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Wer hat Erfahrung mit Angst beim Kleinkind?

23. September 2018 um 12:36

Hallo,

Ich frage explizit nach Erfahrungen von Eltern.

Wie geht ihr mit starker Angst bei euren Kleinkindern rum?

Mein zweiter ist jetzt fast 2 und hat extreme Ängste. Teilweise für mich etwas absurde Sachen, aber für ihn ist es natürlich sehr schlimm. Er zittert manchmal richtig...

Vom ersten kenne ich so etwas nicht. Erstens hatte der nie so starke Angst und das echt selten und zweitens konnte ich ihn immer sehr leicht motivieren, die Angst zu überwinden.
Beim zweiten mache ich es auch so: Die Angst ernst nehmen und versuchen ihn dazu zu bringen sich der Angst zu stellen. Denn Mut ist für mich Angst zu überwinden.

Tja, irgendwie ist das momentan schwierig. Klar ist es eine Entwicklungssache, aber Tipps können ja nie schaden.


Ich muss ja schon schmunzeln, denn beim ersten musste ich mit Wut umgehen lernen und jetzt mit der Angst.
Wenigstens ist Angst eine "leise" Emotion.


lG

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23. September 2018 um 15:04

Dein Ansatz ist momentan, die Angst deines Kindes mildern zu wollen , ihn zu animieren „mutig“ zu sein. Warum eigentlich? Angst ist doch nichts schlimmes ? Sie ist überlebenswichtig. Mmn sollte ein Kind nicht lernen, gegen die Angst anzukämpfen, sondern sie wahrnehmen und lernen damit umzugehen und sie gut zu finden.
Angst kann ja auch so viel Spaß machen- der höchste Kletterbaum, die steile Rutsche, das Sprungbrett, später der Gruselfilm ... das macht alles nur Spaß, weil man Angst hat.
Du könnstest z. B. von dir erzählen, wovor du dich als Kind gefürchtet hast und was du dann gemacht hast. Aus deiner Sicht sind die Ängste deines Kindes vielleicht nichtig , aber tu sie nicht ab mit „davor brauchst du dich nicht zu fürchten „ Es ist real für das Kind und wichtig. Die Ängste, die wir Mütter so haben, sind auch oft nicht sehr realistisch. Wir alle haben vor etwas Angst , nur ändert sich im Lauf der Jahre wovor man Angst hat. 

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23. September 2018 um 13:22

Was für Ängste hat er denn? Also unserer hat ein Problem mit lauten Geräuschen, egal ob unerwartet oder drauf vorbereitet! Zu Silvester war er knapp 20 Monate, da hat er die Augen fest zusammen gedrückt, gezittert, sich starr gemacht und tot gestellt. Da hab ich ihn die ganze Zeit im Arm gehabt und leise und beruhigend auf ihn eingeredet bzw. vorgesungen. Um Mitternacht wurde es besser, weil er die Lichter von den Raketen gesehen hat und die fand er so schön, da war das Geknalle nicht mehr so schlimm, aber er war immer nich sehr eingekuschelt.
Jetzt mit knapp 29 Monaten redet er schon sehr viel und sagt manchmal: Ich hab bissi Angst! Dann nehm ich ihn ganz fest in den Arm (bei uns einschmusen genannt) und frag ihn warum/wovor er Angst hat und was ich tun kann, um ihm zu helfen. Meist mag er „Bauchi smusen“, als an meinen nackten Bauch dran kuscheln und dann erzählt er. Aber er spricht halt auch schon fast wie ein Erwachsener... tendenziell würde ich aber sagen: Nachfragen/zeigen lassen und viel Körperkontakt sind ein guter Anfang!

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23. September 2018 um 13:38

Er (jetzt 21 Monate) sagt schon, dass er Angst hat und wovor. Er sagt gerne "Große Angst -  xy". Mehr kann er aufgrund des Alters natürlich nicht verbalisieren.
Er hat öfters vor Gegenständen (klassisch laut und unbekannt/schnell bewegt) oder wenn der Große Bruder mal richtig laut/wild rumtobt. Ich denke, der große macht sich da bewusst oder unbewusst auch hin und wieder einen Spaß  - aber damit muss der Kleine eben umgehen können.

Momentan kuschle ich ihn auch. Ich versuche ihm zu zeigen, dass die Gegenstände keine Gefahr sind. Er hat aber dann so starke Angst, dass ich auch nach mehrmaligen (!) Versuchen nicht schaffe, dass er sich einem für ihn angsteinflössendem Gegenstand nähert. Er zittert dann eben richtig und klammert sich panisch an mich.
Einerseits will ich ihn nicht zwingen, aber andererseits, wie soll er die Angst überwinden, wenn ich nicht schaffe, dass er sich dem stellt? Ihn zitternd und panisch der Angst aussetzen ist aber auch nicht sinnvoll, finde ich.

Oder arbeitet die Zeit einfach für mich und ich kann ihn später besser motivieren?

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23. September 2018 um 13:39

Achso Fremde Leute oder sich von mir lösen ist für ihn kein Problem. Also z.B. KiGa Eingewöhnung war total problemlos.
Eher "Monster"-/Gegenstände Ängste. Vielleicht war das eher die Frage.

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23. September 2018 um 14:01

Und wenn du mit ihm auf den Arm zu den Gegenständen gehst und ihr sie gemeinsam anfasst? Oder er darf Abstand halten und du gehst hin und „sicherst alles ab“ für ihn? Gegen Monster aller Art hilft bei uns wunderbar ein Monsterspray: Alte Sprühflasche gut ausgespült, mit Wasser befüllt und mit Klebebuchstaben beschriftet, da „lesen“ wir gemeinsam, dass Monster davon ganz schnell verschwinden. Das war bisher immer erfolgreich! Allerdings ist der Junior auch nicht so sehr ängstlich...

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23. September 2018 um 15:04

Dein Ansatz ist momentan, die Angst deines Kindes mildern zu wollen , ihn zu animieren „mutig“ zu sein. Warum eigentlich? Angst ist doch nichts schlimmes ? Sie ist überlebenswichtig. Mmn sollte ein Kind nicht lernen, gegen die Angst anzukämpfen, sondern sie wahrnehmen und lernen damit umzugehen und sie gut zu finden.
Angst kann ja auch so viel Spaß machen- der höchste Kletterbaum, die steile Rutsche, das Sprungbrett, später der Gruselfilm ... das macht alles nur Spaß, weil man Angst hat.
Du könnstest z. B. von dir erzählen, wovor du dich als Kind gefürchtet hast und was du dann gemacht hast. Aus deiner Sicht sind die Ängste deines Kindes vielleicht nichtig , aber tu sie nicht ab mit „davor brauchst du dich nicht zu fürchten „ Es ist real für das Kind und wichtig. Die Ängste, die wir Mütter so haben, sind auch oft nicht sehr realistisch. Wir alle haben vor etwas Angst , nur ändert sich im Lauf der Jahre wovor man Angst hat. 

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23. September 2018 um 17:27
In Antwort auf elisabennet

Dein Ansatz ist momentan, die Angst deines Kindes mildern zu wollen , ihn zu animieren „mutig“ zu sein. Warum eigentlich? Angst ist doch nichts schlimmes ? Sie ist überlebenswichtig. Mmn sollte ein Kind nicht lernen, gegen die Angst anzukämpfen, sondern sie wahrnehmen und lernen damit umzugehen und sie gut zu finden.
Angst kann ja auch so viel Spaß machen- der höchste Kletterbaum, die steile Rutsche, das Sprungbrett, später der Gruselfilm ... das macht alles nur Spaß, weil man Angst hat.
Du könnstest z. B. von dir erzählen, wovor du dich als Kind gefürchtet hast und was du dann gemacht hast. Aus deiner Sicht sind die Ängste deines Kindes vielleicht nichtig , aber tu sie nicht ab mit „davor brauchst du dich nicht zu fürchten „ Es ist real für das Kind und wichtig. Die Ängste, die wir Mütter so haben, sind auch oft nicht sehr realistisch. Wir alle haben vor etwas Angst , nur ändert sich im Lauf der Jahre wovor man Angst hat. 

Das mit dem Erzählen klingt gut, aber mit 21 Monaten ist das noch viel zu komplex finde ich.

Mein Ansatz ist auch nicht, dass die Angst "schlecht" ist. Wer keine Angst hat, ist jauch nicht mutig sondern meistens einfach nur dumm.  Aber ein Gefühl, dem man sich stellen muss. Die Sachen die du aufzählst sind gute Beispiele - das alles ist gut, weil man sich dann überwindet. Aber eben dazu möchte ich ihn ermutigen, sich das ganze zuzutrauen.

Ich will die Angst ja nicht "abstellen". Ich will meinen Kleinen unterstützen damit um zu gehen. Sich an mich zu klammern und panisch zu zittern ist ja nicht schön...

Ich hoffe, du verstehst, was ich meine.

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23. September 2018 um 17:32
In Antwort auf butterfliegenbeinchen

Und wenn du mit ihm auf den Arm zu den Gegenständen gehst und ihr sie gemeinsam anfasst? Oder er darf Abstand halten und du gehst hin und „sicherst alles ab“ für ihn? Gegen Monster aller Art hilft bei uns wunderbar ein Monsterspray: Alte Sprühflasche gut ausgespült, mit Wasser befüllt und mit Klebebuchstaben beschriftet, da „lesen“ wir gemeinsam, dass Monster davon ganz schnell verschwinden. Das war bisher immer erfolgreich! Allerdings ist der Junior auch nicht so sehr ängstlich...

Genau so versuche ich es momentan. So ging das ja mit dem großen sehr gut. Aber gut, der hatte auch nie so starke Angst.
Beim kleinen ist es wirklich schwierig. Er ist so panisch, dass es für mich schwer ist, ihm mit dieser Angst zu helfen.

Ich glaube, für den Monsterspray ist er auch noch zu klein. Ich denke, so etwas versteht er in einem halben Jahr erst in etwa.

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23. September 2018 um 18:14

Tut mir leid, wenn ich dich falsch verstanden habe. Für mich klingt es so, als wünschtest du dir für ihn, dass er die Angst „überwinden“, sich der Angst stellen soll. Und das ist in meinen Augen , die Angst weghaben zu wollen, statt sie einfach anzunehmen, zu akzeptieren. Auch Monsterspray ist mmn nur eine Methode, Angst auszuweichen/ zu bekämpfen.
Annehmen und aushalten könnte dein Sohn z.b. einfach in deinem Arm. Sicherheit und Trost finden. Ganz ohne Bekämpfen von irgendwas. Einfach aushalten und abwarten.
Die Angst geht von alleine weg, wenn man eine Weile wartet (darauf beruht auch die Verhaltenstherapie bei Ängsten) Der Körper kann die Angst nicht sehr lange aufrechterhalten . Dann spürt dein Sohn, dass die Angst verschwindet, ganz ohne etwas dafür/ dagegen zu tun . Dabei lernt er etwas . 

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23. September 2018 um 18:47
In Antwort auf elisabennet

Tut mir leid, wenn ich dich falsch verstanden habe. Für mich klingt es so, als wünschtest du dir für ihn, dass er die Angst „überwinden“, sich der Angst stellen soll. Und das ist in meinen Augen , die Angst weghaben zu wollen, statt sie einfach anzunehmen, zu akzeptieren. Auch Monsterspray ist mmn nur eine Methode, Angst auszuweichen/ zu bekämpfen.
Annehmen und aushalten könnte dein Sohn z.b. einfach in deinem Arm. Sicherheit und Trost finden. Ganz ohne Bekämpfen von irgendwas. Einfach aushalten und abwarten.
Die Angst geht von alleine weg, wenn man eine Weile wartet (darauf beruht auch die Verhaltenstherapie bei Ängsten) Der Körper kann die Angst nicht sehr lange aufrechterhalten . Dann spürt dein Sohn, dass die Angst verschwindet, ganz ohne etwas dafür/ dagegen zu tun . Dabei lernt er etwas . 

Ich verstehe, dass man Ängste aushalten können sollte, aber warum sollte man nicht aktiv damit arbeiten, wenn es möglich ist? Also warum kein Monsterspray? Warum nicht versuchen zu verstehen, warum etwas Angst macht? Das Ziel ist da natürlich die Überwindung am Ende, aber nicht in dem Sinne, dass man keine Angst haben darf, sondern dass man versteht, dass Angst nicht lähmen muss. Ich finde es ehrlich gesagt selbst ziemlich schlimm, wenn mir jemand sagen würde: Musst du halt aushalten, kann dein Körper eh nicht lange aufrecht erhalten, wenn ich doch etwas gegen ein mir unangenehmes Gefühl tun kann! 
Und ja, ich habe tagtäglich Angst um meinen Jungen, vor der Zukunft, manchmal im Straßenverkehr etc und ich tu was dagegen und fühle mich danach besser und weniger ängstlich. Warum sollt ich das meinem Kind verwehren?

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23. September 2018 um 21:19

Monsterspray und sowas hat bei uns nie funktioniert.

Ich hatte auch so ein Hasenherz - ganz lieb gemeinter Ausdruck.

Ja, ich denke, dass Zeit da auch einfach ein Helfer ist. Ich würde in dem Alter nur der sichere Hafen sein. Ihn halten, ihn beruhigen, die Möglichkeit geben sich bei dir zu verstecken. Das finde ich völlig okay. Er ist sehr klein. Du darfst der Beschützer sein.

Was du über Mut sagst ist richtig. Man kann nur Mut zeigen, wenn man Angst hat. Mein Kind war schon oft sooo mutig. Ich weiß, dass er vor vielem Angst hat oder hatte. Irgendwann kam von allein die Zeit, in der er sich gestellt hat und wacker gegen die Angst angegangen ist. Ich bin da wirklich sehr stolz auf ihn, weil er eben ist, wie er ist und ich weiß, dass es manchmal sehr schwer für ihn war/ist.
Er ist immer noch ein eher ängstlicher und vorsichtiger Typ. Er wird nie ein Haudrauf. Aber soweit es seine Möglichkeiten zulassen, stellt er sich der Angst auch und kann sie überwinden. Das machen die schon, wenn sie soweit sind.

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24. September 2018 um 8:57
In Antwort auf butterfliegenbeinchen

Ich verstehe, dass man Ängste aushalten können sollte, aber warum sollte man nicht aktiv damit arbeiten, wenn es möglich ist? Also warum kein Monsterspray? Warum nicht versuchen zu verstehen, warum etwas Angst macht? Das Ziel ist da natürlich die Überwindung am Ende, aber nicht in dem Sinne, dass man keine Angst haben darf, sondern dass man versteht, dass Angst nicht lähmen muss. Ich finde es ehrlich gesagt selbst ziemlich schlimm, wenn mir jemand sagen würde: Musst du halt aushalten, kann dein Körper eh nicht lange aufrecht erhalten, wenn ich doch etwas gegen ein mir unangenehmes Gefühl tun kann! 
Und ja, ich habe tagtäglich Angst um meinen Jungen, vor der Zukunft, manchmal im Straßenverkehr etc und ich tu was dagegen und fühle mich danach besser und weniger ängstlich. Warum sollt ich das meinem Kind verwehren?

Angst ist erstmal eine natürliche Reaktion auf etwas fremdes/komisch aussehendes/lautes etc. Und Angst per Se besiegen zu wollen ist ja nicht immer nützlich. Angst schützt uns auch und macht uns aufmerksam. Häufig ist es nur das was jüngere Kinder davon abhält Dummheiten zu machen (und auch so manchen Erwachsenen). Mit Angst umgehhen können ist eine Sache. Das ist aber ein extrem langer Prozess und schliesst auch nie ab, denn neue Ängste kann man dann nicht mehr so plötzlich handhaben wie die alten. Ebenso muss man mit manchen Ängsten einfach leben. Vieles kann man nicht überwinden weil es ausserhalb unserer Kontrolle ist. Der Sohn der TE ist für sowas noch zu klein aber ich finde nicht, dass jede Angst bekämpft werden muss sondern auch irgendwo ganz klar gesagt werden muss: es ist nicht schlimm Angst zu haben. Manchmal ist das sogar ganz gut.

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24. September 2018 um 12:37

Hmmm, jetzt geht es viel darum, dass Angst auch gut und ok ist. Aber das weiß ich ja selber.

Mir geht es da nur um Tipps, was ich machen soll. Ähnlich wie bei der Wut. Ich wollte meinem Sohn nie die Wut als Gefühl "abtrainieren", aber er sollte eben lernen, nicht gleich voll loszubrüllen, dass man einen Gehörschaden bekommt, toben und schlimmstenfalls um sich schlagen.

Ich finde es gibt schon einen Unterschied zwischen Angst haben und übertriebener Panik. Wie bei einem Erwachsenem: Da gibt's Leute die haben Angst vor Spinnen - nix dabei, muss ja nicht jeder Spinnen mögen. Dann gibt's aber welche mit einer richtigen Phobie die durchdrehen und panisch werden, wenn sie nur an eine Spinne denken.

Das Gefühl ist bei meinem Sohn momentan übermächtig, finde ich. Ich will es aber nicht abtrainieren.
Und dass das ganze lange dauern wird, ist mir klar.

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24. September 2018 um 16:56
In Antwort auf kreuzunge

Hmmm, jetzt geht es viel darum, dass Angst auch gut und ok ist. Aber das weiß ich ja selber.

Mir geht es da nur um Tipps, was ich machen soll. Ähnlich wie bei der Wut. Ich wollte meinem Sohn nie die Wut als Gefühl "abtrainieren", aber er sollte eben lernen, nicht gleich voll loszubrüllen, dass man einen Gehörschaden bekommt, toben und schlimmstenfalls um sich schlagen.

Ich finde es gibt schon einen Unterschied zwischen Angst haben und übertriebener Panik. Wie bei einem Erwachsenem: Da gibt's Leute die haben Angst vor Spinnen - nix dabei, muss ja nicht jeder Spinnen mögen. Dann gibt's aber welche mit einer richtigen Phobie die durchdrehen und panisch werden, wenn sie nur an eine Spinne denken.

Das Gefühl ist bei meinem Sohn momentan übermächtig, finde ich. Ich will es aber nicht abtrainieren.
Und dass das ganze lange dauern wird, ist mir klar.

Gegen Panik kannst du nichts machen ausser dein Kind aus der Situation nehmen und ihm sagen dass die Situation vorbei ist und nichts passiert. Panik ist nochmal ein ganz anderes Level von Angst. Da kann man nicht mehr auf das Objekt der Angst zugehen und es langsam versuchen. Wenn Menschen Panik haben reagieren sie instinktiv. Nicht umsonst ist es nicht ganz ohne ertrinkende Menschen zu retten. Instinktiv würden sie alles greifen um an der Wasseroberfläche zu bleiben. Ob dabei jemand anderes ertrinkt ist irrelevant und nicht kontrollierbar. Wenn man Panik hat steht man absolut neben sich. Nur um mal zu erläutern was Panik überhaupt ist. 
Das einzige was du machen kannst, ist mit deinem Kinderarzt darüber zu reden ob sich die Panik noch in normalem Rahmen verhält oder ob es tieferliegende Gründe dafür gibt. Das heißt nicht, dass dein Sohn psychisch Krank ist. Es kann sein, dass es bei ihm einfach gerade eine Phase ist und sich das wieder gibt oder aber, dass es einen Auslöser gab/gibt.

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24. September 2018 um 17:31
In Antwort auf butterfliegenbeinchen

Ich verstehe, dass man Ängste aushalten können sollte, aber warum sollte man nicht aktiv damit arbeiten, wenn es möglich ist? Also warum kein Monsterspray? Warum nicht versuchen zu verstehen, warum etwas Angst macht? Das Ziel ist da natürlich die Überwindung am Ende, aber nicht in dem Sinne, dass man keine Angst haben darf, sondern dass man versteht, dass Angst nicht lähmen muss. Ich finde es ehrlich gesagt selbst ziemlich schlimm, wenn mir jemand sagen würde: Musst du halt aushalten, kann dein Körper eh nicht lange aufrecht erhalten, wenn ich doch etwas gegen ein mir unangenehmes Gefühl tun kann! 
Und ja, ich habe tagtäglich Angst um meinen Jungen, vor der Zukunft, manchmal im Straßenverkehr etc und ich tu was dagegen und fühle mich danach besser und weniger ängstlich. Warum sollt ich das meinem Kind verwehren?

Weißt du, ich glaube es steckt einfach ganz tief in uns selbst , auch durch unsere eigene Erziehung, dass man die Angst irgendwie nicht gut findet. Unsere Eltern und Großeltern haben auch immer etwas „gemacht“ gegen die Angst. Du selbst findest die Vorstellung auch nicht schön , bei deinem Sohn einfach nichts zu tun , nur abzuwarten. Für ihn dazusein und ihm zu sagen, dass du weißt, wie sich das anfühlt und du es kennst und es normal ist Angst zu haben.
In welchen Situationen ist es denn besonders schwierig für ihn oder dich, wenn  er solche Ängste hat? Was läuft im Alltag dadurch schlecht? 

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24. September 2018 um 17:53
In Antwort auf bella171903

Gegen Panik kannst du nichts machen ausser dein Kind aus der Situation nehmen und ihm sagen dass die Situation vorbei ist und nichts passiert. Panik ist nochmal ein ganz anderes Level von Angst. Da kann man nicht mehr auf das Objekt der Angst zugehen und es langsam versuchen. Wenn Menschen Panik haben reagieren sie instinktiv. Nicht umsonst ist es nicht ganz ohne ertrinkende Menschen zu retten. Instinktiv würden sie alles greifen um an der Wasseroberfläche zu bleiben. Ob dabei jemand anderes ertrinkt ist irrelevant und nicht kontrollierbar. Wenn man Panik hat steht man absolut neben sich. Nur um mal zu erläutern was Panik überhaupt ist. 
Das einzige was du machen kannst, ist mit deinem Kinderarzt darüber zu reden ob sich die Panik noch in normalem Rahmen verhält oder ob es tieferliegende Gründe dafür gibt. Das heißt nicht, dass dein Sohn psychisch Krank ist. Es kann sein, dass es bei ihm einfach gerade eine Phase ist und sich das wieder gibt oder aber, dass es einen Auslöser gab/gibt.

Ich glaube schon, dass es gerade eine Phase ist.
Aber ich will zumindest jetzt nichts falsch machen, dass sich das festsetzt.

Ich habe zu dem Thema gelesen und da stand als Eltern hat man evt. auch einen Anteil, aber ich denke nicht, dass ich ihm da jetzt etwas in die Richtung vermittle... Aber gut, Fremd- und Eigenwahrnehmung

Nunja, heute habe ich mal elisabennets Tipp weiterverfolgt ihn längere Zeit sanft einem furchteinflössenden Gegenstand auszusetzen. Es wurde auch etwas besser. Vorher habe ich - Achtung wahrscheinlich nicht pädagogisch wertvoll - ein Video damit rausgesucht und gezeigt. Da hatte er zuerst auch Angst, dann ging es.

Naja, man kann wohl nicht viel machen, als ich schon mache.
 

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24. September 2018 um 18:23
In Antwort auf elisabennet

Weißt du, ich glaube es steckt einfach ganz tief in uns selbst , auch durch unsere eigene Erziehung, dass man die Angst irgendwie nicht gut findet. Unsere Eltern und Großeltern haben auch immer etwas „gemacht“ gegen die Angst. Du selbst findest die Vorstellung auch nicht schön , bei deinem Sohn einfach nichts zu tun , nur abzuwarten. Für ihn dazusein und ihm zu sagen, dass du weißt, wie sich das anfühlt und du es kennst und es normal ist Angst zu haben.
In welchen Situationen ist es denn besonders schwierig für ihn oder dich, wenn  er solche Ängste hat? Was läuft im Alltag dadurch schlecht? 

Ich weiß jetzt gerade ehrlich nicht, ob wir aneinander vorbeireden... für mich klang dein Beitrag gestern so, als solle man nichts weiter gegen ein Angstgefühl tun, damit man es ertragen lernt, weil es eh nicht dauerhaft aushaltbar ist. Ich finde bzw. erlebe es auch selbst so, dass man aber an einen Angstfaktor herantreten sollte. Bekannte Dinge machen weniger Angst und ich empfinde Angst als Gefühl nun nicht als angenehm. Das heißt ja aber nicht, dass ich der Meinung bin, man dürfe/solle dieses Gefühl nicht haben, das ganz sicher nicht! Erstens ist es gar nicht vermeidbar, Angst zu haben, und zweitens ist das ja tatsächlich auch ein zuweilen ein schützendes Gefühl. Aber man kann den angstauslösenden Faktor eben kennenlernen bzw auch seine eigene Angst reflektieren und umlenken, zumindest meiner Meinung nach. Und soweit ich weiß, fußen Verhaltenstherapien zB auch darauf, also dass man zB bei Arachnophobie langsam lernt, Spinnen zu ertragen, auch wenn sie nicht die besten Freunde werden. 
Wie gesagt, mein Junior war nie megaängstlich, aber auch er hat Angstfaktoren. Die kann er mit kleinen Hilfen eben verstehen lernen. Und um auf deine Frage zurück zu kommen. Als wir das Monsterspray benutzt haben, hat er für sich erfahren, dass er mit einer Angst umgehen kann. Er kann aktiv etwas tun, damit er sich besser fühlt. Das finde ich eben schon wichtig!

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24. September 2018 um 19:25

Keine Ahnung, vielleicht reden wir wirklich aneinander vorbei. Ich versuche nur weiterzugeben, was ich in den letzten Jahren gelernt habe , aber bin kein Therapeut. Ist also mein laienhaftes Verständnis von der Sache. 
Ja, die Verhaltenstherapie arbeitet so mit Ängsten-z.b.  bei Höhenangst stellt sich der Patient auf ein 3
Meter Brett und fühlt einfach die Angst, lernt sie auszuhalten und merkt, dass die Angst weniger wird. Aber ohne etwas zu tun. In der KVT würde der Patient nicht dazu animiert werden , vom 3 Meter Brett zu springen .
So eine Angststörung entsteht durch ständig unterdrückte Angst, durch falschen Umgang mit Angst. 
 

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24. September 2018 um 20:14
In Antwort auf elisabennet

Keine Ahnung, vielleicht reden wir wirklich aneinander vorbei. Ich versuche nur weiterzugeben, was ich in den letzten Jahren gelernt habe , aber bin kein Therapeut. Ist also mein laienhaftes Verständnis von der Sache. 
Ja, die Verhaltenstherapie arbeitet so mit Ängsten-z.b.  bei Höhenangst stellt sich der Patient auf ein 3
Meter Brett und fühlt einfach die Angst, lernt sie auszuhalten und merkt, dass die Angst weniger wird. Aber ohne etwas zu tun. In der KVT würde der Patient nicht dazu animiert werden , vom 3 Meter Brett zu springen .
So eine Angststörung entsteht durch ständig unterdrückte Angst, durch falschen Umgang mit Angst. 
 

Naja, dann meinen wir aber im Prinzip schon dasselbe! Wobei ich sicher aufgrund meiner Biographie eben nicht nur auf dem 3 Meter Brett stehen würde, sondern eben auch runterschauen und evtl dann auh ins Wasser springen, aber das ist eben mein Ding. Beim Sohnemann versuch ich beizubringen, dass man nicht untätig sein muss, aber man darf, wenn es der bessere Weg ist. 

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