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Tagesablauf einer alleinerziehenden Mutter realistisch?

29. Januar 2013 um 10:38

Hallo liebe Community,
ich (männlich, 21) hab "im Auftrag" meiner Freundin einen Aufsatz über den Tagesablauf einer alleinerziehenden Mutter geschrieben, Mich würde interessieren, ob meine Sichtweise realistisch ist. Kritik also erwünscht ich danke schonmal im Vorraus für eure Antworten. LG



Morgens um sieben Uhr reißt mich mein Wecker mit einem nervenzerreißendem Klingeln aus dem Schlaf. Auch Benny, mein 4 Monate altes Kind, hat das Geräusch nicht überhört und beginnt zu schreien. Ich schalte das Licht an und torkele schlaftrunken zu seinem Bett. Ich nehme Benny in den Arm und versuche ihn zu beruhigen vergebens, denn der Kleine ist definitiv nicht ausgeschlafen. Ich lege ihn also noch einmal kurz zurück ins Bett und gehe ins Bad, um mich zu richten und anzuziehen.

Als alleinerziehende Mutter habe ich es wirklich nicht leicht. Gottseidank bin ich zurzeit im Erziehungsurlaub, und mein Chef hat mir schriftlich zugesichert, dass ich meine Arbeitsstelle wieder annehmen kann, sobald der Kleine einen Platz in einer Ganztages-Kita hat. Aber das macht den Alltag mit Benny nicht leichter. Denn neben meiner Aufgabe, Benny alles erdenkliche für sein Wohl zu geben, muss ich mich auch noch selbst versorgen und ganz nebenbei um Miete, Rechnungen und Stress mit den Stadtwerken kümmern.

Zurück zum Plan. Ich koche Benny einen Babybrei und bereite ihm eine Flasche Milch zu. Für seine 4 Monate isst Benny ziemlich gut, ich kann mich nicht beklagen; ihm mangelt es lediglich noch an etwas Feingefühl. Deshalb bekommt nicht nur Benny, sondern auch der Fußboden, Bennys Latz und meine Bluse etwas von dem Babybrei ab.

Ich schaue auf die Uhr, es ist gerade einmal acht Uhr, die Zeit vergeht müßig. Meine Freundin Sabine, gerade hochschwanger, ruft mich an und erzählt von ihren Schwangerschaftsbeschwerden. Ich tröste sie, erzähle ihr, dass das alles bei mir genauso war, gebe ihr Tipps. Sie verabschiedet sich dankend. Da ertönt auch schon wieder Bennys Schreien aus der Wiege. Ich nehme ihn auf den Arm und merke sofort, dass die Windel gewechselt werden muss diesen Geruch kann man einfach nicht missverstehen. Also Hose auf, Windelaustauschen, Po saubermachen, pudern, wieder anziehen. Dafür benötige ich exakt 20 Minuten, da Bennys Blase noch nicht ganz leer war und mein Kleiner mit sichtlicher Freude auf den Wickeltisch pinkelt. Also gleich auch eine neue Bluse und Hose für mich.

Neun Uhr 15, ich ziehe mich an, um in die Stadt zum Einkaufen zu gehen, der Kühlschrank ist fast leer. Draußen ist es kalt und Benny sträubt sich gegen die dicke Hose, die dicke Jacke und die Handschuhe im Miniaturformat. Vor der Haustür platziere ich ihn gekonnt im Kinderwagen und chauffiere ihn durch die Stadt bis nach Aldi. Interessiert schaut er zu, wie ich Milch, Brot, Butter, Wurst, Windeln, Toilettenpapier und andere nützliche Dinge in den Einkaufswagen lade. Nach dem Bezahlen macht Benny ein großes Theater, da ich ihn während des Einpackens vernachlässige; ich nehme ihn in den Arm und schon hat er mir vergeben.

Zurück in meiner Wohnung muss ich einen Wutanfall unterdrücken, da ich ein weiteres Schreiben der Stadtwerke bekommen habe, in dem sie mich zu einem Gespräch einladen. Das wäre kein Problem, wenn ich während der mehrstündigen Wartezeit in den Büroräumen wenigstens Zugang zu einem Wickeltisch hätte. Ich rege mich weitere 5 Minuten tierisch darüber auf, wie wenig kleinkindgerecht die Wartezimmer städtischer Unternehmen ausgestattet sind; dann begebe ich mich an den Herd, um für Benny und mich zu kochen.

Für Benny gibt es eine leckere altersgerechte Mahlzeit von Hipp, ich begnüge mich mit 2 Sandwiches, da ich während der Mittags-Fütterung selbst kaum zum Essen komme. Um kurz nach eins legt Benny endlich, hurra, einen Mittagsschlaf ein und ich kann mich in Ruhe um meine Angelegenheiten kümmern. Gerade bin ich fertig geworden und will den Fernseher einschalten, um meine Lieblingsserie zu schauen, erinnert mich Benny auch schon wieder an seine Anwesenheit. Der Kleine hat sein Mittagessen verdaut und schreit wie am Spieß angesichts der vollen Hose. Also erneut an den Wickeltisch, wieder das volle Programm, diesmal zum Glück ohne Anpinkeln. Danach beschließe ich, mit Benny zu spielen, der Kleine will sich ja schließlich auch sinnvoll betätigen. Quietsche-Entchen, Rassel und Teddybär werden in das lebhafte Spiel mit einbezogen. Alle haben Spaß, außer der Teddy; der ist immer in Lebensgefahr, wenn Benny ihm den Kopf abbeißen will, aber zum Glück bin ich zur Stelle, um in vor Bennys nicht vorhandenen Beißerchen zu retten.

Halb sechs abends, ich bin müde, ich muss auf die Toilette, ich will schlafen; Benny ist natürlich putzmunter und will bespaßt werden. Nun ist Zeit für den Waschgang, ich nehme Benny mit ins Bad und hieve ihn unter Angstgeschrei in die Badewanne. Ich versuche ihn mit der tatkräftigen Unterstützung von Quietsche-Entchen zu beruhigen und beginne mit der Arbeit. Ich brauche eine Viertelstunde, um ihm die Haare und seinen Körper schonend zu waschen, dann noch 10 Minuten, um ihn mit einer pflegenden Creme einzuölen. Schließlich ziehe ich ihm seinen Schlafanzug an und koche eine letzte Portion Abendbrei. Beim Füttern ist Benny diesmal ganz ruhig, man merkt ihm an, dass der Tag ihn geschafft hat. Mama und Sohnemann müde, zum ersten Mal an diesem Tag sind wir uns einig. Also ab ins Bett mit Benny. Mama ist glücklich und zufrieden. Vorm Zubettgehen schaue ich noch die Nachrichten und esse einen Keks, dann falle ich völlig erschöpft ins Bett und in einen erholsamen Schlaf
zumindest bis viertel nach zwei nachts, da unterbricht Benny meine Ruhephase. Er muss auf die Toilette, mit Mama, Wickeltisch, Windeln tauschen, saubermachen, einpudern. Vor lauter Müdigkeit nehme ich alles nur verschwommen wahr. Ich begleite ihn zurück an sein Bettchen, singe ihm noch drei, oder vier, oder fünf Gute-Nacht-Lieder vor, bis er wieder eingedöst ist. Meine Augen brennen, ich decke ihn zu, ich krieche zurück unter meine Decke, und versuche wieder einzuschlafen, bis der nächste morgendliche Wecker klingelt.

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29. Januar 2013 um 13:26

So sehen wohl...
... die "guten Tage" aus

Du wirst bestiimt viele verschiedene Erfahrungsberichte hier bekommen... mit 4 Monaten schon so einen doch recht geregelten Ablauf zu haben? Baby schläft "anstandslos" im eigenen Bett? Baby isst brav 3x am Tag Brei, wo man ja laut allgemeiner Empfehlungen erst ab 4 Monaten mit Brei langsam beginnen soll?
Ja, das gibt es sicherlich, war aber beispielsweise bei mir nicht so.
Wann möchtest Du staubsaugen? Den Boden wischen? Fenster putzen? Bügeln? Geschirr spülen? Mit dem Baby an der frischen Luft spazieren gehen? Wann hat Dein Baby Koliken und möchte stundenlang auf dem Arm herumgetragen werden? Wann gehst Du selbst zum Frisör/Arzt/Autowerkstatt etc? Wann kommen Opa/Oma/Freunde zu Besuch?

Sorry, will überhaupt nicht provokativ klingen, aber wie schon oben gesagt, gibt es sicherlich solche wie von Dir beschriebenen Tage, aber in dem Alter (4 Monate) ist es oft (natürlich nicht immer) noch so, dass die Kinder selbst die Unregelmäßigkeiten mehr als die Regelmäßigkeiten bestimmen.

Jetzt bin ich aber schon neugierig, warum Du den "Auftrag" bekommen hast...??

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30. Januar 2013 um 11:59

Stimmt!
Telefonieren bleibt ziemlich lange ein Problem - vor allem, wenn die kleinen Racker das später dann als Spielzeug identifizieren - also immer nur schnell heimlich mal 5 min ausnutzen, wenn der Kleine schläft... falls du nicht selbst lieber die paar Minuten zum Schlafen nutzen willst

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13. September 2014 um 23:57

Fast alles richtig...
Fast alles richtig, nur mußt du noch Haushalt, Teller waschen, Wäsche waschen, Wohnung putzen , Hobbies, Etwas unternehmen, Gesellschaftl.Leben, Behördl.Wege, später dann Arbeit, Arztbesuche, Sachen wie Kleidung , Spielsachen etc.,.. besorgen noch dazwischen quetschen. Da sich das logischerweise nicht ausgeht. (Der Tag hat nur 24h) , Fällt meistens das gesellschsftl.Leben, Hobbies
und etwas unternehmen weg. Und vor Allem auch die Zeit
für sich selbst und Ausruhzeit auch. Was aber meist durch
das Lächeln der Kleinen wieder gut wird.
Babies in dem Alter kriegen keinen Brei sondern Milch. Und beim Einkaufen kann man wie vorher schon erwähnt nicht 2 Wagerl schieben. Und wenn man die Sachen aufs Kinderwagerl gibt wird man des Diebstahls beschuldigt. Obwohl das ein Blinder sieht das das nicht anderst geht.

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5. Oktober 2014 um 14:55

Soviel negative kritik
Also ich muss sagen ich finde es ist gut geschrieben und ja es fehlt der alltag mit baby! ABER meine kinder haben mit 4 monaten keine milch mehr getrunken sondern ebenfalls brei bekommen! Morgens grieß, mittags karotte-kartoffel und abends grieß! Zwischendurch noch milchbrei aber auch dieses mit löffel! Jedes kind ist, und isst,anders! Schwachsinnig sich da an der norm zu richten! Jedes kind entwickelt sich anders! Aber da sind wieder die allzu vertrauten "supermamis"

Zweiter punkt: kinder wagen und einkaufswagen zusammen nicht möglich aber ich werde nicht des diebstahls beschuldigt wenn ich meine einkäufe in den kinderwagen packe!

Zum wickeln: ja ist routine allerdings lernen kinder mit 4 monaten nicht dass man nur in die windel machem sollte und auch da geht mal etwas daneben, denn sie lernen da nicht dass man einhalten muss mein sohn hatte mich ständig angestrullt!

Und doch, man kann sehrwohl telefonieren! Ich weiß ja nicht was du für "freunde" hattest die sich zurückgezogen haben weil du mama warst!

Tut mir leid aber diese kritik muss sein! Du stellst das alles aus deiner sichtweise da und es gibt ja noch andere sichtweisen! So wie die, der textverfasserin! Ich finde es gut geschrieben!

Aber das ein kind mit 4 monaten nicht mehr außerhalb der windel macht ist ja wohl völliger schwachsinn! Aber soviel zu den supermamis

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21. Dezember 2014 um 4:36
In Antwort auf chanah_12665520

Soviel negative kritik
Also ich muss sagen ich finde es ist gut geschrieben und ja es fehlt der alltag mit baby! ABER meine kinder haben mit 4 monaten keine milch mehr getrunken sondern ebenfalls brei bekommen! Morgens grieß, mittags karotte-kartoffel und abends grieß! Zwischendurch noch milchbrei aber auch dieses mit löffel! Jedes kind ist, und isst,anders! Schwachsinnig sich da an der norm zu richten! Jedes kind entwickelt sich anders! Aber da sind wieder die allzu vertrauten "supermamis"

Zweiter punkt: kinder wagen und einkaufswagen zusammen nicht möglich aber ich werde nicht des diebstahls beschuldigt wenn ich meine einkäufe in den kinderwagen packe!

Zum wickeln: ja ist routine allerdings lernen kinder mit 4 monaten nicht dass man nur in die windel machem sollte und auch da geht mal etwas daneben, denn sie lernen da nicht dass man einhalten muss mein sohn hatte mich ständig angestrullt!

Und doch, man kann sehrwohl telefonieren! Ich weiß ja nicht was du für "freunde" hattest die sich zurückgezogen haben weil du mama warst!

Tut mir leid aber diese kritik muss sein! Du stellst das alles aus deiner sichtweise da und es gibt ja noch andere sichtweisen! So wie die, der textverfasserin! Ich finde es gut geschrieben!

Aber das ein kind mit 4 monaten nicht mehr außerhalb der windel macht ist ja wohl völliger schwachsinn! Aber soviel zu den supermamis

Meinen Kommentar vollkommen falsch intepretiert...
1. Habe nie Kritik ausgeübt, finde den Text des Fragestellers sogar sehr gut geschrieben und finde es toll dass sich ein Freund darum bemüht den Tagesablauf aufzuzählen.
2.Es ist keine Fragestellerin sondern er ist männl. Hast du dir überhaupt alles durchgelesen??...
3. Ich glaube das der Grund weshalb er den Tagesablauf aufzählen muss ist weil er anscheinend den realistisch gesehenen stress einer alleinerziehenden Mutter nachvollziehen sollte. Was er auch bravörös gemeistert hat.
4. Und ich (u.andere) dies bestätigen wollten.
5.Weiß nicht was du mit 'Supermamis' meinst...-Beleidigungen sind hier falsch am Platz....
6.Und ja ich sehe mich als Supermami weil ich meinen Schatz über alles liebe und alles erdenkliche tue damit es ihr gut geht.
7.Eine realistische Ansicht der Dinge schadet nicht, es ist nun mal stressig alles alleine zu machen und zeitraubend, entweder man hat genügend Hilfe oder man muss halt anderes opfern wie Hobbies und Freizeit da natürlich mein Schatz vorgeht.
8. Es gibt leider genügend Mamas die sich selber anlügen und schwindeln dass sie alles mit links machen...
9. Ist mir leider oft passiert dass jem.in mein Wagerl schauen will weil ich meine Einkaufssachen rein getan habe sogar darum gebeten worden es bei der Kassa stehen zu lassen... warum dir das nie passiert ist weiß ich nicht, den Eindruck den ich bei Menschen hinterlasse ist angeblich positiv und sehr gut situiert, ist mir aber auch egal warum.
10.Viell.solltest du die Dinge objektiv sehen nicht so wie du sie gerne haben möchtest..

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