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Uneinigkeiten in der Erziehung, wie regelt Ihr das?

20. September 2011 um 14:22 Letzte Antwort: 20. September 2011 um 15:05

Frage steht ja im Grunde schon oben, aber vielleicht kurzer Sachverhalt zur Erläuterung: Es passiert in letzter Zeit ab und an, dass mein Partner und ich uns in Erziehungsfragen nicht sofort einig sind und das dann aus der Situation heraus im gleichen Moment, wo es eben akut ist, ausdiskutieren. Als Beispiel: Wir aßen Abendbrot und unser Sohn (26 Monate) saß in seinem Hochstuhl und klimperte mit einem Löffel auf Stuhl herum, weil er auf seinen Teller mit Rührei wartete. Außerdem war er ziemlich zappelig dabei, vermutlich weil er einfach Kohldampf hatte. Meine bessere Hälfte ermahnte den Kleinen, er solle nicht so einen Krach machen und nicht so rumzappeln. Ich persönlich fand das übertrieben, weil er wirklich nicht feste mit dem Löffel geklimpert hat und meinte dann, dass das schließlich ein kleines Kind sei....Geduld sei eine Tugend, die er erst noch lernen muss und wenn er mal mit Besteck klimpert, sei das doch wurscht. Außerdem zappeln Kinder eben. Ich fands einfach nur total blöd, ein so kleines Kind zu ermahnen, ruhig zu sitzen und leider ist das auch genauso rübergekommen.

Heute morgen fuhr unser Kleiner zu Hause mit seinem neuen Gefährt durch die Wohnung. Er hat es erst seit gestern und ist völlig verrückt danach. Demnach wollte er auch nicht absteigen, als ich mit ihm loswollte, um zur Arbeit zu fahren/ihn zur Tagesmutter zu bringen. Es gab eine kleine Heularie, weil er nicht absteigen bzw. sich nicht die Jacke anziehen lassen wollte. Da meinte mein Freund, dass er nicht so einen Aufstand proben solle, er solle jetzt brav absteigen, das Motorrad würde auf ihn warten und heute Nachmittag könne er ja wieder damit fahren. Unser Sohn hatte kein Gehör dafür und flippte immer mehr aus. Mein Freund dann: Wenn Du jetzt weiter so ein Palaver machst, können wir das Motorrad auch in den Keller stellen!.
Ich fand diesen Kommentar irgendwie doof und meinte dann, dass ich das etwas hart finden würde.

Worauf ich jetzt eigentlich hinaus will: Ist es falsch von mir, dass dann vor dem Kind zu sagen? Auch wenn ein Kind nicht alles 100% versteht, wird er sicher kapieren, dass wir uns als Eltern in dem Moment nicht einig sind, oder? Ich muss sagen, dass ich in beiden Fällen immer erst geredet und danach erst nachgedacht habe, aber manchmal liegt es ja auch an der Siutation selbst, dass man SOFORT reagiert und nicht erst wartet bis abends. Aber untergrabe ich damit seine Vater-Autorität?

Wie handhabt Ihr sowas? Bewahrt Ihr alles auf, um es unter 4 Augen zu besprechen? Wäre das die klügere Alternative oder besser klappt das immer? Dazu kommt, dass mein Partner oft der Meinung ist, dass ich zu lasch bin. Ich wiederum denke, dass ich schließlich auch wesentlich mehr Zeit mit dem Kind verbringe und viell. dadurch auch zT ab und an Dinge durchgehen lasse zugunsten meines Nervenkostüms.

LG
Juli

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20. September 2011 um 14:43

Theresa
Ich glaube, Du verwechselst mich mit dem KiTa-Geschichte. Der Thread war nicht von mir (mein Mümmel geht auch noch nicht in die KiTa).

Zu den anderen Punkten: Ja, ich hatte auch das Gefühl, dass meine Herangehensweise nicht richtig war, also dass ich es VOR dem Kind gesagt habe. Ich fand es nur heftig, dass ihm bei einem NEUEN Spielzeug direkt angedroht wird, dass es wieder wegkommt, denn irgendwie konnte ich den Kleinen gut verstehen, dass er traurig war (was natürlich nicht heißen soll, dass es dann richtig ist, dass er dann rumtrotzt).

Zum Abendbrot: Er hat eben nicht mit dem Löffel richtig laut Krach gemacht, er hat geklimpert. Aber vermutlich bin ich tatsächlich etwas zu lasch

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20. September 2011 um 14:48

Ja "gegeneinander"
das trifft es ganz gut. Und ich möchte eigentlich nicht, dass unser Kind das Gefühl hat, dass wir uns selbst nicht im Klaren sind, was wir von ihm wollen. Am Ende weiß er erst Recht nicht, was er jetzt machen soll. Oder wir erreichen damit irgendwann den Punkt, dass der Kleine uns versucht gegeneinander auszuspielen (die Phase kommt sicherlich ohnehin von alleine).

Hach, mich belastet das im Moment auch ein wenig, ich schaffe es einfach nicht, dann in dem Moment die Klappe zu halten, um es später dann mit ihm zu besprechen. Das ist das große Problem, wenn ich mich im Recht fühle. Ich war der Meinung, dass unser Sohn für seine 2 Jahre echt schon super isst und sogar sowas wie "Tischmanieren" hat, muss man dann auch noch an ihm rumnörgeln, weil er mit den Beinen zappelt? Oder mit dem Löffel klappert? Er ist 2 und Kinder zappeln eben. Es fällt mir so unsagbar schwer, in dem Moment nichts zu sagen

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20. September 2011 um 14:49


Hey, das ist eine sehr gute Idee, dann muss ich nicht bis abends warten!

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20. September 2011 um 14:53


Er hat das Motorrad den Abend davor bekommen (was auch schon wieder zu Diskussionen geführt hat bei uns). Ich war der Meinung, es wäre taktisch klüger gewesen, es erst am nächsten Mittag zu übergeben und nicht an ein Kind, das schon total runtergerockt war vom Tag. Andererseits kam Papa aber von der Arbeit und hat sich darauf gefreut, seinem Sohn das Teil zu geben. Der Kleine ist natürlich völlig ausgeflippt vor Freude, konnte aber, da es schon spät war, nicht mehr allzu lange damit spielen. Insofern war es das Erste, was er morgens haben wollte. Daher fand ich die Reaktion etwas hart.

Aber ich gebe Dir Recht: Bei kleinen Mädchen, die wohl die kleinen Prinzessinnen in den Augen der Väter sind, fällt es den Papas schwerer dem Augengeklimper gegenüber standhaft zu bleiben. Warum wir Mütter lascher bei Jungs sind (was definitiv stimmt!), erschließt sich mir jedoch noch nicht...*lach*. Warum ist das eigentlich so?

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20. September 2011 um 15:05

Es gibt ein interessantes Buch
Das ist ein Standardwerk unter den Erziehungsratgeber, in dem es unter anderem darum geht, dass es ganz normal ist, dass Eltern unterschiedliche Toleranzgrenzen haben, was einzelne Verhaltensweisen anbelangt und wie man damit umgehen kann.

Das Buch ist von Thomas Gordon und heißt "Familienkonferenz - Lösung von Konflikten zwischen Eltern und Kind"

Ist wirklich nicht schlecht, dieses Buch mal gelesen zu haben.

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