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Von Stillproblemen zum Abstillen

16. Januar 2007 um 17:10

Hallo liebe Mamis,

am 28.11.06 kam mein Sohn mit 56 cm und 4440 g zur Welt. Ein richtiger Brummer also. Heute ist er 7 Wochen und schon 63 cm und 6200 g schwer.
Möchte euch hier gerne meine "Still-Geschichte" schildern und suche nach Mamis, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Vielleicht auch ein wenig Zuspruch, da ich zur Zeit nicht sonderlich glücklich bin (was bestimmt nicht an meinem wirklich süßen Baby liegt).
Wie gesagt war mein Sohn bereits bei Geburt sehr groß und dementsprechend hungrig. Ich wollte unbedingt stillen und habe ihn, trotz starker Schmerzen am Anfang, immer wieder angelegt. Es klappte die ersten 2-3 Tage sogar,(allerdings musste ich ihn ca. 1-2 Stunden lang anlegen) bis meine Brustwarzen so empfindlich und wund waren, dass mir die Stillberaterin und Krankenschwestern im Krankenhaus zu Stillhütchen rieten. Ich war nicht sehr begeistert, da ich gelesen hatte, dass das die Milch reduzieren kann. Naja, da ich aber unbedingt stillen wollte und es kaum noch aushielt, habe ich welche benutzt. Wurde dadurch minimal besser. Leider fing mein Kleiner plötzlich an ständig zu schreien, wenn ich ihn anlegen wollte oder schlief nach kürzester Zeit an meiner Brust ein (er hatte auch einen etwas erhöhten Gelbsucht-Wert und war sicher deshalb sehr müde). Da er aber nicht richtig über die Stillhütchen trinken wollte, versuchte ich es nochmal ohne, was meine Brustwarzen natürlich wieder schmerzen ließ. Deshalb empfahl mir die Stillberaterin einen Tag lang Milch abzupumpen damit sich meine Brustwarzen erholen können und man auch sehen könnte wieviel Milch ich habe. Gesagt und widerwillig getan. (Ich dachte mir, als Stillberaterin wird sie's schon wissen). Meine Brustwarzen sind wirklich besser gewesen am Tag danach, ich hatte ca. 40 - 50 ml Milch. Die Milch haben wir ihm dann über ein Becherchen gegeben, damit er sich nicht an Sauger gewöhnt. Geschrien hat er weiterhin wie am Spieß, dann wieder an meiner Brust. Also gaben die Schwestern ihm etwas Milch zusätzlich (auch über Becher) und dann beruhigte er sich zum ersten Mal, er trank ca. 80 ml. So entließ man mich dann aus der Klinik. Ich war todunglücklich, weil ich mich vorher schon schlau gemacht hatte dass zufüttern natürlich bei mir die Milch nicht weiter anregt.
Zuhause versuchte ich dann wieder voll zu stillen, Baby schrie die ganze Zeit und hatte nach 3 Wochen immer noch sein Geburtsgewicht. Meine Nachsorgehebamme empfahl mir dann wieder zuzufüttern. Das haben wir dann auch getan, da ich mit den Nerven völlig fertig war, weil ich den Kleinen ca. alle 1,5 Stunden für 1-2 Stunden an die Brust legen musste und er danach immer noch schrie, wenn er überhaupt so lang durchhielt. Damals sagte mir aber niemand dass sich sowas mit der Zeit reguliert und die Abstände länger und die Trinkphasen mit der Zeit kürzer werden. In der Klinik hatte man mir erklärt dass eine Stillmahlzeit max. 30 min dauern darf. Also füttern wir zu und ich muss sagen, dass ich auch etwas erleichtert war, dass er nicht mehr die ganze Zeit schrie, wenn auch unglücklich da er mir nun plötzlich überhaupt nicht mehr (logischerweise) an der Brust trinken wollte und immer so lange schrie bis wir ihm ein Fläschen gaben. Also fing ich an abzupumpen damit er weiterhin Mumi bekommt. Leider reduziert sich dann nach 2 Wochen Anlegen-ohne-Erfolg-Abpumpen-Mumi füttern-und zufüttern meine Milch auf ca. 20 ml. (Höchstwert war 60).Mein Sohn trank damals (vor ca. 2 Wochen) aber schon 130 ml. Ich war völlig fertig, da ich eigentlich unbedingt stillen wollte und wurde immer deprimierter, weinte jeden Tag. Schießlich riet mir meine Nachsorgehebamme zum abstillen da sie meinte wegen 20ml abzupumpen würde sich nicht lohnen. Daraufhin startete ich einen letzten Versuch mit häufiger abpumpen, fleißig ölen etc. meine Milch anzuregen (getrunken habe ich immer 2,5-3 Liter, Stilltee, Karamalz etc.), der kläglich scheiterte, ich hatte weiterhin knapp(!) 20ml Milch, kein Gramm mehr. Also habe ich aufgegeben. :''-(((
Heute trinkt mein Sohn bereits 160 ml, manchmal sogar 200. Er bekommt HA 1 Nahrung, also die mit Stärke. Er ist halt ein Riese und hat dementsprechend Appetit.
Seitdem habe ich ab und zu leichte Depressionen, mache mir halt doch noch Vorwürfe, dass ich nicht länger durchgehalten habe. Gleichzeitig bin ich aber auch erleichtert, dass der Kleine jetzt richtig zunimmt und immer satt wird und zufrieden ist.
Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht? Würde gerne andere Erfahrungen hören. Bitte keine Vorwürfe.
Danke euch schon mal für's Lesen und eure Antworten!!
Liebe Grüße Nadia

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18. Januar 2007 um 19:04

Hi!
Das tut mir leid, dass das Stillen bei euch so schief gelaufen ist . Bei mir wars die ersten drei Wochen ähnlich katastrophal und ich hab in dieser Zeit auch sehr viele sehr schlechte Ratschläge bekommen, aber das merkt man ja leider oft erst später, dass es schlechte Ratschläge waren. Ich hab auch nach drei Wochen mit Medikamenten abgestillt.
Da ich damit aber überhaupt gar nicht zurechtkam, hab ich nach etwa zwei Wochen eine Relaktation gemacht. Jetzt klappt das Stillen immer noch super und ich habe auch bis zum 7. Monat voll gestillt, aber es war eine sehr anstrengende Zeit, bis wieder genug Milch da war.

Ich besundere dich aber, dass du dich nun so gut mit der Situation angefreundet hast - das ist ja das Wichtigste, dass du und dein Kleiner damit zufrieden seid . Und außerdem: jeder gestillte Tag ist wertvoll und wenn es nur ein paar Tage sind, ist das auch ganz klasse. Sei stolz, dass du es trotz der Schmerzen doch so lang ausgehalten hast. Mehr ging einfach nicht.

Ich wünsche euch alles Gute!

Anna

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22. Januar 2007 um 11:35

Hallo Nadia!
So ähnlich war es bei uns auch. Mein Kleiner wollte von Anfang an nur an der Brust hängen, legte ich ihn weg schrie er viel. Ich war mit den Nerven am Ende.Dachte auch, dass ich nicht genug Milch hab. Irgendwann fingen wir an zuzufüttern. Der Kleine trank auf einmal 80-100ml ( nach den Stillen!) und war auf einmal ruhig und zufrieden. Hat mir ziemlich zu schaffen gemacht. Hab dann aber weiterhin tagsüber gestillt und nachts zugefüttert. Ich wollte und will das Stillen nicht ganz aufgeben! Jetzt haben wir einen gewissen Rhythmus mit dem wir Beide sehr glücklich und zufrieden sind. Morgens wird er gestillt ( liegt dann den ganzen morgen an der Brust,pennt aber zwischendurch ein), wir gehen dann gegen halb zwölf duschen ( erkommt mit ins Bad, er kann nicht gut alleine sein), danach pennt er meistens noch bis eins,halb zwei, danach gibts die Flasche, gegen 17 Uhr wieder gestillt bis eben 20 Uhr ( wieder pennt er) und danach gehts ab ins Bett und die letzte Flasche. Natürlich gibt es da auch unterschiedliche Zeiten.

Mach dir kein schlechtes Gewissen wegen dem Nichtstillen.Stell dir einfach die Frage: Möchte ich völlig mit den Nerven am Ende sein, der Kleine hat ständig Hunger und ist unzufrieden ODER geb ich die Flasche, der Kleine ist satt, stressfrei und zufriedener? Also mir wäre das letztere lieber. Es ist nicht schlimm nicht zu stillen, hauptsache dem Kleinen gehts gut und somit auch Dir!

Ich kann deine Traurigkeit verstehen, aber verabschiede dich davon da es quatsch ist! Du bist bestimmt ne super Mami und darauf kommt es an.Stillen ist nicht alles!!!

Ich hab so einen Kompromiss gefunden. Wenn es selbst so nicht gegangen wäre, hätte ich abgestillt. Mein Sohnemann und ich sind so viel glücklicher, was sich wirklich auf alles auswirkt.

LG

Anke und Silas ( 3 Monate und 7 Tage)

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