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Toller artikel zum thema trotzen

19. Juli 2014 um 21:54

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19. Juli 2014 um 22:01

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Trotzen? Gibt es nicht.
Bysusanne22 April, 20148 Comments


Der Sohn ist nun 18 Monate alt, er redet viel und oft, klettert und rennt. Zeit, für die Außenwelt mal nachzufragen: Neben der allgegenwärtigen Frage Schläft er denn nun schon durch? kommt immer häufiger eine andere Frage in den Mittelpunkt, nämlich die, ob er denn nun schon im Trotzalter sei. Trotzalter. Das ist ein Begriff, den ich nicht gerne höre. Schon wenn ich Ankündigungen für Workshops und Kurse sehe, in denen es um wütende Kinder, um das Trotzen oder um den Zorn von Kleinkindern geht, werde ich ärgerlich. Denn diese Beschreibung von Kindern ist grundlegend falsch.

Jeder Mensch hat eine eigene Meinung

Stellen wir uns zu Beginn folgende Situation vor: Ein Paar ist zusammen im Supermarkt. Er schiebt den Wagen, sie legt einen Schokoriegel hinein.
Er: Leg den bitte wieder zurück.
Sie: Was?
Er: Leg den bitte wieder zurück!
Sie: Äh, nein. Warum?
Er: Jetzt leg ihn bitte wieder zurück. Du weißt: Süßigkeiten sind nicht so gesund für Deine Zähne.
Sie: Was? Ja. Aber nein, ich nehme den mit. Ich putz mir ja die Zähne auch.
Er: Und auch sonst sind sie nicht so gesund für Deinen Körper. Bitte leg den Riegel jetzt zurück ins Regal.
Sie: Du spinnst wohl. Ich lege ihn nicht zurück ins Regal.
Er: Leg ihn zurück, sonst lege ich ihn zurück.
Sie: Nein, ich nehme diesen Riegel mit.
Er legt den Riegel ins Regal, sie zieht ihn zu sich heran, während er ihn noch hält. Der Einkaufswagen schlingert scheppernd in das Regal.

Diese oder ähnliche Situationen haben wir alle schon oft gesehen oder selbst erlebt. Nicht unbedingt mit unseren Partnern, aber mit unseren Kindern. Wir gehen einkaufen und haben ganz verschiedene Vorstellungen davon, was in den Einkaufswagen kommen soll. Das kann entweder ein Schokoriegel sein, der gewünscht wird oder die blinkenden Turnschuhe. Doch während wir in Gesprächen mit einem Erwachsenen ihm zumeist ein gleichberechtigtes Stimmrecht zuerkennen, machen wir das mit Kindern nicht. Oft hören wir nicht einmal genau ihre Gründe an, warum nun unbedingt ein Schokoriegel/eine Fruchtschnitte/ein Plastikhase oder die lila Socken mit grünen Punkten gekauft werden müssen. Und darin liegt auch schon das Problem: Wir erkennen nicht an, dass Kinder eine eigene Meinung haben und sie vertreten. Natürlich wissen wir als Eltern viele Dinge besser. Wir haben mehr Lebenserfahrung. Wir wissen, dass zu viel Schokolade ungesund ist oder dass Plastikspielzeug fragwürdiger Herkunft gesundheitsschädlich sein kann. Kinder müssen diese Dinge erst lernen. Viele Dinge müssen sie tatsächlich durch eigene Erfahrung lernen und wir können ihnen mit gut gemeinten Ratschlägen dieses Wissen nicht vermitteln so sehr wir uns das auch manchmal wünschen. Doch das wirklich Wichtige daran ist: Um was auch immer es geht, wir sollten den Wunsch der Kinder ernst nehmen.

Trotz ist kein passender Begriff

Laut Duden bedeutet Trotz hartnäckiger [eigensinniger] Widerstand gegen eine Autorität aus dem Gefühl heraus, im Recht zu sein. Doch ist es das wirklich, was sich in den Reaktionen der Kinder zeigt? Das Kind zeigt in seiner Äußerung seine Vorstellung, seinen Willen oder Wunsch. Es tut das nicht in erster Linie als Widerstand gegen eine Autorität (sofern man die Beziehung zwischen Kind und Eltern überhaupt mit diesem Machtgefälle bezeichnen möchte). Es lehnt sich nicht in erster Linie gegen einen anderen Menschen auf, sondern zeigt seine eigenen Vorstellungen, die sich eben von denen eines anderen Menschen unterscheiden. Der Widerstand ist erst die Konsequenz dessen, dass das Kind selbst auf einen Widerstand stößt. Oftmals sind die Kinder davon selbst überrascht. Gerade kleine Kinder, deren Empathie noch nicht so weit ausgebildet ist, dass sie sich problemlos in andere hinein versetzen können, sind selbst davon überrascht, dass die Person gegenüber ganz andere Vorstellungen hat als sie selber. Was, Mama möchte nicht, dass ich diesen tollen grünen Flummi mitnehme? Ich verstehe die Welt nicht mehr! könnten sie sagen, wäre ihnen das möglich. Nein, Kinder wollen sich nicht gegen Erwachsene auflehnen aus Respektlosigkeit oder einfach nur der Sache wegen. Sie lehnen sich auf, weil sie eigene Ideen von ihrem Leben haben. Sie wollen nicht mehr die Jacke von Mama oder Papa zu gemacht bekommen, sondern wollen es selbst probieren.

Warum Kinder sich so verhalten, wie sie sich verhalten

So wie wir Erwachsenen Gründe für unser Tun haben, haben es auch Kinder. Oftmals können oder wollen wir uns nur nicht mehr ausreichend in sie hinein versetzen oder denken zu sehr aus unserer erwachsenen Sicht heraus, als dass wir Kinder noch verstehen könnten. Denn: Auch wenn uns das Verhalten unseres Kindes in einer solchen Konfliktsituation nicht gefällt, hat es einen Sinn. Herbert Renz-Polster schreibt in seinem Buch Kinder verstehen über den so genannten Abstillkonflikt der Kinder, d.h. über die Zeitspanne, in der Kinder natürlicherweise abgestillt wurden und in deren Phase kindliche Zornanfälle besonders auftreten (S.183):

Die Abstillzeit war auch beim Menschen eine Trennungszeit, der Abstillkonflikt damit ein Loslösekonflikt. Evolutionsbiologisch betrachtet ist es deshalb plausibel, dass Zornanfälle ein Gegenmittel sind, das Kinder entwickelt haben, um in dem täglichen Abstiegskampf dann doch noch das eine oder andere Tor zu erzielen und dafür zu sorgen, dass sie bei der jetzt anstehenden Umverteilung angemessen berücksichtigt werden.
Kinder zeigen also in diesen Situationen zweierlei ganz wichtige Dinge: Sie befinden sich in einer Phase, in der sie von der Natur vorgesehen weiter von den Eltern Abstand nehmen und eigene Wege gehen. Vielleicht bekommen sie sogar gerade ein kleines Geschwisterkind und daher stellt sich diese Herausforderung besonders. Dafür benötigen sie bestimmte Fähigkeiten: Sie müssen ihre Jacken selber schließen können, ihre Schnürsenkel selber binden lernen, erfahren, wie man mit einer Schere oder einem Schnitzmesser richtig umgeht. Sie müssen lernen, eigene Entscheidungen zu treffen. Und das fordern sie tagtäglich ein. Sie rufen uns gerade zu: Lass es mich selbst probieren! Ich muss das lernen! Gleichzeitig aber sind sie eben doch auch kleine Kinder und auf Zuwendung angewiesen. So zeigen sie auch: Hey, ich bin hier und ich bin zwar schon in vielen Dingen selbständig, aber verlier mich nicht aus den Augen und wende Dich mir weiterhin viel zu! Das, was so oft als Trotz bezeichnet wird, ist eine ganz wichtige und bedeutende Aufgabe für unsere Kinder. Ein Meilenstein der Entwicklung auch wenn es manchmal für uns anstrengend und kräfteraubend ist.

Was also soll man mit Kindern in dieser Entwicklungsphase tun?

Im Alltag bedeutet dies vor allem eins: Ruhe bewahren. Wenn das Kind seine Eigenständigkeit zeigen möchte oder auch gerade das Gegenteil davon, treten wir einen Schritt zurück und schimpfen nicht gleich oder sind verärgert, sondern sehen hin und sagen zu uns: Aha, ich nehme das jetzt einfach so hin. Was will mein Kind eigentlich? Und allzu oft sehen wir es schon: Das Kind will etwas selber machen oder selber entscheiden. Es möchte ein besonderes Geschenk bekommen, das die Geschwister nicht haben oder die größte Portion Mittagessen (auch wenn es das nicht aufessen wird). Ruhe ist die wichtigste Eigenschaft in dieser Zeit. Hinreich ist es deswegen auch, wenn man von Anfang an für wichtige Dinge mehr Zeit einplant: Anziehen kann lange dauern, wenn ein Kleinkind sich selbst anziehen möchte oder selber die Kleider zusammen stellt. Kompromissbereitschaft ist ebenso wichtig. Ja, dann zieht das Kind eben heute mal verschiedene Socken an oder hat das T-Shirt verkehrt herum an. Sind wir ehrlich zu uns selbst: Wen kümmert das schon? Und wenn es doch Konsequenzen hat, dann ist es wichtig, dass Eltern ihren Kindern auch Dinge zutrauen mit dem Wissen, dass das Kind daraus etwas lernen wird. Das Kind wird lernen, dass es nicht zu viel rohen Teig essen darf, wenn ihm davon übel wird oder dass es vielleicht doch keine schlaue Idee ist, das Lieblingsshirt ohne Jacke an einem kalten Tag zu tragen. Wir müssen unseren Kindern zugestehen, Fehler zu machen und daraus zu lernen. Nur so können sich Kinder weiter entwickeln. Natürlich hat das einen Rahmen, aber gewisse eigene Entscheidungen, die wir nicht unbedingt gutheißen, sollten wir auch unseren Kleinkindern schon ermöglichen. Und wenn es schief läuft, dann sind wir da. Wir nehmen sie in den Arm, wir lieben sie. So, wie sie uns auch weiter lieben, wenn wir ihnen Dinge verbieten oder vorschreiben. Oder wie meine Tochter es mit drei Jahren nach einem solchen Anfall des Eigensinns auf die Äußerung, dass dieses Verhalten nun aber ziemlich unangenehm war, sagte: Mir war das auch unangenehm, Papa. Mir auch. Und damit meinte sie nicht den Umstand, dass sie sich auf den Boden warf und mit den Beinen strampelte, sondern dass das überhaupt notwendig war.






Tags: Entwicklung, Erziehung, Trotzen

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19. Juli 2014 um 22:16

Ich
Glaube um sowas mitzubekommen bin ich zu selten da das kann man echt an einer Hand abzählen die letzten Monate
Ich kann nur für mich sprechen, dass mich der Artikel wirklich berührt hat und mit stolz auf meinen Sohn (28 Monate) erfüllt hat, weil ich ihn darin wirklich sehe

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19. Juli 2014 um 22:29

Nein
Das sicher nicht. Aber trotzdem regt es zum nachdenken und besserem Verständnis an finde ich

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19. Juli 2014 um 22:34

Was ja immer gern falsch verstanden wird...
Diese Kinder dürfen nicht alles. Das ist absoluter Quark. Diese Kinder haben auch Dinge, nach denen sie sich richten müssen. Es geht dabei auch gar nicht darum, dass sie alles dürfen. Es geht darum, dass man nicht alles auf die Goldwaage legen muss und 3x überlegt, ob man das jetzt wirklich verbieten muss.
Es scheinen irgendwie immer alle zu glauben, dass diese Kinder sich nicht zu benehmen wissen, weil ihnen keine Grenzen aufgezeigt werden. Auch hier gibt es nicht nur schwarz und weiss und ob ihr es Erziehung nennt, das ist mir doch egal. Ich mag das Wort nicht...andere mögen das Wort Phase nicht. Damit redet euch doch keiner rein. Man wird euch nicht sagen wie ihr eure Kinder behandel sollt, aber wenn man gefragt wird, wie man das macht, dann wird man doch ehrlich antworten dürfen ohne das sich jemand ans Bein gepisst fühlt.

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19. Juli 2014 um 22:55

...
Zumal man bei Trotz gar nichts machen kann. Das unterscheidet sich schon zwischen Wille durchsetzen und Trotz.
Beim Trotzanfall bricht die Welt zusammen und sie lassen gar nichts mehr zu. Mag bei jedem Kind vielleicht auch noch anders sein, aber ich kenne es nur so.
Ich versteh auch nicht so wirklich was jetzt der Schokoriegel mit Trotz zu tun hat. Ein Kind will doch keinen Schokoriegel, weil es sich gegen die Eltern stellen will.

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19. Juli 2014 um 23:10

Ich
Weiß jetzt nicht, ob ich den Artikel einfach falsch verstanden habe. Aber ich hatte in keiner Sekunde das Gefühl, dass hier ein Kind mit einem erwachsenen verglichen wird. Vielmehr sollte es für mich darstellen wie es sich für das Kind anfühlt

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19. Juli 2014 um 23:17

Ich weiss nicht was in diesem text steht
...ich habe es nur überflogen, weil es mir zu langatmig war. Ich lese auch keine Ratgeber.

Mit "diese Kinder" meine ich die, die nicht vernünftig erzogen werden. Das kriegt man doch immer wieder gesagt, wenn man erzählt, dass man lieber Anfälle mit Kompromisse umgeht, statt sich und dem Kind die volle Dröhnung zu geben, weil man auf ein Nein besteht. Das Kind lernt dadurch keine Grenzen und Regeln. Was aber wirklich dahinter steckt und wie es abläuft, das interessiert doch keinen...hauptsache es ist doof, weil es anders ist. Ist ja alles angeblich nur aus irgendwelchen Ratgebern.

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20. Juli 2014 um 10:41

Nee
Auf gut deutsch: nicht vergessen, dass das Kind eben auch ein Mensch ist mit eigenen Gedanken, wünschen,...

Man zieht sich wie aus allem einfach das raus was man möchte

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20. Juli 2014 um 13:14

War ein schöner Text, aber
Ziemlich Lückenhaft.

Wichtiger wäre zu wissen, wie man damit umgeht, wenn das Kind einen tatsächlichen Grund hat zum bocken?

Mein Sohn (eigentlich recht müde) legt sich eine Minute in's Bett, um dann wie ein irrer aufzuspringen und durch die Wohnung zu kreischen und zu brüllen wie ein kaputter, dass er NICHT SCHLAFEN WILL !!!!! ... nun... wenn das kein Trotz (und ich wähle das Wort bewusst) ist, was ist es dann?
Klar freut der sich 'n Keks, wenn er nicht schlafen muss, aber bitte wer badet den Jungen ab halb sechs abends aus? Etwas zickigeres und Divenhafteres habe ich dann selten gesehen.

Man kann nicht alles immer pauschalisieren. Zähneputzen MUSS gemacht werden, denn die Konsequenz für die Kinder kommt schließlich nicht sofort. Also wie dem schreienden, hyperventilierenden, Kuscheltierwerfenden ( ) in seiner (wie wir jetzt wissen -nicht- trotzphase) umgehen?

Anziehen (und dann eben die unerwünschte Jacke mit raus nehmen), das sind alles Dinge, bei denen ich den Artikel verstehen kann.. Aber die grundlegenen Dinge die getan werden MÜSSEN, aber nicht getan werden wollen, werden versucht zu trotzen.

Also (wir haben für alle Probleme unsere passenden Lösungen gefunden, aber für jeden pauschalisieren kann man es nicht. Erziehung ist flexibel, sollte es sein, und auf das jeweilige Kind angepasst.) Was würde die Autorin dazu sagen?

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20. Juli 2014 um 13:33

Du hast es immer noch nicht verstanden
Natürlich gibt es Grenzen und das spätestens in Gefahrensituationen und dein Roller Beispiel ist eine Gefahrensituation, die mit einem deutlich Nein kommentiert wird und bei uns sogar OHNE Geschrei akzeptiert wird, weil das Kind weiss, dass es Schmerzgrenzen gibt, die mit einem Nein kommentiert werden und es auch keinen Spielraum mehr für Kompromisse gibt. Ein klares Nein bedeutet bei uns, dass nicht verhandelt wird und das wird akzeptiert.
Das wird oft genug auch im Forum gesagt. Wollt ihr das immer überlese, um euch dann daran aufzuhängen?

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