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Relaktation/Mutzuspruch für Mamis mit wenig Milch (vorsicht lang)

19. Januar 2007 um 19:54

Hallo ihr Lieben,
wie einige wissen, habe ich nach drei Wochen mit Medikamenten abgestillt, da ich große Stillprobleme hatte und sehr viele sehr schlechte Ratschläge bekommen habe. Zudem hatte ich in meiner Familie sehr wenig Unterstützung fürs Stillen.
Ich glaube ich habe zwei Wochen, nachdem ich abgestillt hatte, wieder angefangen abzupumpen. Ich hätte es natürlich vor dem Abstillen wissen sollen, dass ich doch stillen will, aber manchmal sieht man erst, wie wichtig etwas ist, wenn man es nicht mehr hat. Zum Glück habe ich es wieder bis zum Voll-Stillen geschafft.
Da mich nun schon Einige danach gefragt haben, schreibe ich es hier einfach mal auf für die, die es interessiert. Ich möchte hiermit aber auf keinen Fall diejenigen mamis angreifen, die nicht mehr stillen. Ich kenne die Gründe sehr gut und verstehe das . Ich möchte nur auch einmal klarstellen, dass Stillen in der Hauptsache eine Frage der Hormone ist, die durch Nachfrage geregelt werden. Man kann also sogar voll stillen, obwohl die Milch ganz weg war.

Zuerst habe ich nur tagsüber alle 3 Stunden gepumpt, da ich mir Zeit lassen wollte. Als nach ein paar Tagen wieder etwas Milch kam, habe ich öfter gepumpt und mir die doppelpumpe Medela symphony ausgeliehen. Nach ein paar Tagen habe ich angefangen, meinen Kleinen wieder an die Brust zu gewöhnen. Das war sehr sehr nervenaufreibend, da er ganz schrecklich geschrien hat und ich das natürlich nicht wollte. Ich habe dann immer etwas Milch aus der Flasche auf die Brust tropfen lassen und dann ging es gut und ohne Schreien. Zusätzlich musste ich natürlich immer abpumpen. Leider kam nie viel Milch (30-50ml) und ich habe lange gedacht, dass ich einfach nicht genug habe (das war aber sehr wahrscheinlich Quatsch denn auch später, als ich ihn voll gestillt habe und er 250g pro Woche zugenommen hat, konnte ich nur so wenig abpumpen. ).
Als er wieder etwas an die Brust gewöhnt war habe ich ihn immer zuerst gestillt, dann zugefüttert, später abgepumpt, ihn wieder gestillt... Nachts habe ich nur gestillt, nie gepumpt.
Als ich ihn eine Zeit lang nur mit Brust und abgepumpter Milch ernähren konnte, habe ich das Pumpen weggelassen und nur noch gestillt.
Er wird auch heute noch sehr oft gestillt und ich habe mich seit längerem davon verabschiedet, dass Babys nur alle 3 Stunden Hunger haben
Alles in allem hat es 8 Wochen gedauert von gar keiner Milch bis zum Vollstillen. Ich habe dann aber noch oft panische Phasen gehabt, in denen ich dachte, dass die Milch ihm nicht reicht.
Heute beräue ich es, dass ich nicht mehr Zutrauen zu mir hatte. Ich weiß jetzt, dass Stillen auf der Seite der Mutter nur eine Sache der Hormone ist - kein Stilltee ist so effektiv wie die Hormone, die das Baby durch sein Saugen auslöst. Der kritische Punkt ist einfach, ob das Baby wieder an die Brust gewöhnt werden kann. Aber auch da gibt es einige Tipps, wie man es ohne Tränen schaffen kann.
Ich schreibe sie hier gerne einfach mal auf :
-ganz wichtig ist, dass das Trinken sich lohnt - also z. B. etwas Milch oder Tee auf die Brust tröpfeln, oder ein Brusternährungssett von Medela
-das Baby und die mama müssen ganz enspannt sein und es sich gemütlich machen.
-Schön ist eine Atmosphäre wie nach der Geburt - z. B. das Baby baden, und es danach in einem warmen Raum direkt an die Brust legen, ohne es anzuziehen
-Es soll für Mama und Baby immer ein Spiel sein und nie Zwang oder Ernst
-wenn das Baby nicht möchte, ist das überhaupt nicht schlimm, dann probiert man eben später nochmal
-Das Baby sollte nicht zu hungrig sein, sonst ist es zu schnell frustriert

Als Mutter muss man sich immer wieder sagen, dass genug Milch ansolut nichts geheimnisvolles ist. Die Milchmenge hängt fast nur davon ab, wie oft gestillt wird bzw gepumpt und natürlich davon, wieviel das Baby trinken möchte.
Wenn man eine Relaktation machen möchte, sollte man auch stolz sein, wenn man es schafft teilweise zu stillen. Jeder Tropfen Muttermilch ist sehr gut fürs Kind.
Man darf aber nicht vergessen, dass es eine große nervliche und zeitliche Belastung sein kann. Dann ist die Kunstmilch vielleicht die bessere Lösung, um Mutter und Baby glücklich zu machen.

Tja, so hat das bei uns sehr gut geklappt und ich habe meinen Sohn wieder ab der 5 Woche teilgestillt und ab der 12 Woche bis 6 Monate habe ich ihn voll gestillt. Jetzt ist er 9 Monate alt und wird immer noch sehr oft gestillt, da er bisher jeden Brei verweigert.

Liebe Grüße,
Anna

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4. März 2007 um 11:39

Großes Lob!!!
Ich bin eine starke Befürworterin vom Stillen und heute durch Zufall auf deine Geschichte gestoßen. Mußte es sofort ausdrucken. Vielleicht hilft deine Geschichte auch anderen Müttern, die Zweifel haben.TOLL ganz einfach SUPER"!!!!!!!!!!!!!

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4. März 2007 um 19:24
In Antwort auf schmuppi

Großes Lob!!!
Ich bin eine starke Befürworterin vom Stillen und heute durch Zufall auf deine Geschichte gestoßen. Mußte es sofort ausdrucken. Vielleicht hilft deine Geschichte auch anderen Müttern, die Zweifel haben.TOLL ganz einfach SUPER"!!!!!!!!!!!!!

Das
Das is lieb von dir !

Liebe Grüße,
Anna

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26. März 2007 um 22:18

Schön!
ich finde es schön wirklich.Ich habe fast dasselbe problem,dachte immer,was viele Leute mir auch bestätigten,das mein Baby nicht satt wird.Aber was ich mich frgae ist, warum kommt nie genug Milch raus wenn ich es Pumpe?Komisch wenn meine Brust voll ist,kommt genug.Mein Sohn ist jetzt 5 Monate ich stille immer noch trotz das er viel weint.. LOB!!

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27. März 2007 um 12:05

Ein großes Lob!!!
Ich finde es super,dass du deine Erfahrung in einem Artikel geschrieben hast!!!Und hoffe,dass viele Mütter daraus auch lernen und denen dein Artikel hilft!

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27. März 2007 um 18:56
In Antwort auf ena_11851082

Das
Das is lieb von dir !

Liebe Grüße,
Anna

Lieb von euch
Das ist wirklich lieb von euch (und ausdauernd, diese lange Geschichte zu lenen )
Ich bin auch immer noch sehr sehr froh, dass ich es trotz der großen Anstrengung geschafft habe und würde es jederzeit wieder machen. Mein Sohn wird immer noch gestillt(wird bald 1 Jahr), isst aber mitlerweile auch sehr gerne.

Die Schwiegereltern meiden das Thema Stillen immer noch, aber sie reden wenigstens nicht mehr schlecht darüber und setzen mich nicht mehr unter Druck.

@Maya, das ist bei ganz vielen so mit dem Abpumpen, dass da nur sehr wenig kommt; Ich konnte manchmal nur 20ml abpumpen und trotzdem hat mein Sohn fast 300g pro Woche zugenommen
Ich denke das hängt damit zusammen, dass man beim Stillen einfach viel entspannter ist. Abpumpen war für mich immer sehr stressig, da ich mir ständig Gedanken machte, ob nun genug rauskommen wird und nebenher muss man sich ja auch noch ums Baby kümmern.
Lass dir nicht einreden. dass deine Milch nicht reicht. Vielleicht ist dein Kind eines von denen, die einfach öfter trinken wollen. Warum solltest du es dann nicht einfach öfter anlegen? Und wenn jemand sagt, Babys müssen nur alle 3-4 Stunden trinken, dann hat er einfach keine Ahnung!

Es soll zwar angeblich Fälle geben, in denen die Milch tatsächlich nicht reicht, aber wenn man sein Kind immer gut beobachtet, wird man schon merken, ob es tatsächlich am Verhungern ist. In den meißten Fällen muss man nur den Schnuller und die Flasche weglassen, oft genug anlegen und alles ist bestens

Liebe Grüße,
Anna

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31. März 2007 um 7:21
In Antwort auf ena_11851082

Lieb von euch
Das ist wirklich lieb von euch (und ausdauernd, diese lange Geschichte zu lenen )
Ich bin auch immer noch sehr sehr froh, dass ich es trotz der großen Anstrengung geschafft habe und würde es jederzeit wieder machen. Mein Sohn wird immer noch gestillt(wird bald 1 Jahr), isst aber mitlerweile auch sehr gerne.

Die Schwiegereltern meiden das Thema Stillen immer noch, aber sie reden wenigstens nicht mehr schlecht darüber und setzen mich nicht mehr unter Druck.

@Maya, das ist bei ganz vielen so mit dem Abpumpen, dass da nur sehr wenig kommt; Ich konnte manchmal nur 20ml abpumpen und trotzdem hat mein Sohn fast 300g pro Woche zugenommen
Ich denke das hängt damit zusammen, dass man beim Stillen einfach viel entspannter ist. Abpumpen war für mich immer sehr stressig, da ich mir ständig Gedanken machte, ob nun genug rauskommen wird und nebenher muss man sich ja auch noch ums Baby kümmern.
Lass dir nicht einreden. dass deine Milch nicht reicht. Vielleicht ist dein Kind eines von denen, die einfach öfter trinken wollen. Warum solltest du es dann nicht einfach öfter anlegen? Und wenn jemand sagt, Babys müssen nur alle 3-4 Stunden trinken, dann hat er einfach keine Ahnung!

Es soll zwar angeblich Fälle geben, in denen die Milch tatsächlich nicht reicht, aber wenn man sein Kind immer gut beobachtet, wird man schon merken, ob es tatsächlich am Verhungern ist. In den meißten Fällen muss man nur den Schnuller und die Flasche weglassen, oft genug anlegen und alles ist bestens

Liebe Grüße,
Anna

Hallo
du sprichst mir aus dem herzen. leider ist es für viele menschen "erträglicher" eine frau mit flasche zusehen als eine frau die stillt.

meine familie meinte auch dass frau ein baby nur bis 3 monate stillen soll weil dann die milch nicht mehr nährhaft genug ist. ich hab nur gesagt wie würden den die kinder im urwald gross werden (tut leid aber anders verstehn die das nicht) am besten sind noch die grossmütter die behaupten sie haben selber nur 8 wochen gestillt weil dann konnte man problemlos zufüttern und das soll man auch heute so machen. da ist jedes gescheite buch sinnlos und jeder arzt den man zitiert ahnungslos.
ich bin froh dass auch du deinen weg gegangen bist und das allerbeste für dein kind gibst.

lg
nadja

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1. April 2007 um 18:33
In Antwort auf ane27

Hallo
du sprichst mir aus dem herzen. leider ist es für viele menschen "erträglicher" eine frau mit flasche zusehen als eine frau die stillt.

meine familie meinte auch dass frau ein baby nur bis 3 monate stillen soll weil dann die milch nicht mehr nährhaft genug ist. ich hab nur gesagt wie würden den die kinder im urwald gross werden (tut leid aber anders verstehn die das nicht) am besten sind noch die grossmütter die behaupten sie haben selber nur 8 wochen gestillt weil dann konnte man problemlos zufüttern und das soll man auch heute so machen. da ist jedes gescheite buch sinnlos und jeder arzt den man zitiert ahnungslos.
ich bin froh dass auch du deinen weg gegangen bist und das allerbeste für dein kind gibst.

lg
nadja

Ja
ja ich bin da auch sehr froh. Leider ist mir das am Anfang sehr sehr schwer gefallen, mich gegen die Familie durchzusetzen.
Komischerweise ist gerade für das Stillen dir Unterstützung der Familie so wichtig.

Bleib schön stark und lass dir keinen Blödsinn einreden von deiner Familie!

LG,
Anna

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26. Dezember 2012 um 10:18

DANKE
Vielen dank für den beitrag!
meine kleine ist jetzt 12 wochen, und seit ca 4 wochen gibts nur noch die flasche. davor habe ich sie gestillt und abgepumpt. leider wurde es stressbedingt immer weniger milch, bis sie dann ganz weg war ich war/bin so verzweifelt, will aber jetzt ne relaktion versuchen. hoffe es klappt.
dein beitrag hat mir jedenfalls echt mut gemacht!

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2. Dezember 2015 um 15:14

Mensch wie bin ich Gott dankbar für diesen Mut Zuspruch
Liebe Anna. Ich bin so froh den Beitrag von dir gefunden haben. Ich war im Krankenhaus für drei Tage und die Ärzte verboten mir nach Bedarf zu stillen ich sollte dafür zufuttern. Ich hab mir so viel Stress dadurch gemacht das ich merkte die Milch geht zurück. Bin dann nach hause und versuche jetzt langsam von der Flasche wegzukommen. Ich hab einen 2 1/2 jährigen Sohn den ich lange gestillt habe. Nun hilft er mir. Wenn mein Baby Flasche bekommt ist er fleißig an der brust. Das ist ein echter Segen. Dein bericht hat mir Mut gemacht noch nicht aufzugeben. Danke

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6. Dezember 2015 um 17:19
In Antwort auf helgaunger81

Mensch wie bin ich Gott dankbar für diesen Mut Zuspruch
Liebe Anna. Ich bin so froh den Beitrag von dir gefunden haben. Ich war im Krankenhaus für drei Tage und die Ärzte verboten mir nach Bedarf zu stillen ich sollte dafür zufuttern. Ich hab mir so viel Stress dadurch gemacht das ich merkte die Milch geht zurück. Bin dann nach hause und versuche jetzt langsam von der Flasche wegzukommen. Ich hab einen 2 1/2 jährigen Sohn den ich lange gestillt habe. Nun hilft er mir. Wenn mein Baby Flasche bekommt ist er fleißig an der brust. Das ist ein echter Segen. Dein bericht hat mir Mut gemacht noch nicht aufzugeben. Danke

Wieso verbieten die Ärzte Stillen nach Bedarf?
Hallo helgaunger81,

ich lese mit Erstaunen, dass dir die Ärzte verboten haben, dein Baby nach Bedarf zu stillen, nachdem du schon einen Sohn erfolgreich lange stillen konntest. Wie kann das passieren? Trinkt der große junge nach dem Abstillen an deiner Brust wieder, um deine Milchbildung wieder anzuregen?

Ich drücke euch die Daumen, dass ihr es wieder hinkriegt. Vielleicht kannst du die Flasche weglassen und das Baby mit dem Brusternährungsset an der Brust zufüttern? Dann sollte die Milchbildung besser in Gang kommen.

Übrigens, es gibt auch ein interessantes Interview zum Thema Relaktation:

http://www.still-lexikon.de/relaktation-ist-oft-moeglich-expertinnen-im-interview/

Ich glaube, wenn du dich dabei von Stillberaterinnen begleiten lässt, dann steigen deine Chancen.

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