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Was soll ich nur tun wegen leiblichem Vater / Beziehung? (langer Text)

29. Juli 2011 um 9:38

Vielleicht hat jemand von Euch einen Rat für mich, ich bin echt ziemlich hilflos.

Meine Geschichte: ich hab seit über 10 Jahren eine feste Beziehung, die aber in den letzten Jahren ziemlich bergab gegangen ist. Hab 2009 Depressionen gehabt, mein Freund hat es geflissentlich ignoriert, ich hab jeden Tag an Selbstmord gedacht. Gleichzeitig hätte ich so gern ein Kind gehabt, hat aber nicht geklappt wegen Hormonstörung (und naja, etwas mehr Üben hätte auch nicht geschadet, das lag aber nicht an mir).

Ich bin dann Anfang 2010 auf eine längere Geschäftsreise gegangen, brauchte Abstand von allem. Hab da einen Mann kennengelernt, natürlich verheiratet und Kind. Aber wie das so ist, er war mein Lichtstrahl am Horizont, hab mich ganz übel verliebt. Und wie es das Schicksal will, bin ich schwanger geworden, völlig überraschend. Ich war echt fertig, denn was tun? Er wollte natürlich die Abtreibung, weil er seine Familie nicht verlieren wollte. Ich hab drüber nachgedacht, aber ich wollte doch so gern ein Kind und ich hätte es nicht ertragen.

Ich hab dann mit meinem Freund gesprochen und er hat gesagt, wir probieren es einfach und er nimmt das Kind als sein eigenes an. War damals echt großartig von ihm.

Als ich wieder hier war, ging es in der Schwangerschaft so einigermaßen, auch wenn ich etwas mehr Unterstützung nicht schlecht gefunden hätte. Mit dem leiblichen Vater war ich über Chat im Kontakt.

Jetzt, 8 Monate nach der Geburt, ist die Beziehung übler als je zuvor, der Umgangston wird immer rauher, im letzten Jahr gab es genau 1x Sex, ich bin echt nicht mehr glücklich. Kann mir auch nicht vorstellen, daß mein Freund glücklich ist, aber er gibt das nicht zu. Vermutlich wegen der Kleinen, weil er sie schon lieb hat. Aber auf meine Frage, was im Falle einer Trennung wäre, meinte er, er würde die Vaterschaft rückgängig machen, wolle da dann ja nicht drin hängen. Kann er ja auch.

Den leiblichen Vater hab ich in der langen Zeit 3x kurz gesehen, ab und zu chatten wir oder mailen, aber echt nicht oft. Ich wünschte mir, er hätte etwas mehr Interesse an der Kleinen, selbst wenn er sie nicht als Vater aufziehen kann.

Und nu sitze ich da. Was tun? Mich trennen? Der Kleinen damit ihren Papa nehmen? Mich selbst finanziell ins Aus katapultieren, weil ich ja keinen Unterhalt hätte? Das JA hilft einem ja auch nicht, wenn man den leiblichen Vater nicht angibt.
Den leiblichen Vater angeben und damit eine andere Familie kaputt machen? Er würde mich und die Kleine dafür hassen, wer hätte was davon?
Und was ist für meine Tochter besser? Den leiblichen Vater zu kennen, der aber nichts mit ihr zu tun haben will, oder dafür einen nicht-leiblichen Papa zu haben, der sie lieb hat? Beides geht nicht, das würde mein Freund nicht mitmachen.
Ich möchte aber auch noch etwas Glück haben. Und ich hätte gern mehr Kinder. In dieser Beziehung sehe ih das so nicht. Bin auch schon in dem Alter, wo man nicht mal eben in 5 Jahren nochmal probiert.
Mal völlig abgesehen davon, daß ich ja eigentlich nach wie vor in den leiblichen Vater total verliebt bin, aber wie das so ist, er meldet sich zwar sporadisch, aber hat längst nicht das Interesse an uns beiden.
Und tue ich meinem Freund wirklich was Gutes mit dieser Beziehung? Ich hab ihn ja gefragt, ob er glücklich ist, er behauptet ja. Kann aber doch gar nicht sein. Ich hab ihm gesagt, daß ich nicht glücklich bin. Ich sehe nicht, daß das nochmal was wird.

Puh, soviel Text. Und jetzt kommen natürlich die Depressionen langsam zurück.

Wie würdet Ihr das sehen, mal so objektiv-neutral von außen betrachtet? Ich kann ja mit niemandem drüber reden, weil ja keiner weiß, daß sie einen anderen Vater hat.

Danke fürs Lesen!

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29. Juli 2011 um 10:41

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Ich sehe das aehnlich wie xxxnemoxxx. Also der mann ist alt genug zu wissen was passieren kann wenn er fremdgeht (und das noch ohne zu verhueten!!!!)

Mir taete wenn es rauskommt nicht er leid sondern seine frau und jetzige familie die wahrscheinlich sehr enttaeuscht sein werden!

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29. Juli 2011 um 10:57

Danke
für die Antworten.

Das mit dem nicht verhüten war so, daß es ja hieß, bei mir wird es nix mit Kindern, ohne Behandlung. Und aus beruflichen Gründen wurden wir alle gründlich durchgetestet, von daher war auch krankheitstechnisch nichts möglich.

Ich denke da halt auch an seine Frau und sein Kind, was kann die Kleine denn für das alles? Und sie würde ihren Papa verlieren, an dem sie sehr hängt. Und meine Kleine würde wenig gewinnen, denn selbst wenn er offiziell eingetragen würde, würde das mit Unterhalt sicher nix, denn er ist selbständig und viel im Ausland, da läßt sich sicher tricksen. Und wenn er sie und mich dafür hassen würde, hätten wir auch nix davon.

Klar kann ich auch verstehen, wenn mein Freund dann die Vaterschaft aberkennt, ich würd eh nix von ihm verlangen.

Der leibliche Vater sagte mir, er könne mir finanziell nicht helfen, weil die ja ein gemeinsames Konto haben und alles, das würde auffallen.
Ich persönlich vermute, wenn man will, geht es schon, aber wenn monatlich gewisse Beträge fehlen, naja, dann fällt es vielleicht schon auf.

Wenn ich Vollzeit arbeiten gehe, bekomme ich uns zwei schon durch, aber dann müßte die Kleine 5 Tage die Woche 10 Stunden täglich in die Krippe. Sofern sie einen Platz bekommt. Und sie ist nicht der Typ dazu, in ihrem Alter, sie ist sehr anhänglich. Familie habe ich hier keine.

Wenn ich mich trenne, dürften meine Chancen schlecht stehen, nochmal jemanden kennenzulernen. Wie gesagt, Vollzeit arbeiten, zu Hause ein Kleinkind, niemand, der mir helfen kann, ich würde ja gar nicht mehr rauskommen.

Klar ist der leibliche Vater fein raus, fällt mir auch auf. Aber wieviele Leben würden kaputt gehen? Auf der einen Seite ist es nur meins, auf der anderen so viele. Auch mein Freund hält anscheinend lieber am status quo fest, wahrscheinlich halt wegen der Kleinen, weil er sie nicht verlieren will.

Alles Mist.

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29. Juli 2011 um 11:06
In Antwort auf ines_12161123

Danke
für die Antworten.

Das mit dem nicht verhüten war so, daß es ja hieß, bei mir wird es nix mit Kindern, ohne Behandlung. Und aus beruflichen Gründen wurden wir alle gründlich durchgetestet, von daher war auch krankheitstechnisch nichts möglich.

Ich denke da halt auch an seine Frau und sein Kind, was kann die Kleine denn für das alles? Und sie würde ihren Papa verlieren, an dem sie sehr hängt. Und meine Kleine würde wenig gewinnen, denn selbst wenn er offiziell eingetragen würde, würde das mit Unterhalt sicher nix, denn er ist selbständig und viel im Ausland, da läßt sich sicher tricksen. Und wenn er sie und mich dafür hassen würde, hätten wir auch nix davon.

Klar kann ich auch verstehen, wenn mein Freund dann die Vaterschaft aberkennt, ich würd eh nix von ihm verlangen.

Der leibliche Vater sagte mir, er könne mir finanziell nicht helfen, weil die ja ein gemeinsames Konto haben und alles, das würde auffallen.
Ich persönlich vermute, wenn man will, geht es schon, aber wenn monatlich gewisse Beträge fehlen, naja, dann fällt es vielleicht schon auf.

Wenn ich Vollzeit arbeiten gehe, bekomme ich uns zwei schon durch, aber dann müßte die Kleine 5 Tage die Woche 10 Stunden täglich in die Krippe. Sofern sie einen Platz bekommt. Und sie ist nicht der Typ dazu, in ihrem Alter, sie ist sehr anhänglich. Familie habe ich hier keine.

Wenn ich mich trenne, dürften meine Chancen schlecht stehen, nochmal jemanden kennenzulernen. Wie gesagt, Vollzeit arbeiten, zu Hause ein Kleinkind, niemand, der mir helfen kann, ich würde ja gar nicht mehr rauskommen.

Klar ist der leibliche Vater fein raus, fällt mir auch auf. Aber wieviele Leben würden kaputt gehen? Auf der einen Seite ist es nur meins, auf der anderen so viele. Auch mein Freund hält anscheinend lieber am status quo fest, wahrscheinlich halt wegen der Kleinen, weil er sie nicht verlieren will.

Alles Mist.

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Wie ist es denn in der bekanntschaft und vor allem verwandschaft von deinem freund?
Denken seine eltern die kleine ist ihre enkelin bzw. fuer seine geschwister die nichte???

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29. Juli 2011 um 11:09
In Antwort auf tzufit_12675656

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Wie ist es denn in der bekanntschaft und vor allem verwandschaft von deinem freund?
Denken seine eltern die kleine ist ihre enkelin bzw. fuer seine geschwister die nichte???

Ja
wir haben entschieden, daß das eine Sache zwischen uns ist. Seine Eltern würden was anderes nicht akzeptieren. Geschwister hat er nicht.

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30. Juli 2011 um 10:27

Liebe Damokles,
das ist wirklich eine verzwickte Situation, in der du da steckst und einen "geraden" und für alle Beteiligten zufriedenstellenden Weg aus dieser Situation heraus wird es vermutlich nicht geben

Wenn auch sehr schwierig, würde ich an deiner Stelle versuchen, so rational wie möglich vorzugehen ...

Grundsätzlich steht wohl an allererster Stelle, ob die Beziehung zu deinem Freund grundsätzlich noch eine Chance hat ? Ihr steckt in einer Situation, die nicht alltäglich und sehr emotionsgeladen ist: eine langjährige Beziehung, die in den letzten Jahren wohl einige Tiefen erlebt hat. Ein Kind, das in einem Seitensprung entstand, dessen leiblicher Vater es nicht haben wollte. Dein langjähriger Freund, der sich bereit erklärte, das "Kuckuckskind" (entschuldige, ist nicht böse gemeint !) als sein eigenes anzunehmen. Dein -wenn auch spärlicher- Kontakt mit dem leiblichen Kindsvater. Die "Lüge" Familienangehörigen und Freunden gegenüber, dass das Töchterchen von deinem Freund ist. Und deine Krankheit, die Depression, die sich wieder einzuschleichen scheint.
Das alles scheint mir sowohl für dich wie auch für deinen Freund ein emotionaler Kraftakt zu sein, der so alleine kaum zu bewältigen ist.
Kannst du dir vorstellen, dass ihr eine Paartherapie besucht ? Ich denke sowohl du, als auch dein Freund täte gut daran, sich mal alles von der Seele zu reden. Zuerst in Einzelgesprächen, dann im Paargespräch. Sicherlich sind einige Emotionen unausgesprochen zwischen euch, weil sie zu schmerzhaft oder zu verletztend sind. Da tut man sich einem neutralen Dritten gegenüber sicherlich leichter. Euer "Geheimnis" ist wohl einfach zu groß, um nur von euch beiden getragen zu werden.
Das wäre sicher die eleganteste Lösung - dass ihr wieder zueinander findet.

Solltest du für dich jedoch eindeutig sagen: Nein, ich kann mir eine weitere Zukunft mit meinem Freund absolut nicht vorstellen, ist die nächste entscheidende Frage wohl:
wie gehe ich mit dem leiblichen Kindsvater und den deiner Tochter zustehenden Rechten um ? Dass dein Freund im Falle einer Trennung die Vaterschaft rückwirkend aberkennt, ist nachvollziehbar.

Aber es gibt ja nunmal einen leiblichen Vater. Nur weil er das von ihm gezeugte Kind nicht wollte, entbindet ihn dies nicht von seiner Verpflichtung Unterhalt.
Es ist dir hoch anzurechnen, dass du seine Familie nicht zerstören willst - aber dich und deine Tochter bringt das nicht weiter. Du schreibst, dass er dich und eure Tochter dann hassen würde - was ich ehrlich gesagt bezweifle. Er wird sauer sein, aber eigentlich mehr auf sich selbst (natürlich ohne das zuzugeben !). Zu wissen, dass die Wut, der Zorn, der Groll nicht gegen dich und deine Tochter gerichtet sind, sondern gegen ihn selbst, kann dir vielleicht die Angst vor seinem "Haß" nehmen ?!
Ich vermute eher, dass dich deine Verliebtheit hindert, deine Rechte einzufordern.

Wenn du dich dazu entschließt, ihn von seinen Verpflichtungen zu "entbinden", wirst du entweder von staatlicher Unterstützung leben oder arbeiten gehen müssen.

Bezüglich deiner Sorge, der Tochter den Vater zu nehmen:
Nur weil dein Freund die Vaterschaft aberkennt, bedeutet das ja nicht, dass er keinen Kontakt zum Kind mehr haben darf. Er ist finanziell nicht mehr verantwortlich, kann aber dennoch deine Tochter besuchen - wenn du ihm das erlaubst. Du musst ihr also nicht den Papa nehmen.

Eine schwierige Situation, in der -meiner Meinung nach- sicherlich viel geholfen würde, wenn du dir das alles mal von der Seele reden könntest. Mit jemandem, der ausgebildet ist, Menschen in emotional verschlungenen Situationen zu helfen. Besonders die Depressionen, die du angesprochen hast, und die in der Vergangenheit von deinem Freund ignoriert wurden, verstärken die Situation an sich und sollten nicht außer Acht gelassen werden.

Wir hier können dir auch nur unseren Eindruck schildern, aber vermutlich leider nicht wirklich helfen, nicht nur weil das hier nur virtuelle Gespräche sind, sondern weil wir hier meist nicht mehr als "Küchenpsychologie" machen Die muss nicht immer schlecht sein, aber richtig qualitativ ist sie eben auch nicht ....

Ich wünsche dir von Herzen alles Gute !!!

Liebe Grüße
Friederike

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