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Trauma nach Geburt?

23. August 2013 um 22:37

Hallo ihr Lieben!
Ich bin auf der Suche nach Frauen, die ebenfalls eine nicht ganz so tolle Geburt hatten und sich schwer damit tun.
Am 3.3.13 (ein Sonntag) bekam ich um 01:30 die erste Wehe. Der große Mann und ich waren ganz aufgeregt, da das ja der Startschuss dafür war, dass wir bald zu dritt sein würden! Ich ging duschen (einerseits um mich von meinem Bauch zu verabschieden und andererseits um einen guten ersten Eindruck beim kleinen Mann zu hinterlassen), packte die Kliniktasche und um 04:30 fuhren wir mit einem Wehenabstand von 5 Minuten total entspannt in's KH. Wir kamen gleich in den Kreißsaal und bei der ersten Untersuchung stellte eine Hebamme fest, dass der MuMu bereits auf 4 cm sei und dass es nach einer Bilderbuchgeburt aussehen würde! Das war es, das was ich mir nach meiner Bilderbuchschwangerschaft gewünscht habe! Ich hab mich so gefreut! Doch dann kam der Schichtwechsel im KH. Die nette Hebamme ging und eine ziemlich unmotivierte neue Hebamme kam. Um ca. 08:00 hatte ich schon sehr starke Schmerzen, die ich nicht nur veratmete, sondern vertonte. Ich wurde laut dem großen Mann sehr laut. Ich wollte zur Entspannung in die Badewanne, durfte ich aber nicht. Ich wollte keine PDA, bekam dann aber eine, weil das der einzige Weg war meine Schmerzen zu lindern, laut Hebamme. Ich wurde vorher nicht untersucht, sonst hätte man gesehen, dass es eigentlich zu spät für eine PDA war, denn mein MuMu war bereits auf 7-8 cm! Die PDA war auch noch zu hoch dosiert, aber keiner nahm das ernst. Um 10:00 war der MuMu verstrichen und um 11:00 platzte meine Fruchtblase. Die Hebamme war nie da und immer wenn der große Mann raus ging und ihr sagte, dass sie doch bitte in's Zimmer kommen sollte, da sich anscheinend etwas tut, sagte sie nur, dass wir warten müssten. Um 12:30 erfuhr ich von einer Ärztin, dass das Fruchtwasser missfärbig war, getan hat diesbezüglich aber niemand was. Um 13:00 kam die Hebamme bei der Tür herein und meinte "Oh, der MuMu ist schon 1 Std zu lang verstrichen, normalerweise muss ihr Kind schon da sein!" BERUHIGEND! Sie sagte "Pressen, wenn sie die Presswehen spüren" Ich sagte "ich bin überdosiert, also taub" Sie sagte "achja, dann pressen sie jetzt" Ich presste, aber es tat sich nix. Die Hebamme ging wieder. Wenig später kam sie mit einer Kollegin herein, die sich auf meinen Bauch warf und mich anmotzte, warum ich nicht mitpressen würde. Nach der erneuten Erklärung, dass ich taub war, verließ sie wieder das Zimmer mit den Worten "Ich hab keine Zeit dafür, ich hab selber Frauen, die gerade ein Kind bekommen!" Die Hebamme, die für uns zuständig war, ging auch. Um kurz vor 14:00 flog die Tür auf und die Hebamme, ein GynArzt, eine AssiÄrztin und eine Kinderärztin stürzten herein und sagten "Das dauert zu lang, wir holen jetzt ihren Sohn!". Der große Mann und ich wussten überhaupt nicht, was da passiert. Der GynArzt warf sich auf meinen Bauch, während die AssiÄrztin mit einer VakuumSaugglocke den kleinen Mann aus mir heraus riss. FLUPP, da war er! Mein kleiner Mann! Ich durfte ihn genau 3 Sekunden lang ansehen, dann riss die Kinderärztin ihn von mir runter, um ihn durchzuchecken, weil er ein Bisschen blau war. Ohne zu wissen, ob bei meinem Sohn alles passt, wurde ich schon mit viel Hektik in den OP gefahren, da mich das Super-Entbindungsteam komplett zerrissen hat. Dammriss 3. Grades inkl. Schließmuskelriss!!! Damit die ganze Sache aber dann richtig lustig wird, litt und leide ich nach wie vor unter Inkontinenz. Ich plane meinen Tag danach, ob ich schon auf der Toilette war, oder nicht. Die Beziehung zu meinem kleinen Mann litt anfangs enorm unter diesen schlechten Startbedingungen. Mittlerweile haben sich diese Schwierigkeiten aber gelegt und ich liebe ihn abgöttisch! Wir sind ein richtig gutes Team geworden!
Die Geburt kann ich aber nicht vergessen. Meine Gedanken kreisen ständig um "Was wäre gewesen wenn....?!" Was, wenn die Hebamme nicht demotiviert gewesen wäre und mich bestärkt hätte, ohne PDA durchzuhalten? Was wenn ich ein Entspannungsbad machen hätte dürfen? Was, wenn nicht die AssiÄrztin (zum ersten Mal) die Saugglocke benutzt hätte, sondern jemand mit mehr Erfahrung? Fragen über Fragen... Der große Mann und ich planen ein weiteres Kind, aber ich fürchte mich jetzt schon davor, da mir bis jetzt jeder sagte, dass ich nie mehr eine normale Geburt haben darf, sondern nur mehr KS. Das ist auch so ein Thema, das diese ganze Geschichte nicht wirklich leichter macht....

Ich hoffe natürlich, dass ihr alle schöne Geburten erleben durftet, würde mich aber dennoch freuen, mich mit jemanden unterhalten zu können, der Ähnliches erlebt hat.

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24. August 2013 um 0:23

Hallo!!
Oh mensch, das finde ich sehr heftig was Du erlebt hast
Dass es während einer Geburt zu Komplikationen kommen kann ist die eine Sache, aber das Du da scheinbar ein komplett unfähiges Team von Geburtshelfern geraten bist... Da kann ich mir gut vorstellen, dass somit das Thema Geburt zum Alptraum werden kann und der Gedanke an einen KS ist auch nicht grad verlockend
Meine erste Geburt verlief auch nicht ganz nach Bilderbuch, aber im Gegensatz zu Dir hatte ich ne Super Hebamme und sehr nette Ärzte um mich gehabt.
Ich habe gute 30 Std. "gekämpft" Fruchtblase offen MuMu offen und heftigste Wehen, aber die kleine Maus hatte sich so ungünstig eingestellt, dass nix mehr ging. Leider wurde es dann ein KS, bei dem mir dann auf dem OP Tisch der Kreislauf komplett absackte und ich dachte, ich überlebe das ganze nicht...
Unser Start war aufgrund der heftigen Schmerzen und der Erschöpfung auch nicht ganz so toll, ich hab echt einige Wochen gebraucht, um mich zu erholen...das Stillen klappte leider auch nicht so wie ich es wollte, ganz zu schweigen von den starken Stimmungsschwankungen
Aber ich kann mir nicht ganz vorstellen, warum ne normale Geburt jetzt ganz ausgeschlossen sein soll?!
Ich nehme mal an, wenn Du während der Geburt gute, motivierte Helfer um Dich gehabt hättest, hätte es anders laufen können. Klingt alles sehr nach reiner "Null Bock Stimmung" von Seiten der Hebamme und Ärzten...
Es ist was anderes, wenn sich plötzlich die Herztöne des Kindes verschlechtern etc. und es dann schnell gehen muss, aber so wie in Deinem Fall, das hab ich noch nie gehört und tut mir sehr leid. Denn wenn man sich gut aufgehoben fühlt, ist es trotz aller Schmerzen schonmal die halbe Miete.

Ich hoffe, dass es Dir bald besser geht mit der ganzen Situation!!
Sonst meld Dich einfach gerne!!

LG

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24. August 2013 um 22:12
In Antwort auf sternchen1809

Hallo!!
Oh mensch, das finde ich sehr heftig was Du erlebt hast
Dass es während einer Geburt zu Komplikationen kommen kann ist die eine Sache, aber das Du da scheinbar ein komplett unfähiges Team von Geburtshelfern geraten bist... Da kann ich mir gut vorstellen, dass somit das Thema Geburt zum Alptraum werden kann und der Gedanke an einen KS ist auch nicht grad verlockend
Meine erste Geburt verlief auch nicht ganz nach Bilderbuch, aber im Gegensatz zu Dir hatte ich ne Super Hebamme und sehr nette Ärzte um mich gehabt.
Ich habe gute 30 Std. "gekämpft" Fruchtblase offen MuMu offen und heftigste Wehen, aber die kleine Maus hatte sich so ungünstig eingestellt, dass nix mehr ging. Leider wurde es dann ein KS, bei dem mir dann auf dem OP Tisch der Kreislauf komplett absackte und ich dachte, ich überlebe das ganze nicht...
Unser Start war aufgrund der heftigen Schmerzen und der Erschöpfung auch nicht ganz so toll, ich hab echt einige Wochen gebraucht, um mich zu erholen...das Stillen klappte leider auch nicht so wie ich es wollte, ganz zu schweigen von den starken Stimmungsschwankungen
Aber ich kann mir nicht ganz vorstellen, warum ne normale Geburt jetzt ganz ausgeschlossen sein soll?!
Ich nehme mal an, wenn Du während der Geburt gute, motivierte Helfer um Dich gehabt hättest, hätte es anders laufen können. Klingt alles sehr nach reiner "Null Bock Stimmung" von Seiten der Hebamme und Ärzten...
Es ist was anderes, wenn sich plötzlich die Herztöne des Kindes verschlechtern etc. und es dann schnell gehen muss, aber so wie in Deinem Fall, das hab ich noch nie gehört und tut mir sehr leid. Denn wenn man sich gut aufgehoben fühlt, ist es trotz aller Schmerzen schonmal die halbe Miete.

Ich hoffe, dass es Dir bald besser geht mit der ganzen Situation!!
Sonst meld Dich einfach gerne!!

LG

Oh...
...das klingt ja auch nicht so lustig, wenn man dann plötzlich einen KS bekommt, obwohl man sich auf eine Spontangeburt eingestellt hat. Danke, dass du so ehrlich von deiner Geburt erzählt hast, es klingt zwar komisch, aber irgendwie fühle ich mich nicht so allein, wenn ich weiß, dass noch wer "Startschwierigkeiten" hatte.
Ich denke mir immer wieder "Eine Frau ist doch dafür gemacht, Kinder zu bekommen und das krieg ich einfach nicht hin...". Ich fühl mich zeitenweise so, als hätte ich versagt...doof halt. Wie ging's dir mit diesem Punkt? War das auch Thema bei dir?
Spontangeburt geht deshalb nicht mehr, weil bei einem so hochgradigen Dammriss ein großer Narbenbereich bleibt und der dann nicht mehr so dehnbar ist und deshalb ein erneuter schwerer Riss zu erwarten ist.
LG

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25. August 2013 um 14:21

Hi,
hab schon öfter gelesen, dass Frauen das Gefühl hatten, "versagt" zu haben, aber da muss ich sagen, das Gefühl hatte ich nicht... Mein grösstes Problem war eigentlich, dass ich nach so vielen Std. Wehen am Ende dachte, es wäre so gut wie geschafft und dann kam der blöde KS der dann noch mehr Schmerzen verursachte und es dann eigentlich erst richtig anstrengend wurde, da ich mich kaum um mein Kind kümmern konnte und ich am liebsten nur geheult hätte, wenn es wach wurde und geschrien hat.
War schon ein doofes Gefühl, wenn man andere Frauen gesehen hat, die ne unkomplizierte Geburt hatten, bei denen das Stillen sofort geklappt hat und die dann kurz danach nach Hause gehen durften, während man selbst solche Startschwierigkeiten hatte

Hmm, ist ja echt doof, wenn man von vornherein schon weiss, dass einem nur noch ein KS zur Auswahl bleibt, aufgrund der Vernarbungen...
Schön, dass es mittlerweile mit Deinem kleinen Mann alles gut klappt
Ich hab auch ne Weile gebraucht, bis wir ein eingespieltes Team waren...
Zwei Jahre später bei meinem Sohn, war alles etwas einfacher, da man das ganze schonmal durchgemacht hat, obwohl die Geburt nicht einfacher war (aber "nur" 16 Std. und am Ende KS, da er sehr gross und schwer war) dieselben Stillprobleme gehabt, aber ich hab mir gar nicht mehr diesen stress gemacht wie bei meiner Tochter und gleich zugefüttert. Die Schmerzen waren auch dieselben, aber ich kannte es halt schon und konnte etwas besser damit umgehen

LG

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6. Oktober 2014 um 14:28
In Antwort auf kati0507

Oh...
...das klingt ja auch nicht so lustig, wenn man dann plötzlich einen KS bekommt, obwohl man sich auf eine Spontangeburt eingestellt hat. Danke, dass du so ehrlich von deiner Geburt erzählt hast, es klingt zwar komisch, aber irgendwie fühle ich mich nicht so allein, wenn ich weiß, dass noch wer "Startschwierigkeiten" hatte.
Ich denke mir immer wieder "Eine Frau ist doch dafür gemacht, Kinder zu bekommen und das krieg ich einfach nicht hin...". Ich fühl mich zeitenweise so, als hätte ich versagt...doof halt. Wie ging's dir mit diesem Punkt? War das auch Thema bei dir?
Spontangeburt geht deshalb nicht mehr, weil bei einem so hochgradigen Dammriss ein großer Narbenbereich bleibt und der dann nicht mehr so dehnbar ist und deshalb ein erneuter schwerer Riss zu erwarten ist.
LG

Roses Revolution
Hallo Kathie,
das klingt schrecklich, was du erlebt hast. Dieses Allein-Gelassen werden... das Verbieten, Deinen Wünschen (in die Badewanne zu gehen) nachzugehen und dir überhaupt nicht die Gelegenheit zu geben, Dein Kind zu bekommen... es schließlich in Panik ohne jede Zustimmung von Dir zu entreißen. Ich habe ebenfalls eine traumatische Geburt erlebt - denke bis heute (auch wenn es ein paar Jahre her ist) jeden Tag (!) daran. Auch mit vielen Begleiterscheinungen - wegen der langen Presswehen lange Probleme mit allem was untenrum so gehe soll (auf klo gehn?? Freu Dich doch an Deinem Kind - hauptsache, es ist gesund!) Ich hoffe, es hat sich bei Dir etwas verbessert, bei mir war es nach ca. 2 Jahren deutlich besser.
Letztes Jahr habe ich mich noch nicht getraut, aber dieses Jahr möchte ich mitmachen bei "Roses Revolution", das ist am 25.Nov.2014 - man legt eine Rose vor die Kreißsaaltür, hinter der einem die Gewalt angetan wurde (evtl. mit kleinem Brief dazu) - oder tut dies für eine Freundin. Eine Bekannte hat mir erzählt, wieviel besser es ihr danach ging.
Mehr Infos gibt's bei Facebook unter Roses Revolution Deutschland https://www.facebook.com/pages/Roses-Revolution-Deutschland/570332356372331?sk=info
Ich werde der Klinik dieses Jahr einen gepfefferten Brief schreiben!
Schätzungen von Experten sagen, dass mindestens 10% der Frauen in Deutschland von solchen grausamen Geburtserlebnissen betroffen sind!!! Die meisten ertragen still, weinen oder verdrängen - es ist toll, dass Du Dich hier geöffnet hast. Dir alles Gute!

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23. Oktober 2014 um 1:49

Huhu
Ich hatte bei meinem ersten sohn vor 6 Jahren auch eine nicht so schöne Geburt. ich kam in die Klinik als ich alle 5min wehen hatte,der Muttermund ging dann langsam auf. ich bekam eine pda,zu der der Arzt extra von zuhause kommen musste oder geweckt werden musste weiss ich nicht mehr so genau aber er war ziemlich schlecht gelaunt und müde. Mein Baby wog hinterher übrigens 4610gr,dementsprechend gross war auch mein Bauch,sodass ich mich kaum nach vorne beugen konnte für die pda und mir dies total (!!) weh getan hat. Dann lag ich stundenlang nur herum,die Hebammen wechselten in der zeit und nie war jemand mehr als 1min bei mir. Mein mann und meine Mutter waren dabei und eine Hebamme sagte tatsächlich "wir sind froh dass sie dabei sind,wir haben heute nämlich kaum zeit" (dabei hatte meine Mama auch 2 Kaiserschnitte,also keine Ahnung von Geburten,das mal so nebenbei). die pda wirkte dann nur einseitig und der blöde arzt musste nochmal kommen. irgendwie war die dann überdosiert sodass ich nichts mehr gespürt habe und nicht mal in den 4füssler stand konnte. insgesamt lag ich 18std da in den wegen,mehr oder weniger alleine. irgendwann fielen die herztöne meines Sohnes und alle begannen sich langsam zu bewegen,denn das Kind passte nicht durchs Becken. Also betäubt war ich ja,ab in den op zum Kaiserschnitt. Mein mann durfte dabei sein. arzt setzt das Messer an und was war???bauch war nicht betäubt,nur die Beine!! ich habe geschriehen und wäre fast in Ohnmacht gefallen,habe dem Arzt genau gesagt wo er schneidet,mein mann hat auch geschriehen. Also mann raus und weg war ich,vollnarkose... als ich war wurde habe ich grünes Narkose mittel erbrochen und fast nichts mit bekommen. am Rücken wurde ich auch verbrannt weil scheinbar ein heißes Kabel unter mir lag versehentlich. eine Entschuldigung habe ich nie bekommen!! Mein 2.sohn kam mit Wunschkaiserschnitt,ich war wach und es war soooo schön, ich würde nie wieder eine normale Geburt versuchen!!

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