Anzeige

Forum / Mein Baby

Was tun, wenn man weiß, dass Kinder geschlagen werden?

Letzte Nachricht: 26. Juli 2011 um 1:37
A
an0N_1297089999z
10.07.11 um 11:07

Mein Schwager und seine Frau sind aufgewachsen in dem Geist: "Wer sein Kind liebt, züchtigt es."

Sie wurden selbst geschlagen und schlagen nun ihre Kinder (3 und 5 Jahre).
Zwar nicht täglich, aber wenn der "Ungehorsam" mal wieder Überhand gewinnt, dann bringen sie Ihnen bei, zu gehorchen.

Bisher habe ich feige die Augen zugemacht, da ich es nur am Rande und nie direkt mitbekommen habe. (Höchstens die Drohungen)

Nun will ich mir aber ersteinmal etwas von der Seele schreiben.
Heute war es so, dass ich gerade dazukam, als der Vater mit den beiden Kindern, die mit gesenktem Kopf vor ihm standen, im Hausflur war und fragte: "Warum hast du das Wasser genommen?" - "...(keine Antwort)" - "Wenn die Mama euch sagt, dass ihr das Wasser nicht nehmen dürft, warum tut ihr es?" - wieder keine Reaktion. Ich war mittlerweile an dem Geschehen vorbei und an die um die Ecke sitzende Mutter getreten.
Da höre ich, wie der Vater die Kinder in die Wohnung zerrt. Dann hörte ich etwas, das wie die auf den Hintern der Kinder klatschende Hand des Vaters klang. Etwa 4 Mal, begleitet vom Aufschrei und weinen des ersten Kindes. Mir wurde es ganz anders.
Als das zweite Kind dran war, fragte ich die Mutter: "Was haben sie so furchtbares getan?"
Die Antwort war: "Nicht gehorcht."
Ich: "Bei was?", sie: "Wenn ich 'nein' sage, dann heißt es 'nein'." *schweigen* "Es ist unsere Sache, wie wir unsere Kinder erziehen!"
Ich wusste nichts zu sagen.
Sie meinte dann noch, dass kein Kind immer gehorchen würde, dass das ein Traum wär (also schön wärs) und dass man es ihnen beibringen müsse, auch wenns weh tut.

Ganz unritterlich bin ich daraufhin mit kurzem Gruß davon gezogen und hab mich Zuhause erstmal ausgeheult.

Nun will ich es ansprechen.
Ich kenne meine Gründe, warum ich mein kind nicht schlagen will, aber ich bin gern für jedes Argument offen. Je mehr, je besser.
Warum tut ihr es nicht?

Danke, dass ich mir das von der Seele schreiben durfte.

Grüße

Mehr lesen

A
alaba_11842309
10.07.11 um 11:17

Feige
soory, aber wenn du das so direkt mitbekommst, wie kinder misshandelt werden, wäre ich SOFORT dazwischen gegangen ohne auch nur mit der wimper zu zucken!

ansonsten würde ich mich ans jugendamt wenden und dein erlebtes schildern. diese erziehungseinstellung die diese leute haben gehen ja mal gar nicht...

bitte helfe diesen kindern und beschütze sie und mache nicht die augen zu

Gefällt mir

A
alaba_11842309
10.07.11 um 11:58


ich würde es nicht als heldenhaft bezeichen, für mich ist es einfach courage...sorry, ich bin so aufgewachsen und erzogen, dass ich was unternommen hätte, auch wenn du jetzt anders darüber denkst! es hat doch auch nichts mit heldenhaften menschen zu tun, wenn man kinder vor misshandlungen beschützt sorry, deine gedankengänge kann ich nicht nachvollziehen!

Gefällt mir

A
an0N_1252073399z
10.07.11 um 12:19

Hmmmm
schwierige Situation.Wie ist denn dein Verhältnis zu den beiden? Vielleicht würde es was bringen wenn du mal ganz ruhig mit ihnen redest.Und ihnen klar machst was sie ihren Kindern da antun.
Aber irgendwas muss passieren,weil so kann es nicht weitergehen,und wenn du nix unternimmst bist du mitschuld an ihrem leiden.

Ein sehr guter Freund von mir ist in seiner Kindheit von seiner Mutter regelmäßig verprügelt worden.Alles wussten es (Familie und Freunde) aber keine hatte den Mum was dagegen zu machen.
Seine Tante bereut es bis heute,das hat sie ihm mal gesagt,darauf hin meinte er dass ihm das jetzt auch nichts mehr bringt.Er hat damals hilfe gebraucht und alle (auch sein Vater) haben weggeschaut!!

Gefällt mir

Anzeige
A
an0N_1252073399z
10.07.11 um 12:21
In Antwort auf an0N_1252073399z

Hmmmm
schwierige Situation.Wie ist denn dein Verhältnis zu den beiden? Vielleicht würde es was bringen wenn du mal ganz ruhig mit ihnen redest.Und ihnen klar machst was sie ihren Kindern da antun.
Aber irgendwas muss passieren,weil so kann es nicht weitergehen,und wenn du nix unternimmst bist du mitschuld an ihrem leiden.

Ein sehr guter Freund von mir ist in seiner Kindheit von seiner Mutter regelmäßig verprügelt worden.Alles wussten es (Familie und Freunde) aber keine hatte den Mum was dagegen zu machen.
Seine Tante bereut es bis heute,das hat sie ihm mal gesagt,darauf hin meinte er dass ihm das jetzt auch nichts mehr bringt.Er hat damals hilfe gebraucht und alle (auch sein Vater) haben weggeschaut!!

Oh je
scheiß Rechtschreibung!!!

Gefällt mir

Kannst du deine Antwort nicht finden?

A
an0N_1297089999z
10.07.11 um 14:12

Danke erstmal
Tatsächlich war ich erstmal total geschockt und eher wahnsinnig traurig in dem Moment.
Wenn ich so etwas sonst gelesen habe, dachte ich auch wütend: "Da muss man doch dazwischengehen!!"
Aber so war da nur trauer und ich war kaum weg, da liefen die Tränen und ich musste erstmal richtig heulen.
Erst dann kam ich auf die Idee, dass ich hätte reinstürmen und dazwischengehen sollen.
Es war wirklich erstmal ein Schock, denn ich kenne die Familie und mag die Kinder auch. Dass ich da selbst immer irgendwie weggeschaut habe, habe ich erst heute gemerkt, bzw ist mir bewusst geworden.

Ich denke, dass es auch etwas anderes ist, obs Fremde oder flüchtige Bekannte sind und tatsächlich bin ich eher schüchtern.

Ich habe mich jetzt mit meinem Mann beratschlagt, und will heute Abend zu ihnen gehen, wenn deren Kinder schlafen.

Ihr dürft sie euch nicht wie agressive Leute vorstellen, denen in Wut die Hand ausrutscht.
Das soll keine Entschuldigung sein, aber sie haben es tragischerweise so gelernt und glauben wirklich, dass Kinder so erzogen werden müssen.
Deswegen will ich ihnen erklären, dass das nicht stimmt.
Das Verhältnis zu seinen Eltern ist sehr gut, das Verhältnis zu ihren aus anderen Gründen nicht optimal.

Ich will es erst über gesunden Menschenverstand probieren, lieber würde ich nicht mit Anzeigedrohungen kommen, aber den Straftatbestand nicht unerwähnt lassen.

Ich hoffe jetzt einfach mal, sie sehen es ein, dass es falsch war. Ich bin der Ansicht, wenn sie es verstehen, dann ändern sie es auch.

Danke für konstruktive Kritik und Ratschläge.

Gefällt mir

P
pushpa_12646495
10.07.11 um 15:50

Warum ich ein kind nicht schlage...
weil ich es liebe.

ich weis nicht, ich kann mir nicht vorstellen, jemals in die situation zu kommen, das ich so dermaßen austicken würde, das ich meine hand erhebe.

ich bin eine mehr als gelassene in sich ruhende mutter und ich glaub das färbt auch aufs kind ab. jedenfalls sagt mir jeder was für ein ausgeglichenes ruhigen und liebes kind wir haben. das sie auch anders kann wollen die dann immer gar nicht glauben.

aber selbst wenn sie jetzt mal blödsinn macht, mit ihren 22 monaten ist sie voll in der *blödsinnmachphase*, seh ich es relativ locker.
klar sie wird auch mal geschimpft, dann aber in einem etwas lauteren,tieferen tonfall. noch nie hatte ich das "bedürfnis" sie schlagen zu müssen. und gott steh mir bei, wird es auch nie dazu kommen.

mir tut es ja schon immer leid wenn ich sie geschimpft habe und sie dann ihre kleine süße schnute verzieht und traurig nach unten guckt. da könnten mir dann immer schon die tränen kommen und muss sie dann auch gleich in arm nehmen.
ich sag ihr dann immer das es mir auch leid tut das ich schimpfe,das sie aber auch versuchen muss auf mama zu hören.

neee ich könnt mir nicht vorstellen sie zu hauen. wenn sie dann anfangen würde zu weinen.. oh gott mein armes mutterherz..

--------------------------------------

mal zu deiner situation.

schlagen ist körperverletzung und somit auch strafbar. erziehungsmethode hin oder her.

1631 BGB abs.2: Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig.

du könntest zum JA gehen.

Gefällt mir

Anzeige
S
sioned_12685203
26.07.11 um 1:37

Ich (mittlerweile mitte 30) wünschte...
in meiner Vergangenheit hätte sich jemand für mich eingesetzt !!! Ich bin selbst von meiner Mutter regelmäßig verprügelt worden (und es blieb fast nie beim Hintern versohlen) - alle im Umfeld haben es mitbekommen und weggeschaut - keiner hat was gesagt oder unternommen. Bis heute habe ich ein absolut schlechtes Verhältnis zu meiner Mutter, sie versucht bis heute mir die Schuld zuzuschieben und behauptet ich phantasiere mir alles nur zusammen und wenn ich die "paar Lapalien" nicht vergessen könnte, soll ich mich einweisen lassen.... ich sage ohne schlechtes Gewissen, dass ich meine Mutter hasse...

Nun hab ich selbst eine kleine Maus 1,5 Jahre und wenn sie manchmal wirklich den ganzen Tag auf Trotzkopf und Schreihals stellt (was die Trotzphasen halt so mit sich bringen) ist der "Reflex" manchmal fast da auf den Hintern zu klopfen, aber ich habe mich Gott sei Dank so weit im Griff, dass ich mir selbst sagen kann, ich will nicht so werden wie meine eigene Mutter !!! Ich werde zwar dann manchmal laut und bin auch etwas eklig zu ihr - daran arbeite ich noch, dass ich noch gelassener reagieren kann. Auf jedenfall soll mein Kind wissen und merken, dass ich jederzeit für es da bin und es über alles liebe solange ich lebe !

Ich weiß nicht ob dir das hilft, aber ich "verstehe" deinen Schwager und seine Frau in der Hinsicht, dass es unwahrscheinlich harte Arbeit ist die Erziehung anderst zu übernehmen, als man es selbst erlebt hat (man kennt's ja nicht anderst). Vielleicht fragst du sie mal (ohne dass sie dir darauf antworten müssen), wie gern sie denn ihre Eltern wirklich haben - ob das Verhältnis herzlich ist... Sie sollen sich diese Frage selbst beantworten und ggf. auch selbst Hilfe in Anspruch nehmen. Jetzt ist es noch nicht zu spät, die Kinder sind noch in einem Alter, da "vergessen" sie das bisher erlebte, wenn sich bald was Grundlegendes daran ändert.

Dass du in der Situation nicht eingegriffen hast ist meiner Meinung nach auch besser... bin mir fast sicher, dass es sonst für die Kinder zu diesem Zeitpunkt noch härtere Konsequenzen gehabt hätte. Sprich mit den Eltern an einem "guten Tag" darüber. Und was ich dir auch empfehlen würde, rede mit den Kindern und sage ihnen, dass sie dir oder einer anderen Person Vertrauen können und wenn sie traurig und wütend sind (weil sie nicht brav waren), sollen sie es dieser Person anvertrauen. 1. behält man die Geschehnisse etwas im Auge, 2. müssen die Kinder nicht alles in sich hineinfressen (ganz arg wichtig !) und ich würde auch nicht gleich zum Jugendamt laufen, dass schürt nur Feuer, erstmal ein paarmal offen selbst mit ihnen sprechen und wie gesagt Hilfe empfehlen.

Hoffe, das hilft dir etwas - ob es so am besten ist kann ich leider auch nicht beurteilen.

LG

Gefällt mir

Diskussionen dieses Nutzers
Anzeige