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Wenn das Kind sich um 180 dreht

5. September 2014 um 21:20

Hallo in die Runde,

vielleicht kann mir eine von Euch mit eigenen Erfahrungen weiterhelfen ... ?!

Ich bin grade ziemlich verwirrt, was Sohnemann (knapp 9 J.) betrifft.

Der junge Mann war schon immer ein sensibles, zurückhaltendes und schüchternes Kind. Zart besaitet könnte man auch sagen. Veränderungen und neue Situationen haben ihn verunsichert, viele fremde Menschen waren ihm unangenehm. Er war kein Kind, das andere Kinder angesprochen hat, keines das in den Raum kam und "hier bin ich !" gerufen hätte.
Seitens Erzieherinnen in der Kita als auch von Lehrern der Schule kam stets die Rückmeldung, dass er sehr einfühlsam sei, Konflikte zwischen anderen gut schlichte, freundlich und hilfsbereit sei, sich gut in die Gruppe einfüge. Kein lauter Wortführer aber dennoch mit eigener Meinung.

Seit ein paar Wochen hat sich mein Kind verwandelt.
Ins komplette Gegenteil.

Er ist fordernd, frech, vorlaut, besserwisserisch. Er gibt an, er prahlt, er übertreibt. Er redet nur noch laut, gibt den Ton an, sagt, was andere beim Spiel "zu tun haben".

Ich hatte immer gehofft, dass sich das teilweise extrem Schüchterne noch legen wird, dass er selbstbewusster wird.

Das ist er jetzt. Aber wie. Zuviel des Guten.

Ganz ehrlich: ich mag solch ein Verhalten nicht. Und langsam habe ich den Eindruck, dass seine Freunde auch Schwierigkeiten haben mit dem "neuen" Freund. Da kommen schon mal Kommentare wie "Klugschei**er", "Herr Oberschlau" und so. Was ich verstehen kann.
Von meinem Sohn kommt dann nur "die sind blöd!"
Ich habe versucht, ihm zu erklären, dass Freundschaft auch bedeutet, dass man dem Freund sagen kann, darf und sogar muss, wenn er sich verändert und die Veränderung keine positive ist.
Freunde dürfen und sollen auch Kritik üben können.
Das interessiert ihn aber absolut nicht.
Selbstreflektion ? Pustekuchen. Er macht alles richtig - die anderen haben Schuld und verhalten sich komisch. Und wenn die das so sehen, bitte, dann sollen sie, dann sucht er sich eben andere Freunde ....

Ich bin ehrlich gesagt ziemlich überfordert im Moment - ich kenne ihn so nicht.
Für die Pubertät ist er doch noch zu jung ?!

Ich weiß auch gar nicht, was ich machen soll: ich versuche ihm zu erklären, dass er sich unbeliebt machen kann mit seinem Verhalten. Versuche in einem Vergleich (das Verhalten eines seiner Freunde war schon immer in die Richtung - und eine Zeit lang wollte keiner mit diesem Kind mehr spielen) zu verdeutlichen, dass er das Verhalten doch selbst auch nicht mag.

Ich rede mit Engelszungen und hoffe auf Verständnis und Einsicht. Ich bin streng und sage ganz klar, dass ich es nicht mag, wenn er über andere bestimmen will oder zu allem seinen Senf dazu gibt. Oder prahlt und übertreibt.

Ändert aber beides nix.

Hat jemand von Euch ähnliche Erfahrungen gemacht und mit sagen, wie das bei Euch dann weiter ging ??

Ich stehe hier inmitten einem Haufen voller Fragezeichen....

Vielen Dank !


Liebe Grüße
Friederike

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5. September 2014 um 21:33

Nenene
Für die pupertät ist er nicht zu jung.....
Das ist erst der anfang

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5. September 2014 um 22:26

...
hab eben mal "Vorpubertät" bei Tante Google eingegeben ... tatsächlich finde ich da einige Übereinstimmungen.

Trotzig, nöhlig, schlechtlaunig, besserwisserisch.

Ich dachte bei Mädchen beginnt die Pubertät früher als noch vor 20, 30 Jahren.
Dass die Jungs da mitziehen ging wohl an mir vorüber ....

... wenn das aber nur die zarten Anfänge sind - dann will ich gar nicht wissen, wie das zur "Hauptsaison" wird. Vor allen Dingen: momentan ist er ja noch deutlich kleiner als ich und vom optischen Erscheinungsbild einfach noch Kind. in 6-8 Jahren ist das sicher nicht mehr so....

Danke für den Wunsch nach starken Nerven - die werde ich wohl brauchen .....
Vor allen Dingen schafft er es ja, mich mit seiner Laune und seinem Verhalten mit zu ziehen und mich auf die Palme zu bringen ...


Liebe Grüße
Friederike

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6. September 2014 um 0:13
In Antwort auf elswedy

Nenene
Für die pupertät ist er nicht zu jung.....
Das ist erst der anfang

....
... scheint fast so. Tatsächlich Vorpubertät ?! Die Anzeichen deuten darauf hin.

Aber ganz ehrlich: dass das auch bei Jungs so früh schon anfängt, das hab ich mal komplett ausgeblendet. Körperlich zeigt er auch keine Anzeichen, vermutlich hat mich das so "blind" sein lassen.

Dann bleibt es wohl spannend ...

Danke & liebe Grüße
Friederike

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6. September 2014 um 10:08

...
ist dein Sohn denn auch so "unfreundlich" zu den eigenen Freunden geworden ?

Das ist etwas, was mich bei unserem "Flegel" hier mit am meisten belastet. Dass sein Verhalten zu Hause zum Haare raufen ist, ist zwar sehr ungewohnt und schwierig und bringt mich auf die Palme und manchmal zur Verzweiflung.

Aber dass er es sich nach und nach mit seinen Freunden verscherzt, das macht mich sehr traurig.

Insbesondere sein bester Freund sagt in letzter Zeit wohl häufig "Herr Oberschlau" zu ihm und es "kriselt" in der Freundschaft.

Die beiden sind seit dem Kindergarten eng befreundet, also quasi mehr als ihr halbes Leben lang ... auch oder gerade weil beide vom Typus eher die ruhigeren Kandidaten sind. Die beiden ticken echt gleich und sind von einem Schlag. Naja, momentan muss ich ja "waren" statt "sind" sagen.....

Ich habe schon Sorge, dass sich Sohnemann durch sein Verhalten ins Abseits manövriert und damit dann auch nicht umgehen kann - weil er ja eigentlich vom (Grund-)Charakter ja doch sehr sensibel und verletzlich ist.

Oh je - ich glaube da kommt noch einiges auf uns zu.

Für mich wohl auch, dass ich mein "Baby" nicht mehr vor allem beschützen kann und darf - und die Zeit gekommen ist, dass er eigene Erfahrungen machen muss. Auch wenn die negativ sind und weh tun ....

LIebe Grüße
Friederike

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