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Wer kennt sich aus mit BV? Und auch mit eigenem Anspruch der Kinder für ALG II?

23. Februar 2015 um 13:19

Es geht um einen Kollegen von mir.
Er hat wieder geheiratet und seine Frau ist jetzt schwanger.
Fakt 1 ist: Er zahlt Unterhalt für seinen Sohn aus erster Ehe, verdient knapp über der Pfändungsgrenze (in seinem Fall 1654 ) und hat auch eine Pfändung am Laufen vom Finanzamt, weil er nach der Scheidung es vermasselt hatte, die Steuerklasse zu wechseln. Ansonsten zahlt er noch an der Scheidung und am Anwalt und noch einen kleinen Unterhaltsrückstand. Nach Abzug von allem, bleiben ihm ca. 1000 .

Die neue Frau arbeitet in der ambulanten Pflege (75%), hat 2 Söhne, deren Vater keinen Unterhalt bezahlt und hat nun nach der Hochzeit durch Steuerklasse 4 und den Wegfall vom Unterhaltsvorschuss knapp 1000.
Würde ja reichen, ist aber eine eng gestrickte Sache. Er braucht sicher knapp 200 Sprit pro Woche, um zur Arbeit zu kommen, Auto kostet ja eh immer, etc. Die Wohnung ist auch nicht sonderlich billig. Die Betreuung für die zwei Jungs kostet monatlich 260 ...


Und nun kommt der Knaller: Ihre Chefin hat sie aufgrund der neuen Schwangerschaft auf 50% runtergestuft. Also noch weniger Geld und entsprechend später auch weniger Elterngeld. Doof, wenn sie das mitmacht, oder?
Der Arzt hat ihr wohl eine Krankmeldung bis zum nächsten Termin angeboten, hat sie abgelehnt.
Ich bin ja echt kein Freund von BV, wenn es sich vermeiden lässt. Aber in dem Fall kann sie doch nicht so immense Einbußen hinnehmen, oder?

Wenn ich es richtig im Kopf habe, ist ein BV für den Arbeitgeber ja nicht nachteilig, zumindest nicht in finanzieller Hinsicht, weil er das Geld komplett von der Krankenkasse bekommt. Ich würde ihr daher dazu raten, eines zu bekommen, oder?

Und könnte sie theoretisch für die beiden Jungs separat ALG II beantragen? Ich weiß, dass sie davon nicht begeistert sein werden, weil sie eben beide meinen, sie müssen alles alleine packen. Ehrt sie ja, aber ich finde es auch absolut unfair, dass die Kinder ihm z. B. in keiner Weise zugerechnet werden im Sinne von irgendeinem Freibetrag, aber dennoch ja für sie mitaufkommt, weil das die Mutter alleine gar nicht stemmen kann. Klar, dass sie nun ein weiteres Kind geplant haben, da kann ich auch gegen die Wand rennen, aber das möchte ich einfach nicht verurteilen. Beide hatten ihre Päckchen in den vorangegangenen Beziehungen zu tragen und leben nun auf rosaroter Wolke. Sind aber echt "anständige" Menschen, die einfach nur vom Rest überfordert sind.

Habt ihr einen Tipp für die beiden? Was lohnt sich eventuell zu beantragen? Also rein für die beiden Kinder?

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23. Februar 2015 um 13:29

Jaa,
das wäre auch noch eine Möglichkeit.
Ich muss da noch einmal genau nachhaken. Er hat mir das heute so zwischen Tür und Angel erzählt bzw. selbst nicht ganz verstanden, wie das jetzt ist, außer, dass sie wohl noch weniger Geld haben als vorher und sie einfach unterschrieben hätte. ARGH!

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23. Februar 2015 um 13:33

Wie alt sind die Kinder aus eester Ehe?
Wurde da schonmal Unterhaltsvorschuss beantragt?
Wenn das gemeinsame Kind da ist, kann er einen neuen Unterhaltstitel beantragen.
Beim Alg II Antrag werden alle gemeinsam berechnet, da können sie zur Erstberatung ins Jc gehen. Falls es knapp ist, käme auch Wohngeld und Kinderzuschlag in Frage.

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23. Februar 2015 um 17:22
In Antwort auf vera_12569117

Wie alt sind die Kinder aus eester Ehe?
Wurde da schonmal Unterhaltsvorschuss beantragt?
Wenn das gemeinsame Kind da ist, kann er einen neuen Unterhaltstitel beantragen.
Beim Alg II Antrag werden alle gemeinsam berechnet, da können sie zur Erstberatung ins Jc gehen. Falls es knapp ist, käme auch Wohngeld und Kinderzuschlag in Frage.

Stimmt,
an Wohngeld habe ich gar nicht gedacht. Das wäre glaube ich für sie auch die akzeptablste Variante an Sozialleistungen...

Unterhaltsvorschuss geht nicht mehr, weil sie ja jetzt verheiratet ist. Damit fällt der automatisch weg und das wussten die beiden nicht. Sie stehen jetzt eigentlich schlechter da als vor der Hochzeit, weil die Steuerersparnis bei ihm den Wegfall des Unterhaltsvorschusses nicht deckt und sie mehr Steuern zahlen muss als vorher. Voll doof irgendwie...
Ja, wenn das Kind da ist, wird sich sein Unterhalt verringern, aber das füllt gerade mal die Lücke, die dann durchs Elterngeld entsteht. Doofe Sache, aber das mit dem Wohngeld ist gut. Und Kinderzuschlag sollen sie auch probieren.

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23. Februar 2015 um 18:42
In Antwort auf paditax

Jaa,
das wäre auch noch eine Möglichkeit.
Ich muss da noch einmal genau nachhaken. Er hat mir das heute so zwischen Tür und Angel erzählt bzw. selbst nicht ganz verstanden, wie das jetzt ist, außer, dass sie wohl noch weniger Geld haben als vorher und sie einfach unterschrieben hätte. ARGH!

Also es gibt ein Teilzeit-BV
aber dann hätten sie ja keine finanziellen Einbußen, weil das Gehalt von der Versorgungskasse der Krankenkasse aufgestockt werden würde. Das merkt man selbst aber gar nicht, denn der AG zahlt weiterhin gnaz normal und bekommt das Geld wieder. Man hat als AN also nicht zwei Geldquellen. Sie sollte schnellstmöglich versuchen die Unterschrift rückgängig zu mahcen, denn es betrifft ja nicht nur die aktuelle Situation sondern auch das Elterngeld, spätere Rückkehrmöglichkeiten in den Vollzeitjob nach der Elternzeit etc.....

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23. Februar 2015 um 18:50
In Antwort auf paditax

Jaa,
das wäre auch noch eine Möglichkeit.
Ich muss da noch einmal genau nachhaken. Er hat mir das heute so zwischen Tür und Angel erzählt bzw. selbst nicht ganz verstanden, wie das jetzt ist, außer, dass sie wohl noch weniger Geld haben als vorher und sie einfach unterschrieben hätte. ARGH!

Ohje weshalb hat sie denn unterschrieben?
das kann sie nicht mehr rückgängig machen. sie könnten Wohngeld beantragen

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23. Februar 2015 um 18:52
In Antwort auf mistbesen

Also es gibt ein Teilzeit-BV
aber dann hätten sie ja keine finanziellen Einbußen, weil das Gehalt von der Versorgungskasse der Krankenkasse aufgestockt werden würde. Das merkt man selbst aber gar nicht, denn der AG zahlt weiterhin gnaz normal und bekommt das Geld wieder. Man hat als AN also nicht zwei Geldquellen. Sie sollte schnellstmöglich versuchen die Unterschrift rückgängig zu mahcen, denn es betrifft ja nicht nur die aktuelle Situation sondern auch das Elterngeld, spätere Rückkehrmöglichkeiten in den Vollzeitjob nach der Elternzeit etc.....

Unterschrift rückgängig machen
geht nicht.Da muss der Ag zustimmen.Macht er das nicht kann sie nichts machen

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23. Februar 2015 um 21:42
In Antwort auf paditax

Stimmt,
an Wohngeld habe ich gar nicht gedacht. Das wäre glaube ich für sie auch die akzeptablste Variante an Sozialleistungen...

Unterhaltsvorschuss geht nicht mehr, weil sie ja jetzt verheiratet ist. Damit fällt der automatisch weg und das wussten die beiden nicht. Sie stehen jetzt eigentlich schlechter da als vor der Hochzeit, weil die Steuerersparnis bei ihm den Wegfall des Unterhaltsvorschusses nicht deckt und sie mehr Steuern zahlen muss als vorher. Voll doof irgendwie...
Ja, wenn das Kind da ist, wird sich sein Unterhalt verringern, aber das füllt gerade mal die Lücke, die dann durchs Elterngeld entsteht. Doofe Sache, aber das mit dem Wohngeld ist gut. Und Kinderzuschlag sollen sie auch probieren.

Oh
das ist natürlich schlecht, dass der UHV dann wegfällt, so einen Fall hatte ich glaub ich noch nie auf dem Tisch.

Ich würde es so machen: auf jeden Fall noch diesen Monat zum JC gehen und sich beraten lassen. Damit ist der eventuelle Anspruch für Februar gesichert (gilt rückwirkend zum 1. des Antragsmonats). Da ja Einkommen vorhanden ist, werden die vermutlich zunächst auf eine Proberechnung fürs Wohngeld verweisen.
Zwischen ALG II und Wohngeld kann man nur bedingt wählen. Es gibt ne kleine Zone, bei der man auf ALG II verzichte kann und statt dessen Wohngeld nimmt, auch wenn das etwas geringer als der ALG II-Satz ausfällt.
Hat sie für die beiden anderen Kinder eine Beistandschaft? Falls nein, würde ich das empfehlen, vielleicht kommt so ja noch ein bisschen was an Unterhalt rein.

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