Home / Forum / Mein Baby / Wer denkt WIRKLICH an die Kinder?

Wer denkt WIRKLICH an die Kinder?

8. Juni 2009 um 20:39

Hallo,

obwohl ich ganz neu hier bin und eigentlich erst mal stiller Leser sein wollte, muß ich diese Frage stellen.

Wenn man wirklich das beste für das Baby will, sollte man sich bitte erstmal damit auseinander, mit welchen Problemen adoptierte Kinder ihr komplettes Leben zu kämpfen haben.

Ich bin 28 Jahre alt und wurde mit 3 Wochen adoptiert.
Ich bin in einer wundervollen Familie mit Geschwistern aufgewachsen und hatte alles, was sich ein Kind nur wünschen kann.

Aber nichts, rein gar nichts konnte den Knacks wieder gutmachen, den ich als Neugeborenes erhalten habe.

Obwohl ich selbst verheiratet bin und zwei Kinder habe, ein Haus, ein Pferd, einen Hund, die Adoption hat mich mein komplettes Leben geprägt.

Ich frage mich wirklich, warum geht es immer nur um die Eltern? Die leibliche Mutter, die Adoptiveltern, oder wen auch immer.

Fragt eigentlich auch jemand mal danach, was sich das Kind ausgesucht hätte? Nein, natürlich nicht, denn es ist absolut hilflos.

Ich habe mit meiner leiblichen Mutter vor ein paar Jahren Kontakt gehabt, sie ist eine nette und freundliche Frau, wir haben eine Menge gemeinsame Hobbys.

Mit Sicherheit hätte ich bei ihr ein viel einfacheres Leben gehabt, ABER es wäre NORMAL gewesen!

Ich hätte mich nicht mein Leben lang wie ein Ausserirdischer fühlen müssen, der nicht weiß, wo er hingehört.

Und falls es noch andere Kinder gibt, werden eigentlich auch mal die Geschwister gefragt?

"Mama, warum durfte meine Schwester nicht bei uns bleiben, aber ich?"

"Hättest Du mich auch weggegeben, wir in umgekehrter Reihenfolge gekommen wären?"

Mensch, Leute, denkt doch mal über solche Sachen nach!!!

Obwohl ich meine leibliche Mutter kennengelernt habe und sie nett ist und wir viel gemeinsam haben, ist sie für mich eine Fremde und sie bedeutet mir nichts!!!

Ich brauche unheimlich lange, um Freundschaften einzugehen, anderen Menschen traue ich eigentlich gar nicht, ich verlasse mich lieber auf mich selber! Obwohl mir meine Adoptiveltern niemals das Gefühl gegeben habe, ich müsse an ihnen zweifeln.

Als meine Kinder geboren wurden, bin ich fast hysterisch geworden, als das erste in den Brutkasten kam und das zweite mit Kaiserschnitt geholt werden mußte, ich habe nur voller Panik gedacht, die nehmen mir meine Kinder weg!!!

Mein Bruder ist auch adoptiert. Er hat das nicht "so gut" weggesteckt wie ich, sondern ist Drogen und Alkohol verfallen, er hat das einfach nicht verkraften können, nicht erwünscht und hilflos im Stich gelassen worden zu sein.

Mein anderer Bruder ist ein Pflegekind. Er ist mit Mitte 40 absolut bindungsunfähig.

Ich glaube, wirklich keiner hat eine Ahnung, was einem Kind damit angetan wird, es zur Adoption freizugeben, sofort er es nicht selbst erlebt hat.

Natürlich ist das die bessere Lösung als ein Kind umzubringen (damit meine ich jetzt nicht Abtreibung). Aber ansonsten finde ich wirklich keine Entschuldigung. Das Kind ist absolut hilflos und unschuldig und wird sein Leben lang geprägt sein und muß darunter leiden.

Liebe Grüße
Cinna


Mehr lesen

15. Juni 2009 um 13:21

Hi
Also ich bin auch Adoptiert und habe keine von diesen Problemen die Ihr habt. Klar war es ein Schock im Grunde als ich erfahren habe wie es wirklich ist. Und auch ich habe meinen Vater gsucht da meine Mutter schon tot war. Aber ich habe daraus mehr positives gezogen. Ich habe jetzt 2 Familien wenn man es genau betrachtet und mir gehts gut damit. Mein Mann und ich hätte auch gerne Adoptiert aber es wurde abgelehnt ( steht in einem anderen Beitrag hier im Forum ). Nur hätte ich mich in dem Fall für die offene Adoption entschieden damit das Kind nicht in ein Loch fällt wenn es erfährt das es adoptiert ist. Es hat also immer alles sein für und wieder.

lg

Gefällt mir

22. Juni 2009 um 11:52

...
Hallo,

naja, aber wenn man einen Hass auf seine Eltern hat, beeinflusst das doch auch das Leben.

Ich weiß ja nicht, wie alt Deine Schwester ist. Oft kommt das ja auch viel später alles hoch. Mir wurde das erst richtig bewusst, als ich selbst Kinder bekommen habe. Da habe ich erst gesehen, was es überhaupt bedeutet.

Das kann mir wirklich keiner sagen, daß eine Adoption spurlos an jemandem vorrüber geht. Und ob Dir Deine Schwester wirklich die innersten Gefühle sagt, weißt Du ja auch nicht.

LG Cinna

Gefällt mir

27. Juni 2009 um 15:52

Gedanken der Gefühle
Hallo, ich kann deine Gefühle sehr gut nachvollziehen. Bin selbst ein adoptiertes Kind. Mit 11 jahren habe ich erfahren das ich nicht zur Familie gehöre. Ist ein furchtbares Gefühl. Nun bin ich 32 Jahre und habe auch noch erfahren, dass ich eine leibliche schwester habe. Diese hat vor 14 jahren versucht Kontakt zu mir aufzunehmen und meine Adoptiveltern haben ihr gesagt ich hätte kein Interesse. Von dem allen habe ich aber nichts gewusst. Ich bin am Boden zerstört, kämpfe jeden Tag mit meinen Tränen, weil ich meine leibliche Familie nicht kenne. Man möchte sogern seine Wurzeln kennen und vielleicht das Gefühl haben geliebt zu werden auf eine andere Art und Weise.

Wie hast du deine leiblichen Eltern gefunden? Über die Ämter ist das total schwer, habe sogar schon eine Kleinanzeige gestartet, geholfen hat es aber noch nichts.

grit

Gefällt mir

Frühere Diskussionen
Teste die neusten Trends!
experts-club

Das könnte dir auch gefallen