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Stillversuch gescheitert

4. Juli 2009 um 15:13

Hallo alle zusammen,

ich bin neu hier, und bin total gefrustet. Mein Baby ist nun 2 Wochen und 4 Tage alt. Ich habe 2 üble Wochen hinter mir, da ich keinen richtigen Milcheinschuss hatte. Aus dem Krankenhaus wurde ich am 4. Tag mit 4 Milchflaschen im Gepäck und dem Kommentar es noch 2 Wochen mit dem Stillen zu versuchen entlassen. Ich muss dazu sagen, dass meine Kleine mein erstes Kind ist. In der ersten Nacht daheim griff ich natürlich zur Milchflasche, da die Kleine sehr unruhig war. Ein Abend später kam meine Hebamme und meinte wir würden jetzt nur noch stillen. Ich habe die Kleine dann oft im 2 Stunden-Rhythmus angelegt. Die Kleine hat dabei abgenommen. Die Hebamme meinte wir müssten nun doch zufüttern und alle 3 Stunden pumben. Ich hatte MIlchmengen von 20 bis 30 ml. Diese konnte ich zeitweise auf 40 bis 50 ml anheben. Die Kleine hat dann auch durch das Zufüttern ganz schnell an Gewicht wieder zugelegt, und hatte noch 14 Tagen auch fast wieder ihr Geburtsgewicht von 3580 g erreicht. Dann hatte man beschlossen wieder alle 2 Stunden anzulegen. Das habe ich nun fast 3 Tage hinter mir ohne weiterhin zu pumpen. Und das Frustrierende ist, dass sich die Milchmenge nicht mehr gesteigert hat. Ich musste auch während diesen 3 Tagen immer wieder kleinere Mengen zufüttern, da die Kleine nach dem Stillen geschriehen hat. Ihr Gewicht bleibt seit 3 Tagen konstant. Ich muss meine Vollstillträume leider vergessen.
Kann irgendjemand verstehen, wie ich mich jetzt fühle. Alle sagen nur, ich hätte mich zu sehr unter Druck gesetzt, oder ich sei halt ein Leistungsmensch, und würde alles zu prefekt machen wollen.
Vielleicht hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht, und kann meinen Frust verstehen.

Liebe Grüße

Minimietz 1

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4. Juli 2009 um 18:22

Hi minimietz
... hey, lass die anderen reden. du wolltest es halt perfekt machen, weil stillen eben perfekt ist... wenn es klappt. aber schau mal, du hast ja alles probiert um voll zu stillen. das ist wahnsinnig anstrengend und kompliment, dass du das durchgezogen hast.

immerhin bekommt deine kleine Muttermilch und du stillst sie! die MM in den ersten tagen hat so viele vorteile, das hast du ihr also auf jeden fall gegeben.

mein tip ist nur noch: nimm kontakt mit einer still- und laktationsberaterin, einer IBCLC auf. die findest du z.B. über den VELB im internet. vielleicht kann sie dir noch helfen. wenn du z.B. weiterhin mit einem brusternährungsset zufütterst, könnte die MM noch mehr werden.

aber nur wenn du willst. das ist anstregend.

und ja klar, ich versteh deinen frust.
ist shon echt immer blöd, wenn irgendwas net so klappt wie man es sich wünscht...
liebe grüße von julia, die auch eine perfektionistin ist

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4. Juli 2009 um 21:58

Hallo Minimietz
erstmal Kompliment, dass Du Dich so ins Zeug legst, um voll stillen zu koennen.
Ich habe meine beiden Jungs gestillt und hatte jedesmal den Vorsatz, vor dem 6. Monat keinen Tropfen Zusatznahrung ueber ihre Lippen kommen zu lassen, weil ich von den Vorteilen des Stillens fuer Baby und Mami vollkommen ueberzeugt bin. Das Leben laeuft aber oft nicht nach Plan, und da mein Grosser wegen seiner persistierenden Neugeborenen-Gelbsucht schlecht zunahm, die Hebamme und der Kinderarzt mich bequatschten zuzufuettern, gab ich schliesslich nach und er bekam mit 8 Wochen abends ein Flaeschchen Pre (ca. 75ml, erst nach dem Stillen).
Rueckblickend wuenschte ich, ich haette auf meiner Ueberzeugung bestanden, denn dass die 75ml tatsaechlich fuer die folgende Gewichtssteigerung verantwortlich gewesen sind, wage ich zu bezweifeln...
Nunja, ich habe ihn trotzdem gestillt, bis er 14 Monate alt war und habe jede Minute genossen.
Bei meinem Kleinen nun hatte ich mir geschworen, mir selbst mehr zu vertrauen und auf keinen Fall Pre zu geben, wenn es irgendwie vermeidbar waere. Und weisst Du was? Wegen meiner Gestations-Diabetes hatte mein Kleiner direkt nach der Entbindung sehr niedrige Blutzuckerwerte, Kolostrum schien nicht zu reichen, um sein Level zu stabilisieren. Wieder Pre... ich war am Boden zerstoert, wuetend auf meinen Koerper, auf die Aerzte... ich habe mich danach aber trotzdem reingehaengt, blutende Brustwarzen und schmerzende Brueste ignoriert und meinen Sohn fast 6 Monate voll gestillt. Life is a b**ch !!!

Deine Geschichte erinnert mich sehr an die erste Zeit mit meinem Grossen. NATUERLICH ist es wichtig, dass Dein Kleines gut zunimmt, aber weisst Du was? Selbst wenn die Zunahme nicht so rapide ist, oder das Gewicht mal ein paar tage stagniert, wuerde ich mir diesmal nicht reinreden lassen. Wenn auch nach einer Woche keine Zunahme oder sogar eine Abnahme erfolgt- gut, vielleicht ist Zufuettern dann vielleicht wirklich nicht zu vermeiden. Aber sonst? Ich habe Zutrauen in die Faehigkeit einer Mama, ihr Baby zu ernaehren. Das hat seit tausenden von Jahren funktioniert, Pre- Nahrung gibt es doch erst seit ca. 50 Jahren...

Uebrigens (ganz wichtig): was Du pumpst, ist viel weniger, als Dein Baby aus Deiner Brust "herausholen" kann. Und bis sich Dein Angebot auf den Bedarf Deiner Tochter eingestellt hat, kann eine Weile dauern. 3 Tage ist da wirklich nicht viel. Ich erinnere mich, dass mein Sohn erst nach ca. 8 Wochen voelleig zufrieden nach der Fuetterung war. Davor haette er moeglicherweise mehr getrunken. Und war trotzdem ein voellig altersgemaess entwickeltes Baby.

ich kann Dich verstehen und halte DeineTraurigkeit auch nicht fuer einen Ausdruck von uebertriebenem Perfektionismus. Ich kann Dir nur raten, Dich nicht nur an Deine Hebamme zu wenden, sondern Dir eine Stillberaterin zu suchen. Oder Dich an die LaLecheLeague zu wenden, die Dir online oder telefonisch zu Seite stehen kann.

Alles Liebe fuer Dich. Ich wuensche Dir, dass Du Deinen eigenen Weg in der Stillbeziehung mit Deinem Kind gehst. DU must Dich wohlfuehlen und DU entscheidest ob Du stillst oder zufuetterst. Beides ist ok!!!!!!!

Dh

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5. Juli 2009 um 17:28

Hallo an alle
Vielen Dank für eure Ratschläge und aufmunternden Worte.
Ich gebe auf keinen Fall schon auf, und werde die Kleine öfters anlegen. Meine größte Angst war eben immer, dass die Kleine mir verhungert. Die Kleine ist eine so gute Säugerin, und meine Brustwarzen sind schon richtig robust geworden, dass es wirklich schade wäre jetzt schon aufzugeben. Vorhin habe ich sie wieder nach dem Stillen gewogen. Die Milchmenge ist immer noch bei 50 ml, obwohl ich gestern weniger angelegt habe. Ich habe wieder große Hoffnung die Milchmenge doch noch auf 70 bis 80 ml anheben zu können.
Ihr habt schon recht, ich darf mich nicht an so 2 Stundenregeln oder sonstigen Tabellen und Schnickschnack festbeißen, sondern muss einfach nach meinem Gefühl gehen. Und die Brust läuft doch inzwischen, da muss man doch einfach die Milchmenge anheben können.

Viele Grüße
Minimietz

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5. Juli 2009 um 21:16

Nicht aufgeben!
Hallo!
Hey, schön dass du weiter stillen willst. Darf ich dir ein paar Tipps geben
Als erstes, lass das wiegen! Da machst du dich total verrückt! ich hab das auch gemacht ein paar Wochen lang, jedes mal vor und nach dem Stillen gewogen, wäre beinahe irre geworden vor lauter Druck! Denn der Stress ist nicht zu unterschätzen. Leg sie an so lange und oft sie will, meiner hat meist 1,5h getrunken, hatte eine Trinkschwäche. Um die Milchmenge zu steigern kannst du Milchbildungstee trinken oder Karamalz oder auch alkoholfreies Weizenbier!
Bis sich alles eingespielt hat dauert das ein weilchen! Glaub mir, es lohnt sich durchzuhalten! Habe anfangs fast jeden Tag geheult weil ich soo fertig war, kaum gegessen, geschlafen und mit den Nerven am Ende. Aber es ist soo schön geworden und hat mir auch geholfen eine Bindung zu meinem Zwerg aufzubauen. Ich stille immer noch und er ist jetzt 14 Monate alt!
Alles Gute und lg

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