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Warum entwickeln Kinder (oder Erwachsene) Zwänge ?!

25. Januar 2014 um 10:09

sagt mal... ich bin ja ein Mensch der immer alles genau wissen muss... die suche nach dem großen "Warum"....

Vor ein paar Tagen bekamen wir gesagt, dass unser Sohn (4) sehr stark zu Zwängen neigt, was letztendlich auch irgendwie mit sicherheit mit seinem Autismus zusammenhängen wird.

aber warum entwickeln menschen sowas? wodurch kommt das? durch positiverfahrungen mit einer bestimmten handlung?

vielleicht kann es mir jemand erklären...

lg nina

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25. Januar 2014 um 10:20

Hm
meine therapeutin meinte mal, dass zwänge sicherheit geben, die zwangsstörung an sich fällt ja auch unter angststörungen.

grad bezogen auf autismus (dein sohn ist doch autist, oder?) find ich die erklärung mit der sicherheit auch nicht unpassend.

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25. Januar 2014 um 10:22
In Antwort auf kantasgutsein

Hm
meine therapeutin meinte mal, dass zwänge sicherheit geben, die zwangsstörung an sich fällt ja auch unter angststörungen.

grad bezogen auf autismus (dein sohn ist doch autist, oder?) find ich die erklärung mit der sicherheit auch nicht unpassend.

Ja genau,
ich kann mir auch gut vorstellen, dass er sich auch einfach in ein bestimmtes muster flüchtet...

aber schon verrückt das es dann eben dinge sind die im alltag ja auch absolut keinen sinn ergeben

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25. Januar 2014 um 10:22

Keine Ahnung!
Meine LAIENidee: Eine Methode sich selbst zu regulieren, angestaute Energie mit dieser Handlung loswerden, sich entspannen. Aber wie oder womit das anfängt, weiß ich nicht.

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25. Januar 2014 um 10:30

Ne... sowas
mein ich nicht

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25. Januar 2014 um 10:34
In Antwort auf coral_12861868

Ne... sowas
mein ich nicht

...kleines beispiel

mein sohn muss immer bevor er durch eine tür geht, sie erst vorher zu machen. um sie dann wieder aufzumachen um dann eben erst durchzugehen.

klingt erstmal nicht soo schlimm.

aber es gibt dann z.b. situationen im supermarkt an den elektrischen schiebetüren wo er eben erst durchgeht wenn sie vorher zugegangen ist.
und wenn viel durchgangsverkehr ist dauert das auch mal 10 min...

ansonsten flippt er eben völlig aus und wirkt total traumatisiert. ist mindestens 2 stunden nicht ansprechbar, setzt sich dann nur in die ecke und summt vor sich hin.

manchmal ist er abgelenkt und er vergisst dann das schließen der tür. dann wacht er nachts schreiend auf weil er es eben vergessen hat und ist auch eben da kaum zu beruhigen. er schreit sich dann wirklich mehrere stunden in der nacht die seele raus nur weil er eben das türschließen vergessen hat.

es bestimmt SO sehr über unseren alltag, es ist sehr unschön.

es sind auch noch ein paar andere dinge...das war jetzt eben eins der dinge.

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25. Januar 2014 um 10:50

So
spontan würde ich sagen es gibt einem Sicherheit. wenn man seinen zwang ausüben kann ohne Probleme und Hindernisse ist alles in Ordnung und sicher. so ergibt sich für mich wenigstens ein Sinn weshalb Menschen,sollten sie ihren zwang nicht ohne Hindernisse ausüben, austicken oder verstört sind

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25. Januar 2014 um 11:01

....
Zwangsstörungen geben den betroffenen das Gefühl die Situation nur so unter Kontrolle zu haben und vermitteln ihnen somit Sicherheit.
Kleines bsp. Man will ausser Haus kontrolliert ob der Herd aus ist. Geht zur Tür und muss obwohl man eben kontrolliert hat wieder schauen ob der Herd wirklich aus ist. Das ganze ist ein zwang und wenn man nicht kontrolliert hat man nicht die Sicherheit. Es ist so gesehen eine verzerrte Wahrnehmung, denn eigentlich hat man nur solang man vor dem Herd steht die Sicherheit das er wirklich aus ist. Es geht dann soweit das die Betroffenen zum bsp denken das sie den Herd beim kontrollieren an gemacht haben und deswegen wieder kontrollieren müssen.

Das war jetzt nur ein bsp. Zwänge können mit der Zeit immer schlimmer werden. Das sie zum bsp mit Zahlen kombiniert werden. Der betroffene hat dann eine auserwählte Zahl, sagen wir jetzt mal 18, und so oft muss er eben diesen zwang ausleben damit er Sicherheit empfindet.

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25. Januar 2014 um 11:24

Es gibt aber auch
die andere seite von zwängen, nämlich wenn man etwas nicht auf eine bestimmte art macht, dann passiert was.
beispiel ist mein nachbar: er musste sich ständig die hände waschen, weil er angst hatte, irgendwelche keime zu kriegen und krank zu werden.

häufig bei kindern: wenn ich immer alles 7x mache (7x mal strullern, 7x haare kämmen, 7x umrühren, etc.), dann passiert mir kein unglück. dann geht etwa mama nicht weg oder so ähnlich.

ihr kennt ja auch bestimmt alle "The big bang theory" und da hat sheldon solche neurotischen ticks (jeden tag der woche diesen und diesen pyjama tragen, das und das an dem und dem tag essen, usw.) - das sind auch zwänge und er erklärt es eben so in einer folge: wenn er das so macht, dann passiert nichts schlimmes. klar, er hat irgendwann die erkenntnis, dass auch dann nichts passiert, wenn er mal etwas nicht so wie gewohnt tut aber dahin zu kommen ist eben schwierig.

bei meinem nachbarn kam es übrigens daher zu dem zwang, weil er einmal richtig schlimm krank war und seit dem ist das bei ihm so. es gibt also meistens erstmal eine negativ-erfahrung, die man so nicht noch einmal erleben will und daher erfindet man für sich selbst ein ritual, um dem vorzubeugen.

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25. Januar 2014 um 14:26

Mensch Padma,
ich danke dir wirklich von Herzen für deinen Text, das hat mich gerade so richtig berührt.

das schlimmste war eigentlich immer, das wir von allen irgendwie so alleine gelassen worden sind.
im SPZ - man kennt es - eeewige wartezeiten auf termine, und kinderärzte sind nicht wirklich gut ausgebildet in diesen themen.

ich habe ja nun sehr lange um einen platz in der Autismusambulanz gekämpft, welches sich nun auch richtig gelohnt hat. Wir haben ja nun endlich eine Anlaufstelle (bei uns direkt ne straße weiter!) wo wir sehr intensiv betreut werden.
Levi bekommt dort erstmal generell eine Stunde pro Woche "Therapie" (hört sich doof an) und zusätzlich haben wir feste Elterntermine, die bei uns zu hause stattfinden.
Unser Therapeut hat sehr viel erfahrung mit autistischen kindern, und ist eine der wenigen der eben nicht sagt "wieso ist er autist, er lässt sich doch anfassen"

und was eben auch sehr wichtig war ist, dass er eben unseren Sohn nicht ändern will. er will aus ihm kein "normales" Kind machen. sondern eben methoden und alternativen schaffen um einige situationen (z.b. seine schlafstörungen) erträglicher zu machen.

ich habe ENDLICH das gefühl das wir irgendwo angekommen sind, wir nicht mehr alleine gelassen werden und das wir nun diese herausforderung auch einfach voll annehmen können.

und wir haben durchaus soooo viele glückliche momente, er macht das alles so toll, lernt so viel. und ich hoffe das egal was kommt und egal auf was für doofe menschen er noch treffen wird, ihm nie jemand seine fröhlichkeit nimmt!

Ich hab übrigens mal ein kleines Album gemacht mit Levis sortierereien hier zu hause ;D

http://album.gofeminin.de/album/1005162/levi-23667273.html#p1


ALSO PADMA....Wirklich ein ganz großes DANKE <3

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25. Januar 2014 um 14:27
In Antwort auf ela_12894593

....
Zwangsstörungen geben den betroffenen das Gefühl die Situation nur so unter Kontrolle zu haben und vermitteln ihnen somit Sicherheit.
Kleines bsp. Man will ausser Haus kontrolliert ob der Herd aus ist. Geht zur Tür und muss obwohl man eben kontrolliert hat wieder schauen ob der Herd wirklich aus ist. Das ganze ist ein zwang und wenn man nicht kontrolliert hat man nicht die Sicherheit. Es ist so gesehen eine verzerrte Wahrnehmung, denn eigentlich hat man nur solang man vor dem Herd steht die Sicherheit das er wirklich aus ist. Es geht dann soweit das die Betroffenen zum bsp denken das sie den Herd beim kontrollieren an gemacht haben und deswegen wieder kontrollieren müssen.

Das war jetzt nur ein bsp. Zwänge können mit der Zeit immer schlimmer werden. Das sie zum bsp mit Zahlen kombiniert werden. Der betroffene hat dann eine auserwählte Zahl, sagen wir jetzt mal 18, und so oft muss er eben diesen zwang ausleben damit er Sicherheit empfindet.

Das hast du wirklich
super geschrieben. toll erklärt

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