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Totes Baby und jeder muss damit spielen

4. Februar 2017 um 17:52

Heute.will ich mal was mit euch teilen was mir keine Ruhe mehr lässt.

Anfang Januar habe ich meine ehemalige Schulfreundin in Adelaide in Australien besucht. Sie hat zwei Kinder und war, als ich dort ankam, mit ihrem dritten Kind Anfang 6. Monat schwanger.

Eines Nachts bekam ich im Hotel einen Anruf von ihrem Mann der mir sagte, dass meine Freundin plötzlich starke Blutungen bekam und sofort ins Krankenhaus gebracht wurde. Sie hatte eine Frühgeburt und das Kind verstarb kurz nach der Geburt.
Natürlich war das sehr tragisch und ich wollte sie so schnell wie möglich besuchen. Ihr Mann bat mich aber darum, erst später zu kommen, was ich selbstverständlich verstand. Am nächsten Tag nach dem Drama sagte er mir, dass ich nun kommen könnte.

Als ich ins Zimmer kam waren mehrere Besucher da und war ich sehr überrascht, dass ein Körbchen neben ihrem Bett stand und sie in ihren Armen irgendetwas in eine Decke eingewickeltes hielt.
Als ich näher kam sah ich, dass es das tote Kind war. Irgendwie war ich erschrocken, doch als sie mir mit so todtraurigem Gesicht das Deckenbündel reichte, brachte ich es einfach nicht übers Herz, es nicht zu nehmen. In dem Moment begann es, dass ich mir vorkam, als würde ich mich selbst und den weiteren Ablauf in einem Film sehen.

Die Großeltern und die anderen Kinder meiner Freundin  (6 und 31/2 Jahre alt) waren auch da. Die Kids hielten sich still im Hintergrund bis der Vater meinte, nun sollten sie das tote Baby nehmen und ihm was vorsingen. Sie wollten es beide nicht, fügten sich aber dann. Später sagten sie mir, dass sie Angst vor "der kalten Puppe" haben.

Auch die Großeltern kamen mir sehr zurückhaltend im Umgang mit dem toten Kind vor. Doch auch sie hatten keine echte Chance, abzulehnen ohne brutal zu wirken. Die Oma klapperte dann mit einer Rassel über dem Baby und der Opa sprach zu ihm. Es kam mir alles total unwirklich vor.

Als meine Freundin dann das Kind wieder an sich genommen hatte, wickelte sie es aus der Decke. Es war völlig bekleidet und ein Schnuller hing an einem Band um seinen Hals.
Jetzt geschah für mich Unfassbares: sie zog ihm die Sachen aus, wickelte es und zog ihm andere an! Ich sollte ihr dabei helfen, "das Baby zu halten"! In meinem seltsamen Geisteszustand machte ich auch da mit. Der Körper war eiskalt und ziemlich steif, drum ging das nicht so einfach mit dem umziehen usw. Sie machte aber trotzdem weiter.

Meine Freundin erzählte, dass das Körbchen neben ihrem Bett extra für Babyleichen konstruiert ist und mit einem Kühlsystem ausgestattet ist. Die toten Körper verwesen darin, im Vergleich zu denen, die ohne das Kühlsystem sind, recht lange nicht. Diese "cold cots" ermöglichen es, mit den Leichen zu spielen, sie immer wieder umzuziehen, zu wickeln u.s.w. Es gibt anscheinend viele dieser speziellen Leichenkörbchen in den Krankenhausen in Australien.

Irgendwann kam eine Krankenschwester ins Zimmer. Sie fand die Geschichte anscheinend völlig normal und fragte meine Freundin, ob sie was brauche und ob sie noch ein paar Windeln bringen solle.

Als ich ging hatte ich uA überhaupt keinen Zeitbegriff mehr. Meine Fingerspitzen und Zehen waren wie taub. Ich war total verstört, ich war mir einfach nicht sicher, ob das alles wirklich passiert ist oder nicht. Kurz, ich befand mich in einem Ausnahmezustand den ich noch nie vorher erlebt habe.

Jetzt sind ein paar Wochen vergangen und noch immer träume ich oft von diesem Krankenhauserlebnis. Die Träume sind nicht gut.

Ich finde, wenn Eltern das Bedürfniss haben, mit ihren toten Kindern noch zu spielen usw., und es ist rechtlich in Ordnung, geht das auch für mich klar. Aber andere Leute, oder kleine Kinder mehr oder weniger unter Zwang dazu zu bringen, das auch zu machen, ist in meinen Augen schrecklich.  Oder sehe ich das falsch?


P.S.

Falls ich im falschen Forum bin, sagt mir doch bitte, welches das Richtige ist. Danke.
 

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4. Februar 2017 um 20:02

@gucky

ich bin hier moderator . ich verschiebe deinen thread so um 22 uhr in das babyforum . ich glaube da findest du mehr leute die mit dir darüber schreiben .

 

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4. Februar 2017 um 20:20
In Antwort auf 777lucky03

@gucky

ich bin hier moderator . ich verschiebe deinen thread so um 22 uhr in das babyforum . ich glaube da findest du mehr leute die mit dir darüber schreiben .

 

Danke lucky!
Ich habe mir das auch überlegt, aber dann habe ich mich doch nicht getraut mich nicht getraut weil ich mir dachte, dass vielleicht die Beschäftigung mit dem Tod eines Babys die Schwangeren zu sehr belasten könnte.

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4. Februar 2017 um 20:31

dort sind auch muttis mit sternenkindern . 

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4. Februar 2017 um 20:42

daphne danke dass du mir geschrieben hast.

Ich verstehe gut dass man sich von einem geliebten Menschen verabschieden sollte.  Auch dass man von totgeborenen, oder kurz nach der Geburt gestorbenen Babys Hand und Fußabdrücke macht, finde ich sehr gut.

Aber, wenn so wie bei meiner Freundin tagelang (!!!) mit der Babyleiche gespielt wird, und jeder(!) Besuch muss auch mit ihr spielen, das ist doch - ich kann das gar nicht in Worte fassen! Sie war ja schon am steif werden,.. Also ich bin immer noch nicht darüber weg...

Stell dir mal die anderen zwei Kinder vor, sie sind 3 1/2 und 6 Jahre alt, und hatten einfach nur Angst vor "der kalten Puppe" wie sie es sagten --- doch sie mussten auf ziemlich strengen Befehl der Eltern auch die Leiche tragen und ihr was vorsingen!
Das kann doch nicht normal sein!
Dort aber scheinbar schon, denn die Krankenschwester wollte für das tote Kind Windeln holen!

Das mit deinem Brüderchen tut mir sehr leid. Es ist wirklich schade, dass es gar keine Erinnerungsstücke an ihn gibt. Aber du hast ihn nicht vergessen und darum ist er auch nicht wirklich tot.

Liebe Grüße

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4. Februar 2017 um 20:44
In Antwort auf 777lucky03

dort sind auch muttis mit sternenkindern . 

Ja, dann passt das schon rein. Danke!

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4. Februar 2017 um 21:57

Hallo Daphne,

das Baby wurde 5 Tage nach der Geburt bestattet. 4Tage lang wurde es bespielt... ich fasse das immer noch nicht...

Ich habe vorhin mit meiner Freundin telefoniert. Sie sagte mir, dass das Leichenkörbchen "Cold Cuddle Cot" heißt.
Danach war ich im Netz unterwegs und habe es auch gefunden. Der Hersteller ist "Flexmort". Auf seiner Seite las ich, dass das Teil anscheinend eine gekühlte Matratze für Babyleichen ist, die man in jedes Körbchen legen kann.
Beschrieben wird dort ausführlich, dass man damit Zeit gewinnt, ein Bond mit dem toten Baby herzustellen, es an- und auszuziehen, es zu wickeln, zu fotografieren usw. usw. Die geschenkte Zeit beträgt demnach zwischen 3 und 4 Tage.

Der Cuddle Cot ist anscheinend sehr beliebt in Irland, Schottland, Canada, England, Australien, Neuseeland und USA. In anderen Ländern kennt man ihn nicht.

Dein Bruder wurde "entsorgt"? Ich trau mich jetzt gar nicht, den Gedanken zu Ende zu denken...

http://flexmort.com/cuddle-cots/

 

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4. Februar 2017 um 22:40

Das klingt wie in einem Horrorfilm... Hätte es so empfunden wie du! Unvorstellbar.

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4. Februar 2017 um 22:59

Wenn man es nicht kennt, dann erscheint es fremd. Es ist aber in diesen Ländern (die bereits genannt wurden) üblich und soooo schlecht empfinde ich das gar nicht. Gut, dieses umziehen und wickeln ist etwas strange, aber wenn man es so kennt...
Ich finde es gut, dass die Kinder nicht nach wenigen Stunden der Mutter genommen werden und ein Besuch nur in der Pathologie gestattet ist. Viele Frauen nehmen dieses Angebot auch in Dtl. in Anspruch und es ist doch sehr unpersönlich in dieser Umgebung.
Ob man Kinder damit nun beschäftigen muss, das ist wieder eine andere Frage, aber vielleicht ist das auch gar nicht so schlecht, weil es für Kinder auch schwer zu verstehen ist, wenn die Eltern nur erzählen, dass das Geschwisterkind zu den Sternen gegangen ist. Kinder mit dem toten Kind "spielen" zu lassen (besonders, wenn sie es nicht möchten), das ist mir auch zu viel. 
Dieses "Angebot" finde ich nicht schlecht, aber auch nur für die Familienangehörigen, die das auch möchten. Für wen es sich fremd anfühlt, der sollte dazu nicht gezwungen werden, aber für Eltern, die länger Abschied nehmen wollen z.B. bis zur Beerdigung, das finde ich eine schöne Sache. Ich würde es auch furchtbar finden, wenn ich mich nach kurzer Zeit, von meinem leblosen Kind verabschieden müsste, dass ich unter meinem Herzen getragen habe. 

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4. Februar 2017 um 23:17
In Antwort auf gucky3

Heute.will ich mal was mit euch teilen was mir keine Ruhe mehr lässt.

Anfang Januar habe ich meine ehemalige Schulfreundin in Adelaide in Australien besucht. Sie hat zwei Kinder und war, als ich dort ankam, mit ihrem dritten Kind Anfang 6. Monat schwanger.

Eines Nachts bekam ich im Hotel einen Anruf von ihrem Mann der mir sagte, dass meine Freundin plötzlich starke Blutungen bekam und sofort ins Krankenhaus gebracht wurde. Sie hatte eine Frühgeburt und das Kind verstarb kurz nach der Geburt.
Natürlich war das sehr tragisch und ich wollte sie so schnell wie möglich besuchen. Ihr Mann bat mich aber darum, erst später zu kommen, was ich selbstverständlich verstand. Am nächsten Tag nach dem Drama sagte er mir, dass ich nun kommen könnte.

Als ich ins Zimmer kam waren mehrere Besucher da und war ich sehr überrascht, dass ein Körbchen neben ihrem Bett stand und sie in ihren Armen irgendetwas in eine Decke eingewickeltes hielt.
Als ich näher kam sah ich, dass es das tote Kind war. Irgendwie war ich erschrocken, doch als sie mir mit so todtraurigem Gesicht das Deckenbündel reichte, brachte ich es einfach nicht übers Herz, es nicht zu nehmen. In dem Moment begann es, dass ich mir vorkam, als würde ich mich selbst und den weiteren Ablauf in einem Film sehen.

Die Großeltern und die anderen Kinder meiner Freundin  (6 und 31/2 Jahre alt) waren auch da. Die Kids hielten sich still im Hintergrund bis der Vater meinte, nun sollten sie das tote Baby nehmen und ihm was vorsingen. Sie wollten es beide nicht, fügten sich aber dann. Später sagten sie mir, dass sie Angst vor "der kalten Puppe" haben.

Auch die Großeltern kamen mir sehr zurückhaltend im Umgang mit dem toten Kind vor. Doch auch sie hatten keine echte Chance, abzulehnen ohne brutal zu wirken. Die Oma klapperte dann mit einer Rassel über dem Baby und der Opa sprach zu ihm. Es kam mir alles total unwirklich vor.

Als meine Freundin dann das Kind wieder an sich genommen hatte, wickelte sie es aus der Decke. Es war völlig bekleidet und ein Schnuller hing an einem Band um seinen Hals.
Jetzt geschah für mich Unfassbares: sie zog ihm die Sachen aus, wickelte es und zog ihm andere an! Ich sollte ihr dabei helfen, "das Baby zu halten"! In meinem seltsamen Geisteszustand machte ich auch da mit. Der Körper war eiskalt und ziemlich steif, drum ging das nicht so einfach mit dem umziehen usw. Sie machte aber trotzdem weiter.

Meine Freundin erzählte, dass das Körbchen neben ihrem Bett extra für Babyleichen konstruiert ist und mit einem Kühlsystem ausgestattet ist. Die toten Körper verwesen darin, im Vergleich zu denen, die ohne das Kühlsystem sind, recht lange nicht. Diese "cold cots" ermöglichen es, mit den Leichen zu spielen, sie immer wieder umzuziehen, zu wickeln u.s.w. Es gibt anscheinend viele dieser speziellen Leichenkörbchen in den Krankenhausen in Australien.

Irgendwann kam eine Krankenschwester ins Zimmer. Sie fand die Geschichte anscheinend völlig normal und fragte meine Freundin, ob sie was brauche und ob sie noch ein paar Windeln bringen solle.

Als ich ging hatte ich uA überhaupt keinen Zeitbegriff mehr. Meine Fingerspitzen und Zehen waren wie taub. Ich war total verstört, ich war mir einfach nicht sicher, ob das alles wirklich passiert ist oder nicht. Kurz, ich befand mich in einem Ausnahmezustand den ich noch nie vorher erlebt habe.

Jetzt sind ein paar Wochen vergangen und noch immer träume ich oft von diesem Krankenhauserlebnis. Die Träume sind nicht gut.

Ich finde, wenn Eltern das Bedürfniss haben, mit ihren toten Kindern noch zu spielen usw., und es ist rechtlich in Ordnung, geht das auch für mich klar. Aber andere Leute, oder kleine Kinder mehr oder weniger unter Zwang dazu zu bringen, das auch zu machen, ist in meinen Augen schrecklich.  Oder sehe ich das falsch?


P.S.

Falls ich im falschen Forum bin, sagt mir doch bitte, welches das Richtige ist. Danke.
 

Ich habe selbst meinen Sohn 2013 still geboren und hatte ihn am nächsten Tag für einige Stunden bei mir um mich von ihm zu verabschieden. Sowohl ich als auch mein Mann haben ihn sehr innig gehalten und mit ihm "gekuschelt", wenn man das so nennen kann...
auch meine Eltern und Schwiegermutter haben ihn lange im Arm gehalten. Was wir damals nicht erlaubt haben, war das unsere Söhne ( damals 9 und 1) den kleinen sehen durften. Im Nachhinein war das für unseren Großen die falsche Entscheidung. Wir hätten es erlauben sollen, da er selbst ganz klar den Wunsch geäußert hatte. Er hat noch heute psychische Probleme und ist in Behandlung, unter anderem weil er es nicht richtig verarbeiten konnte.

unter Zwang sollte niemand ein totes Kind im Arm halten oder sich generell von einem Toten verabschieden, aber jeder trauert anders und für mich war es sehr wichtig diese kurze Zeit mit meinem Sohn zu verbringen, ihn zu waschen, ihn anzuziehen und viele Fotos von ihm zu machen. Das sind die einzigen Erinnerungen die uns Mamas von still geborenen Kindern bleiben.

von diesen Cold cots habe ich schon gehört, allerdings kommen die meines Wissens in Deutschland nicht zum Einsatz.

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5. Februar 2017 um 0:07

Jeder trauert anders. Natürlich ist es nicht schön, wenn "Außenstehende" genötigt werden bei Dingen mitzumachen die sie nicht wollen - besonders wenn es kleine Kinder sind.
Allerdings: Was in den Köpfen der Eltern vorgeht, wissen wahrscheinlich die wenigsten und ich für meinen Teil würde mir nicht anmaßen das Verhalten von Leuten in solch einer Situation zu kritisieren. Es wird in ein paar Tagen vorbei sein.

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5. Februar 2017 um 7:45
In Antwort auf gucky3

Heute.will ich mal was mit euch teilen was mir keine Ruhe mehr lässt.

Anfang Januar habe ich meine ehemalige Schulfreundin in Adelaide in Australien besucht. Sie hat zwei Kinder und war, als ich dort ankam, mit ihrem dritten Kind Anfang 6. Monat schwanger.

Eines Nachts bekam ich im Hotel einen Anruf von ihrem Mann der mir sagte, dass meine Freundin plötzlich starke Blutungen bekam und sofort ins Krankenhaus gebracht wurde. Sie hatte eine Frühgeburt und das Kind verstarb kurz nach der Geburt.
Natürlich war das sehr tragisch und ich wollte sie so schnell wie möglich besuchen. Ihr Mann bat mich aber darum, erst später zu kommen, was ich selbstverständlich verstand. Am nächsten Tag nach dem Drama sagte er mir, dass ich nun kommen könnte.

Als ich ins Zimmer kam waren mehrere Besucher da und war ich sehr überrascht, dass ein Körbchen neben ihrem Bett stand und sie in ihren Armen irgendetwas in eine Decke eingewickeltes hielt.
Als ich näher kam sah ich, dass es das tote Kind war. Irgendwie war ich erschrocken, doch als sie mir mit so todtraurigem Gesicht das Deckenbündel reichte, brachte ich es einfach nicht übers Herz, es nicht zu nehmen. In dem Moment begann es, dass ich mir vorkam, als würde ich mich selbst und den weiteren Ablauf in einem Film sehen.

Die Großeltern und die anderen Kinder meiner Freundin  (6 und 31/2 Jahre alt) waren auch da. Die Kids hielten sich still im Hintergrund bis der Vater meinte, nun sollten sie das tote Baby nehmen und ihm was vorsingen. Sie wollten es beide nicht, fügten sich aber dann. Später sagten sie mir, dass sie Angst vor "der kalten Puppe" haben.

Auch die Großeltern kamen mir sehr zurückhaltend im Umgang mit dem toten Kind vor. Doch auch sie hatten keine echte Chance, abzulehnen ohne brutal zu wirken. Die Oma klapperte dann mit einer Rassel über dem Baby und der Opa sprach zu ihm. Es kam mir alles total unwirklich vor.

Als meine Freundin dann das Kind wieder an sich genommen hatte, wickelte sie es aus der Decke. Es war völlig bekleidet und ein Schnuller hing an einem Band um seinen Hals.
Jetzt geschah für mich Unfassbares: sie zog ihm die Sachen aus, wickelte es und zog ihm andere an! Ich sollte ihr dabei helfen, "das Baby zu halten"! In meinem seltsamen Geisteszustand machte ich auch da mit. Der Körper war eiskalt und ziemlich steif, drum ging das nicht so einfach mit dem umziehen usw. Sie machte aber trotzdem weiter.

Meine Freundin erzählte, dass das Körbchen neben ihrem Bett extra für Babyleichen konstruiert ist und mit einem Kühlsystem ausgestattet ist. Die toten Körper verwesen darin, im Vergleich zu denen, die ohne das Kühlsystem sind, recht lange nicht. Diese "cold cots" ermöglichen es, mit den Leichen zu spielen, sie immer wieder umzuziehen, zu wickeln u.s.w. Es gibt anscheinend viele dieser speziellen Leichenkörbchen in den Krankenhausen in Australien.

Irgendwann kam eine Krankenschwester ins Zimmer. Sie fand die Geschichte anscheinend völlig normal und fragte meine Freundin, ob sie was brauche und ob sie noch ein paar Windeln bringen solle.

Als ich ging hatte ich uA überhaupt keinen Zeitbegriff mehr. Meine Fingerspitzen und Zehen waren wie taub. Ich war total verstört, ich war mir einfach nicht sicher, ob das alles wirklich passiert ist oder nicht. Kurz, ich befand mich in einem Ausnahmezustand den ich noch nie vorher erlebt habe.

Jetzt sind ein paar Wochen vergangen und noch immer träume ich oft von diesem Krankenhauserlebnis. Die Träume sind nicht gut.

Ich finde, wenn Eltern das Bedürfniss haben, mit ihren toten Kindern noch zu spielen usw., und es ist rechtlich in Ordnung, geht das auch für mich klar. Aber andere Leute, oder kleine Kinder mehr oder weniger unter Zwang dazu zu bringen, das auch zu machen, ist in meinen Augen schrecklich.  Oder sehe ich das falsch?


P.S.

Falls ich im falschen Forum bin, sagt mir doch bitte, welches das Richtige ist. Danke.
 

 Ja, seh ich genauso wie du. Das würde ich meinen anderen Kindern nicht antun...

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5. Februar 2017 um 7:45
In Antwort auf gucky3

Heute.will ich mal was mit euch teilen was mir keine Ruhe mehr lässt.

Anfang Januar habe ich meine ehemalige Schulfreundin in Adelaide in Australien besucht. Sie hat zwei Kinder und war, als ich dort ankam, mit ihrem dritten Kind Anfang 6. Monat schwanger.

Eines Nachts bekam ich im Hotel einen Anruf von ihrem Mann der mir sagte, dass meine Freundin plötzlich starke Blutungen bekam und sofort ins Krankenhaus gebracht wurde. Sie hatte eine Frühgeburt und das Kind verstarb kurz nach der Geburt.
Natürlich war das sehr tragisch und ich wollte sie so schnell wie möglich besuchen. Ihr Mann bat mich aber darum, erst später zu kommen, was ich selbstverständlich verstand. Am nächsten Tag nach dem Drama sagte er mir, dass ich nun kommen könnte.

Als ich ins Zimmer kam waren mehrere Besucher da und war ich sehr überrascht, dass ein Körbchen neben ihrem Bett stand und sie in ihren Armen irgendetwas in eine Decke eingewickeltes hielt.
Als ich näher kam sah ich, dass es das tote Kind war. Irgendwie war ich erschrocken, doch als sie mir mit so todtraurigem Gesicht das Deckenbündel reichte, brachte ich es einfach nicht übers Herz, es nicht zu nehmen. In dem Moment begann es, dass ich mir vorkam, als würde ich mich selbst und den weiteren Ablauf in einem Film sehen.

Die Großeltern und die anderen Kinder meiner Freundin  (6 und 31/2 Jahre alt) waren auch da. Die Kids hielten sich still im Hintergrund bis der Vater meinte, nun sollten sie das tote Baby nehmen und ihm was vorsingen. Sie wollten es beide nicht, fügten sich aber dann. Später sagten sie mir, dass sie Angst vor "der kalten Puppe" haben.

Auch die Großeltern kamen mir sehr zurückhaltend im Umgang mit dem toten Kind vor. Doch auch sie hatten keine echte Chance, abzulehnen ohne brutal zu wirken. Die Oma klapperte dann mit einer Rassel über dem Baby und der Opa sprach zu ihm. Es kam mir alles total unwirklich vor.

Als meine Freundin dann das Kind wieder an sich genommen hatte, wickelte sie es aus der Decke. Es war völlig bekleidet und ein Schnuller hing an einem Band um seinen Hals.
Jetzt geschah für mich Unfassbares: sie zog ihm die Sachen aus, wickelte es und zog ihm andere an! Ich sollte ihr dabei helfen, "das Baby zu halten"! In meinem seltsamen Geisteszustand machte ich auch da mit. Der Körper war eiskalt und ziemlich steif, drum ging das nicht so einfach mit dem umziehen usw. Sie machte aber trotzdem weiter.

Meine Freundin erzählte, dass das Körbchen neben ihrem Bett extra für Babyleichen konstruiert ist und mit einem Kühlsystem ausgestattet ist. Die toten Körper verwesen darin, im Vergleich zu denen, die ohne das Kühlsystem sind, recht lange nicht. Diese "cold cots" ermöglichen es, mit den Leichen zu spielen, sie immer wieder umzuziehen, zu wickeln u.s.w. Es gibt anscheinend viele dieser speziellen Leichenkörbchen in den Krankenhausen in Australien.

Irgendwann kam eine Krankenschwester ins Zimmer. Sie fand die Geschichte anscheinend völlig normal und fragte meine Freundin, ob sie was brauche und ob sie noch ein paar Windeln bringen solle.

Als ich ging hatte ich uA überhaupt keinen Zeitbegriff mehr. Meine Fingerspitzen und Zehen waren wie taub. Ich war total verstört, ich war mir einfach nicht sicher, ob das alles wirklich passiert ist oder nicht. Kurz, ich befand mich in einem Ausnahmezustand den ich noch nie vorher erlebt habe.

Jetzt sind ein paar Wochen vergangen und noch immer träume ich oft von diesem Krankenhauserlebnis. Die Träume sind nicht gut.

Ich finde, wenn Eltern das Bedürfniss haben, mit ihren toten Kindern noch zu spielen usw., und es ist rechtlich in Ordnung, geht das auch für mich klar. Aber andere Leute, oder kleine Kinder mehr oder weniger unter Zwang dazu zu bringen, das auch zu machen, ist in meinen Augen schrecklich.  Oder sehe ich das falsch?


P.S.

Falls ich im falschen Forum bin, sagt mir doch bitte, welches das Richtige ist. Danke.
 

 Ja, seh ich genauso wie du. Das würde ich meinen anderen Kindern nicht antun...

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5. Februar 2017 um 9:49

Das ist richtig.

Selbst bei Erwachsenen ist das üblich und das auch in Deutschland...das weiß nur kaum einer, der sich damit nicht beschäftigt hat. In Deutschland darf man in den meisten Bundesländern von dem Verstorbenen bis zu 36 Stunden zu Hause Abschied nehmen. Nur in Bayern ist das nicht gestattet. Selbst wenn der Angehörige in einem Pflegeheim oder in der Klinik starb, wird der Verstorbene nach Hause gebracht, wenn es die Familie so wünscht. 
Und da wird nichts gekühlt. 

Das ist nichts unnormales. Es ist nur befremdlich, wenn man es nicht kennt.

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5. Februar 2017 um 9:50

Es wäre m.E. Aufgabe der anderen anwesenden Erwachsenen gewesen die Kids da etwas raus zu halten.
Die Eltern haben schlicht in dem Moment andere Sorgen als rational zu überlegen was legitim ist und was nicht.

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5. Februar 2017 um 11:19

Das denke ich auch.
Die Eltern sind in dem Moment nicht dazu in der Lage und deswegen sind dann die Personen in der Pflicht, die noch klar denken und eingreifen können.

Ich finde das eine sehr gute Sache. Ich kann nicht mal vermuten wie ich mich bei so einem Verlust fühlen würde, aber selbst ich sage: Ich würde das auch wollen. Ich würde mich dagegen sträuben, wenn ich mein Kind nach wenigen Stunden abgeben müsste und es bis zur Beerdigung in einer Kühlkammer liegt und wenn ich es sehen möchte, dann nur in dieser sterilen und kalten Umgebung. Um Gottes Willen...das sind doch die einzigen Erinnerungen, die einem bleiben. 
Und wenn ich in meiner Trauer nicht rational denken kann (was absolut normal ist), dann müssen das andere für mich übernehmen. Ich weiß, dass ich in dem Moment nicht darüber nachdenken könnte was gut für meinen Sohn ist und was nicht. Wenn man ein Kind verliert, dann muss man das nicht können und da gibt es Personen, die ihn aus dieser Situation nehmen können.
Genauso verlange ich es, dass sich beteiligte Personen selbst schützen und nicht von mir verlangen, dass ich an deren Wohl denke. Das kann man in diesem Moment nicht und das darf auch keiner verlangen.
Darüber macht man sich vielleicht hinterher irgendwann mal Gedanken, aber doch nicht in diesem Moment. Das kann man dann auch den Eltern nicht zum Vorwurf machen. 

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5. Februar 2017 um 13:20

Ich habe mein Baby im Juni 2015 in der 40 SSW. still zur Welt gebracht und ich bereue es bis heute, dass ich meinen Sohn nicht gebadet habe. Ich habe ihn angezogen, mit ihm gekuschelt, ihn geküsst und ihn in den Armen gehalten und alles war so unglaublich wichtig, aber das Baden fehlt
Ich habe in der Situation über nichts nachgedacht. Das war gar nicht möglich. Und es hat auch einige Zeit gedauert bis ich wirklich realisiert habe, dass mein Baby tot ist. Man hat nicht nur den Ausnahmezustand Geburt zu bewältigen, sondern auch noch den Tod des eigenen Kindes. Wenn da jemand rational bleiben kann dann herzlichen Glückwunsch! Ich konnte es nicht.
Seit diesem Tag ist Alles anders für mich und meine Familie. Es gibt nichts Schlimmeres auf der Welt als sein eigenes Kind gehen lassen zu müssen. Das wünsche ich wirklich niemandem!

Mein Großer  war fast 4 als sein Bruder geboren wurde und natürlich sollte er sein Geschwisterchen sehen, aber er wollte das auch unbedingt. Er hat ihn auch auf dem Arm gehabt, aber nur eingewickelt in der Babydecke.  So wollte er das und das war absolut ok. So war die Kälte nicht so spürbar.
Das war für meinen Großen und auch mich wichtig. So haben wir auch ein paar Fotos mit unseren beiden Jungs drauf und mein Großer konnte sich durch die Bilder als großer Bruder sehen, was aber gedauert hat.

Wir haben aber niemanden gezwungen Bjarne auf den Arm zu nehmen. Das muss freiwillig sein.
Gesehen haben ihn noch die Großeltern und meine Mutter hatte ihn auf dem Arm. Ansonsten hat sie sich mehr um unseren Großen gekümmert, weil wir das gar nicht konnten.
Für unseren Großen war es richtig so, aber das ist von Kind zu Kind unterschiedlich.  Generell habe ich aber gesehen und gelernt, dass Kinder viel ungezwungener mit dem Tod umgehen als wir Erwachsenen und wir uns eine große Scheibe von Ihnen abschneiden können im Umgang mit dem Tod!


 

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5. Februar 2017 um 13:31

Sehr anmaßend deine Behauptung das "in deren Kopf was nicht richtig läuft"! Und dann noch der "nette" Kotzsmiley...ein Schlag ins Gesicht für alle Eltern, die ihr Kind auf diese Art und Weise verlieren...
sei froh, dass du nie in dieser Situation stecken musstest! Tatsächlich läuft man nämlich dann etwas neben der Spur und die Situation erscheint surreal...es braucht schon seine Zeit, das Geschehene zu akzeptieren und realisieren. Die einen brauchen dafür wenige Stunden, andere mehrere Tage. Jedem das seine. Für Trauer gibt es keine Regeln! 
Dieses Ritual was die Eltern vollzogen haben, mag dir befremdlich erscheinen, ist jedoch nicht widerlich!
das Einzige was mir dabei aufstößt, ist das Kinder dazu angehalten wurden, sich gegen ihren Willen mit dem toten Kind "zu beschäftigen"(bin mir hier aber nicht sicher, ob ich die Geschichte so glauben soll)!

Etwas mehr Empathie würde dir manchmal recht gut tun 

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5. Februar 2017 um 13:58

In den Staaten und in vielen anderen Ländern ist das ganz normal. 
und ich finde es "schön", wäre das Kind lebend auf die Welt gekommen, dann wäre es nicht anders. 
Wieso soll das Kind nicht genauso empfangen und verabschiedet werden, wie wenn es lebend auf die Welt gekommen ist. Es wird ja dennoch geliebt, es ist nicht weniger wertvoll.
Man sollte aber keinen dazu zwingen das Kind in den Arm zu nehmen. 
Es gibt sehr viele Videos auf YouTube wo Familien Abschied von ihren Kleinen nehmen und ich finde es schön zu sehen wie sehr diese Kinder geliebt werden.

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5. Februar 2017 um 14:00
In Antwort auf sonnenschein654

Sehr anmaßend deine Behauptung das "in deren Kopf was nicht richtig läuft"! Und dann noch der "nette" Kotzsmiley...ein Schlag ins Gesicht für alle Eltern, die ihr Kind auf diese Art und Weise verlieren...
sei froh, dass du nie in dieser Situation stecken musstest! Tatsächlich läuft man nämlich dann etwas neben der Spur und die Situation erscheint surreal...es braucht schon seine Zeit, das Geschehene zu akzeptieren und realisieren. Die einen brauchen dafür wenige Stunden, andere mehrere Tage. Jedem das seine. Für Trauer gibt es keine Regeln! 
Dieses Ritual was die Eltern vollzogen haben, mag dir befremdlich erscheinen, ist jedoch nicht widerlich!
das Einzige was mir dabei aufstößt, ist das Kinder dazu angehalten wurden, sich gegen ihren Willen mit dem toten Kind "zu beschäftigen"(bin mir hier aber nicht sicher, ob ich die Geschichte so glauben soll)!

Etwas mehr Empathie würde dir manchmal recht gut tun 

Stimme dir 1000% zu!

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5. Februar 2017 um 14:56

Und da muss ich dir Recht geben. 
Schauderhaft. Ich möchte nicht anmaßend sein, stelle jedoch den Wahrheitsgehalt des Posts infrage. 

Gleichwohl gilt mein ganzes Mitgefühl verwaisten Eltern - sie haben das Schlimmste, was es gibt, zu ertragen. 

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5. Februar 2017 um 15:16

Es ist unfassbar kleine Kinder zu zwingen, der Leiche was vorzusingen. Das ist für mich absolut jenseits allem Verständnis. Sie können dadurch ein Trauma erleiden das sie ihr Leben lang mit sich herum schleppen. Wenn schon die Eltern so rücksichtslos sind, müsste das Krankenhaus einschreiten und das verhindern.

Die erwachsenen Besucher könnten sich theoretisch schützen. Wenn man aber gar nicht Bescheid weiß was einen bei dem Besuch erwartet, kann ich mir gut vorstellen, dass man in eine Art Schockzustand kommt und ganz anders reagiert als normalerweise. Dann fällt auch der Schutzmechanismus aus. Der Vater hätte den Besuchern vorher mindestens sagen müssen was im Krankenzimmer passiert.

Jeder der ein Kind verliert tut mir von Herzen leid. Schlimmeres gibt es nicht. Wir haben auch unsere Tochter mit knapp zwei Monaten durch einen Unfall verloren. Es war grauenhaft und der Schmerz wird nie ganz vergehen. Wir hätten aber niemals unsere anderen Kinder gezwungen, sie danach zu tragen und ihr was vorzusingen. Auch sonst haben wir das von niemandem verlangt. Als Eltern haben wir natürlich Abschied genommen und mit ihr gekuschelt und wir sind sehr dankbar dass wir das tun konnten. Aber ich verstehe auch jeden der das nicht kann, vor allem wenn es nicht die Eltern sind.

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5. Februar 2017 um 15:30
In Antwort auf kostler

Es ist unfassbar kleine Kinder zu zwingen, der Leiche was vorzusingen. Das ist für mich absolut jenseits allem Verständnis. Sie können dadurch ein Trauma erleiden das sie ihr Leben lang mit sich herum schleppen. Wenn schon die Eltern so rücksichtslos sind, müsste das Krankenhaus einschreiten und das verhindern.

Die erwachsenen Besucher könnten sich theoretisch schützen. Wenn man aber gar nicht Bescheid weiß was einen bei dem Besuch erwartet, kann ich mir gut vorstellen, dass man in eine Art Schockzustand kommt und ganz anders reagiert als normalerweise. Dann fällt auch der Schutzmechanismus aus. Der Vater hätte den Besuchern vorher mindestens sagen müssen was im Krankenzimmer passiert.

Jeder der ein Kind verliert tut mir von Herzen leid. Schlimmeres gibt es nicht. Wir haben auch unsere Tochter mit knapp zwei Monaten durch einen Unfall verloren. Es war grauenhaft und der Schmerz wird nie ganz vergehen. Wir hätten aber niemals unsere anderen Kinder gezwungen, sie danach zu tragen und ihr was vorzusingen. Auch sonst haben wir das von niemandem verlangt. Als Eltern haben wir natürlich Abschied genommen und mit ihr gekuschelt und wir sind sehr dankbar dass wir das tun konnten. Aber ich verstehe auch jeden der das nicht kann, vor allem wenn es nicht die Eltern sind.

Ich möchte dir mein aufrichtiges Beileid aussprechen. 

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5. Februar 2017 um 16:17

Im ersten Moment dachte ich, es ist ein fake-Thread. Kuscheln und Singen kann ich auch nachvollziehen. Ständiges Umziehen und Windeln stelle ich mir aufgrund der Leichenstarre befremdlich vor.

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5. Februar 2017 um 16:42
In Antwort auf umminti

Ich möchte dir mein aufrichtiges Beileid aussprechen. 

Danke umminti . Anteilnahme tut gut weil man dann nicht so allein ist.

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5. Februar 2017 um 16:51

Zuerst kam mir der Thread auch komisch vor. Für mich war der Link dann aber wichtig weil ich dort gesehen habe, dass der Hersteller wirklich von wickeln, umziehen, fotografieren, es bei sich haben usw. spricht.
"...whether changing a nappy, dressing the baby, taking photographs or simply just staying close and this unquestionably helps families in dealing with their loss..."

Wie eine Werbung kommt es mir jetzt nicht mehr vor, sonst wäre das doch positiv formuliert und nicht wie in einem Horrorfilm.

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5. Februar 2017 um 17:59

Ich muss sagen, der Thread kommt mir auch komisch vor. Viele neue Namen, die Anmeldepanne...

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5. Februar 2017 um 18:14

Oh, ich habe sehr wohl begriffen um was es dir geht...aber deine Wortwahl lässt ziemlich zu wünschen übrig!
Niemand, ob Kind oder Erwachsene sollte gegen seinen Willen gezwungen werden, in dieser Form von einem Toten Abschied zu nehmen.
Für mich gibt es beim Trauern keine Regeln, und wenn es dieser Familie geholfen hat, so what???
Ich denke, dass ich das ganze auch anders beurteile, weil ich es leider selbst erleben musste. Wenn ich gekonnt hätte, hätte ich meinen kleinen gerne noch etwas länger bei mir gehabt und mit dem Wissen von heute, hätten wir auch den Geschwistern erlaubt, ihn im Arm zu halten! Zumal ein Baby, dass still geboren wurde meistens nicht anders aussieht, als ein Neugeborenes oder Frühgeborener. Das sind Situationen, in denen man einfach nicht klar denken kann und eine Totgeburt ist sehr schwer zu verarbeiten. 

und nun würde ich es gerne dabei belassen, denn auch drei Jahre nach meiner stillen Geburt von Jannik ist dieses Thema für mich immer noch mit sehr vielen Emotionen verbunden und sehr aufwühlend.
für uns gehört unser Sohn für immer zu uns, und ebenso wie in unserem Haus Bilder von meinen anderen beiden Jungs hängen, sind auch Bilder von Jannik da. Meine Söhne sprechen von ihm als ihr Bruder und mein Jüngster nennt ihn immer Engel. Für ihn ist nichts befremdliches daran, von seinem Engel im Himmel zu erzählen. Kinder gehen sehr viel unbefangener mit dem Thema um, davon könnte sich so mancher Erwachsene eine Scheibe abschneiden.

Ich bin aber sehr froh, dass sich unsere Gesellschaft mittlerweile vermehrt mit dem Thema stille Geburt auseinander setzt und unterstütze sehr gerne Organisationen wie bspw "Now I lay me down to sleep".

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5. Februar 2017 um 18:17
In Antwort auf finebaby

Stimme dir 1000% zu!

Ich drücke dich mal unbekannterweise ganz feste!

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5. Februar 2017 um 18:51

Dabei geht es mir keineswegs um das Thema an sich, sondern um die zwei Nicks, die zu derselben Person zu gehören scheinen, ect. Und ist zudem noch mein Bauchgefühl.

 

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5. Februar 2017 um 18:55

Und davon mal ab: Dass einem etwas Unbekanntes erstmal "komisch" erscheint, halte ich für völlig normal! Das heißt nicht, dass man es komplett ablehnt sondern ist ein Zeichen von Unwissenheit und Skepsis. Ich persönlich kann den Fehler da nicht finden.

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5. Februar 2017 um 19:47

Und Du nutzt beide aktiv? Im selben Forum, im selben Thread, am selben Tag? Klingt nicht so, also schon wieder überhaupt nicht vergleichbar!

Natürlich ist alles möglich.
Aber man wird ja wohl noch Zweifel anbringen dürfen, ohne dass jemand dazwischen grätscht und schreit, weil er meint es wäre unangebracht, weil "bei Tante Elke und Onkel Susi war das auch so, die haben zwar nur einen Dackel aber mit meinem Hamster ging das auch!".
Mir ist nun schon oft aufgefallen, dass Du oft versuchst, gar keinen Austausch (oder Zweifel) über bestimmte Sachen aufkommen zu lassen und hast zu allem persönliche Erfahrungen und Beispiele - völlig in Ordnung, aber gestatte doch bitte anderen auch ihren Austausch und lasse Ihnen Ihre (sachlichen!) Ansichten, Meinungen und anders empfundenen Erfahrungen!
Alles andere macht Diskussionen schwierig.

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5. Februar 2017 um 22:34

Ich hatte erst die Tage in einem Artikel darüber gelesen und war erst etwas irritiert... ich habe lange darüber nachgedacht und bin zu der Meinung gekommen, dass das jeder so halten sollte, wie er mag! Ich hoffe, ich komme nie in so eine Situation, aber wenn, glaube ich jetzt, möchte ich das nicht...
Was ich nicht gut finde, dass hier die Kinder gezwungen wurden, das Baby zu nehmen obwohl es ihnen Angst machte! Das geht gar nicht! Aber den Eltern, die das brauchen um Abschied zu nehmen, könnte man das ermöglichen, meine ich... in D wird das wahrscheinlich lange nicht möglich werden, wegen diverser Totenregelungen und Hygienevorschriften vermute ich mal...

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6. Februar 2017 um 13:11

Ja, das ist sicher für viele Menschen hilfreich. 

Aber dabei ist nicht impliziert, dass man ähnliche Vorgänge wie Spielen, Windeln etc. -natürlich transferiert auf das jeweilige Alter- vollzieht. 

Ich kann mich noch erinnern, von einem Onkel vor sehr langer Zeit bei ihm zuhause Abschied genommen zu haben. 

Der anwesende Fotograf verlangte nach einem Stuhl. Ich war gelähmt vor Angst, er könne den armen Onkel daraufsetzen!?

Natürlich wollte er nur "von oben" diesen fotographieren, was ich nicht verstanden hatte. Und ich war kein Kind mehr! Den Aufbahrungsort im Haus habe ich ab dato gemieden wie die Pest. Und der Anblick ging mir noch lange nachts nach....Übrigens legte man damals noch Zitronen in der Umgebung des Leichnams aus, Kühlung gab es nicht....

Abschied muss sein, aber die geschilderten Vorgänge, noch dazu unter Zwang und mit kleinen Kindern, halte ich für kontraproduktiv, wenn nicht traumatisierend. 

Nicht alle Dinge, die von Amerika o. a. Ländern herüberschwappen, sind gut für uns. 

Und die Angabe der Bezugsquelle hat ein "Geschmäckle". 

Gleichzeitig möchte ich hier allen Eltern, die ein Kind hergeben mussten, mein tiefstes Beileid ausdrücken. 
Etwas Schlimmeres gibt es sicherlich nicht. 

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6. Februar 2017 um 13:13

Früher tat man das. Auch ist es noch in einigen Religionen wie z. B. dem Islam üblich. 

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6. Februar 2017 um 13:31

Doch, habe ich gehört. Ich glaube eher, du wolltest auf bella antworten, oder?

Ich habe meine Eltern auf furchtbare Art verloren.
Die Bestatter haben damals überwältigend gut gearbeitet. 
Trotzdem war der Abschied sehr schwer, nicht zu beschreiben, aber wichtig. 

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6. Februar 2017 um 13:32

Hab's verstanden, Daphne. 

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6. Februar 2017 um 13:50
In Antwort auf gucky3

Heute.will ich mal was mit euch teilen was mir keine Ruhe mehr lässt.

Anfang Januar habe ich meine ehemalige Schulfreundin in Adelaide in Australien besucht. Sie hat zwei Kinder und war, als ich dort ankam, mit ihrem dritten Kind Anfang 6. Monat schwanger.

Eines Nachts bekam ich im Hotel einen Anruf von ihrem Mann der mir sagte, dass meine Freundin plötzlich starke Blutungen bekam und sofort ins Krankenhaus gebracht wurde. Sie hatte eine Frühgeburt und das Kind verstarb kurz nach der Geburt.
Natürlich war das sehr tragisch und ich wollte sie so schnell wie möglich besuchen. Ihr Mann bat mich aber darum, erst später zu kommen, was ich selbstverständlich verstand. Am nächsten Tag nach dem Drama sagte er mir, dass ich nun kommen könnte.

Als ich ins Zimmer kam waren mehrere Besucher da und war ich sehr überrascht, dass ein Körbchen neben ihrem Bett stand und sie in ihren Armen irgendetwas in eine Decke eingewickeltes hielt.
Als ich näher kam sah ich, dass es das tote Kind war. Irgendwie war ich erschrocken, doch als sie mir mit so todtraurigem Gesicht das Deckenbündel reichte, brachte ich es einfach nicht übers Herz, es nicht zu nehmen. In dem Moment begann es, dass ich mir vorkam, als würde ich mich selbst und den weiteren Ablauf in einem Film sehen.

Die Großeltern und die anderen Kinder meiner Freundin  (6 und 31/2 Jahre alt) waren auch da. Die Kids hielten sich still im Hintergrund bis der Vater meinte, nun sollten sie das tote Baby nehmen und ihm was vorsingen. Sie wollten es beide nicht, fügten sich aber dann. Später sagten sie mir, dass sie Angst vor "der kalten Puppe" haben.

Auch die Großeltern kamen mir sehr zurückhaltend im Umgang mit dem toten Kind vor. Doch auch sie hatten keine echte Chance, abzulehnen ohne brutal zu wirken. Die Oma klapperte dann mit einer Rassel über dem Baby und der Opa sprach zu ihm. Es kam mir alles total unwirklich vor.

Als meine Freundin dann das Kind wieder an sich genommen hatte, wickelte sie es aus der Decke. Es war völlig bekleidet und ein Schnuller hing an einem Band um seinen Hals.
Jetzt geschah für mich Unfassbares: sie zog ihm die Sachen aus, wickelte es und zog ihm andere an! Ich sollte ihr dabei helfen, "das Baby zu halten"! In meinem seltsamen Geisteszustand machte ich auch da mit. Der Körper war eiskalt und ziemlich steif, drum ging das nicht so einfach mit dem umziehen usw. Sie machte aber trotzdem weiter.

Meine Freundin erzählte, dass das Körbchen neben ihrem Bett extra für Babyleichen konstruiert ist und mit einem Kühlsystem ausgestattet ist. Die toten Körper verwesen darin, im Vergleich zu denen, die ohne das Kühlsystem sind, recht lange nicht. Diese "cold cots" ermöglichen es, mit den Leichen zu spielen, sie immer wieder umzuziehen, zu wickeln u.s.w. Es gibt anscheinend viele dieser speziellen Leichenkörbchen in den Krankenhausen in Australien.

Irgendwann kam eine Krankenschwester ins Zimmer. Sie fand die Geschichte anscheinend völlig normal und fragte meine Freundin, ob sie was brauche und ob sie noch ein paar Windeln bringen solle.

Als ich ging hatte ich uA überhaupt keinen Zeitbegriff mehr. Meine Fingerspitzen und Zehen waren wie taub. Ich war total verstört, ich war mir einfach nicht sicher, ob das alles wirklich passiert ist oder nicht. Kurz, ich befand mich in einem Ausnahmezustand den ich noch nie vorher erlebt habe.

Jetzt sind ein paar Wochen vergangen und noch immer träume ich oft von diesem Krankenhauserlebnis. Die Träume sind nicht gut.

Ich finde, wenn Eltern das Bedürfniss haben, mit ihren toten Kindern noch zu spielen usw., und es ist rechtlich in Ordnung, geht das auch für mich klar. Aber andere Leute, oder kleine Kinder mehr oder weniger unter Zwang dazu zu bringen, das auch zu machen, ist in meinen Augen schrecklich.  Oder sehe ich das falsch?


P.S.

Falls ich im falschen Forum bin, sagt mir doch bitte, welches das Richtige ist. Danke.
 

Ander Länder, andere Sitten.

Vielleicht war es auch einfach nur eine Verhaltensweise der Mutter und der Angehörigen, mit dieser schmerzhaften Situation zurechtzukommen. Um es auf ihre Art und Weise zu verarbeiten.
Wie würdest du reagieren, wenn dein Neugeborenes tot zur Welt kommen würde? Würdest du es sofort abgeben?
Ich finde diesen Thread schon pietätlos genug, aber dann soll dies nicht noch auf dem Rücken der Mutter ausgetragen werden.

Leben und leben lassen.

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7. Februar 2017 um 6:56

Nicht vor dem Onkel, sondern vor dem Leichnam. 

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8. Februar 2017 um 19:26

Also ich finde jedem Menschen steht es selbst zu, wovor er Angst hast! Ich selbst habe unglaublich Angst vor Toten oder Geistern.wovor hast du Angst? Spinnen, Höhe...? Ich möchte auch solche Fotos nicht hsben.bei einem Baby würde es vielleicht noch gehen mit der Angst, aber dass die akinder dem Baby was vorsingen mussten....Für mich wäre das als Kind ein schlimmes Trauma gewesen. Allerdings weiss icg nicht, wie ich beim Tod eines nahen Verwandten reagieren würde. Ist bisher zum Glück noch nicht vorgekommen. 

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Hatte jemand 2 Schreikinder hintereinander?
Von: rosenalbe
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8. Februar 2017 um 13:13
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