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Präeklampsie/HELLP, Depression nach Geburt

26. Dezember 2012 um 13:44 Letzte Antwort: 26. September 2013 um 14:40

Hallo ihr Lieben,

ich habe zwei Kinder. Die erste SS und Geburt war komplikationslos und schön. Die zweite SS und Geburt dachte ich wird genauso, es war sogar eine Geburt im Geburthaus geplant, alles war gut.
Allerdings bekam ich am Ende der SS zwei schwere Gestosen (Präeklampsie/HELLP), und dann doch den Not Kaiserschnitt. Die Geburt ist 9Monate her, aber ich leide immer noch sehr darunter. Die Angst, die am Ende da war, das plötzliches Beenden der Schwangerschaft, der blöde, scheiß Kaiserschnitt. Das macht mich echt fertig. Die Warum Ich Fragen hab ich sehr oft und hasse es, wenn ich in meinen Umfeld von Schwangerschaften erfahre oder lese oder höre, dass alles gut gegangen ist. Im Rückbildungskurs war es schon schwer, sich die glücklichen Geburtsgeschichten der Mütter anzuhören
Ich noch nicht soweit, Zeit muss verstreichen und vorallem mach ich noch eine Therapie. Meine beste Freundin, hat auch ein Kind, 6Wochen vor mir, sie hatte auch eine SS Vergiftung allerdings konnte sie noch spontan gebären. Ich wünschte, ich hätte es auch geschafft! Ich fühl mich durch die Erkrankung am Ende der SS und diesem ARsch Kaiserschnitt nicht gestärkt, sondern erschöpft und unendlich traurig. Wem geht es denn ähnlich, wer möchte noch ein Kind, wer hat es gewagt und wie geht ihr mit Depressionen nach der Geburt um?ich würde mich gerne austauschen.Austauschen darüber, dass es plötzlich anders kommt, als man es wollte.

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19. Februar 2013 um 0:48

Es ist nicht einfach, aber.....
Jeder der seine erfahrungen mit geburten gemacht hat / miterlebt hat kann etwas dazu sagen.
Als mann und als Vater kann ich aus ähnlicher erfahrung meiner frau sprechen sie hat so in etwa das gleiche erlebt, und kommt mit der verarbeitung der geburt auch nicht gut zurecht. Ich finde es gut das sie mit mir darüber spricht auch wenn ich es so nicht begreifen kann denn ich bin ja keine frau. Der wunsch sein Kind auf natürlichem weg zur welt zu bringen ist anscheinend bei manchen so fest mit einer SS und dem eltern sein verbunden, das wenn dies nicht der fall ist das sie sich als Frau nicht komplett fühlen und dadurch zu depressionen neigen. Eine Hebamme hat mal gesagt je mehr man sich mit dem thema auseinander setzt des so schlimmer wird es und man steigert sich noch mehr in die depression rein. Was bleibt ist die verdrängung und nicht die bewältigung des problems, was ich nicht so gut heisse da verdrängte probleme sich in einer art von anderen symthomen äussern ( schlafstörungen etc. ) es gibt für dieses thema keine pauschallösung ( leider ) und somit bleibt nur das reden und verstehen sowie das hinnehmen der dinge wie sie sind.

Aus der sicht eines Vaters

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26. September 2013 um 14:40

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Hallo,

bei mir hat die Gestose in der 32.SSW begonnen und sich in 34+5 in eine schwere Eklampsie/Hellp-Syndrom verschlechtert. Wurde Montags mit 30kg Wassereinlagerungen, absolut überhöhtem Blutdruck und Eiweiß im Urin ins KH überwiesen. Dort wurde regelmäßig Blut abgenommen, der Kleine wurde überwacht via CTG und Ultraschall. Naja, Donnerstagsmorgens kamen die Ergebnisse aus dem Labor und da sah alles schon sehr schlecht aus. Meinem Kind ging es super, nur mir nicht mehr. Blutdruck jenseits der 180/110 trotz absoluter Bettruhe, Schmerzen im Oberbauch, Sternchen vor den Augen, Druck in der Brust und Kopfschmerzen des Grauens. Aber gesagt hat mir keiner was. Niemand hat mich drauf vorbereitet in den nächsten Stunden Mama zu werden oder mir gesagt was los ist. Um 13Uhr wurde nochmal der Blutdruck gecheckt wieder über 180/110. Sofort rüber zum CTG. Dort Blutdrucksenkende Medis, Überwachung vom Baby und Blutwerteschnellcheck. Nun ja, alles im Eimer um es kurz zu fassen. Kurze Nachfrage ob eine Verlegung in ein KH mit Frühchenstation noch drin ist, aber war nicht mehr möglich. Daraufhin wurde mir eine Liste mit den Risiken vor die Nase geklatscht, ich wurde von allen Seiten zugeredet. Durfte meinen Partner noch herbestellen und lag um 14:15 auf dem Tisch. Bis dahin habe ich nicht realisiert, dass mein Kind gleich da ist. Das war alles wie im falschen Film. Um 14:58 war er dann da, leise schreiend und war auch gleich wieder weg, ab zum Kinderarzt und dann in die Kinderklinik. Gesehen habe ich ihn erst einen Tag später. Er musste in ein künstliches Koma versetzt werden weil seine Lunge kollabiert ist und kam erst 4 Tage danach zu Bewusstsein. 2 Wochen Intensivstation und 1,5 Wochen Überwachungsstation folgten. Bei mir musste nach 1 und nach 1,5 Wochen die Narbe geöffnet und gespült werden, da die Blutgerinnung nach der OP nicht gut war durch das Hellp-Syndrom.

Aber letzten Endes ist alles gut gegangen. Mein Sohn ist heute knapp ein Jahr danach super fit, seinen Altersgenossen voraus. Läuft schon, redet seine ersten Worte und sieht absolut nicht aus wie ein Frühchen.
Auch mir geht es wieder einigermaßen gut. Die Narbe tut noch weh und sieht nicht so schön aus.
Psychisch war es sehr schwer und manchmal macht es mir noch immer zu schaffen. Aber ich hoffe, dass die Zeit auch diese Wunden heilt und dass ich vielleicht irgendwann nochmal ein Kind auf natürlichem Wege auf die Welt bringen darf.

Ich weiß jetzt auf was ich achten muss und was die Warnzeichen sind und ich denke nochmal wird es nicht passieren.

Trotz dieser zwischenzeitlichen 5-Minütigen Heulkrämpfe bin ich heute unendlich glücklich, dass wir beide noch leben und gesund sind und wenn ich meinen kleinen Strahlemann angucke ist das alles vergessen. Schade ist es zwar, dass unser Start so schwer war, aber vielleicht hat uns das umso enger aneinander geschweißt...wer weiß

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