in den 90er >Jahre eh die grosse MOde..Mir ging es noch dreckiger danach und ich war kurz vorm Absprung und ohne Unterstützung. Gottseidank kann ich sagen, dass ich so stark war, dass ich es ohne psychopharmaka ausgehalten habe und meine Tochter mir grund genug gab, weiterzuleben.
Als Meine Tochter 8 Jahre alt war, war ich sowiet, mich scheiden zu lassen (hat aber nicht mit dem Rest zu tun, ich konnte mit meinem Mann einfah nicht mehr leben). Ich hatte natürlich auch schwierigkeiten, damit klar zu kommen auch wenn es meine entscheidung war.. Mein Artz hatte zu diesem Zeitpunkt ein Problem an der Schilddrüse festgestellt, ohne zu sagen was. Leicht vergrössert. Ich mußte Jodtabletten nehmen. Leider bekam ich immer ein feuerrotes Hals nach Annahme der Tabletten und besser fühlen war auch nicht drin.. Ich setzte sie ab. Mir ging es ziemlich dreckig...
Da ich nach einem Krankenhausaufenthalt wegen Bandscheibenvorfall eine erneute Ultraschalluntersucheung der Schilddrüse hatte (aber keine Blutuntersuchung in der Richtung) und feststellte, dass die Schilddrüse sich nicht verändet hatte (ich hatte den Ärzten verschwiegen, dass ich die Tabletten nicht mehr nahm), fühlte ich mich bestätigt: die Tabletten waren unnötig.
Mit 42 mußte meine Gebärmutter entfernt werden (die Eierstöcke sind drin geblieben) weil ich soviele Myome hatte, dass es nicht möglich war, die Myome einzeln rauszunehmen und ich wäre sonst verblutet: auch ein Hormonproblem?
Danach war ich wieder depressiv (es äußerte sich darin, dass ich ständig irgendetwas hatte, was die Ärtzte nicht finden konnten) Ich war trotzdem fähig einen sehr stressigen Beruf auszuüben und meine Tochter zu versorgen.Aber innerlich sah es nicht schön aus.Ich fühlte mich nicht mehr als Frau und verstand auch nicht warum ich ständig kränkelte:Blutdruck spielte verrückt nach oben, nach unten etc...Angstzustände die ich überspielte, weil ich das schon kannte (ich wußte ich habe nichts am Herzen und es ist nur angst also habe ich mir einen Tritt im Hintern gegeben und weiter gemacht)...Ich mittlerweile wieder stabiler. Aber ich habe angst vor den Wechseljahren die nicht weit sind...Hoffentlich drehe ich nicht durch!
Meine Tochter war als Kind eine liebe Maus. Sehr lebhaft aber unproblematisch und wir hatten eine tolle, vertrauensvolle Beziehung.
Mit 12 fing sie an, wie viele Mädchen sehr launisch zu werden. Nun ich glaubte, es seien die Hormone, wie bei vielen weiblichen Teenager. Es war manchmal sehr schwer.Dennnoch war sie immer noch an mich sehr gebunden und lebte die weitere Jahren ein ausgefülltes Teenagerleben mit ihrer Freundinnen (Parties, Clicken, kichern und Spaß, das Haus war bei uns oft voll, auch zur Übernachtung). Meine Tochter war sehr selbstbewußt und nahm kein Blatt vorm Mund wenn sie was zu sagen hatte.. Ihre Freundinnen mochten mich auch und ich war irgendwie stolz, dass ich nicht eine "alte vertrocknete Mutter" war, sondern eher verständnisvoll und offen. Ich habe sie sehr frei erzogen aber trotzdem versucht, ihr eine gute Ratgeberin zu sein (es ist mir leider nicht gelungen)
Einfach war es für mich jedoch nicht... Sie hatte oft Gefühlsausbrüche die ich nicht verstand oder nachvollziehen konnte und ich war selbst sehr sensibel aufgrund meiner Schicksalschlägen. Ich hatte das Gefühl es doppelt und dreifach abzubekommen, weil ich alleinerziehend war und der Vater vollkommen abwesend war (hatte sich im Ausland abgesetzt und ließ kaum von sich hören und zahlte auch kein Unterhalt).
Mit 17 Jahre wurde meine Tochter tagsüber auf der Strasse belästigt von einem jungen Mann (es ist gottseidank nichts weiteres passiert) Sie hatte danach angstzustände, die 2 Monate danach wieder weg waren(auf jeden Fall lebte sie wieder wie früher). Ich kann es sehr gut verstehen. Plötzlich ist der Urvertrauen weg. Aber sie wollte auch keine Therapie machen um es aufzuarbeiten, sie ging nur zu 2 Besprechungen bei Wildwasser und brach ab.
Kurz danach hat sie sich auf einen jungen Mann eingelassen, der zwar sehr lieb ist, aber sehr krank war(Hüftprobleme seit der Kindheit). Ratzefast war sie bei ihm in der Nachbarstadt eingezogen.Sie wollte auch selbständig sein, jobte. Er schien ihr gut zu tun und unsere eziehung war dadurch sogar schöner.
Mit ihrer Freundinnen war es vorbei, sie schottete sich von ihnen ab und lebte nur noch für ihren kranken Freund. Weil sie auch ständig kränkelte und zugab, wieder angstustände zu haben, habe ich ihr zu therapie geraten. Ich hatte das Gefühl, sie hatte den Übergriff nicht verarbeitet.Oder vielleicht die Scheidung.Oder unter Überforderung mit ihrem Freund leidete und es sich nicht gestehen wollte (sie ging nicht mehr tanzen und nicht mehr aus, weil er kein Bock hatte). Aber ich wollte mich nicht in die Beziehung einmischen...
Weil der Leidensdruck doch hoch wurde, fing sie eine Psychotherapie an.Und nach einem Halben Jahr bekam sie den Rat von ihre Therapeutin, eine 6 Wochen Aufenthalt in einer Psychosomatische Klinik zu machen um von dem Alltag fern zu sein, und weil sie der Meinung war, es konnnte nicht nur von dem Übergriff kommen, da sei eh nichts gravierendes passiert.. Sie empfohl eine bestimmt Klinik ca 200 km entfernt von ihrem Wohnort.
Da meine Tochter aber in der Nähe des Freunden bleiben wollte, der gerade frisch an der Hüfte operiert war, entschloß sie sich für eine andere Klinik in der Nähe, damit er sie besuchen konnte (die Klinik ist aber nicht so gut für solche Fälle). Die Reha des Freundes und der Kuranfang meiner Tochter waren genau passend in einem fliessenden Übergang.. In der Zeit der Reha des Freundes wohnte meine Tochter bei der schon oben genannte Bekannte für 3 Wochen, weil sie in der Kurstadt wohnt und nur ca 800 von der Rehaklinik entfernt. Meine Tochter ging dann in die Klinik (im gleichen Ort).
Als sie fertig war mit der Therapie, wollte sie mit mir nichts mehr zu tun haben. Und es ist so gut wie dabei geblieben. Sie macht mich für ihren Zustand verantwortlich, und es war ihr auch suggeriert worden, sie wäre wahrscheinlich mißbraucht worden...
Ich war fassungslos und vor allem Machtlos. Die Bekannte kümmert sich "rührend" um sie und hetzt sie gegen mich, obwohl von den Vorwürfen gar nichts wahr ist.Die Bekannte ist selbst schon seit 25 Jahre psychisch krank, und hat plötzlich vergessen, dass wir befreundet waren...
Meine Tochter schickt mir Geschenke zum Geburtstag, Weihnachten und liebe Briefe, dann wieder schlimme mails. Aber ich darf sie weder sehen noch mit ihr telefonieren. Es ist jetzt 18 Monate her, da ich sie zuletzt gesehen habe. Ich muß sagen, dass ich manchmal verzweifle, denn ich nicht weiß, was ich machen soll. Ich will sie nicht bedrängen, fühle mich aber ungerecht behandelt und "bestraft" für Sachen die ich nie getan habe.
Und das alles hat angefangen mit Pubertät und Hormonumstellung. Und die Psychologen mischen sich ein und plötzlich ist man zuerst Opfer, dann Monster...
Glauben Sie, das es an die Schilddrüse auch bei meiner Tochter hängen konnte?
Wenn es doch vereblich ist?
Ich kann es für mich prüfen lassen, aber für sie ist es natürlich schwierig...wenn sie eh kein Kiontakt zu mir will kann ich nix machen..

Ich würde mich freuen, wenn sie ihre Meinung dazu schreiben könnten.

Liebe Grüße
Butterfly4



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1. September 2007 um 20:34
In Antwort auf lacy_12662999

Es ist super interessant
Hallo hashimota
Ich finde es interesasant was du schreibst. Ich habe mit deinem Bericht das Gefühl, dass viele Leute die gar nicht psyschich krank sind und kein Grund dazu haben, wegen dieser Schilddrüsenerkrankung in die "Fänge der Psychologen" fallen und richtig krank gemacht werden...Wenn du schreibst, es vererbt sich, kann ich einiges in mein Leben verstehen und werde bei mir prüfen lassen, zudem mein Arzt im Herbst meinte, ich hätte entzündungswerte and der Grenze.
Ich hoffe du hast Zeit und Interesse über einzelne Schicksale zu erfahren.

Zu meiner Geschichte:
Ich bin 48 Jahre alt. Ich habe 2 jüngere Brüder. Meine Mutter war immer ein bißchen depressiv. Ihre Mutter auch...
Als ich meine Tochter bekommen habe mit 25, ging es mir danach jahre lang nicht gut.Es war auch so,habe ich immer gemeint, dass ich erstens Ausländerin bin und meine "Familie" nicht da war. Meine Eltern waren 1200 km entfernt, mein Mann war ständig freiwillig beruflich unterwegs und gerade in den ersten Lebensjahren der Tochter fast immer weg (8 bis 9 Monate des Jahres im Ausland, sonst im Büro).Ich sage freiwillig, weil es nicht mit den Anforderungen seiner Firma zu tun hatte, ich habe es später erfahren...Sie war mein erstes Kind und ich war allein mit der Überforderung...
Ich habe mich beim Arzt nie gemeldet, da ich mich dafür geschämt habe. Erstens dass ich nicht superglücklich war,ein Kind zu haben,auch wenn ich sie sehr geliebt habe und liebevoll versorgt habe. Man muß eine Rabenmutte sein um so zu fühlen...Meine damals beste Freundin wünschte sich ein Kind, konnte keine Kinder bekommen und ich konnte ihr doch nicht sagen, dass es mir kein Spaß machte und ich unglücklich war. Zweitens, weil ich immer sehr ungern zugebe, wenn ich nicht klar komme. Ich habe von da an immer unter leichte Depressionnen gelitten. Ich began freiwillig eine Psychotherapie als meine Tochter 4 Jahre alt war, zudem ich eine ältere Bekannte hatte die eine Therapie machte und mich überzeugte.. Diagnose war nach 2 Jahre(es hat sich nie erwiesen und ich glaube auch nicht dran!) wahrscheinlicher Mißbrauch in der frühen Kindheit, es wurde mich suggeriert von der Bekannten und da der Psychologe nichts in meiner Kindheitsgeschichte finden konnte, war es wohl auch für ihn OK. Er konnte nicht damit umgehen und hat mir nicht wirklich geholfen...und wir haben in gegenseitigen einverständnis die Therapie aufgehört, es war in den 90er >Jahre eh die grosse MOde..Mir ging es noch dreckiger danach und ich war kurz vorm Absprung und ohne Unterstützung. Gottseidank kann ich sagen, dass ich so stark war, dass ich es ohne psychopharmaka ausgehalten habe und meine Tochter mir grund genug gab, weiterzuleben.
Als Meine Tochter 8 Jahre alt war, war ich sowiet, mich scheiden zu lassen (hat aber nicht mit dem Rest zu tun, ich konnte mit meinem Mann einfah nicht mehr leben). Ich hatte natürlich auch schwierigkeiten, damit klar zu kommen auch wenn es meine entscheidung war.. Mein Artz hatte zu diesem Zeitpunkt ein Problem an der Schilddrüse festgestellt, ohne zu sagen was. Leicht vergrössert. Ich mußte Jodtabletten nehmen. Leider bekam ich immer ein feuerrotes Hals nach Annahme der Tabletten und besser fühlen war auch nicht drin.. Ich setzte sie ab. Mir ging es ziemlich dreckig...
Da ich nach einem Krankenhausaufenthalt wegen Bandscheibenvorfall eine erneute Ultraschalluntersucheung der Schilddrüse hatte (aber keine Blutuntersuchung in der Richtung) und feststellte, dass die Schilddrüse sich nicht verändet hatte (ich hatte den Ärzten verschwiegen, dass ich die Tabletten nicht mehr nahm), fühlte ich mich bestätigt: die Tabletten waren unnötig.
Mit 42 mußte meine Gebärmutter entfernt werden (die Eierstöcke sind drin geblieben) weil ich soviele Myome hatte, dass es nicht möglich war, die Myome einzeln rauszunehmen und ich wäre sonst verblutet: auch ein Hormonproblem?
Danach war ich wieder depressiv (es äußerte sich darin, dass ich ständig irgendetwas hatte, was die Ärtzte nicht finden konnten) Ich war trotzdem fähig einen sehr stressigen Beruf auszuüben und meine Tochter zu versorgen.Aber innerlich sah es nicht schön aus.Ich fühlte mich nicht mehr als Frau und verstand auch nicht warum ich ständig kränkelte:Blutdruck spielte verrückt nach oben, nach unten etc...Angstzustände die ich überspielte, weil ich das schon kannte (ich wußte ich habe nichts am Herzen und es ist nur angst also habe ich mir einen Tritt im Hintern gegeben und weiter gemacht)...Ich mittlerweile wieder stabiler. Aber ich habe angst vor den Wechseljahren die nicht weit sind...Hoffentlich drehe ich nicht durch!
Meine Tochter war als Kind eine liebe Maus. Sehr lebhaft aber unproblematisch und wir hatten eine tolle, vertrauensvolle Beziehung.
Mit 12 fing sie an, wie viele Mädchen sehr launisch zu werden. Nun ich glaubte, es seien die Hormone, wie bei vielen weiblichen Teenager. Es war manchmal sehr schwer.Dennnoch war sie immer noch an mich sehr gebunden und lebte die weitere Jahren ein ausgefülltes Teenagerleben mit ihrer Freundinnen (Parties, Clicken, kichern und Spaß, das Haus war bei uns oft voll, auch zur Übernachtung). Meine Tochter war sehr selbstbewußt und nahm kein Blatt vorm Mund wenn sie was zu sagen hatte.. Ihre Freundinnen mochten mich auch und ich war irgendwie stolz, dass ich nicht eine "alte vertrocknete Mutter" war, sondern eher verständnisvoll und offen. Ich habe sie sehr frei erzogen aber trotzdem versucht, ihr eine gute Ratgeberin zu sein (es ist mir leider nicht gelungen)
Einfach war es für mich jedoch nicht... Sie hatte oft Gefühlsausbrüche die ich nicht verstand oder nachvollziehen konnte und ich war selbst sehr sensibel aufgrund meiner Schicksalschlägen. Ich hatte das Gefühl es doppelt und dreifach abzubekommen, weil ich alleinerziehend war und der Vater vollkommen abwesend war (hatte sich im Ausland abgesetzt und ließ kaum von sich hören und zahlte auch kein Unterhalt).
Mit 17 Jahre wurde meine Tochter tagsüber auf der Strasse belästigt von einem jungen Mann (es ist gottseidank nichts weiteres passiert) Sie hatte danach angstzustände, die 2 Monate danach wieder weg waren(auf jeden Fall lebte sie wieder wie früher). Ich kann es sehr gut verstehen. Plötzlich ist der Urvertrauen weg. Aber sie wollte auch keine Therapie machen um es aufzuarbeiten, sie ging nur zu 2 Besprechungen bei Wildwasser und brach ab.
Kurz danach hat sie sich auf einen jungen Mann eingelassen, der zwar sehr lieb ist, aber sehr krank war(Hüftprobleme seit der Kindheit). Ratzefast war sie bei ihm in der Nachbarstadt eingezogen.Sie wollte auch selbständig sein, jobte. Er schien ihr gut zu tun und unsere eziehung war dadurch sogar schöner.
Mit ihrer Freundinnen war es vorbei, sie schottete sich von ihnen ab und lebte nur noch für ihren kranken Freund. Weil sie auch ständig kränkelte und zugab, wieder angstustände zu haben, habe ich ihr zu therapie geraten. Ich hatte das Gefühl, sie hatte den Übergriff nicht verarbeitet.Oder vielleicht die Scheidung.Oder unter Überforderung mit ihrem Freund leidete und es sich nicht gestehen wollte (sie ging nicht mehr tanzen und nicht mehr aus, weil er kein Bock hatte). Aber ich wollte mich nicht in die Beziehung einmischen...
Weil der Leidensdruck doch hoch wurde, fing sie eine Psychotherapie an.Und nach einem Halben Jahr bekam sie den Rat von ihre Therapeutin, eine 6 Wochen Aufenthalt in einer Psychosomatische Klinik zu machen um von dem Alltag fern zu sein, und weil sie der Meinung war, es konnnte nicht nur von dem Übergriff kommen, da sei eh nichts gravierendes passiert.. Sie empfohl eine bestimmt Klinik ca 200 km entfernt von ihrem Wohnort.
Da meine Tochter aber in der Nähe des Freunden bleiben wollte, der gerade frisch an der Hüfte operiert war, entschloß sie sich für eine andere Klinik in der Nähe, damit er sie besuchen konnte (die Klinik ist aber nicht so gut für solche Fälle). Die Reha des Freundes und der Kuranfang meiner Tochter waren genau passend in einem fliessenden Übergang.. In der Zeit der Reha des Freundes wohnte meine Tochter bei der schon oben genannte Bekannte für 3 Wochen, weil sie in der Kurstadt wohnt und nur ca 800 von der Rehaklinik entfernt. Meine Tochter ging dann in die Klinik (im gleichen Ort).
Als sie fertig war mit der Therapie, wollte sie mit mir nichts mehr zu tun haben. Und es ist so gut wie dabei geblieben. Sie macht mich für ihren Zustand verantwortlich, und es war ihr auch suggeriert worden, sie wäre wahrscheinlich mißbraucht worden...
Ich war fassungslos und vor allem Machtlos. Die Bekannte kümmert sich "rührend" um sie und hetzt sie gegen mich, obwohl von den Vorwürfen gar nichts wahr ist.Die Bekannte ist selbst schon seit 25 Jahre psychisch krank, und hat plötzlich vergessen, dass wir befreundet waren...
Meine Tochter schickt mir Geschenke zum Geburtstag, Weihnachten und liebe Briefe, dann wieder schlimme mails. Aber ich darf sie weder sehen noch mit ihr telefonieren. Es ist jetzt 18 Monate her, da ich sie zuletzt gesehen habe. Ich muß sagen, dass ich manchmal verzweifle, denn ich nicht weiß, was ich machen soll. Ich will sie nicht bedrängen, fühle mich aber ungerecht behandelt und "bestraft" für Sachen die ich nie getan habe.
Und das alles hat angefangen mit Pubertät und Hormonumstellung. Und die Psychologen mischen sich ein und plötzlich ist man zuerst Opfer, dann Monster...
Glauben Sie, das es an die Schilddrüse auch bei meiner Tochter hängen konnte?
Wenn es doch vereblich ist?
Ich kann es für mich prüfen lassen, aber für sie ist es natürlich schwierig...wenn sie eh kein Kiontakt zu mir will kann ich nix machen..

Ich würde mich freuen, wenn sie ihre Meinung dazu schreiben könnten.

Liebe Grüße
Butterfly4



Hallo
Hallo Butterfly

zuerst verzeihen Sie mir,daß ich Ihnen so spät antworte...

Ich muß ehrlich sagen,ihre Geschichte lässt mich fassungslos...zuerst die postpartale Depression,dann die Scheidung,dann die psychische Probleme ihrer Tochter,dann die Ablehnung durch ihre Tochter...alles schlimm!

Zuerst zu ihren Gesundheitsproblemen:waren sie schon mal bei einem Facharzt für Schilddrüsenerkrankungen?

Es wäre wichtig,ihre Schilddrüse nochmals gründlich untersuchen zu lassen.

Hinter ihrer Depressionen und Angstzuständen könnten sich eine Schilddrüsenunterfunktion aufgrunde einer autoimmunen Entzündung vom Typ Hashimoto Thyreoiditis verbergen.Diese Erkrankung wird in der Tat oft vererbt und bricht oft nach hormonellen Umstellungsphasen wie die Pubertät,Geburt,Wechseljahren.Ihre Mutter und Großmutter könnten schon daran gelitten haben.Und sie könnte die Ursache für die Stimmungsschwankungen ihrer Tochter sein.

Wissen Sie,was während diesem Klinikaufenthalt ihrer Tochter vorgefallen ist?Warum will sie Sie plötzlich nicht mehr?

Leider mußte ich selber erfahren,daß meine Psychotherapeutin immer wieder versucht hat,mich davon zu überzeugen,daß mein Mann nicht der Richtige für mich war.Ich habe dann die Therapie auch abgebrochen.

Ich wollte Ihnen übrigens mitteilen,daß das Forum eine neue URL hat:

http://schilddrueseundpsyche.siteboard.de/

Schönes Wochenende!

Liebe Grüsse
Hashimota

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8. März 2011 um 20:56

ERLEICHTERUNG...
nach tagen der hölle bin ich so froh all dies zu lesen... !!!

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20. Juli 2012 um 18:07

Hilfe
Hallo, ich habe versucht auf dein Forum zu kommen. Ist der Link nicht mehr aktuell? Ich brauche dringend Hilfe...Renne seit 3 Monaten von Arzt zu Arzt wegen schwerer Depressionen nach der Geburt meines Sohnes und keiner kann mir so richtig helfen. Es wurde eine postpartale Thyreoditis festgestellt aber der Endo hat mich weggeschickt ohne Medikamente weil das angeblich von alleine wieder verschwinde und man hiervon auch keine Depressionen bekäme...Ich weiß nicht was ich machen soll...
Vielen Dank vorab für Deine Antwort und liebe Grüße
Eistulpe

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