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SEHR LANG: Ich kann nicht mehr

22. August 2015 um 15:14

Hallo, schreibe auf einen zweiten Acc weil ich anonym bleiben möchte...

Hallo,

ich bin 22 Jahre alt. Und mit meinem Latein aktuell am Ende und weiß nicht was oder wer mir noch helfen kann.

Ich wurde als Kind sehr viel geschlagen und auch psychisch Misshandelt, wie z.B. in dunkle Zimmer gesperrt, meine Mutter hat mir als Kind gesagt, dass sie immer Kinder wollte und dass sie so etwas wie mich nicht verdient hätte... in der Pubertät war ich nie dick, ich habe auf 1,65 52 KG gewogen und wurde beständig von meiner Mutter gemobbt ich wäre fett usw... also habe ich extrem viel Sport gemacht und wenig gegessen und irgendwann nur noch 47 KG gewogen und war immer noch zu fett.

Alles was ich immer wollte war Akzeptanz und so lernte ich mit 14 einen 17 Jahre alten jungen Mann kennen der mich in den ersten Wochen zumindest besser behandelte als es meine Mutter je tat.

Leider endete es darin, dass mein erstes Mal Sex eine Vergewaltigung wurde und ich zu schwach oder unreif war von diesem Monster loszukommen, also lief die "Beziehung" gegen meinen Willen noch 2 Monate so weiter.

Gemobbt wurde ich in der Schule von den anderen Mädchen schon immer (Lehrerliebling , Eltern viel Geld, usw) und hatte nur wenige Freundinnen. Durch die Vergewaltigung zog ich mich aber leider auch von diesen zurück. Als ich meiner besten Freundin dann erzählte was passiert ist, erzählte sie es in der Klasse herum und alle lachten darüber....
Meine Mutter nannte mich eine Schlampe als ich es ihr erzählte und gab mir die Schuld dafür, dass es so passiert ist.
Ich floh mich in Onlinewelten (Pc-Spiele) und Sport. Das Mobbing in der Schule wurde immer schlimmer und ich bekam Morddrohungen, mir wurde auf dem Schulhof böse hinterhergerufen, ich war komplett alleine....bis Ende der Schulzeit.
Aber ich hatte die Kraft und den Willen das durchzustehen, ich wollte unbedingt ein gutes Abitur machen. So habe ich mich aus den Depressionen und dem ganzen Schmerz immer wieder und wieder aus eigener Kraft hochgerafft. Als ich mit 17 dann mit einem Mann zusammen war, dessen Schwester auch vergewaltigt wurde und der mich verstand, konnte ich die Vergewaltigung die ich mit 14 erfuhr sehr gut verarbeiten.

Ich habe mein Abitur mit 2,0 abgeschlossen und ein Studium begonnen und die Situation zu Hause wurde immer schlimmer. Meine Mutter terrorisierte mich immer mehr und weiter je fester mein Entschluss stand ausziehen zu wollen. Zu allem übel bekam ich auch noch ständig Flashbacks. Es kamen ständig Erinnerungsfetzen hoch wie ich als Kind sexuell missbraucht wurde, ich konnte aber nicht erkennen von wem.

Das resultierte darin, dass ich in ein riesiges tiefes Loch aus Depressionen fiel und mein erstes Studium im Jahr 2013 nach 3 Semestern an den Karren gefahren habe. Ich hatte einfach keine Kraft um aufzustehen, 1 Stunde zur Uni zu fahren... zu lernen. Es ging nichts mehr. Und ich bereuhe das bis heute, ich hasse mich so sehr dafür, dass ich es nicht geschafft habe !!
Ich habe mich dann bemüht einen neuen Studiengang zu finden, den ich jetzt aktuell schon im zweiten Jahr dual studiere. Dh. ich habe 4 Trimester von 9 hinter mir.

Aber aus dem Loch von 2013 bin ich nie wirklich herausgekommen. Ich dachte die ganze Zeit ich bin stark, ich kann es schaffen. 2014 habe ich ungeplant (trotzdem gewollt am Ende) eine kleine Tochter mit meinem Verlobten bekommen die jetzt ein Jahr alt ist und ich liebe sie über alles und wende meine ganze Kraft dafür auf, ihr eine gute Mama zu sein.

Trotzdem war die Schwangerschaft und erste Babyzeit psychisch schwer zu verkraften. (5 Monate bettlägrig mit Hyperemesis usw) und ich war so dumm das neue Studium auf Wunsch meines Verlobten zu Beginnen als sie 13 Wochen alt war...


Und mein Studium bleibt einfach auf der Strecke und ich weiß nicht mehr was ich tun soll. Ich muss dieses Studium einfach beenden, sonst wird aus meinem Leben nichts mehr werden !! Ich will irgendwann einmal arbeiten und ich will es schaffen aber ich weiß nicht wie und wo ich die Kraft dafür hernehmen soll.

Und an dem Punkt an dem ich einigermaßen stabil war bezüglich meines Depressionstiefs von 2013 (vor 3 Monaten) - hatte ich wieder Flashbacks und seit her weiß ich, dass mein Vater mich als Kind sexuell missbraucht hat!!

Aktuell bin ich seit 4 Wochen krank geschrieben weil nichts mehr geht. Mein Arbeitgeber schikaniert mich zusätzlich; legt mir absichtlich sehr lange Fahrtzeiten im Praktikum (z.B. mit dem Bus von Mosbach nach Buchen) und von meinen Prüfungsleistungen für dieses Semester kann ich 3 nicht wahrnehmen, da ich aufgrund meiner psychischen Konstitution nicht in der Lage bin zu lernen. Mittlerweile habe ich Angst davor nach draußen zu gehen und auch vor anderen Menschen, weil es für mich sehr schlimm wäre wenn andere wüssten was wirklich mit mir los ist.. da mir in meiner Kindheit eingebläut wurde dass ich nicht darüber reden darf.

Ich möchte so gerne einfach ein normales Leben führen !! Der Schmerz soll einfach aufhören... ich muss doch für meine Tochter und meinen Verlobten da sein.

Wenn ich könnte würde ich ein Urlaubssemester machen, aber ich kann immer nur ein komplettes Jahr aussetzen, kann ich mich wegen meiner Situation überhaupt so lange krankschreiben lassen??

Und wo und wie bekomme ich Hilfe... die meisten Psychologen haben 3-6 Monate Wartezeit.

Vielen Dank im Voraus,

Grüße,

"Marie"

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22. August 2015 um 15:25

Hey...
Ich weiß nicht, inwieweit es in deiner Situation machbar ist, aber es gibt Tageskliniken, die auch im ganz akuten Fall jemanden aufnehmen. Tagsüber Therapie, abends zu Hause sein.

Eine Freundin hatte ein ganz akutes Burnout und konnte am übernächsten Tag eine Mutter-Kind-Kur mit psychologischer Betreuung antreten. Vielleicht kann deun Hausarzt es dringend machen.

Ich drück dir die Daumen, dass du schnell Hilfe bekommst. Geh es an, sonst verfolgt es dich dein Leben lang.

Alles Liebe,
Murmel

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22. August 2015 um 15:39

Tut
Mir leid, dass du so aufwachsen musstest!
Was das Studium angeht, mach doch eine Ausbildung oä, studieren muss ja nicht zwingend sein. Du hast schließlich ein 2,0abitur, dass ist weit mehr als manch ein anderer hier erreicht hat!

Du setzt dich ziemlich unter Druck denke ich. Fang doch klein an, und nimm dir die Ruhe, die du brauchst!

Mehr kann ich dir leider nicht helfen,
Ich wünsche dir alles Liebe!

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22. August 2015 um 16:28

Es gibt psychiatrische Einrichtungen,
die sogenannte Mutter- Kind- Haeuser haben, d. h., Du kannst dort eine stationaere Therapie machen und Dein Kind mitnehmen, es wird dann waehrend der Therapiezeiten betreut. Ich weiß ja nicht, ob so etwas fuer Dich in Frage kommt, aber es waere bei Deiner Geschichte vermutlich das beste, denn das alles aufzuarbeiten wird mehr brauchen als ein paar Termine beim Psychologen. In Wiesloch gibt es so eine Einrichtung bspw.
Wenn Du moechtest, kannst Du Dich gerne auch per PN an mich wenden

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22. August 2015 um 16:46

...
Fühl dich mal ganz fest umarmt. Was du erlebt hast sollte wirklich niemand durchmachen müssen. Und ich finde, du bist wirklich stark, weil du eben nicht aufgibst und um ein normales Leben kämpfst. Und es gehört auch viel Stärke dazu, sich einzugestehen, dass man Hilfe braucht.
Kannst du mit deinem Partner sprechen? Unterstützt er dich?
Studium mit Baby ist ja schon sehr anstrengend ohne eine Vergangenheit, die aufgearbeitet werden muss. Wenn du ein Jahr aussetzen kannst, dann mach das. Gönn dir diese Zeit um Kraft zu tanken und danach dein Studium weiter zu führen. Wenn du es jetzt auf biegen und brechen durchziehen willst, wird dir vielleicht alles zu viel und du brichst irgendwann ab.
Nimm deine Erschöpfung ernst und achte auf dich. Du bist es wert, dass es dir gut geht und andere auch auf dich Rücksicht nehmen.

Am besten sprichst du mit deinem Hausarzt. Ehrlich, damit er spürt wie dringend es ist. Oder du gehst zum sozial-psychiatrischen Dienst, die können dir auch direkt weiter helfen und weiter vermitteln. Ich würde dir auch zu einer stationären oder teilstationären Therapie raten. Du kannst dich auch an den weißen Ring wenden, die unterstützen Opfer von Gewalttaten und ich weiß von einigen Frauen, die dort sehr gute Hilfe erfahren haben.

Ich wünsche dir alles Gute

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22. August 2015 um 18:09

Hab selber
mit Kind studiert und weiß daher, dass du so viele Urlaubssemester einlegen kannst, wie du möchtest, bis das Kind drei Jahre alt ist.
Prüfungen wurden bei mir sogar angerechnet.
Setz dich bitte nicht zu sehr unter Druck. Ich weiß, wie hart das ist, aber deine Gesundheit ist wichtiger.
Ich habe es auch erst bestanden, als ich gelebt und nicht mehr viel gelernt hab (vorher war es Lernerei rund um die Uhr), was wirklich wie ein Wunder war,

LG

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