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Was mir Sorgen macht...

2. Mai 2017 um 10:19

Hallo zusammen,

in meinem Freundeskreis ist eine ganz liebe, tolle Frau an Depressionen erkankt und zwar so stark, dass sie stationär aufgenommen wurde.
Mich beschäftigt dies sehr, denn in meinem Freundes- und Bekanntenkreis gibt es einige, die mit dem Leben überfordert und unglücklich sind.
Eine Freundin trinkt meiner Meinung nach zuviel, eine shoppt zuviel, eine leidet sehr in ihrer Beziehung und nun diejenige, die eingewiesen wurde.
Versteht mich nicht falsch, ich finde es nicht schlimm, dass jemand Depressionen hat oder unzufrieden ist.
Mich treibt die Frage um, warum so viele Menschen unzufrieden bzw unglücklich sind.
Auch auf der Arbeit fällt mir auf, dass viele überfordert und unglücklich sind.

Ach, ich bin in einer seltsamen Stimmung, ich würde am liebsten ein "gute Laune- Staub" über der Erde ausschütten.

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2. Mai 2017 um 11:51
In Antwort auf pupsigel

Hallo zusammen,

in meinem Freundeskreis ist eine ganz liebe, tolle Frau an Depressionen erkankt und zwar so stark, dass sie stationär aufgenommen wurde.
Mich beschäftigt dies sehr, denn in meinem Freundes- und Bekanntenkreis gibt es einige, die mit dem Leben überfordert und unglücklich sind.
Eine Freundin trinkt meiner Meinung nach zuviel, eine shoppt zuviel, eine leidet sehr in ihrer Beziehung und nun diejenige, die eingewiesen wurde.
Versteht mich nicht falsch, ich finde es nicht schlimm, dass jemand Depressionen  hat oder unzufrieden ist.
Mich treibt die Frage um, warum so viele Menschen unzufrieden bzw unglücklich sind.
Auch auf der Arbeit fällt mir auf, dass  viele überfordert und unglücklich sind.

Ach, ich bin in einer seltsamen Stimmung, ich würde am liebsten ein "gute Laune- Staub" über der Erde ausschütten.
 

Der Druck ist enorm und viele können da nicht mit umgehen.
Mich hatte es auch Anfang letzten Jahres erwischt. Hätte ich nie gedacht, dass es mich mal so schlimm erwischt und Freunde waren anfangs auch mit der Information überfordert, weil das keiner gedacht hat, dass es mich mal trifft. "Was? Du bist doch immer so taff, warst immer ein Sonnenschein und so stark.". 
Aber irgendwann ist auch mal die Luft raus. Bei mir war es eine Mischung aus beruflichen Druck und privaten Problemen. 

Der berufliche und/oder private Druck ist manchmal einfach zu groß, dass 1-2 Sachen reichen und booooom...ist es zu viel. 
Wie gern hätte ich damals mich häufiger betrunken, weil sich alles leichter angefühlt hat, wenn man getrunken hat. Wie oft war ich shoppen...nicht, weil ich es unbedingt gebraucht habe...die Glücksmomente waren der Grund.

Ich habe z.B. 2 Berufe gelernt und in beiden arbeite ich nicht mehr, weil es mich nicht glücklich gemacht hat. Nicht, weil der Beruf an sich nicht meins war...das Drumherum hat nicht gepasst. Jetzt habe ich ein Bürojob mit zusätzlichen Arbeitsbereichen (die ich erlernt habe), aber ich habe nie im Büro gelernt.
Letztes Jahr war mir selbst das zu viel. Das hätte ich wahrscheinlich gemeistert, aber wenn es auch noch Stress gibt, wenn man heim kommt, weil es einfach genug Menschen gibt, die einem das private Glück nicht gönnen und denken sich einmischen zu müssen, dann ist die persönliche Grenze einfach mal erreicht und so war es bei mir. Irgendwann musste ich begreifen, dass ich fertig mit der Welt bin. Wenn das Leben einfach keinen Spaß mehr macht und jeder Zweite dir erzählen will "Was hast du denn? Das Leben ist doch schön." und man sich damit noch mehr unter Druck gesetzt fühlt, dann geht es einfach nicht mehr.

Teilweise reicht es schon im Job unglücklich zu sein. Man fühlt sich unter-/überfordert...man macht immer dasselbe oder hat das Gefühl, dass es nicht geschätzt wird, was man macht.
Oder privat wird man so unter Druck gesetzt oder man setzt sich selbst unter Druck, dass man selbst auf der Strecke bleibt. Leute denken, dass sie sich einmischen dürfen und einem erklären wollen, wie man richtig zu leben hat, weil man es ja so macht.

Ich musste wirklich einen radikalen Schnitt machen und das habe ich in der Therapie schmerzlich lernen müssen.
Ich habe meine Stunden halbiert. Habe lernen müssen, dass ich nicht perfekt sein muss...weder beruflich noch privat. Dass ich eben auch ein Mensch bin, der Bedürfnisse hat und diesen auch nachgehen darf. Dass ich ein Mensch bin, der auch negative Gedanken hat und diese auch äußern darf...auch, wenn andere Menschen der Meinung sind "Sowas darf man nicht denken und sagen.".
Ich musste lernen, dass ich nicht die Last der gesamten Welt auf meinen Schultern tragen muss. 

Es ist gar nicht so einfach Mut aufzubringen. Einen Job zu wechseln, obwohl die Stelle einem Sicherheit gibt. Den Berufzweig zu wechseln, weil man unglücklich ist. Sich zu trennen, weil da ein bisschen was dranhängt.
Das alte Muster zu durchbrechen und sich einzugestehen, dass es einen nicht glücklich macht. Und einfach mal zu sagen "Scheiss drauf."...obwohl die Gesellschaft anders denkt.
Sich einzugestehen, dass man eben doch mal 5 gerade sein lassen muss, weil man nicht mehr kann.

Das ist so schwer und ich hätte nie gedacht, dass das so harte Arbeit ist...nicht nur für mich...auch für meinen Mann.
Ich habe wirklich lange gebraucht um meinen Weg zu finden. 
Jetzt gehe ich fast wieder voll arbeiten. Ich weiß, dass ich Nein sagen kann und muss. Ich bin wieder so weit, dass ich über Menschen lachen kann, die mir was böses wolle ...das ging damals nicht.
 

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2. Mai 2017 um 13:37
In Antwort auf pupsigel

Hallo zusammen,

in meinem Freundeskreis ist eine ganz liebe, tolle Frau an Depressionen erkankt und zwar so stark, dass sie stationär aufgenommen wurde.
Mich beschäftigt dies sehr, denn in meinem Freundes- und Bekanntenkreis gibt es einige, die mit dem Leben überfordert und unglücklich sind.
Eine Freundin trinkt meiner Meinung nach zuviel, eine shoppt zuviel, eine leidet sehr in ihrer Beziehung und nun diejenige, die eingewiesen wurde.
Versteht mich nicht falsch, ich finde es nicht schlimm, dass jemand Depressionen  hat oder unzufrieden ist.
Mich treibt die Frage um, warum so viele Menschen unzufrieden bzw unglücklich sind.
Auch auf der Arbeit fällt mir auf, dass  viele überfordert und unglücklich sind.

Ach, ich bin in einer seltsamen Stimmung, ich würde am liebsten ein "gute Laune- Staub" über der Erde ausschütten.
 

Hallo.

Ja, manchmal gibt es diese Situationen, in denen man denkt: "Warum gibt es so viele leidende Menschen?" zumal es oft als nichtig erscheint.

Die dahintersteckenden Chataktere und Schicksale kennt man ja auch meist nur bedingt, sodass es schon auch wie "Luxusprobleme" aussehen mag (ich mag dieses Wort nicht, Probleme sind Probleme, egal welchen Ausmaßes, sobald es jemanden psychisch belastet hat es absolute Berechtigung, als Problem angesehen und auch ernst genommen zu werden).

Auch das, was enbarr schreibt kann ich nachvollziehen... Das kenne ich von mir...
Ich bin 2009 kurz vor der Geburt unserer großen Tochter 360 km von meiner Familie weggezogen. Keine einfache Familie (beide Elternteile selbständig mit Existenzängsten, daher quasi mitten im Burn Out aber keine Zeit für Behandlung). 
Die Schwiegerfamilie rücksichtslos und wenig "hilfsbereit" (nach etwa zehn Monaten wurde mir mitgeteilt, dass man mit mir nix mehr zu tun haben wolle, ich krank sei, es gut sei, dass ich mir Hilfe hole - ich hatte mich bei der Caritas abgesichert, dass nicht ich das Problem bin sondern Schwiegermutter übergriffig ist)... Mein Mann überfordert mit der Situationit mit seiner Familie... 
dazu unsere Tochter, ein Schreikind... Bis sie 3 war kein Kontakt zu seiner Familie... Mit 2,5 Jahren die Diagnose Asperger-Syndrom... 

Alleine mit allem dagestanden seit ihrer Geburt... Mein Mann macht im dritten Jahr Techniker Schule, ich bin drei Tage die Woche bis spät abends mit mittlerweile zwei Mädels alleine. Die Große, 8, mit Asperger-Syndrom, zur Zeit eine sooooo kräftezehrende Phase... 

Dazu seit etwa einem Jahr enorme körperliche Beschwerden, aber irgendwie keinen fähigen Arzt, der das mal ernst nimmt. Rücken morgens steif, Gelenkschmerzen... Die Schilddrüse spinnt schon seit Jahren rum, Reizdarm-Syndrom, Blutgerinnungsstörung, zuletzt eine Regenbogenhautentzündung, die in 8 Wochen 2 mal vorkam. Beim ersten mal zuerst fehldiagnostiziert, und besonders schmerzhaft... Daraufhin festgestellt, dass ein Blutwert, der für Autoimmunerkrankungen zuständig ist, positiv ist... 

Gute-Laune-Staub wäre toll. Aber hey, meine Hypnosetherapie wirkt immerhin so langsam. 

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2. Mai 2017 um 13:37

tatsächlich habe ich mich das letztens auch gefragt, es scheint nun häufiger zu sein oder die Menschen sprechen das offener an und lassen sich schneller behandeln und deshalb kommt es einem vor als würde das sich häufen. das weiß ich nicht.  jedenfalls waren 4 sehr gute Freundinnen von mir schon wegen Depressionen  u.a in Kliniken. Auch in meiner Klasse (8.Klasse) sind einige schon mehrere Wochen in Kliniken gewesen, wegen Depressionen, Magersucht, Borderline. Mit einem Schüler habe ich mich darüber unterhalten, er ist schon mit 10 an Depressionen erkrankt. Er meinte auch, dass sehr viel von einem erwartet wird, ständig müssen sie Entscheidungen treffen, sich anpassen und doch individuell sein. Das überfordert.
Wir leben in einer Gesellschaft in der die eigene Persönlichkeit eine große Rolle spielt, wir haben viele Freiheiteiten und Möglichkeiten unser Leben auf unsere Weise zu gestalten. Herkunft, sozialer Stand, Religion , Familie spielen keine große Rolle mehr. Niemand sagt uns mehr direkt was wir machen sollen und was nicht und trotzdem gibt es aber gewisse Maßstäbe und einen inneren Druck, diese zu erfüllen.

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2. Mai 2017 um 17:34

Du erwähntest mal dass Du mit Deinem Lehrberuf nicht so glücklich bist. Vielleicht wäre eine Umschulung ja doch etwas für Dich?

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2. Mai 2017 um 19:12

Nee, ich glaub ein sozialer Beruf ist nicht so Deins, oder? Vielleicht Laborantin, irgendwas im Bereich Medizintechnik, Gärtnerin?

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2. Mai 2017 um 22:32

Hm ich würde eher denken, es ist umgekehrt....Früher musste man funktionieren, alles musste perfekt sein.... Haushalt, Kinder gut erzogen, Mann zufrieden. Heute darf man doch total frei sein... Chaotisch, alleinerziehend, Teilzeit usw...zudem, und ja ich weiß ganz dünnes Eis, ist es doch salongfähig dass Kinder oder Erwachsene Diagnosen jeglicher Art haben. Ich meine nicht, dass sich das alle ausdenken. Ich glaube nur, dass wenn man das im Umfeld immer wieder mitbekommt, man vielleicht eher dazu neigt, dass bei sich selbst oder den Kindern zu diagnostizieren und zu suchen. Früher war es sicher noch verpönt oder? Heute gibt es auch soviele Spezialisten und Beratungsstellen...Ich komme da nur drauf weil meine achtjährige Tochter mich heute gefragt hat , ob wir auf Kur wollen...Auf Nachfrage meinte sie dann es fahren doch soviele mit ihren Müttern auf Kur. Also nicht falsch verstehen...Ich will niemanden unterstellen, dass er "simuliert" ich denke nur, dass es heute "einfacher' isz sich mit Burn Out, Depression oder ähnlichem zu outen. 

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3. Mai 2017 um 5:58

Würde auch sagen, dass du eine arbeit brauchst und wenns echt nur fûr ein paar stunden ist. Ich war jetzt ein jahr arbeitslos u es schlägt einfach auf die psyche, wenn man nur daheim "rumsitzt"...

bin auch nicht der glücklichste mensch. Es ist zu viel passiert in den letzten jahren, dass sich nicht mehr ändern lässt. Aber es tut irgendwie mal gut zu lesen, dass es auch anderen so geht. Dank social media hat man oft den eindruck alle sind immer happy ^^

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3. Mai 2017 um 9:16
In Antwort auf pupsigel

Hallo zusammen,

in meinem Freundeskreis ist eine ganz liebe, tolle Frau an Depressionen erkankt und zwar so stark, dass sie stationär aufgenommen wurde.
Mich beschäftigt dies sehr, denn in meinem Freundes- und Bekanntenkreis gibt es einige, die mit dem Leben überfordert und unglücklich sind.
Eine Freundin trinkt meiner Meinung nach zuviel, eine shoppt zuviel, eine leidet sehr in ihrer Beziehung und nun diejenige, die eingewiesen wurde.
Versteht mich nicht falsch, ich finde es nicht schlimm, dass jemand Depressionen  hat oder unzufrieden ist.
Mich treibt die Frage um, warum so viele Menschen unzufrieden bzw unglücklich sind.
Auch auf der Arbeit fällt mir auf, dass  viele überfordert und unglücklich sind.

Ach, ich bin in einer seltsamen Stimmung, ich würde am liebsten ein "gute Laune- Staub" über der Erde ausschütten.
 

Das liegt meiner Meinung nach oft daran, dass viele gar nicht wissen was sie wollen oder ein Leben leben das sie eigentlich nie gewollt haben, aber auch nicht gewillt sind es zu ändern.
Ich glaube viele sind in so eine Schleife aus der sie nicht mehr rauskommen. Meine Mama ist z.B. seit Jahren absolut unglücklich in ihrem Job sie kann sich aber nich aufraffen sich was anderes zu suchen und hat immer irgendeine andere Ausrede. Heute ist sie krank vor lauter Stress. Viele Menschen haben einfach Angst vor Veränderung. Es wird heute so viel erwartet und die meißten ornden sich dieser Erwartungen unter und sind dann unglücklich (Studium, guter Job, Familie, Haus etc.).

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3. Mai 2017 um 9:19
In Antwort auf goldschatz89

Das liegt meiner Meinung nach oft daran, dass viele gar nicht wissen was sie wollen oder ein Leben leben das sie eigentlich nie gewollt haben, aber auch nicht gewillt sind es zu ändern.
Ich glaube viele sind in so eine Schleife aus der sie nicht mehr rauskommen. Meine Mama ist z.B. seit Jahren absolut unglücklich in ihrem Job sie kann sich aber nich aufraffen sich was anderes zu suchen und hat immer irgendeine andere Ausrede. Heute ist sie krank vor lauter Stress. Viele Menschen haben einfach Angst vor Veränderung. Es wird heute so viel erwartet und die meißten ornden sich dieser Erwartungen unter und sind dann unglücklich (Studium, guter Job, Familie, Haus etc.).

ps: mir geht es wirlich sehr sehr gut und ich bin wirklich rundum zufrieden mit meinem Leben. Mir tun Menschen die das nicht haben wirklich sehr sehr leid. Mir hat es einfach wirklich geholfen mich nicht immer nach Erwartungen von anderen zu richten sondern auf mich zu hören. Mir geht es damit super.
 

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3. Mai 2017 um 9:33

Hallo Enbarr!
Ich weiß nun nicht ob das schon jemand geschrieben hat, aber hast du mal über eine Gesprächstherapie nachgedacht? 
Ich habe diese bereits selbst gemacht und es kann unheimlich weiter helfen seine Gedanken zu sortieren und Themen anzugehen bzw Lösungen zu suchen.
Und nein man liegt da nicht auf der Couch oder ist deswegen verrückt.
Ich finde es halt erschreckend und traurig,   wenn Du ernsthaft über Selbstmord nachdenkst. 
Du kannst da deinen Balast loswerden.
Für mich klingt das eindeutig nach Depressionen. Damit habe ich auch immer wieder zu tun.
Ich weiß die Überwindung Hilfe anzunehmen ist erst groß, aber es tut nicht nur dir gut, sondern letztendlich auch deiner Familie.Liebe Grüße 

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3. Mai 2017 um 9:40
In Antwort auf goldschatz89

ps: mir geht es wirlich sehr sehr gut und ich bin wirklich rundum zufrieden mit meinem Leben. Mir tun Menschen die das nicht haben wirklich sehr sehr leid. Mir hat es einfach wirklich geholfen mich nicht immer nach Erwartungen von anderen zu richten sondern auf mich zu hören. Mir geht es damit super.
 

Das was Du schreibst, da ist eine Menge dran. Bei mir (und auch anderen "Betroffenen" - unabhängig davon, ob sie ihr Hamsterrad erkennen/erkennen wollen oder nicht - trifft das definitiv zu. Gefangen fühlen in den Erwartungen anderer. Der Prozess, sich daraus zu lösen, ist für mich ein hartes Stück Arbeit. Ich wusste lange nicht, was mir gut tut, was ich möchte... Und zu 80% weiß ich es immer noch nicht, bin auf dem Weg, es raus zu finden. Mein Mann ist ähnlich. Auch er guckt viel zu sehr danach, was andere sagen und denken. 

Meine Mama hat mir mal sehr gut beschrieben, woher das kommt, als es darum ging, woher unsere Mädels ihren Starrsinn haben: "Du warst nie so, Du hast immer gespurt, nie aufgemuckt, was man Dir gesagt hat, das hast Du gemacht. Hast Dich immer angepasst."

Ja, immer schön angepasst, weil anders noch weniger Zeit für mich gewesen wäre als so schon. Also hab ich mich gefügt... Und irgendwann kam ich da nicht mehr raus. 

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3. Mai 2017 um 9:42

Mit den "Betroffenen" in meinem Text mein ich Bekannte und Verwandte von mir.

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3. Mai 2017 um 9:54
In Antwort auf neelasssim

Das was Du schreibst, da ist eine Menge dran. Bei mir (und auch anderen "Betroffenen" - unabhängig davon, ob sie ihr Hamsterrad erkennen/erkennen wollen oder nicht - trifft das definitiv zu. Gefangen fühlen in den Erwartungen anderer. Der Prozess, sich daraus zu lösen, ist für mich ein hartes Stück Arbeit. Ich wusste lange nicht, was mir gut tut, was ich möchte... Und zu 80% weiß ich es immer noch nicht, bin auf dem Weg, es raus zu finden. Mein Mann ist ähnlich. Auch er guckt viel zu sehr danach, was andere sagen und denken. 

Meine Mama hat mir mal sehr gut beschrieben, woher das kommt, als es darum ging, woher unsere Mädels ihren Starrsinn haben: "Du warst nie so, Du hast immer gespurt, nie aufgemuckt, was man Dir gesagt hat, das hast Du gemacht. Hast Dich immer angepasst."

Ja, immer schön angepasst, weil anders noch weniger Zeit für mich gewesen wäre als so schon. Also hab ich mich gefügt... Und irgendwann kam ich da nicht mehr raus. 

Eben dieses Anpassen an irgendwelche Vorstellungen die einem die Gesellschaft vorgibt. Ich glaub wirklich, dass das das größte Problem ist. Eigentlich leben wir in einer total freien Zeit.. aber die Menschen machen sich ihren Stress teilweise eben selbst, weil sie sich von irgendwelchen Vorstellungen leiten lassen. Ich bin davon auch nicht verschont aber ich kann das ganze relativ gut abschalten und auf mich selbst hören. Ich wurde schon oft in meinem "Andersdenken" bestätigt. Gerade im Job. Ich habe mich lange nicht so gestresst und trotzdem gute Arbeit geleistet ... und habe heute das gleiche (teilweise sogar mehr) als andere die sich total verrück gemacht haben. Man muss auch mal anfangen mit sich selbst zufrieden zu sein. Ich kenne so viele die sich abhungern und ins fitness rennen obwohl sie eigentlich gar nicht wollen, nur um irgendwelchen Vorstellungen gerecht zu werden. Warum das ganze?
Die meisten leben nich mehr für sich sondern nur noch für andere.

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3. Mai 2017 um 10:27

Ich sehe das ganz genau so. Lernen kann man "Gelassenheit" auf alle Fälle. Ich habe mir z.B. angefangen jeden Mittag mindestens eine halbe Stunde draussen spazieren zu gehen (egal bei welchem Wetter) und das tut sooo gut. Kleine Auszeiten tun sehr sehr gut.

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3. Mai 2017 um 11:16

Eine Gesprächstherapie besteht ja gerade darin mit jemandem von Außen die Ursache zu finden und gerade bei Dingen, die man nur selber ändern kann oder die vielleicht gar nicht änderbar sind, Wege zu finden, dass es einem wieder besser geht.
Der Therapeut gibt dir nötige Anstöße und Hilfe rauszufinden was Du wirklich willst und wie es möglich ist.
Z.B. schreibt Enbarr, dass ihr Mann ihr Dinge versprochen hat und nicht eingehalten hat. Hier würde ein Therapeut mit ihr besprechen was das für Dinge waren und ob sie nicht doch umsetzbar sind oder es Alternativen gibt.
Der Therapeut kann die Probleme nicht weghexen, aber ich finde es klingt stark nach Depressionen und da kommt man meist nicht alleine raus.

Viele sagen aber: was soll ich eine Therapie machen, davon geht das Problem nicht weg.
Aber genau das führt doch häufig zu Burnout und Depressionen.

Einer überlastender Mutte ist oft nicht bewusst wieviel sie für andere gibt und sich dabei hinten anstellt. Da hilft es enorm wenn ein Therapeut einen wachrüttelt bevor man Selbstmordgedanken umsetzt! !

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4. Mai 2017 um 11:42

Und wenn du wirklich mal eine Therapie in Anspruch nimmst?
Oft bringt so eine Therapie Lösungswege hervor auf die man selbst nie gekommen wäre. Man kann auch den Partner mit einbinden.
Das hat bei uns sehr viel gebracht, obwohl er schon sehr "stur" war, weil er sich da nicht reinführen konnte, was ganz normal ist.

Was sagt denn dein Partner zu deiner Lage? Er wird es ja mitbekommen, dass du momentan nicht glücklich bist. Kennt er die Gründe und wie reagiert er darauf? 

Wenn man so "isoliert" ist, dann ist das nie gut. Es klingt blöd, aber dann hat man zu viel Zeit sich Gedanken zu machen. Ich habe mich damals komplett zurückgezogen, weil alles eine Überwindung war. Ich war erst krank geschrieben, dann wollte ich nicht mehr zu Veranstaltungen und mich nicht mehr mit Freunden treffen. Ich war nur noch daheim, habe mich um das Kind gekümmert und damit wurde es nur noch schlimmer. Am Ende war ich so gelähmt, dass ich selbst den Haushalt kaum noch auf die Reihe bekommen habe. Mich hat dieses ständige grübeln gelähmt. Alles ist mir durch den Kopf gegangen und das so lange bis es nur noch negativ für mich war. Das war ein Teufelsreis.
Ich bin dann wieder arbeiten gegangen...war ich eigentlich gar nicht in der Verfassung dazu, aber ich musste raus. Da shatte mir auch mein Therapeut geraten.  Ich musst meinen Kopf füttern, damit kein Platz und keine Zeit zum grübeln war. Am Anfang fiel es mir so schwer, aber ich habe gemerkt, dass es mir jeden Tag ein Stückchen mehr half.

Ganz wichtig war auch mein Partner. Er musste da mitziehen und er hatte die schwierige Aufgabe mich im richtigen Moment zu motivieren, aber auch mitzubekommen, wann ich in Ruhe gelassen werden musste. 
Er wird dich nie verstehen, weil er das gar nicht kann, aber er kann dich unterstützen. 

Vielleicht suchst du dir doch einen kleinen Job und wenn du da erstmal nur so viel verdienst, wie die Betreuung kosten würde. Es gibt ja auch eine Plattform, wo sich auch ältere Leute anbieten oder Tagesmütter und Babysitter, wenn ansonsten die Betreuung nicht steht.
So kommst du erstmal raus und kannst auch neue Kontakte knüpfen. Meistens entstehen ja schon man Arbeitspaltz brauchbare Kontakte. 
Hauptsache einkommst erstmal raus.

Ihr müsst beide glücklich sein und nicht nur er. Vielleicht findet ihr einen Kompromiss. Ihr bleibt z.B. da wohnen und du könntest häufiger deine Großeltern besuchen. 
Wenn du mehr leben würdest, dann würde die ganze Sache vielleicht schon ganz anders aussehen und dein Wohnort wäre dir vielleicht viel sympathischer.
So ging es mir...ich bin hier vor 8 Jahren her gezogen und so wirklich hat es mir hier nie gefallen. Ich hatte zwar auch eine Handvoll Freunde, aber gearbeitet habe ich 44km entfernt. So wirklich viel hatte ich mit der Gegend hier nicht am Hut.
Die Sympathie für diese Stadt hat sich erst so richtig aufgebaut, als ich auch hier gearbeitet habe und hier auch mehr Kontakte hatte und mit diesen Leuten auch in dieser Stadt immer häufiger etwas unternommen habe. Jetzt liebe ich diese Stadt und die Umgebung so sehr und möchte hier nicht mehr weg. Ich verbinde mittlerweile so viel positives mit dieser Gegend.

 

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4. Mai 2017 um 14:39

Oh man Knopfi, ich habe im Moment ein paar schlechte Tage. Und habe beim lesen 2 Tränchen der Rührung verdrückt  ja du hast recht, glücklich sein kommt von innen. Und vielleicht zu akzeptieren, dass man selbst nicht perfekt ist und es nie sein wird und sein muss. Weder die Figur, noch die Macken die man hat die nicht dramatisch sind wie z.B.Unordnung, Vergesslichkeit o.ä. Danke für deine Worte - warum sollten diese falsch verstanden werden? 

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6. Mai 2017 um 9:14

oft erkennt man aber auch erst im nachhinein, dass man eigentlich hätte glücklich sein können..zb nach schweren verlusten..seit ich das erlebt habe, schätze ich alles viel mehr wert, weil ich weiß, wie zerbrechlich alles ist..von heut auf morgen kann sich alles ändern..auch beim thema gesundheit..alles viel zu selbstverständlich...

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8. Mai 2017 um 8:09
In Antwort auf pupsigel

Hallo zusammen,

in meinem Freundeskreis ist eine ganz liebe, tolle Frau an Depressionen erkankt und zwar so stark, dass sie stationär aufgenommen wurde.
Mich beschäftigt dies sehr, denn in meinem Freundes- und Bekanntenkreis gibt es einige, die mit dem Leben überfordert und unglücklich sind.
Eine Freundin trinkt meiner Meinung nach zuviel, eine shoppt zuviel, eine leidet sehr in ihrer Beziehung und nun diejenige, die eingewiesen wurde.
Versteht mich nicht falsch, ich finde es nicht schlimm, dass jemand Depressionen  hat oder unzufrieden ist.
Mich treibt die Frage um, warum so viele Menschen unzufrieden bzw unglücklich sind.
Auch auf der Arbeit fällt mir auf, dass  viele überfordert und unglücklich sind.

Ach, ich bin in einer seltsamen Stimmung, ich würde am liebsten ein "gute Laune- Staub" über der Erde ausschütten.
 

Sowas kann schnell gehen  ich habe auch einige Jahre mit Therapien hinter mir, ausgelöst "nur" durch berufliche Probleme. Ich hätte vorher nie gedacht, dass einen das so kaputt machen kann. 

Ende 2010 bis Juli 2016 war ich zuhause (Schwangerschaften, Elternzeiten) und danach war für mich klar, dass sich etwas ändern muss, wenn ich nicht bald wieder im Behandlungszimmer sitzen will. Ich habe mir völlig in Ruhe und ohne jeden Druck einen neuen Job gesucht. Der sich in mein Leben einfügt und nicht umgekehrt. Auch von meinem Mann gab es volle Rückendeckung. Heute arbeite ich etwas ganz Anderes, als ich gelernt habe, was aber egal ist. Der Job ist anstrengend, macht aber Spaß und ich fühle mich endlich mal angenommen.  Diesen Horror von damals will ich nie wieder durchmachen und ich finde es schrecklich, dass viele in dieser Mühle stecken 

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OT: Urlaub auf dem Bauernhof
Von: pupsigel
neu
16. März 2018 um 19:50
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