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Schreien lassen - Urvertrauen zerstört wenn man nicht trösten kann?

21. Januar 2014 um 10:39

Hallo,
ich habe bei gofem schon viel gelesen und auch gelernt, was das Thema "Schreien lassen" betrifft.

Erst gestern gab es wieder einen Link zu dem Thema (gewünschtetes Wunschkind).

Grundsätzlich kann ich das alles nachvollziehen. Nicht nur mit dem Verstand, sondern auch von Herzen fühlt es sich katastrophal an, wenn die Kleine (jetzt 3 Wochen alt) schreit.

Aber ein Punkt bekomme ich für mich nicht aufgelöst:
Alle Artikel, Threads, etc. die ich zu dem Thema gelesen habe, sagen, dass Babies nicht ohne Grund schreien, es jedesmal unglaublichen Stress bedeutet und Babies Schreien nur als allerletzten Ausweg anwenden.

Was ist denn aber wenn ich mein Baby mit all den guten Tipps nicht beruhigt bekomme? Aktuell ist es so, dass sie abends 2-3h schreit. Meiner Meinung nach ist sie satt, trocken, in einer reizarmen Umgebung. (Sprich ich versuche all die guten Tipps schon zu beherzigen)
Sie schläft bei mir im Bett und sonst habe ich sie immer im Tragetuch. Außer für kurze Toilettengänge wird sie nicht abgelegt.
Ich weiß nicht, wie ich sie beruhigen soll.

Und hier jetzt meine Frage: ist es nicht viel schädlicher für das Urvertrauen/Gefühl des Babies in meinen Armen zu schreien und das Unvermögen der Mama mitzuerleben, dass sie (die Mama) nicht in der Lage ist, die Ursache des Schreiens zu beseitigen?
Sagt das nicht dem Baby erst recht, dass es ganz allein auf der Welt ist, wenn nicht mal Mama helfen kann?

Da sie nach dieser Zeit am Abend meist ohne weiteres Zutun irgendwann aufhört und auch tagsüber nie schreit, schließe ich medizinische Ursachen aus. Wäre es unter oben genannter Frage dann nicht sinnvoller, sie alleine schreien zu lassen, bis sie sich beruhigt hat und dann wieder für sie da zu sein. (das tut schon nur beim schreiben total weh und ich könnte es eh nicht, aber die Angst, dass ich sie emotional kaputt mache,weil ich ihr nicht helfen kann, ist leider auch sehr präsent)

Wie seht ihr das?

Sputzeline

PS: Ich bin seit ca. 2004 sehr aktive Mitleserin, aber selbst im I-net sehr introvertiert und habe daher noch nie mitgeschrieben.
Seit Weihnachten bin ich Mama und das Thema Schreien lässt mich jetzt verzweifeln und so richtig habe ich noch keine Antwort im I-net auf meine Frage gefunden.

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21. Januar 2014 um 10:55

Hallo
erstmal alles Gute zu deinem kleinen Schatz!

Meine persönliche Meinung ist, dass die erste Zeit für Babys einfach eine unglaubliche Veränderung in ihrem so kurzen Leben bedeutet. Sie waren nun neun Monate in wohlig warmen Wasser, das Licht war dunkel gedämpft, die Geräusche gewohnt und dumpf, sie konnten sich schwerelos bewegen. Dann werden sie geboren und eine Flut an neuen auch sehr unangenehmen Eindrücken prasselt Tag für Tag auf sie ein. Dazu kommt, dass sie sich nun nicht mehr schwerelos bewegen können. Jede Bewegung braucht Kraft, Koordination, Übung. Ich glaube die ersten Monate weinen Babys nicht einfach nur aus Hunger oder Bauchschmerzen Für mich ist das eine Mischung aus Reizüberflutung, wahrscheinlich auch Angst, vielleicht Frust.

Wenn dein Baby in deinem Arm weint, dann wird dies nicht sein Urvertrauen vermindern. Es ist als klagt es dir halt sein Leid über diese für den kleinen Wurm nun doch sehr schwere Zeit.

Meine Tochter hat die ersten Wochen auch abends mehrere Stunden geweint. In meinem Arm. Ich bin halt rumgegangen, hab sie immer wieder mal angelegt, gewippt.....

Es wird bestimmt bald besser. Du machst das gut, sie braucht dich. du und deine Nähe sind jetzt die einzigen Sicherheiten, die dein Baby braucht um sich an seine neue Situation gewöhnen zu können.

Alles Gute

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21. Januar 2014 um 11:01

Hallo
Ich kann mich nur anschließen, auf keinen Fall alleine lassen.

Dein Baby ist vielleicht noch nicht richtig angekommen. Theoretisch kommen Babys 3 Monate zu früh zu Welt und brauchen oft diese Zeit noch um anzukommen.
Vielleicht verarbeitet sie in dieser Zeit wo sie weint die Geburt oder verarbeitet die Umstellung.

Auch wenn es hart zum aushalten ist, das einzige was du machen kannst ist da sein. Sie halten, ihr Vertrauen aufbauen.

Und lass dir da ja nichts einreden. Du machst das schon richtig. Dein Kind wird es dir mal danken, dass sie nie die Erfahrung machen musste alleine zu sein.

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21. Januar 2014 um 11:25

Dazu habe ich jetzt eine frage
Wenn man zwei Kinder hat eines mit zwei jahren und eines mit sieben Wochen.

Das große hat brech Durchfall und hat sich das bett allem voll gemacht und weint bitterlich. Also bett über ziehen Kind waschen umziehen sprich ca 30 Minuten Arbeit. Ach ja mitten in der Nacht und mann ist bei der Nacht Schicht. Das Baby von acht Wochen wacht auf schreit und schreit und schreit. Ich habe aber gerade ja keine Zeit es zu wiegen Schnulli hilft nicht.

So das jetzt zwei Nächte hintereinander

Baby schläft durch dass schreien von alleine und verlassen und somit unglücklich ein

Was soll man da dann tun? Sorry aber das baby weiß ja nicht warum mami nicht kam ist das vertrauen jetzt futsch? Irreparabel?

Es kann ja immer wieder vorkommen auch tagsüber

Und das baby erst mal eine viertel Stunde beruhigen und das grossen kind in der sche.is.se sitzen lassen geht gar nicht

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21. Januar 2014 um 11:27

Lass sie nicht allein!
Hatte das gleiche Problem anfangs auch. Meine Hebi sagte, dass abends zwischen ca 18 u 22 Uhr die Verdauungsorgane auf Hochtouren arbeiten u das bei vielen zu Schmerzen / Unwohlsein führt, so dass eben am Abend das Geschrei groß ist. Hast du es schon mit Bauchmassage, Windsalbe, Fliegergriff etc probiert?

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21. Januar 2014 um 11:39

Danke
Genau so sehe ich es auch

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21. Januar 2014 um 12:03

Lass sie
Beim schreien nicht alleine.
Die kleinen haben dann todesangst.
Natürlich kannst du als mama nicht sifort alle schmerzen abstellen, aber zumindest für dein Baby da sein.
Klappt stillen abends eigentlich? So bekam ich mein Kind meistens beruhigt.
LG

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21. Januar 2014 um 12:06

Ich
verstehe gut, was du meinst. Ich denke es ist manchmal einfach unmöglich sein Kind sofort zu beruhigen bzw so zu beruhigen, dass es gar nicht mehr schreit. Und wie bereits gesagt wurde, gibt es auch typische Schreikinder. Ich denke der entscheidende Punkt ist, dass man das Baby nicht alleine dabei lässt. Auch wenn es sich Nicht beruhigt und mit Körperkontakt weiter schreit, spürt es trotzdem, dass du da bist! das ist in meinen Augen wichtiger, als ein Baby sofort ruhig zu bekommen.

Früher wurde bewusst schreien gelassen ( was ich natürlich nicht gut heiße!) und es sind deswegen auch nicht alle Menschen dieser Generationen "gestört". Sei für deinen Zwerg da, auch wenn du vielleicht manchmal das Gefühl hast, dass es nicht sofort Erfolg bringt. Das ist das Beste, was du tun kannst.

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21. Januar 2014 um 12:36

Danke
für soviel Mut machen und aufbauen.
Es tut nur einfach immer so weh, wenn sie dann ganz nah bei mir ist und ich in ihr schreiendes Gesicht schau und einfach nicht weiter weiß.

Wegen Hunger/Stillen:
wir sind hier noch am üben. Am Anfang hatte ich definitiv zu wenig Milch und musste zufüttern. Inzwischen kommt sie tagsüber ca. alle 2h, braucht dann knapp ne stunde, ist dann aber meiner Meinung nach satt. Von daher fällt es mir schwer zu glauben, dass sie dann abends soviel mehr Hunger haben sollte, als tagsüber, so dass meine Milch nicht reicht.
Zwar pickt und sucht sie (nachdem sie sich selbst abgedockt hat), und ich habe es dann auch mit Zufüttern probiert, aber sie ist dann irgendwie so gierig/verzweifelt, dass sie von alleine gar nicht mehr aufhört.

Wenn ich sie dann machen lasse, spuckt sie komplett alles irgendwann wieder aus...danach ist dann meist gut. (An der Milch liegt es glaube ich nicht, weil sie die von Anfang bekommt, auch tagsüber und sie da behält) Aber das finde ich jetzt kein so erstrebenswertes Ritual.
Hebamme und Stillberaterin habe ich übrigens.
Hier sind wir also noch am ausprobieren und üben.

Aber ihr habt mir meine größten Zweifel nehmen können. Es tut gut, die Besätigung zu lesen.
Danke dafür!

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21. Januar 2014 um 12:38


Du machst dir zu viele Gedanken, glaub mir.

In der aktuellen Eltern-Zeitschrift ist ein Interview mit Annette Kast-Zahn drin (Autorin des Buches "Jedes Kind kann schlafen lernen"). Auch wenn ich die ersten 9 Monate gegen Schreienlassen bin und es auch jetzt maximal 5 Minuten fertig bringe, ist doch in diesem Interview viel Wahres dran. Früher hat man Babys viel länger und ausdauernder schreien lassen und trotzdem ist aus denen was geworden, während heutzutage eine Generation von Egozentrikern heranwächst, die null Frustrationstoleranz haben und meinen, die ganze Welt dreht sich nur um sie....
Ich bin mir manchmal auch unsicher, ob ich nicht zu "weich" bin und sie dadurch zum Tyrannen erziehe.

Und noch etwas: Die meisten Mütter können ihre schreienden Babys nicht sofort beruhigen, aber was zählt ist, dass sie da sind und sich bemühen. Dass ein Kind scheinbar grundlos die ersten drei, vier Monate schreit ist ein Massenphänomen, das es auch schon immer gab, und oftmals ist gerade aus diesen Babys was Ordentliches geworden, obwohl da ja jedesmal so viele Gehirnzellen absterben, wie man überall lesen kann...Also vergiss den ganzen Mist, den man überall lesen kann und geh deinen Weg.

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21. Januar 2014 um 14:51

Ich habe jetzt nicht alles gelesen...
nur ganz kurz... Ich habe auch ein viel schreiendes anspruchsvolles baby. Sie ist jetzt 10 Monate und langsam wird es besser. In den ersten Monaten hat sie stundenlang geschrien. Vorallem abends. Und alle meinten das ist normal. Irgendwann hat es mir dann doch gereicht und ich bin zum Osteopathen mit ihr und dann zum ChiroPraktiker und siehe da... Es war doch was medizinisches! Nach 6 Monaten würde meine Tochter endlich von ihrer Blockade in der hws befreit und hatte endlich keine schmerzen mehr. Und ich war bis dahin unsicher bzw. Sicher das sie nix hat. Also schließ das medizinische bitte nicht Einfach So aus. Meine maus hat dadurch das ich auch So dachte Monate mit schlimmen schmerzen verbracht
Anspruchsvoll ist sie aber trotzdem noch... Aber meckern lassen wir sie mittlerweile auch. Nur wenn sie wirklich weint sind wir immer da. Da würde ich sie auch in 10 Jahren nicht mit alleine lassen. Wenn es mir nicht gut geht möchte ich ja auch das sich jemand um mich kümmert
Also halte durch... Abends schreien ist für Babys oft normal aber wenn du den verdacht Hast das doch was nicht stimmt dann lass dein baby mal Checken alles gute für euch

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21. Januar 2014 um 14:57

Ging mir genauso
... jeden Abend brüllte meine Maus sich die Seele aus dem Leib. Sie bekam zeitweise vor Gebrüll kaum Luft, sie war wie von Sinnen. Ich konnte fast die Uhr danach stellen und fand einfach keine Erklärung dafür. Bis ich einen Artikel las, der mir half damit umzugehen und in dem ein hilfreicher Tipp stand.
Festhalten! Dein Kind ganz sehr festhalten! Arme, Beine, Kopf, ... alles festhalten, dass es nicht so verloren in der Welt herumzappelt, es die Nähe, Wärme und Geborgenheit spürt und ihm zuflüstern, dass es okay ist das es weint, es darf weinen und all den Schmerz rauslassen.
Die Kinder brüllen dadurch wie am Spieß, aber nach 10 - 15 min ist der Spuk vorbei! So haben wir unsere abendliche 2-3 Stunden Schreiphase auf 10 min reduziert, heftig aber kurz.
Als sie 11 Wochen alt war, hörte es ganz auf! Seit dem hat sie nie wieder so gebrüllt, noch nicht mal ansatzweise.

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21. Januar 2014 um 15:11
In Antwort auf sveta_12540128

Ging mir genauso
... jeden Abend brüllte meine Maus sich die Seele aus dem Leib. Sie bekam zeitweise vor Gebrüll kaum Luft, sie war wie von Sinnen. Ich konnte fast die Uhr danach stellen und fand einfach keine Erklärung dafür. Bis ich einen Artikel las, der mir half damit umzugehen und in dem ein hilfreicher Tipp stand.
Festhalten! Dein Kind ganz sehr festhalten! Arme, Beine, Kopf, ... alles festhalten, dass es nicht so verloren in der Welt herumzappelt, es die Nähe, Wärme und Geborgenheit spürt und ihm zuflüstern, dass es okay ist das es weint, es darf weinen und all den Schmerz rauslassen.
Die Kinder brüllen dadurch wie am Spieß, aber nach 10 - 15 min ist der Spuk vorbei! So haben wir unsere abendliche 2-3 Stunden Schreiphase auf 10 min reduziert, heftig aber kurz.
Als sie 11 Wochen alt war, hörte es ganz auf! Seit dem hat sie nie wieder so gebrüllt, noch nicht mal ansatzweise.

Hm für mich klingt das aber
nach Zwangsjacke und Willen brechen... Obwohl, kann mir vorstellen, dass so eine "Zwangsjacke" auch beruhigend sein kann. Wenn ihr wisst was ich meine... Es gibt da doch diese Methode bei Babys wo man die fest einwickelt, was ist davon zu halten?

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21. Januar 2014 um 17:02

Jaaa
Also Grundsätzlich haben die Mamis hier recht! Das Baby sollte auf keinen Fall alleine gelassen werden und schon gar nicht weinend!
Aber wie es bei allem so ist gibt es auch Sonderfälle...Meine beiden kinder sind Sonderfälle: die beiden schlafen am besten ein wenn sie in einer ruhigen, gewohnten und abgedunkelten umgebung alleine liegen. Hört sich seltsam an aber glaubt mir: ich habe meine Kinder nie alleine im raum schreien lassen, sie hörten auf zu schreien als sie alleine waren und schliefen ein. Bis ich bei meiner Tochter verstand wie sie ihre schlafsituation braucht war das ein Kampf...ich dachte sie bräuchte Nähe und hab sie immer zum einschlafen auf die Brust gelegt...sie hat sich gewunden und geschrien, es war wirklich ein kampf bis sie schlief..... bis ich sie eines tages einfach als sie müde war in ihr Gitterbett legte und dann etwas aus einem anderen raum holen wollte...als ich wiederkam schlief sie... Dann hats bei mir klick gemacht. Ich lege meine Kinder ins Bett, rede und kuschel noch mit ihnen und sage ihnen dass ich da bin wenn sie mich brauchen...kurz bevor sie einschlafen gehe ich raus und sage ich sehe gleich nach ihnen....Wenn ich wiederkomme sind sie in der regel eingeschlafen...Das klappt bei meiner 2 jährigen Tochter sowie bei meinem 4 monate altem Sohn. Ich betone hier nochmal dass ich sie niemals alleine schreien lasse! Wenn ich dableibe und sie beim einschlafen berühre dann schlafen sie einfach nicht ein, übermüden und dann geht das Geschrei erst los. Bei mir selbst ist die Einschlafsituation genauso....ich schlafe auch erst ein wenn alle schlafen und mich absolut nichts ablenkt.....
Was ich mit meiner Geschichte sagen will? Das jedes Kind anders ist, das es kein Standartrezept gibt und dass du mit deinem Baby an der Situation arbeiten musst. Ihr müsst einfach rausfinden was für Baby und Mama das beste ist. Das kommt mit der Zeit, es gibt Babys die brauchen extrem viel nähe andre müssen gepuckt und wieder andere brauchen einfach ihre Ruhe.

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21. Januar 2014 um 17:14


Du machst das richtig! Wir hatten auch so eine kleine unruhige maus, gerade abends konnten es schon mal schnell auch 4 Stunden gebrüll werden. Halte sie wie auch schon geschrieben einfach ganz doll fest und flüster mit ihr, am besten in einem abgedunkeltem raum. Bei uns war es auch nach genau 12 Wochen vorbei. Sie ist mittlerweile 18 Monate und immer noch sehr anspruchsvoll, aber es gibt keine schreistunde mehr

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