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Und nochmal ich....Extrem ängstliches Kleinkind

10. November 2014 um 14:03

Wenn schon, denn schon

Ne es geht um ein Thema, was mich schon länger beschäftigt...und jetzt will ich doch mal eure Meinung hören.

Meine Tochter ist jetzt 3,5 Jahre und so in den letzten 8-9 Monaten hat sie wahnsinnig viele Ängste entwickelt, teilweise vor Dingen, die sie davor geliebt hat...bestes Beispiel Karussell fahren....sie war wirklich nicht mehr zu halten, diese recht simplen Karussells wo Autos/Eisenbahnen eine kleine Strecke fahren, die auch leicht hoch und runter geht, das war genau ihr Ding.
Jetzt bekommen sie keine 10 Pferde in so ein Karussell...sie sagt es ist zu schnell, zu hoch(selbst wenn es nur im Kreis geht ohne das es in die Luft geht)manchmal ist es ihr auch zu laut.

Dann hat sie teilweise Angst vor irgendwelchen Hallen...sie betritt keine Turnhalle, kein Circuszelt, keine Reithalle.

Pferde...sie ist auf einem Pony im Urlaub geritten, fand es sooo toll, wenn ich jetzt aber frage, ob wir nochmal reiten wollen, will sie nicht weil die Pferde zu laut sind.

Kindergarten...sie will nicht mehr dort hin, weil die Kinder immer so laut im Morgenkreis singen.

Laternelaufe...ist natürlich auch zu laut

Zu Hause sind es vorallem, der Mixer,der Staubsauger, die Waschmaschine.

Oft sind dann Rutschen zu hoch...

Aber meist ist es eben die Lautstärke und Menschenmengen, die ihr nicht gefallen.
Und es ist dann nicht so, dass sie ein wenig weint, nein sie steigert sich regelrecht rein und wird panisch.
Im Grunde dachte ich mir, ist eben eine Phase,okay...man MUSS ja nun nicht Laternelaufen oder Karussell fahren...blöd ist es zur Zeit aber mit dem Kindergarten.
Es waren jetzt 2 Wochen Ferien und als ich dann die letzten Tage mich rantasten wollte, dass sie ja nun am Monatg wieder in den Kindergarten geht, hatten wir hier ein Drama nach dem dem anderen...sie hatte wirklich richtig Angst, aber trotzdem weiß ich nicht wie viel davon "gespielt" ist..also sie hatte in dem Moment wirklich Angst, aber vllt eher,weil sie sich selbst da so hinein gesteigert hat
Es geht eben los beim wecken, dass sie bitterlich weint, wenns dann in den Flur geht um rauszugehen fängt sie an nur noch zu schreien, wird knallrot,schwitzt...wenn wir auf dem Fahrrad sind geht es meist in ein wimmern über und im Kindergarten wird dann nochmal geweint,weil es alles zu laut ist...die Erzieherin nimmt sie dann meist auf den Arm und erklärt ihr nochmal, dass sie in die Garderobe darf, wenn es ihr im Gruppenraum zu laut ist.
Aber das ist doch kein Zustand...ansonsten liebt sie den Kindergarten, wenn es nur nicht so laut wäre.

Ich hab das Gefühl das steigert sich immer weiter, aber ganz ehrlich, ich kann ja nun auch schlecht mein schreiendes Kind auf ein Karussell setzen,oder mit dem brüllenden Kind Laterne laufen...nur damit sies "lernt" oder what ever...
Egal was ich Vorschöage, was wir machen könnten, ihre erste Frage ist, ob es da laut ist.

Hatten eure auch so eine Phase?? und wie kann ich ihr helfen??Ich finde es so schade, weil ich weiß, dass all diese Dinge ihr mal so einen Spaß gemacht haben...sie hat es geliebt den Mixer zu halten beim Kuchen backen, oder mal mit dem Staubsauger ihr Zimmer zu saugen...
Meine Mutter sagt immer, dass ist nicht mehr normal...ich weiß es langsam auch nicht mehr...

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10. November 2014 um 14:42

Hmmm
ich find es schon bissel komisch.

vielleicht ist die lautstärke nur vorgeschoben und irgend etwas anderes liegt im argen.

bei meiner ist es manchmal so das sie gewisse dinge auch recht laut findet. ne halbe stunde später hört sie aber musik in einer lautstärke das einem die ohren schlackern.

teste doch einfach mal wie es ist, wenn sie ein hörschutz hat. ohrstöpsel oder so. dann ist die lautstärke ja gedämpft. wenn sie dann aber immer noch panisch reagiert und alles als zu laut empfindet, würd ich es mal abklären lassen ob da nicht was anderes hinter steckt.

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10. November 2014 um 21:11

Ja
hätte auch als erstes an Hochsensibiltät gedacht...wie ist sie denn sonst so? Mich irritiert nur, dass sie früher anders war?! Bisher dachte ich, dass das von Geburt an da ist, weil einfach eine Charaktersache. Und Lärm kann sie da dann tatsächlich sehr intensiv und schlimm erleben.

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10. November 2014 um 21:13

Wahrscheinlich gibt es wirklich grundsätzlich 2 Möglichkeiten:
1. Sie ist tatsächlich extrem geräuschempfindlich, auch wenn ich das verwunderlich finde, wenn sie es früher nicht war.
Aber es gibt ja echt eine Menge an "Wahrnehmungsstörungen", Sensibilitäten, etc. und es kann gut möglich sein, dass es mit einem davon zusammenhängt.

2. Der Grund ist "nur" vorgeschoben, weil er eben plausibel ist. Vielleicht hat man sie am Anfang mal gefragt: "Ist es dir zu laut?" und sie nimmt nun dieses Argument, obwohl es daran gar nicht liegt, aber sie kann es nicht besser ausdrücken.

Jedenfalls finde ich es schon "auffällig", auch wenn ich jedem Kind jegliche Phasen und Macken zugestehe. So eine Wendung um 180 Grad ist schon hardcore und schränkt sie ja auch im Alltag total ein.
Die Erzieherinnen haben auch keine wirkliche Erklärung oder Vergleichsbeispiele?
Mal mit dem Kinderarzt geredet? Kannst du mit dem gut? Nimmt er dich ernst?

Ich würde definitiv mal mit dem Kinderarzt reden, vielleicht weiß er Rat oder schickt euch weiter.
Wahrscheinlich ist es wirklich "nur" eine Phase, aber sie kommt da einfach nicht von alleine raus.
Ich würde versuchen, darauf nicht mehr großartig einzugehen. Sie also nicht zu pushen. Zeigt das keine Wirkung, dann wirklich eher das Gegenteil und versuchen, mal die Situation durchstehen zu lassen. Manchmal bekommt man ja regelrecht Angst vor der Angst...
Und wenn ich normalerweise sage: "Viel viel reden!", dann würde ich in dem Fall nicht lange rumdiskutieren, sondern bei Strategie A einfach solche Situationen vermeiden und ihr Verhalten als normal hinnehmen oder bei Strategie B auch nicht lange versuchen zu überzeugen, sondern sie der Situation aussetzen, weil in dem Fall reden eher das Ganze verstärkt.
Es sei denn, du hast das Gefühl, du kannst durch Gespräche zum Grund des Problemes vordringen, das wäre natürlich die beste Variante, aber wahrscheinlich hast du das ja schon zigmal probiert...

Schwierig!!! Alleine würde ich mich da nicht viel trauen, sondern versuchen, jemand ins Boot zu holen.

Meine Große und auch eine meiner Nichten hatten mal so quasi "Todesangst". Beide waren jeweils ca. 8 Jahre alt und hatten ständig Angst zu sterben oder dass einem aus der Familie was passiert. Völlig unabhängig voneinander, sie sind nämlich nicht gleich alt, haben sich da also nichts eingeredet. Auch keine schrecklichen Filme oder ähnliches, sondern einfach durchs "Nachdenken" übers Leben. Das war echt auch heftig, weil meine Große echt wochenlang wie paralysiert war und immer in Panik. Das war echt auch ein ernstzunehmendes Problem und nicht wirklich einfach..... kein direkter Vergleich jetzt zu dir, aber das äußerste sich wirklich auch wie bei deiner Kleinen mit Schwitzen, etc.. Statt Geschrei war es aber ein Verstummen und komplettes Gelähmtsein...
Bei uns half reden, reden, reden, reden, reden und es wurde langsam besser und war irgendwann überstanden.
Aber ich war auch kurz davor, meine Tochter zum Psychologen zu schleppen, weil ich selbst am Durchdrehen war....

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10. November 2014 um 23:28

Danke für eure Antworten
Hochsensibel...ja, da hab ich schon öfter mal drüber nachgedacht, ob es auf sie zutreffen könnte. Ganz klar, sie ist sensibler als andere Kinder...aber ob es wirklich in Richtung hochsensibel geht, kann ich nicht richtig einschätzen, dazu fehlt mir der Vergleich zu anderen Kinder, denn vieles nehm ich einfach als völlig normal wahr, weil meine Tochter schon immer so ist, ob es nun aber den Rahmen des "normalen" sprengt, mag ich als Laie nicht so recht beurteilen.

Sie ist im Grunde ein sehr aktives Kind, immer in Bewegung und am machen und tun, gleichzeitig sucht sie aber auch immer wieder sehr viel Nähe.
Sie spielt, wie ich finde, recht Fantasievoll...aber das ist eben so ein Punkt, wo ich keinen Vergleich habe...also ob sie nun fantasievoller als andere Kinder ist, kann ich nicht beurteilen.
Sie bemerkt sehr schnell, wenn etwas verändert wurde, mag keinen Sand an den Füßen oder Händen, oft muss man ihr die Schuhe ausziehen, weil irgendwas im Schuh sein soll, Socken müssen 100% sitzen, es darf kein Fussel zwischen den Zehen sein..die werden immer akribisch weggemacht.
Und dann so Dinge im Tagesablauf, die mich manchmal stutzig machen...wir waren beim Arzt und an dem Tag sollten wir nicht in Behandlungszimmer A, sondern B...in B war sie auch schon oft, aber das letzte mal als wir da waren eben in A und dadurch ist sie davon ausgegangen, dass wir wieder in Zimmer A gehen..es gab also bittere Tränen, weil es das falsche Zimmer war.
Oder ich hab ihr morgens versprochen, dass ich einen Bonbon mitbringe, wenn ich sie abhole...ich Schussel habe den vergessen und es wurde so furchtbar geweint, obwohl wir ja in 3 Minuten zu Hause gewesen wären um den Bonbon zu holen, aber sie wollten den eben direkt nach dem Kindergarten haben....das gleiche wenn ich sie eigentlich mit dem Roller abholen wollte, es dann aber in Strömen regnet, so dass die Oma sich anbietet uns zu fahren...gab ein riesen Theater.
Auf der anderen Seite ist ihr sonst Routine im Alltag nicht allzu wichtig.
Sie schläft relativ schlecht im Vergleich zu anderen Kindern, wacht oft auf, hat öfter mal einen Nachtschreck, findet aber zur Zeit meist recht schnell in den Schlaf, dass ist also in letzter Zeit eher besser, als schlechter geworden.
Sie war ein Schreibaby..hat also von Beginn an Schwierigkeiten mit ihrer Umwelt umzugehen...als wir mit 3 Monaten im Krankenhaus waren(wegen was anderem aber) hatte ich eine länger mit einer Schwester gesprochen, und die meinte damals schon, dass meine Tochter diese "aufmerksamen Augen" hat, wissbegierig, bloß nichts verpassen wollen.
Oh Gott, ich schreib hier ganze Romane...

Padma....ja wie du schreibst, ich hab schon sehr oft versucht durch reden den eigentlichen Grund zu erfahren...aber da komme ich einfach nicht weiter, zur Zeit ist meine Strategie eigentlich die, dass ich gar nichts mehr anbiete, was "zu laut" sein könnte.
Wir machen also nur unsere altbekannten Dinge, Spielplatz, Roller fahren, mal ins Einkaufszentrum und sonst sind wir zu Hause am basteln, kneten Puzzeln etc.
So das sie gar nicht mehr mit den Dingen konfrontiert wird.
Wenns dann doch mal so ist, versuch ich es mit Humor...sie war letzte Woche im Restaurant mit meiner Mutter und die erste Frage war natürlich, ob es dort laut ist...ich hab dann ganz entrüstet gesagt"Im Restaurant??Laut??Quatsch, da will man doch essen, da kann es doch gar nicht laut sein" und hab dabei ein wenig gelacht...das hat sie überzeugt und sie hatte einen tollen Abend...aber diese Methode klappt leider eben auch nicht immer und wenn dann nur bei völlig unbekannten Dingen, von denen sie wenig Vorstellungen hat.

Abgeklärt ob mit den Ohren irgendwas ist, wurde noch gar nicht, da es sich jetzt in den letzten 2-3 Wochen erst so zuspitzte, dass ich eben auch von dem "ist eine Phase" weggekommen bin und mehr zu..."da stimmt was nicht" tendiere, ich werde morgen bei unserer Ärztin anrufen und um einen Termin bitten...der Kindergarten hat sich noch nicht groß geäußert, außer das sie eine ziemliche Einzelgängerin ist, die aber sehr bedacht auf die Regeln achtet und zur Not auch den Kindern mal sagt, dass man dies und jenes nicht darf...ja und eben mit der Lautstärke in den letzten Wochen...aber sonst haben sie nichts angesprochen.

Hättet ihr jetzt alle gesagt, das ihr es von euren Kindern kennt, hätte ich wohl nochmal abgewartet, aber wenn es euch auch etwas "spanisch" vorkommt, ghet eben wie gesagt der nächste Weg direkt zur Ärztin, ob sie mich in diesem Bereich ernst nehmen wird...hmm,mal sehen, aber ich denke schon...sie hatte uns damals auch an einen Kinderpsychologen überwiesen, als es ums Thema schreien ging.

Wirklich lieben dank für eure Antworten...achso Giraffe, Hörschutz verweigert sie...hab ich ihr auch schon vorgeschlagen...menno

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11. November 2014 um 9:35

Also
so wie du sie da jetzt beschrieben hast, würd ich sie schon in Richtung hochsensibel einordnen. Auch das sie ein Schreibaby war, spricht stark dafür. Oder einfach nur introvertiert. Meine Tochter ist sehr ähnlich. Meistens kann sie es nicht leiden, wenn ich die Musik lauter drehe, das mit den Socken und dem Sand ist mir zB auch wohlvertraut Sie braucht ihre Routine, wenn etwas anders ist, dann mag sie das nicht, im Kindergarten auch zurückhaltend, aber daheim sehr lebhaft, clever, aktiv,...weiß aber auch nie, ob sie jetzt einfach nur introvertiert ist oder obs hochsensibel ist. Aber zur Sicherheit würd ich das mit dem "zu laut" schon abklären lassen - also einfach mal die Ärztin fragen, ob es auch was organisches sein kann..ansonsten vielleicht einfach mal ein Buch über Hochsensibilität lesen

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